Es gibt etwas an Supermärkten, das mich wahnsinnig macht.
Zum einen ist das die Umräumerei. Wenn die Marmelade plötzlich nicht mehr beim Brot steht, sondern neben den Cornflakes, wohingegen die Cornflakes nun nicht mehr neben den Backwaren, sondern direkt hinter dem Obst sind, bei den Eiern, neben der Milch (wo sie vielleicht frühstücksthematisch hingehören, aber dann müsste auch das Brot …!). Das ist der Todesstoß für jedes positive Einkaufserlebnis, das ist ein solcher Blutdrucktreiber, dass ich, sollte ich noch dazu die Kokosmilch nicht finden, weil die Kokosmilch seit heute nicht mehr bei den Konserven steht, sondern neben Lafers exotischem Sondersortiment, zwischen den Grillsaucen und der polnischen Erlebnisecke -, das macht mich also so irre, dass ich kurz davor bin, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, meinen Einkaufswagen zu nehmen und alle vorhandenen 20 Gläser Senf an die Kühltheke zu fahren und neben die Bratwurst zu räumen und noch dazu die Magen- und Darm-Tees zum Klopapier zu sortieren. Sollen sie doch mal fühlen, wie das ist!
Zum anderen macht mich wahnsinnig, wenn sechs Wochen lang kontinuierlich dieser unfassbar großartige Walnusskäse da ist, danach aber zwei Wochen nicht, dann zwei Wochen wieder doch, dann wieder drei Wochen nicht.
Oder Leberpastete. Ich esse gerne Leberpastete, aber sie hat offensichtlich nur um Weihnachten herum Saison, wobei für den durchschnittlichen Kunden mit durchschnittlichem Temperatur- und Festtagsempfinden niemals eindeutig ist, wann Weihnachten beginnt und endet und wann es im November und im Februar Pause hat, zu Ostern aber wieder einsetzt, mithin auch zu Pfingsten, zum Erntedank aber wiederum nicht. Es ist völlig undurchschaubar, wann die Supermärkte in meiner Umgebung Leberpastete führen.
Oder Wassermelonen. Derzeit befinde ich mich in einer knallharten Wassermelonenphase, und ich bin eigen: Sie müssen kernarm sein, sonst macht das alles keinen Spaß. Das ist doch dann eine Riesensauerei, es dauert ewig, die schwarzen Kerne rauszupulen, und im Büro – nein, das muss nicht sein. Also: kernarm. Es gibt aber nicht immer kernarme Wassermelonen, manchmal gibt es überhaupt keine Wassermelonen, dann wieder paletten- und kistenweise. Heute war ich in drei Supermärkten, die grundsätzlich kernarme Wassermelonen führen: Einer hatte gar keine, der andere hatte nur welche mit Kerne, der dritte hatte sie da. Aber warum muss ich deswegen rumfahren? Kann man in Zeiten von Warenwirtschaftssystemen dem Kunden nicht zugänglich machen, ob Wassermelonen, Leberpastete und Walnusskäse da sind? Warum muss ich immer wieder enttäuscht werden? Ikea kann das doch auch.
Als ich im dritten Laden dann endlich die Wassermelone kaufte, habe ich natürlich noch Fetakäse gekauft und Klopapier, Butter und dieses Tiroler Schüttelbrot, das so unfassbar teuer, aber auch so super ist. Wäre für mich also ersichtlich, dass es diese eine Produkt zuverlässig an diesem einen Ort gibt, würde ich dort natürlich gezielt hinfahren und auch alles andere einkaufen.
Oder ich bestelle meine Wassermelone halt irgendwann online.































