Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Im Zuge der Landtagswahlen schrieb ich, dass mir viele Gedanken durch den Kopf gehen. Ich habe sie leidlich sortiert und aufgeschrieben. Zunächst: Was ich beobachte. Anschließend: Was ich mir wünsche (und für gut halte).


Was ich beobachte:

#1 – Ungleichheit schafft Extremismus | Zunächst mal die Zahlen – es wird etwas dröge, aber bitte: durchhalten. Denn es ist wichtig für alles, was danach kommt.

In Deutschland verfügen zehn Prozent der Deutschen – diejenigen, die die ökonomisch am besten gestellt sind – über 67 Prozent des Gesamtvermögens. Die unteren 50 Prozent verfügen lediglich über drei Prozent des Gesamtvermögens. Diese Ungleichheit nimmt seit den 1970er Jahren zu, davor ging sie zurück (Quelle). Der Gini-Koeffizient, ein Maß für Ungleichheit, ist in Deutschland auf einem Höchststand (Quelle).

Noch eine Zahl: Menschen der Mittelschicht, die 5.500 Euro im Monat verdienen, zahlen nur drei Prozent weniger Steuern als deutsche Milliardäre (Quelle). Wer sich also etwas aufgebaut hat und zu bescheidenem Wohlstand gekommen ist, wird unverhältnismäßig belastet.

Eine dritte Zahl: Von 100 Grundschülerinnen und Grundschülern, deren Eltern Akademiker sind, nehmen drei Viertel, 75 Prozent, ein Studium auf. Bei Kindern aus Nicht-Akademikerhaushaltern sind es gerade mal 21 Prozent (Quelle). Deutschland ist eines der undurchlässigsten Länder, was den Bildungsaufstieg angeht. Der Bildungsabschluss steht in direktem Zusammenhang mit dem Einkommen (Quelle). Heißt auch: Weil aus Schule, Studium und Arbeit auch soziale Beziehungen entstehen, bleiben Akademiker- und Nicht-Akademikerfamilien weitgehend unter sich.

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine Schule ohne Abschluss verlassen, steigt. In fünf Bundesländern liegt er bei mehr als zehn Prozent, in Sachsen-Anhalt sogar bei 13,4 Prozent (Quelle). Es besteht kein Zusammenhang zur Migrationsquote: Einen geringeren Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund als Sachsen-Anhalt (11 Pozent) hat nur Mecklenburg-Vorpommern (10,7 Prozent, Quelle), wo die Schulabbrecherquote ebenfalls hoch ist. Hessen, wo fast 40 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund haben, hat die wenigsten Schulabbrecher. Zum Desaster der Bildungssystems und was es mit jungen Menschen macht sei diese Anne-Will-Folge empfohlen.

Vor 30 Jahren, im Jahr 1998, arbeiteten 76 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer Firma mit Tarifvertrag. Heute sind es nur noch 50 Prozent (West). Im Osten sank die Zahl von 63 auf 45 Prozent (Quelle). Es wird also auch schwieriger, sich gegen Ungleichheit durchzusetzen.

Gleichzeitig hat sich über die vergangenen Jahrzehnte eine eklatante Wohnkrise entwickelt – vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen. Während Gutverdienende seit 1990 durchgehend um die 15 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden, stieg der Anteil bei Geringverdienenden von etwas über 30 auf nunmehr fast 45 Prozent (Quelle). Wer noch einen Bestandsmietvertrag hat, auch wenn die Wohnung inzwischen zu groß oder zu klein ist, krallt sich daran wie ein Ertrinkener an Treibgut.

Ungleichheit und Perspektivlosigkeit sind nicht nur Zahlen. Sie sind auch ein Gefühl, ein subjektives Erleben von Benachteiligung und fehlender Hoffnung. Wer fast die Hälfte des Einkommens fürs Wohnen ausgibt, hat keine Luft mehr für Lebensgestaltung. Der Mittelschichtfamilie fällt auf, dass sie im Verhältnis zu Reichen mehr Steuern zahlt. Wer kein Erbe zu erwarten hat, sieht, dass ein Teil der Bevölkerung Kapital aus der Vorgängergeneration erhält, und sieht auch, dass dieses Kapital sich in der Generation vergrößert und wiederum weitergegeben wird, ohne dass sie jemals im gleichen Maße an dieser Verteilung teilhaben wird. Hinzu kommt – wieder ein Zahl -, dass das vererbte Vermögen immer mehr wird: Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 34,4 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Im Jahr 2023 waren es 121 Milliarden – und die Summe geht weiter nach oben (Quelle). Wer wird garantiert nicht teilhaben? Genau, die unteren 50 Prozent. Die haben nämlich nichts, was sie weitergeben können. Die oberen zehn Prozent dafür umso mehr.

Wen wundert es also, dass die Menschen wütend sind? Dass sie sich hilflos fühlen? Dass sie frustriert sind? Auch wenn es hartnäckig erzählt wird, sind wir keine nivellierte Mittelstandsgesellschaft. Es ist mitnichten so, dass alle, die sich nur genügend anstrengend, daran teilhaben und mit dem Fahrstuhl nach oben fahren können. Deutschland ist gut darin, soziale Härten abzufedern (und auch, sie zu zementieren), und gleichzeitig wahnsinnig schlecht darin, strukturelle Ungleichheit wahrzunehmen und aufzuheben.

Es wundert nicht, dass Menschen aus diesen Gefühlen heraus „Wir gegen die“-Erzähler gut finden. Denn in diesen Erzählungen fühlen sie sich wenigstens gehört und beachtet, während den Zahlen niemand entgegenwirkt.


#2 – Das Unkontrollierbare | Seit ich Kind war, seit den 80er Jahren, ist die Welt deutlich internationaler und komplexer geworden. Nicht nur, dass die klaren Fronten des Kalten Krieges verloren gegangen sind – es sind auch unzählige Abhängigkeiten entstanden, die unser Staat aus seinem territorialen und rechtlichen Rahmen heraus nicht lösen kann: globale Lieferketten, internationale Finanzströme, Migrationsbewegungen und die Klimakrise. Wir können alleine kaum etwas gegen Krisen tun, spüren ihre Auswirkungen aber unmittelbar.

Hinzu kommt das Diffundieren eines vorher Greifbaren ins Unsichtbare: Viele Handlungen finden nicht mehr im direkten menschlichen Kontakt statt. Einkauf und Besorgungen, Bankgeschäfte, Kommunikation und sogar Partnersuche geschehen nicht unter Menschen, sondern maschinengestützt. Das schafft Unsicherheitsräume, das vermindert Austausch und Begegnungen.

Kontrolle, Autonomie und soziale Eingebundenheit sind ur-menschliche Bedürfnisse. Je unkontrollierbarer und instabiler das Außen wird, desto mehr streben wir nach Stabilität, Kontrolle und Autonomie im Innern. Autoritäre und autokratische Systeme nähren die Überzeugung, Kontrolle zu haben, und erfüllen gleichzeitig den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung: Einfache Erzählungen („Wir gegen die“) machen die Welt beherrschbar. Abschiebungen und Repressionen geben das Gefühl, Macht zurückzuerlangen. Eine schwache Presse verschafft dem Einzelnen mehr Freiraum. Wer sich konform mit dem Autokratischen verhält, bekommt Einfluss.

Während die demokratische Politik den Menschen seit vielen Jahren immer weniger anbietet, um Selbstwirksamkeit zu erleben – siehe #1 -, gehen Radikale in die Lücke und versprechen Kontrolle und Freiheit, wo Komplexität und persönliche Begrenztheit sind.


#3 – Die liberale und radikale Gesellschaft |  In den vergangenen Jahrzehnten ist nicht nur die Welt um uns herum komplexer geworden, sondern auch unsere eigene Gesellschaft. Wir werden immer liberaler: Gleichstellung der Frau und Aufbrechen von Geschlechterrollen, Ehe für alle, ein neuer Familienbegriff, sexuelle Selbstbestimmung, multikulturelle Offenheit und eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensstile und Identitätsentwürfe, Rückgang des kirchlichen Einflusses, Wertewandel in der Arbeit – all das haben wir erreicht, erleben wir und entwickeln wir weiter.

Große Teile der Gesellschaft werden also progressiver – und die Radikalen werden radikaler. Wenn eine Frau plötzlich machtvoll ist, wenn ein Schwuler Vater und Vorgesetzter werden kann, wenn ein Eingewanderter einem sagt, was man zu tun hat, entsteht ein diffuses Gefühl des Unbehagens, ein Gefühl von Entwertung und Statusverlust. Wenn dieses Unbehagen nun ein Zuhause und eine Gemeinschaft findet, beginnt es, sich selbst zu verstärken. Es findet Solidarität und Schulterschlüsse – und eine Homogenität, die es sonst nirgendwo mehr gibt.

Wer den Mechanismus von Liberalisierung und Radikalisierung verstehen will, dem empfehle ich Das Integrationsparadox von Aladin El-Mafaalani.


#4 – Stolz | Was die Radikalen in diesem Zusammenhang gut machen – und damit meine ich sämtliche Radikale – ist es, den Menschen Würde und Stolz zurückzugeben. Denn was geht verloren, wenn die Welt zusehends fragiler wird und die eigene Identität nicht mehr trägt? Selbstachtung.

Schon zwischen den Weltkriegen war es der neu erwachende Stolz, der dazu beitrug, dass radikale Gedanken Nahrung fanden. Wiebke Bruhns schreibt in dem lesenswerten Buch „Meines Vaters Land“ über den Aufstieg des Nationalsozialismus:

Rechts und links davon nichts als Demütigungen: der schmähliche Ausgang des ehrlos geendeten Krieges, die Nacht- und Nebel-Rückkehr des Regiments nach Tilsit, der absurde Vertrag von Versailles, die Schikanen im von Frankreich besetzten Ruhrgebiet, die Horrorzeiten der Inflation und die Auflösung aller Normen […] und jetzt scharrt sich das bisher so zerrissene Volk hinter einem Mann, der aller Welt verkündet: Wir sind wieder wer, und wir werden es euch zeigen.

Ich übersetze das ins Heute:

Nichts als Kränkungen: die Entwertung harter Arbeit, die zunehmende Beschwerlichkeit des Alltags, die Gängelungen und Zerwürfnisse der Pandemiejahre, die Suche nach Bedeutung. Dazu Inflation und Wohnkosten, die uns auffressen und Sparsamkeit verunmöglichen, und die Gnadenlosigkeit globaler Märkte. Das Gefühl, im eigenen Land fremd zu werden, das schwindende Vertrauen in den Staat, der auf der Seite seiner Bürger stehen sollte. Die alten Versprechen von Wohlstand und Aufstieg werden zwar unablässig wiederholt, sind aber längst gebrochen. Stattdessen Demütigungen und Beschimpfungen: zu faul, zu dumm, zu anspruchsvoll. Und jetzt sammelt sich die zerrissene Menge hinter denen, die ihr versprechen, die Ordnung wiederherzustellen und der Nation ihre Bedeutung und ihre Vergangenheit zurückgeben: Wir sind wieder wer, und wir werden es allen zeigen.



#5 – Die Leute wählen Radikale, weil es sie gibt | Selbst wenn es gelänge, Rechtsradikalen inhaltlich zu begegnen, wäre damit nichts gewonnen. Denn ihre Wähler wählen sie nicht, obwohl sie so sind, wie sind sind, sondern weil.

Wenn man sich die Wanderungsbewegungen hin zur AfD hinschaut, wird vor allem eines klar: Die rechtradikale Partei gewinnt, weil sie Nichtwähler mobilisiert – Menschen, die sich im Parteiensystem bislang nicht repräsentiert gefühlt haben. Das war bereits vor den diesjährigen Landtagswahlen bekannt. Wir sind beseelt von der offenen Gesellschaft und haben vergessen, dass rechtsradikales Gedankengut tief verwurzelt ist.

Der Politikwissenschaftler Vicente Valentim sagt dazu:

Es herrscht die falsche Annahme, dass viele Wähler, die früher Mitte-rechts-Parteien gewählt haben, im Herzen noch immer Mitte-rechts sind. Meine Arbeit legt aber nahe, dass diese Menschen schon vorher extrem rechts gedacht haben. Es gab nur keine Partei, die diese Positionen glaubwürdig und erfolgversprechend vertreten hat. Jetzt haben sie eine Partei, die viel stärker mit ihren wahren Ansichten übereinstimmt. Wir wissen aus der Forschung, dass Menschen, wenn sie eine Partei wählen, über die Zeit eine starke Identifikation mit dieser Partei ausbilden. Das gilt erst recht, wenn diese Partei von den anderen Parteien stark bekämpft wird. Warum also sollten, im deutschen Beispiel, die AfD-Wähler zurückkehren?


#6 – Gewinnen durch Verlieren | Wenn ich mich entwertet, sozial isoliert und politisch nicht vertreten fühle, bringt es mich auf die emotionale Gewinnerseite, wenn ich Gleichgesinnte finde, die ebenso fühlen wie ich. Endlich darf ich mein Unbehagen äußern und fühle mich gesehen.

Doch nicht nur durch Vergemeinschaftung gewinne ich, sondern auch durch den Verlust, den mein Gegner erleidet: Es mag sein, dass die AfD gegen die Erhöhung des Mindestlohns ist; wenn sie gleichzeitig die Rechte von Migrantinnen und Migranten einschränkt, eine Arbeit aufzunehmen, passt es. Das ist der Grund, warum Wähler rechtsradikaler Parteien gegen ihre eigenen Interessen wählen, selbst wenn sie selbst Verlust erleiden: Solange der Verlust des Gegners größer ist, gewinnen sie.


#7 – Inhaltlich stellen | Es heißt: Wir sollten die Radikalen inhaltlich stellen. Doch das ist unmöglich. Aladin El-Mafaalani schreibt dazu in seinem Buch Misstrauensgemeinschaften:

Der Populismus besitzt kein geschlossenes inhaltliches Programm, sondern kann sich flexibel mit unterschiedlichen politischen Strömungen – von links bis rechts – verbinden.

Populismus stelle im Wesentlichen eine Gegenposition dar und habe keine eigene Werteorientierung und Substanz.

Er wird allen Versuchen, sich ihm inhaltlich zu nähern und ihn zu entzaubern, entgleiten, denn sein Programm ist flexibel: Die Armen sind mal Gegner und Schmarotzer, mal Opfer. Klimaanpassung ist ideologischer Irrweg und gleichzeitig Schutz von Schöpfung und Heimat. Der Staat ist wahlweise Unterdrücker oder die Instanz, die hart durchgreifen muss. Freiheit bedeutet, von Regeln verschont zu bleiben, aber auch, andere mehr zu kontrollieren. Wirtschaftlicher Erfolg wird gepriesen, während die Globalisierung, die ihn ermöglicht, des Teufels ist.

Es ist also unmöglich, eine rechtsradikale Partei inhaltlich zu stellen. Sie wird immer entschlüpfen.


#8 – Regierungsparteien auf der Suche | Das Ganze wäre nicht so ein Problem, wenn radikale Kräfte starke Gegner mit starken Positionen und glaubwürdigen Erzählungen hätten. Haben sie aber nicht. Während Rechte und Linke eine klares Zukunftserzählung haben, ist in der Mitte ein (Wortspiel!) schwarzes Loch.

Die Rechte möchte ein völkisches Europa. Sie will aus dem Euro austreten. Sie will ein Deutschland, das die Leistung der biodeutschen Bevölkerung belohnt. Sie möchte wieder stolz sein können auf Deutschland. Auch die Linke weiß, was sie will: Während CDU und SPD keine Anstalten machen, der Wohnungskrise und der immer teurer werden Daseinsvorsorge zu begegnen, zeichnet die Linke das Bild der Vergesellschaftung. Das Land gehört seinen Bewohnerinnen und Bewohnern, nicht Investoren. Solidarität steht über Individualität, Gemeinschaft und Begegnung sollen die Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit prägen. Beide haben, ohne sie gleichstellen zu wollen, eine runde Erzählung – und diese Erzählung ist Teil des politischen Erfolges. Doch welche Erzählung hat die CDU? Welche die SPD?

Die CDU ist innerlich zerrissen zwischen Wirtschaftskonservatismus und christlich-sozialer Tradition. Alles, was man möchte, ist bewahren: die Demokratie, den Status Quo, das Verbrennerauto. Aber was will die CDU gestalten, was ist ihr Zukunftsbild? Das ist unklar. Stattdessen beschimpft sie wechselnde Bevölkerungsgruppen und konfrontiert die Nation mit Zielkonflikten: Der Deutsche soll möglichst viel arbeiten, aber die Kinder gut betreuen, am besten daheim. Man will Wohnungsbau fördern, aber steigert die Bauauflagen. Man beklagt den Fachkräftemangel, aber möchte die Zuwanderung begrenzen. Man weint über die niedrige Geburtenrate, aber kürzt das Elterngeld, das seit seiner Einführung ohnehin nie erhöht wurde. Man soll weniger zum Arzt gehen, sich aber am ersten Tag einer Bagatellerkrankung ins Wartezimmer setzen. Wo der Kanzler vorprescht – wie bei seiner Aussage zur privaten Krankenversicherung -, wird sie wieder zurückgenommen: So habe man es nicht gemeint. Die innere Zerrissenheit wandert nach außen.

Die SPD ist währenddessen in ihrer Vergangenheit gefangen: Gewachsen aus Gewerkschaftsstrukturen und ebenso durch sie geprägt, verliert sie seit Jahren an Anhängerschaft. Weil es – siehe #1 – immer weniger Menschen gibt, die gewerkschaftlich organisiert sind. Und weil sich die Wahrnehmung der Gewerkschaften verändert hat: Für durchschnittlich und unterdurchschnittlich Verdienende sind Tarifbeschäftigte – besonders diejenigen der starken Branchen der Metall- und Elektroindustrie – Arbeitnehmer mit goldenem Löffel im Mund; für progressive Arbeitnehmer und Entscheiderinnen sind sie Verhinderer von Transformation und Fortschritt. Für beide Skeptiker hat die SPD kein Angebot. Dazu das zweite Dilemma der Partei: Wenn sie nicht Gewerkschaftslinien vertritt, dann steht sie für sozial Schwache ein – was ihr per se nicht zu Last zu legen ist, aber auch keine Überstunden schruppenden Leistungsträger auf ihre Seite holt. Kurzum: Die Partei hat es verpasst, sich gemeinsam mit der Arbeitswelt zu wandeln.


#9 – An der Oberfläche | Heraus kommen Reformen, die an der Oberfläche bleiben und Gelder verschieben, aber nicht an Strukturen arbeiten – und letztendlich niemanden entlasten. Wobei die meisten Menschen sich stillschweigend einig sind, dass eine finanzielle Entlastung ohnehin niemals zu erwarten ist. Deshalb erhoffen sie sich wenigstens eine strukturelle.

Dazu nur ein Beispiel aus dem Gesundheitssystem: In meinem Umkreis gibt es unzählige Menschen, vorwiegend Frauen, die sich als medizinische Fallmanagerinnen ihrer alternden Verwandten betätigen, weil das System dies nicht leistet. Sie koordinieren Haus- und Fachärzte. Sie organisieren Termin, wo es kaum welche gibt, und fahren mit den Patienten in entfernte Städte. Sie recherchieren medizinische Zusammenhänge und bieten sie Fachleuten an, weil sonst nichts diagnistiziert wird. Sie fahren Gesundheitskarten von A nach B und holen Zettel mit Verordnungen ab, um sie nach C zu bringen. Sie erarbeiten sich Wechselwirkungen von Medikamenten und weisen Ärztinnen und Ärzte darauf hin. Sie recherchieren Therapien und schlagen sie Medizinern vor, die beglückt antworten: „Das ist eine gute Idee, das könnten wir mal versuchen.“ Sie organisieren Hilfsmittel und Pflegegrade, Reha-Plätze und Krankenfahrten. All diese Fallmanagerinnen erwarten nicht, dass sie weniger Krankenkassenbeiträge bezahlen. Aber sie erwarten, dass dieses ineffiziente System nicht weiter durch die Erhöhung ihrer Beiträge genährt wird. Mein Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung ist in den vergangenen acht Jahren von 796 auf 1.220 Euro im Monat gestiegen, also um 53 Prozent, während wir immer mehr Geld ins System pumpen, kein Ende der Erhöhungen in Sicht ist und das System knirscht und kriselt.

Unsere Daseinsvorsorge erodiert. Der Einzelne muss immer größere Anstrengungen unternehmen, um die Lücken auszugleichen. Denn die gleichen Menschen, die sich notgedrungen als medizinische Fallmanager betätigen, verhandeln einen Tag später mit ihrem Arbeitgeber, weil die Kita wieder einmal geschlossen hat. Sie bringen ihrem Schulkind Mathematik nahe, weil die Schule es nicht ausreichend tut, und streichen Klassenzimmer an, weil die Kommune kein Geld hat. Sie verbringen im Monat eine halbe Arbeitswoche, zwanzig zusätzliche Stunden, auf Schienen und Straßen, weil Bus und Bahn nicht pünktlich fahren, während Arbeitszeiten und Schulschlüsse keine Rücksicht nehmen. Sie wurschteln sich durch einen fragilen Alltag.

Die Menschen haben großes Verständnis für Reformen und könnten – ich lehne mich aus dem Fenster – sogar höhere Beiträge nachvollziehen. Wenn das Geld klug investiert würde und Reformen tatsächlich reformieren und das Leben verbessern würden.


Nun habe ich viel aufgeschrieben, was ich beobachte. Jetzt zu dem, was ich mir wünsche – und wovon ich denke, dass es helfen könnte. Es sind zwei Dinge:

#1 – Ein positives Zukunftsbild | Wir brauchen optimistische Zukunftserwartungen. Etwas, das ein Gegenentwurf zu Ohnmacht und Komplexität ist. Etwas, das Vertrauen und Stabilität gibt.

Wir benötigen einen neuen Konservatismus, patriotisch und zukunftszugewandt, der dieses Land trägt. Ich sage das nicht, weil ich selbst konservativ bin und mich persönlich danach sehne. Ich empfinde mich mehr als Europäerin denn als Deutsche, empfinde wenn überhaupt einen europäischen Patriotismus. Aber ich habe den Eindruck, dass wir als eine im Herzen konservative Nation eine neue konservative Idee brauchen.

Ein Konservatismus, der die Stärken Deutschlands betont, die zweifellos und immer noch da sind: eine sehr gute, öffentlich finanzierte Wissenschaft; ein sicheres Sozialsystem, das uns medizinische Versorgung auf hohem Niveau garantier und dafür sorgt, dass niemand ins Bodenlose fällt; eine – bei aller Krise – weiterhin bestehende Technologieführerschaft in zahlreichen Branchen. Wir können Krisen bewältigen und Menschen integrieren. Wir haben sehr spezialisierte Unternehmen mit einem großen Erfahrungsschatz – dazu Wohlstand und Wirtschaftskraft auch jenseits der Metropolen. Unser Hang zur Bürokratie macht uns zu Helden der Governance: Wer, wenn nicht wir, kann Künstliche Intelligenz beherrsch- und steuerbar machen, mit Betriebsleitlinien und dennoch mit Innovationspotential?

Dazu gehört auch, dass Menschen stolz auf ihre Nation sein dürfen. Zwar hat der Einzelne nichts dazu beigetragen, in diese Gesellschaft hineingeboren zu sein. Ab dem Moment, in dem wir in ihr leben, sind wir allerdings ein Teil von ihr, tragen sie mit und tragen bei – mit allen Freuden und Anstrengungen, die damit verbunden sind, mit Steuerzahlung und Ehrenamt, mit dem Aufrechterhalten und Neugestalten von Traditionen und kleinen, alltäglichen Gesten, die das Wesen unserer Kultur und unseres Zusammenlebens ausmachen. Insofern: Ja, darauf dürfen wir stolz sein.

Zu dem Bild, dem neuen patriotischen, gehören auch erneuerte normative Grundlagen, gemeinsame Werte, die uns in unserer kulturellen Pluralität verbinden: die Idee unseres Grundgesetzes, neu übersetzt ins tägliche Leben einer diversen Gesellschaft; Traditionen, die wir vom Gestern ins Morgen überführen; Grenzen, die wir gemeinsam setzen; eine europäische Idee, die den Kontinent in seinem kulturellen Reichtum stärkt; Überzeugungen, die uns in unserer Vielfalt einen.


#2 – Plan und Perspektive | Und dann: ein Plan und eine Perspektive. Wenn uns klar ist, wohin wir wollen und wie ein zukünftiges Deutschland aussehen soll, ist auch klar, was zu tun ist.

Wir sind uns einig, dass wir Technologieführer sein möchten, vielfältig in unseren Talenten und Herkünften, kraftvoll und ideenreich? Wir wollen die besten Pisa-Ergebnisse in Europa haben? Dann in Schulen und Lehrkräfte investieren, Kinder individuell fördern und erst später selektieren, Lehrpläne überarbeiten, Klassenräume neu gestalten, Kita und Grundschule stärker aufeinander abstimmen, ebenso Grundschule und weiterführende Schule; Inklusion und Integration stärken, einen Wandel des Berufsbilds von Pädagogen und Lehrerinnen anstoßen, Ganztagesbetreuung quantitativ ausbauen und qualitativ verbessern, föderale und kleinteilige Strukturen aufbrechen, Geld in Menschen und Material stecken.

Wir wollen ein unabhängiges Deutschland, das nicht erpressbar ist, mit Energie für die Wirtschaft und Sicherheit für die Bevölkerung? Dann bitte einen 15-Jahres-Plan aufstellen, um von fossilen Energieträgern wegzukommen, in Solar und Windenergie investieren, Wasserstoff fördern, die Lade- und Speicherinfrastruktur ausbauen, Wärmepumpen und Elektromobilität fördern und den Plan konsequent abarbeiten, ohne Tankrabatte und logische Brüche.

Wir wollen eine starke, bürgerorientierte Verwaltung – digital und gleichzeitig vor Ort, als Partner, Möglichmacher und Hüter sinnvoller Regeln? Dann braucht es ein zentrales Innovationsmanagement bei Bund und Ländern, ein Durchfegen durch alle Verordnungen, eine moderne Führungskultur, neue Karrierewege, Register- und Datenmodernisierung, eine durchgehende Digitalisierung und fachübergreifendes Prozessdenken.

Wir wollen der Wohnkrise begegnen? Dann braucht es eine Baupflicht für brach liegende Spekulationsflächen und Kommunen, die den Boden im Zweifel aufkaufen – und dazu die passende Finanzierungskulisse. Es braucht ein Programm zum Aus- und Aufbau kommunaler Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften und eine Nachfinanzierung von Sozialwohnungen, um die wenigen vorhandenen in der Bindung zu halten. Die Kommunen benötigen finanziellen Spielraum, um gemeinsam mit Kirchengemeinden die kirchlichen Immobilien, die auf den Markt sind und noch kommen werden, zum Wohle der Stadtgesellschaft zu gestalten. Bis das alles greift, müssen wir mit kleineren Handgriffen Quartiere mit Grünflächen, Spiel- und Begegnungsorten gestalten, um beengten Verhältnissen und Vereinsamung entgegenzuwirken.

So könnte man es weiterschreiben. Man mag unterschiedlicher Meinung zu den Maßnahmen sein. Das ändert jedoch nichts am Wunsch eines positives Bildes und eines Weges, der konsequent gegangen wird.

Saisonale Bemerknisse | Nur eine Woche vom Schwimmen im Freibad bis zu Handschuhen auf dem Fahrrad. 

Ich schwimme nun im Hallenbad. Es ergeben sich zwei Herausforderungen: Ein Morgenschwumm im Freibad macht mich munter, ein Morgenschwumm im Hallenbad macht mich müde. Wenn sich ein Arbeitstag anschließt, ist das schwierig. Und: 3.000 Meter sind nicht mehr 60, sondern 120 Bahnen. Das sind 119 Gründe, meine Wendetechnik zu verbessern.  


Broterwerb | Die vergangenen zwei Wochen waren fantastisch: Ich habe das Leben eines westdeutschen Mannes in den 80ern geführt. Als ich von meinen Geschäftsreisen nach Hause kam, hatte der Reiseleiter geputzt, gesaugt, eingekauft, meine Wäsche gewaschen und gebügelt. Essen stand bereit. Auf der Reise hat ein Assistent mir lästige Dinge abgenommen und Teile des Gepäcks getragen.


Praktikum Ende | Leider sind diese goldenen Zeiten nun vorbei: Der Praktikant hatte heute seinen letzten Tag. Er hat auch nicht nur Taschen getragen; es war schön, einen Sparringspartner an der Seite zu haben, von seinen Perspektiven zu profitieren, zwei Ohren, Augen und ein Gehirn mehr zu haben.

Zum Abschluss des Praktikums hat er sein Webinar gehalten: Wie wir Geschichte und Vergangenheit inszenieren. Wir hatten an die 50 Anmeldungen für diese kostenlosen zwei Stunden, 33 Personen haben teilgenommen, die meisten sind bis zum Ende geblieben, haben mitgewirkt und Fragen gestellt. Das war ein guter Erfolg, vor allem vor dem Hintergrund, dass es das erste Mal war, dass er eine derartige Veranstaltung angekündigt, organisiert, konzipiert und durchgeführt hat.

Heute Abschlussgespräch und gemeinsames Muffin-Essen. Es war eine schöne Zeit!


Broterwerb | Zu Beginn dieser Woche waren wir noch in Lennestadt zum Moderationstraining. Das Training biete ich an, weil ich selbst viel moderiere. Meist werde ich für herausfordernde Moderationen gebucht: Wenn ein Workshop konflikthaft sein wird, wenn man Dingen auf den Grund gehen möchte und dabei eine neutrale Person braucht oder wenn es bislang nicht gelang, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. Die Kompetenzen dazu habe ich als Seminar verpackt – einmal für Einsteiger, einmal für Fortgeschrittene.

In Lennestadt war ich für die Basiskompetenzen gebucht: Souveränität und Haltung in der Moderation, guter Aufbau einer Veranstaltung, gutes Zeitmanagement, Umgang mit Unvorhergesehenem und herausfordernden Persönlichkeiten wie Vielrednern, Meeting-Kaperern oder Nein-Sagern. Wir sprachen auch über hybride Meetings, wenn einige Personen vor Ort und andere im Homeoffice oder an anderen Standorten sind. Gerade wenn es ins interaktive Arbeiten geht, sind diese Rahmenbedingungen schwierig. Das lässt sich nicht auflösen, aber es gibt ein paar Kniffe.

Übernachtet haben wir in einem sympathischen Familienhotel in Oberveischede mit eigener Bäckerei.

Hotelbett aus Holz mit karierten Kissen. Auf dem Nachttisch ein Buch.

Morgens um 6:30 Uhr bimmelte die Dorfkirche Sturm. Ich tippte auf Angelusläuten, allerdings kenne ich das nur zur vollen Stunde um 7 Uhr. Also ging ich davon aus, dass der Papst gestorben war. Ich überprüfte das: negativ. Vielleicht ist die Gemeinde ihrer Zeit voraus.


Lesung | Mein Bühnenoutfit ist eingetroffen.

Foto mit Boxhandschuhen: Rocky - Die Lesung. It ain't over til it's over. Kaltmamsell, Vanessa Giese, NOvemberregen, Markus Pfeifer (Mequito). 24. Oktober 2026, 19 Uhr, Boxwerk München

Als nächstes werde ich einen Lesungstext schreiben. Möglicherweise kommen Meerschweine vor.


Vorschlagsliste | Eine Frage von der Vorschlagsliste: „Was macht ein gutes Waffelrezept aus? Worauf ist zu achten?“

Für mein Dafürhalten sollte eine Waffel aromafrei sein: keine Zitrone, kein Rum, nichts. Ein reines Rührteigrezept aus Butter, Eiern, Zucker und Mehl ist das beste. Ich benutze folgendes Familienrezept:

  • 250 g Butter
  • 150 – 175 g Zucker, je nach Geschmack
  • 2 Pk. Vanillezucker
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Mehl, 550
  • 2 Pk. Backpulver
  • 500 ml Milch

Letztens habe ich im Augenwinkel gesehen, dass in der Vorschlagsliste noch eine Frage mittendrin offen ist. Vermutlich habe ich sie übersehen. Sie handelt von etwas wie „Wie hat sich das Bloggen verändert?“ oder ähnlich – und nun ist sie weg. Falls noch Interesse besteht, fragen Sie nochmal. Oder gerne auch etwas Neues.


Und sonst | Der Dorf-Penny hat nun einen Putzroboter. Er fährt herum und sagt: „Achtung, ich habe frisch gewischt für dich.“ Man versteht ihn allerdings schlecht, ich musste eine Mitarbeiterin fragen, was er murmelt. Es hört sich nämlich an wie: „Achtung, ich habe frische Krebse für dich.“ Das kam mir seltsam vor.

Putz-Roboter vor der Tiefkühltruhen. Auf ihm steht: Der tut nix. Der will nur putzen.

Schweine | Der letzte Gartenmangold. Dafür bleibt sogar die Paprika liegen.

Braun-weißes Meerschwein mit Mangold i Maul, dahinter im Häuschen ein hellbraunes Schwein, das sich gerade zu etwas runterbeugt. Im Vordergrund eine Futterschale mit Gemüse.

Broterwerb | Es gibt diese beruflichen Termine, bei denen mir besonders das Herz aufgeht.

Ich habe nur tolle Kunden. Die Menschen aus Salzgitter, die ich in der vergangenen Woche traf, waren jedoch außergewöhnlich inspirierend: Geschäftsführer und -führerinnen, Gesellschafterinnen und Gesellschafter, allesamt jünger als ich, mutig und enorm gut, in dem, was sie tun, dazu ideenreich in der Entwicklung ihres Unternehmens – und gleichzeitig bodenständig. Die Termine waren eine große Freude.

Die Hinfahrt war ein Abenteuer. Schon vor Abfahrt war die Zugbindung aufgehoben. Der Zug fuhr dann doch. Dafür blieb er 50 Minuten vor Hannover stehen, Stau im Bahnhof. Die Zugchefin versprühte zunächst Zuversicht, später war sie so wütend auf ihren Arbeitgeber, dass sie verstummte. Dann sagte sie: „Glauben Sie mir, ich bin verzweifelt.“ Wir glaubten es.

In Hannover dann Ausfall der Gleisanzeige.

Anzeige am Gleis mit kryptischen Nummern und Buchstaben

Die App wusste von dem Chaos nichts, sie zeigte alles pünktlich an, weshalb es konsequenterweise keine Updates zur Abfahrt gab, schließlich lagen alle Verbindungen in der Vergangenheit. Tatsächlich lagen sie noch nicht einmal in der Gegenwart, vielleicht in der Zukunft – das war die Frage! Der Praktikant und ich stiegen fürderhin in den nächsten Zug, der zum Ziel fuhr – ein um eineinhalb Stunden verspäteter IC. Wir hatten zwar keine passende Fahrkarte, kamen aber gut an.

Wir waren in Braunschweig untergebracht, in Riddagshausen, mit Klosteranschluss, sehr besinnlich. Leider gab es keinen Friedhof. Das mag ich besonders gerne: nach lebendigen Tagen zwischen den Toten sitzen. Ich besuchte den Klostergarten und die Kirche.

Die Zeit nach Terminen nutzte ich, um in Braunschweig umherzustreifen. Ich besuchte das Magniviertel in der Stadt, stöberte durch eine Buchhandlung, aß ein Paprikasüppchen und sah Leuten bei ihrem Alltag zu.


Vorschlagsliste | Eine Frage von der Vorschlagsliste: „Ich erinnerte mich im Blog ein Rudergerät (Hometrainer) gesehen oder darüber gelesen zu haben. Mir wurde es unlängst für ein Rund-um-Training für daheim empfohlen. Wie sind deine Erfahrungswerte? (Häufigkeit Nutzung/Kosten-Nutzen-Bewertung; u.v.a Platzbedarf)“

Wir haben das Rudergerät, ein Concept 2, vor ein paar Wochen verkauft. Seit einiger Zeit gehen wir ins Fitnessstudio, turnen unter Menschen und freuen uns darüber, mehr Geräte als ein Rudergerät zur Verfügung zu haben.

Ich habe das Concept 2 durchaus genutzt, aber nicht so häufig, wie ich sollte – im Winter vielleicht einmal alle zwei bis drei Wochen. Ich habe über mich gelernt: So wie manche Leute nicht im Homeoffice arbeiten können, kann ich kein Homesport machen. Mein Zuhause verbinde ich mit Gemütlichkeit. Gemütlichkeit und schwitzend durchs Obergeschoss rudern passt nicht zusammen. Im Sommer gehe ich ohnehin lieber schwimmen.

Wäre das Gerät nicht so sperrig, hätten wir es behalten. Es nahm allerdings enorm viel Platz weg, und das Modell sich nicht einklappen.


Schwimmen | Der letzte Freibadschwumm. Wassertemperatur: 19 Grad. Ich schwamm 2.000 Meter, 40 Bahnen, und lag danach mit Wärmflasche auf dem Sofa. Dennoch: Schön war’s!

Freibadbecken mit abgetrennten Bahnen. Es sieht kalt aus.

Tschüss, Freibad. Bis nächstes Jahr.


Gelesen |  Anne B. Ragde: Das Lügenhaus, aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Die Bäuerin Anna liegt im Sterben. Die Söhne kommen zusammen – und eine Enkelin, die bislang niemand kannte. Anne Ragde gelingt es besonders gut, den Charakter des ältesten Sohnes einzufangen, Schweinebauer Tor, ein schlichter, emotional abgestumpfter Mann – allerdings nur zu Menschen, nicht zu Schweinen. Kein Meisterstück, aber gute Lektüre. 

Gelesen | Judith Hermann: Daheim. Unsympathische Charaktere in einer Geschichte ohne Handlung. Ich habe es wirklich versucht, ging aber nicht. Nach der Hälfte weggelegt.

Gelesen | Begräbnisse auf Baltrum: Der Club der Totengräber [€]. Eine Reportage über Bewohner der Insel Baltrum, die ihre Nachbarn, Freunde und Eltern begraben. Auf Baltrum gibt es keinen Bestatter.


Schweine | Das Leben ohne die Oma groovt sich ein. Das Pionierschwein, schon immer das Chefschwein, rückt in die Rolle der Old Lady. Die M-Schweine Müsli und Marianne emanzipieren sich.

Drei Meerschweine, alle irgendwie braun, am Gemüsenapf

Wildes Holz | Ich war auf einem Blockflötenkonzert. Drei Männer in Trainingsanzügen spielten Lieder in einem Konzerthaus, einer auf der Blockflöte, einer mit dem Kontrabass, ein dritter mit Gitarre. Sie trugen Goldkettchen. Das Liedgut war gefällig, Highway to Hell und solche Dinge. Es war fein.

Drei Männer auf der Bühne mit Kontrabass, Gitarre und zwei (!) Blockflöten im Mund. Alle drei tragen Trainingsanzüge und Goldkettchen.

Es erstaunte mich, was man aus einer Blockflöte alles herausholen kann, wenn man sich um das Instrument bemüht. Ich empfehle allen Eltern leidlich flötender Kindern, die Weichen entsprechend zu stellen. Es bieten sich überraschende Karriereoptionen. Sogar mit Standing Ovations.

Abseits dessen wird der Besuch im Konzerthaus mit zunehmendem Alter komplexer. Es ist nämlich so, dass ich gerne auf dem Balkon sitze, weil ich dort meine Beine ausstrecken kann – Theaterknie. Der Reiseleiter hingegen sieht vom Balkon aus lediglich ein verschwommenes Konzert, weil er durch den Gleitsichtbereich seiner Brille schaut. Wir haben noch keine Lösung.


Backwahn | Am Tag nach dem Blockflötenkonzert spürte ich einen Anflug von Häuslichkeit und geriet in einen Backwahn.

Foccaccia auf dem Blech, Gemüse bildet eine Blumenwiese. Im Hintergrund ein Blech Pflaumenkuchen.

Ich buk Foccaccia, Pflaumenkuchen und Amerikaner mit Schokoguss und Streuseln. Die Familie überlegt nun, mir regelmäßig Blockflötenkonzerte angedeihen zu lassen.


Angebot | Im Februar gibt es ein neues, offenes Seminarangebot von mir: Position beziehen, ohne ständig zu kämpfen

Ein Tag, an dem wir uns mit der Frage beschäftigen, wie man sich zwischen Nachgeben, Beharren und konstruktivem Einflussnehmen positioniert. Wir sprechen darüber, wie man Konflikten gut begegnet, Interessen ausbalanciert und seine Position findet, ohne in Anpassung oder Dauerkampf zu geraten.

Datum: Freitag, 5. Februar 2027 | Ort: Dülmen, NRW | Für Menschen, die beruflich oder privat immer wieder vor den Fragen stehen: Wofür möchte ich einstehen und was kann ich akzeptieren? Wie gehe ich mit Spannungen um, die sich nicht einfach auflösen lassen? | Infos und Anmeldung

Wer das Seminar zu Weihnachten verschenken möchte: Ich stelle auch Geschenkgutscheine aus.


Frage | Eine Frage von der Themen-Vorschlagsliste: „Was machst du, um zur Ruhe zu kommen?“

Zunächst einmal treffe ich Vorsorge, dass ich gar nicht erst aus der Ruhe komme. Die meiste Zeit meines Lebens bin ich recht ausgeglichen. Ich schlafe viel; für mich ist das die Grundlage von Gelassenheit und guter Laune. Ansonsten ist mein Motto: „Lass den Plan los, aber nicht planlos“ – vorausschauen, und dann flexibel sein. Damit habe ich eine Grundgeschmeidigkeit in meinem Alltag.

Entspannung ist für mich immer anders, je nachdem, wovon ich mich entspannen möchte. Schwimmen empfinde ich als ausgesprochen entspannend: die Konzentration aufs Atmen, auf die Bewegungen, den Wasserwiderstand, dazu das Monotone. Außerdem gut: Fitnessstudio mit Musik auf den Ohren. Spazierengehen mit Podcasts oder telefonieren mit Freundinnen. Manchmal tue ich auch etwas Häusliches: kochen, backen, Gartenarbeit. Auf dem Sofa liegen und lesen. Ach ja, und puzzeln.


Polarschwumm | Das Freibad hat die Saison noch einmal um eine Woche verlängert. Allerdings wird das Becken nicht mehr geheizt, die Temperatur sinkt täglich um ein halbes Grad.

Freibad bei bewölktem Himmel. Das Wasser sieht wirklich kalt aus.

Ich schwamm 50 Bahnen, 2.500 Meter, und fühlte mich wie im Polarmeer. Nur ohne Robben. Anschließend heiße Dusche und Wärmflasche – und Glückshormone. Es war saukalt, aber auch saugut.


Der hybride Praktikant | Mein Praktikant Paul hat in einem Newsletter aufgeschrieben, welche Entdeckungen er in seinem Praktikum gemacht hat. Ergänzend von mir paar Worte dazu, wie wir zusammenarbeiten.

Ich habe keine Büroräume, jedoch ein komfortables Arbeitszimmer gemeinsam mit dem Reiseleiter. Dessen Schreibtisch ist Montags und Mittwochs frei; er ist dann im Büro seines Arbeitgebers. An diesen Tagen ist Paul bei mir. An den übrigen drei Tage arbeitet er remote aus dem Homeoffice.

An den gemeinsamen Tagen erledigen wir alles, für das Paul mich braucht: Aufgaben, die neu sind; Aufgaben, für die wir in enger Abstimmung stehen müssen; Erklärungen zu Kunden und meinem Vorgehen; Wissensaufbau. An den Homeoffice-Tagen erledigt Paul Arbeiten, die weniger Austausch und mehr Konzentration benötigen. Ich bin per Chat, telefonisch und per Mail erreichbar.

An vielen Remote-Tagen haben wir – meist nachmittags – einen kurzen Check-in per Teams-Call, in dem wir gemeinsam auf den Arbeitsstand gucken. Das gibt uns beiden Sicherheit: Er weiß, ob er in die richtige Richtung arbeitet – und ich auch. Freitags schauen wir zusätzlich auf die kommende Woche.

Sofern es keine externen Notwendigkeiten gibt, ist es mir egal, wann er arbeitet, beginnt und Feierabend macht, ob er zwischendurch den Hund ausführt, einen Arzttermin hat oder ein Nickerchen macht. Kundentermine und sein Webinar geben einen ausreichenden Rahmen, wann Ergebnisse da sein müssen.

Ich mag es gerade, eine Begleitung zu haben. Mit seinem soziologischen Hintergrund und als zwanzig Jahre jüngerer Mensch gibt er mir zusätzliche Perspektiven. Außerdem nehmen vier Augen und Ohren mehr wahr als zwei. Das ist eine wirklich gute Sache.


Gelesen | Zugbegleiterin Uschi klärt auf: Zugbindung aufgehoben – was bedeutet das und welchen Zug darf ich jetzt nehmen?

Gelesen | Frau Novemberregen inspiriert mit einem Führungs-Hack:

Es ist eine meiner Personalmaßnahmen, eskalierende Mailverläufe mit verteilten Rollen laut vorlesen zu lassen. 


Schweine | Die Oma ist beigesetzt und liegt jetzt neben dem Dicken.

Mit Ästen eingefriedete Erde, darauf bemalte Tonscheben, Steine mit dem Name "Finja" und eine brennende Grabkerze

Schweine | Wir beginnen mit dem, was sonst zum Schluss kommt.

Das entrückte Schwein hatte einen guten Grund, entrückt zu sein: Es starb. Unsere Schweine-Oma Finja, sieben Jahre alt, hat nach und nach sämtliche Aktivitäten eingestellt. Sie lag viel, fraß kaum, auch keinen Heubrei. Sie wollte nichts mehr. Wir versorgten sie mit Schmerzmitteln, best supportive care – sie wurde zum Palliativschwein. Bei der Medikamentengabe in der Ambulanz:

Schwarz-weißes Meerschwein liegt auf einem Platzdeckchen in der Küche

Am Montag starb sie wie eine Grand Dame: präsent, mit großer Würde und aufrecht wie die Sphinx. Sie war die Grand Old Lady der Wiese, die Stilikone des Gartens. Sie liebte Ausflüge und Tomaten, Frühling, das Rosenbeet und Petersilie. Sie war Mentorin, Role Model und Ausbildungsleitung der Jungschweine. Ein kluges und freundliches Schwein, aufmerksam und herzenswarm.

Das Pionierschwein blieb vier Tage an ihrer Seite, bis sie starb – ein duldsames Sterbebegleitschwein, das ihr nie zu nah, aber auch nie weit weg war. Es war rührend.

Ein teilnahmesloses schwarz-weißes Meerschwein, daneben ein braunes Schwein, rege.

Ende dieser Woche ist Beisetzung – dann sind alle Kinder da, wir haben ausreichend Ruhe, und auch die Ursprungsfamilie kann dazukommen. Das Schwein zog einst als Witwe zu uns; die Herkunftsfamilie hat ihren Lebensabend auf Instagram verfolgt.

Bis zur Beerdigung liegt die Grand Dame eingetuppert im Kühlschrank in der Gemüseschublade. Die Trauergemeinde bereitet den Abschied vor.

Ein kleiner Kranz aus Trockenblumen in einer Tupperdose, eine Grabkerze, Stifte.

Bemerknis aus dem Broterwerb | „Es läuft zum Kunden so gut, weil es intern so gut läuft.“ Dieser Satz begegnete mir bei einem Kundentermin, und es ist so viel dran, dass ich ihn hier weitergebe.

Ich fragte nach, was „es läuft intern gut“ heißt. Die Antworten der Mitarbeitenden: Ich kann immer um Rat fragen. Ich darf Fehler machen. Ich weiß genau, was ich entscheiden darf. Wir haben klare Abläufe, dürfen darin aber frei agieren. Der Chef stärkt mir gegenüber Kunden und Lieferanten den Rücken, auch in Konflikten.


Dortmunder Hafen | Am Wochenende durfte ich eine Führung durch den Dortmunder Hafen genießen. Er ist der größte Kanalhafen Europas – mit zehn Hafenbecken, elf Kilometer Uferlänge und Anbindung an Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und die deutschen Seehäfen. Amazon und Ikea bekommen ihre Waren über den Hafen.

Wir sahen uns die Entwicklung im Hafen an, die Projekte, die schon umgesetzt sind, und das, was geplant ist. Der Hafen hat dreizehn Hektar Entwicklungsfläche. Fast 300 Millionen Euro Investitionen sind geplant. Unter anderem zieht die Borussia Brauerei in eines der Gebäude, saniert es und baut es zu einem Treffpunkt für Bierkultur und Stadtleben aus. Das dänische Architekturbüro Cobe macht aus einer Industriehalle eine offenen Campusstadt. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht ein modernes ICE-Werk. Hinzu kommen viele kleinere Projekte, Kreativorte und Gastronomien. Das wird alles großartig.

Zum Weitergucken: der Dortmunder Street-Art Künstler Dennis Klatt, Heimathafen Nordstadt, Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik im Dortmunder Hafen, Lensing Media Port in der Speicherstraße, die Lerngastronomie Nansen, ausschließlich vegetarisch und vegan (und lecker, tolles Ambiente und sympathische Leute, ich war dort schon) und die Ausstellung „Intuitive Fotografie“.

Auf der Akademie für Theater und Digitalität – vor drei Jahren eröffnet – wächst ein Wald aus 30 Bäumen.

Schwarzes Gebäude vor blauem Himmel mit Wolken, darauf sieht man Bäume.

Wer das alles mit eigenen Augen sehen möchte, findet in Annette Kritzler von den Borsigplatzverführungen eine kundige Erklärerin.


Wahlgeschehen | In mir ist ein Gedankenwust, ob ich etwas zur Wahl vom Wochenende schreibe. Und wenn ja, was.


Gelesen | Roy Jacobsen: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte, aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Finn wohnt mit seiner Mutter in einer Genossenschaftswohnung am Rande von Oslo. Die Mutter gibt ihr Bestes, den Sohn durchzubringen, arbeitet in einem Schuhgeschäft und nimmt einen Untermieter auf, damit zusätzlich Geld reinkommt. Dann kommt Linda in die Familie, die Tochter ihres Ex-Mannes. Finn bekommt eine Schwester – und verliert in diesem Sommer Stück Kindheit. Die Geschichte ist warm und zugleich unsentimental aus der Perspektive eines Zehnjährigen erzählt. Ein Buch, das mich darin bestärkt: Man darf Kindern viel zumuten – muss aber immer in Verbindung bleiben und viel erklären.

Gelesen | Herr Buddenbohm war in der Ausstellung „This is the modern world“ der Hamburger Kunsthalle – eine Ausstellung, auf die ich bei meinen vergangenen Hamburg-Besuchen bewusst verzichtet habe. Der Stil der Bilder … wie soll ich sagen … erquickt meine Seele nicht, und ich bin, wenn mir eine Kunst oder eine Epoche nicht gefällt, bisweilen recht unversöhnlich. Jedoch: Das ist ausschließlich meine Perspektive. Herr Buddenbohm ist mit großer Freude erfüllt, war es schon immer, was diese Periode und diesen Stil angeht. Lesen Sie deshalb gerne über sein Vergnügen.


Jingle Bells | Vom Freibad direkt in den Advent. Es fühlte sich etwas surreal an.

Beine in kurzer Hose und Adiletten, die vor einem Supermarktregal mit Weihnachtssüßwaren stehen.

Vorschlagsliste | Eine Frage von der Themen-Vorschlagsliste: Wie hat sich der Trommelkomposter bewährt? Gibt es Momente, wo Sie der Garten stresst?“

Mit dem Trommelkomposter bin ich sehr zufrieden (Bericht von der Anschaffung). Er tut, was er soll: schöne, nachrhafte Komposterde machen. Aktueller Blick hinein:

Manko: Er ist ziemlich schwierig herumzudrehen, man sollte für dieses Modell nicht kleiner und weniger kräftiger sein als ich. Das Konstrukt könnte außerdem ein bisschen stabiler sein: Der Stift, den man rauszieht, bevor man die Trommel dreht, ist nicht vertrauenerweckend. Andererseits hält der Komposter seit sechs Jahren – insofern alles prima. Ich fülle ihn mit Grünschnitt und Blättern, Eierschalen und Resten aus Blumentöpfen, dazu Kaffeeprütt aus der Siebträgermaschine. Gemüse- und Obstreste sind auch dabei; die meisten Reste – Möhrenschalen, Apfelknust, das Innere der Paprika – fressen allerdings die Schweine.

Blick in den Trommelkmposter auf (zumeist) Erde. Man sieht ein paar Stiele und Eierschalen.

Momente, in denen der Garten stresst? Wenige. Wenn es Größeres zu erledigen gibt. Nächstes Jahr müssen wir beispielsweise zwei Hochbeete austauschen. Also: Große Mengen Erde wegschaufeln, Beete aufbauen, große Mengen Erde wieder reinschaufeln. Das ist nervig und macht keine Freude – aber ist nicht wirklich Stress. Manchmal sehe ich, dass Dinge im Garten gemacht werden müssen. Doof ist, wenn ich gerade keine Zeit habe. Beziehungsweise: Wenn andere Dinge gerade wichtiger sind. Dann sprießt halt Unkraut, oder es gibt dann doch keine Kartoffeln im Beet.


Schweine | Minus eins.

Drei Meerschweine im Garten

Prolog | Dieser Beitrag entsteht in einem Hotelzimmer in Damme, Niedersachsen.

Hotelzommer mit einem großen Bett (rechts), einem Ohrensessen vor einem Terrassenfenster (geradeaus) und einem Schreibtisch (links)

Freibad | Das Freibad, mein Hausfreibad, hat Karibische Nacht gefeiert, ein großes Fest mit Bühne, Live-Band, Nachtschwimmen, Smoothies, Waffeln, Würstchen, Cocktails und DJ. Es findet jedes Jahr zum Ende der Sommerferien statt und ist ein großes Ereignis im Dorf. Ein tolles Orga-Team ist viele Tage lang auf den Beinen, dazu verschiedene Vereine und viele Freiwillige. Ich habe mich am Spülstand für schöne Schwimmstunden revanchiert. Von 20 bis 22 Uhr regnete es aus Kübel. Danach war es trocken, und es wurde ein rauschendes Fest.

Am nächsten Tag Abschwimmen, letzter Freibadtag. Ich ließ mich zu Wasser und schwamm 3.000 Meter, 60 wunderbare Bahnen durch Sonnenschein, prasselnden Regen und sanften Wind. Es war fantastisch und eines Abschlusses würdig.

EIngang zum Freibad Sythen mit Drehkreuz, im Hintergrund die Becken

Heute erfuhr ich, dass das Freibad die Saison verlängert und noch zwei weitere Wochen öffnet. Ich fühle großes Glück.

(Es ist auch noch zu warm für einen Freibadabschluss. Am letzten Freibadtag muss man durch auf dem Wasser treibendes Blattwerk schwimmen, bibbernd aus dem Becken kommen, durch eine steife Brise zur Dusche laufen und am ganzen Körper fühlen: Ja, das war es, es ist genug.)


Post für Sie | Ich veröffentlichte einen Newsletter zur Frage: Warum ist jemand motiviert und warum nicht? Sie können ihn hier nachlesen. Falls Sie auch meinen Newsletter bekommen möchten – ich versende ihn ungefähr einmal im Monat -, können Sie ihn hier abonnieren.

Die Septemberausgabe wird mein Praktikant Paul gestalten. Er wird darüber schreiben, wie er die Praktikumszeit erlebt, wie sein Blick auf meine Arbeit ist, was er aus seinem Studium der Soziologie wiedererkennt und was seine wesentlichen Erkenntnisse sind.


Garten | Spätsommerfreuden: Die Fette Henne blüht, die Bienen und Hummeln rasten aus.

Zwei Hummeln in einem großen rosa Blütenpuschel

Oldie, but Goldie | Vor dem Wochenende war ich beim Friseur, und ich habe festgestellt: Ich bekomme graue Haare. Das ist eine gute Nachricht. Ich dachte schon, ich sei ein Zombi.


Vorschlagsliste | Bevor die Sommerferien endgültig vorbei sind, hier eine Frage von der Vorschlagsliste, die noch Sommer- und Urlaubsbezug hat: „Wie sieht ein perfekter Urlaubstag für dich aus?“

Ich habe keine Vorlieben. Der einzelne Urlaubstag kann sowohl faul als auch aktiv sein, in der Natur oder in der Stadt; alles finde ich super. Nur jeweils nicht zehn Tage am Stück.

Ich mag es, nichts zu tun: im Bett bleiben, lesen, nochmal einschlafen, zu Hause rumpruscheln, aufs Sofa gehen, eine Serie gucken, wieder einschlafen … besonders an regnerischen Herbst- oder Wintertagen. Die gleichen Tätigkeiten mag ich auch an Urlaubsorten, kombiniert mit frischer Luft, einem Museumsbesuch und, ganz wichtig, einem Gang ins Café. Dort wieder lesen, Leute angucken. Ich mag deshalb auch Winterurlaube, beispielsweise an der See.

Gleichermaßen – und Sie ahnen es schon, wenn Sie hier länger lesen -, sind auch aktive Urlaubstage perfekte Urlaubstage: Radreise, Wandern, sowas. Es darf anstrengend sein, ich bin leidensfähig. Das Gute an diesen Aktivtagen: Ich habe keine Kapazitäten, über irgendetwas nachzudenken. Alles Blut geht in die Beine, fürs Hirn bleibt nichts übrig.

Kurzum: Es gibt keinen perfekten Urlaubstag, nur einen perfekten Urlaubstag im Kontext des Gesamturlaubs.


Lokaljournalismus | Das Netzwerk Recherche, eine Vereinigung von investigativ arbeitenden Journalistinnen und Journalisten, hat ein Lokaljournalismus-Fellowship gestartet. Reporter:innen erhalten Stipendien, dank derer sie sich mehrere Monate lang voll auf eine Recherche zu konzentrieren können. Hintergrund ist, dass der Lokaljournalismus immer mehr ausdünnt; in manchen Landkreisen gibt es gar keine Redaktion mehr. Die ersten Recherchen sind nun online: Es geht um um Ausbeutung in der 24-Stunden-Pflege, um Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern, um Wohnbedingungen in Münster, um Maskendeals in Baden-Württemberg und um rechtsextrem Kampfsport in Unterfranken. (via Daniel Drepper)


Geguckt | Während ich diesen Beitrag tippe, läuft im Hotelfernseher „Land unter Druck – 50 Stimmen aus dem Volk“ in der ARD. Die Stimmen sind erstaunlich klar und nachvollziehbar: Bürgerinnen und Bürger, Bürgermeisterinnen, Landräte und Engagierte aus Vereinen erzählen, wie sie Demokratie vor Ort erleben, worüber sie sich sorgen und was die Herausforderungen in den Kommunen sind.

Gelesen | Timo Feldhaus schreibt in derfreitag zum Freibadsterben und zur Leere in den ländlichen Freibädern [€]. Was ich auch erlebe: Das Freibad ist an vielen Sommertagen, wenn es nicht gerade 34 Grad heißt ist, erstaunlich leer.

Wieso ist hier niemand? Obwohl in Quakenbrück […] nicht nur genauso viele Menschen leben wie um 1990, sondern sogar 34 Prozent mehr! […]

Die Leute kommen nicht mehr, denn sie haben heute eigene Pools. Die haben zu Hause, haben sich selbst was in den Garten gestellt. So einen aufklappbaren Pool kann man offenbar für 400 Euro kaufen, es passen 17.000 Liter Wasser hinein, und wieder ist da der Hauch der Gefahr, des Rückzugs, das Symptom der Atomisierung der Gesellschaft. Die Jugendlichen wollen nicht mehr in Grüppchen auf andere Grüppchen treffen und sich abchecken und verlieben? Die kleinen wollen kein Bum-Bum mehr und die Pommes macht man jetzt zu Hause im Airfryer?

[….] wie lange wird sich die Aufrechterhaltung der gelebten Demokratie hier noch lohnen? Wenn niemand mehr kommt?

Gelesen | Jørn Lier Horst: Felicia forsvandt – En William Wisting Krimi. Straßenarbeiten – unter einem Radweg wird die Leiche einer Frau gefunden. Wahrscheinlich liegt sie seit mehr als zwei Jahrzehnten dort. Wenige Tage später verschwindet eine junge Frau. Wie sich herausstellt, steht sie in einer Beziehung zum Opfer von vor zwanzig Jahren. Familienbeziehungen, falsche Spuren und die Frage: Wer war’s denn nun? Ein schlichter und guter Cold-Case-Krimi. Gerne gelesen.


Schweine | Die Schweine-Oma hatte eine Phase: Sie wollte abends nicht in den Stall. Ich stellte knackiges Gemüse ins Haus, damit sie ihre Kameradenschweine kauen und knuspern hört. Aber sie kam nicht.

Die Sache ist: Man kann das Schwein nur schwer einfangen. Es hält mich für einen gefräßigen Habicht, rennt durch den Garten (Fluchttier, ey!), versteckt sich unterm Stall, in Häuschen oder unter Büschen. Es ist kein streichelzahmes Hausschwein, das entspricht nicht seinem Selbstverständnis. Es fühlt sich als Wildschwein, als wildes Andenschwein, das nur durch Zufall im Münsterland gelandet ist.

Die Schnwauze eines schwarz-weißen Schweins zwischen Grünzeug, unter einem Busch

In der Vergangenheit, als wir die Oma einfangen mussten, etwa zum Haareschneiden, haben wir einen Wäschekorb über sie geworfen. Wenn wir das allerdings jeden Abend machen, kriegt das Tier Stresspilz.

So saß ich also mehrere Abende auf der Terrassenstufe und wartete, bis das Schwein eingerückt war – um dann schnell die Stalltür zu schließen.

Seit zwei Tagen ist die Phase nun vorbei, und das Schwein geht wieder fristgerecht heim. Steckste nicht drin!

Neuer Lebensabschnitt | Mein Fön ist gestorben, Friede seiner Asche. Viele Jahre, mehr als ein Jahrzehnt, hat er mich begleitet, ehe er nun Geruch entwickelte, qualmte und starb. Ich sah davon ab, ihn ins Reparaturcafé zu tragen; er wirkte allumfassend lebensmüde, geradezu ausgelöscht. Ich habe bereits einen neuen Fön, einen mit Rückholkabel. Man drückt auf einen Knopf, und das Kabel des Föns rollt sich selbsttätig ein. Ich bin aufgeregt, wie das mein Leben verbessern wird.


Vorschlagsliste | Eine Frage von der Themen-Vorschlagsliste: „Welche Blogs liest du regelmäßig und warum?“

Es gibt Blogs, die ich im Feedreader habe, und solche, die mir zufällig begegnen – als Link in einem anderen Blog, als Mastodon-Profil, ich kann es nicht recht zuordnen. Sehr regelmäßig jedenfalls lese ich Herrn Buddenbohm, Frau Kaltmamsell, Frau Direktorin Novemberregen und Frau Herzbruch – welch ein Segen, dass sie nun wieder ab und zu bloggt. Ich lese den Postwestfalen: einmal in der Woche Alltägliches und Ausgedachtes. Weiter im Feedreader: Chez @heibi – Heiko Bielinski, das hmbl-Blog vom besten Webworker, Anke Gröner – aktuell Baustelle, ich freue mich schon auf neue Beiträge -, Karen – Suomalainen Päiväkirja, Herr Paul, Markus Pfeifer: Es regnet. Bei der Frischen Brise schaue ich auch ab und zu vorbei. DasNuf bloggt unregelmäßig, aber auch dort lese ich.

Die Gründe, warum ich dort lese, sind bei allen Blogs dieselben: Ich finde die Menschen, die sie schreiben, sympathisch. Manchen bin ich auch schon begegnet; danach waren sie noch sympathischer. Ich habe gerne an ihrem Leben teil, an ihrem Alltag, freue mich, wenn wir Gemeinsamkeiten habe, staune über andere Perspektiven, freue mich über lebenspraktische Hinweise und fühle mich gut unterhalten.


Vorbereitungen | Frau Kaltmamsell wachsen Ideen für einen Bloglesungstext. Ich werde auch einen Exklusivtext verfassen. Möglicherweise spielen die Schweine darin eine Rolle. Das Motto der Lesung ist ja „it ain’t over ‚til it’s over“, und bei Meerschweinen ist es niemals over. Stirbt eins, muss ein neues nachrücken, sonst fühlen sie sich schlecht; und damit sie wintertags – und vor allem winternachts – draußen nicht frieren, braucht es eine kritische Menge Schwein. Die Tiere sind quasi das Perpetuum Mobile unter den Haustieren. Das passt gut zum Motto des Abends.


Wehmut | Ich weiß, ich wiederhole mich, aber dieses Jahr ist ein außerordentlich gutes Schwimmjahr. Niemals war es schöner. Ich fühle mich gestärkt und kraftvoll, mit der Lunge eines Blauwals.

Nur noch fünf Tage Freibad. Ich bin bedrückt.


Gelesen | Daniel Drepper, Mitgründer des Recherche-Hauses Correctiv, durfte als Niemann Fellow ein Jahr in Harvard verbringen. Er erzählt, wie es für ihn und seine Frau war.

Gesehen | Die erste Staffel von Badehotellet – als Seaside Hotel in der ARD Mediathek, über viaplay auch im dänischen Original guckbar. Eine wohlige-spannungsvolle Handlung mit Personal und Gästen in einem Badehotel, beginnend in den 1920ern, mit markanten Charakteren. Mit Vergnügen geschaut. Die Serie veranlasste den Reiseleiter, einen erneuten Dänemark-Aufenthalt zu planen – in einem Badehotel an der Küste. Für Januar buchte er ein Badehotel in Esbjerg für uns; zu dieser Jahreszeit ist der Aufenthalt für vergleichsweise kleines Geld zu haben. Ich freue mich auf Spaziergänge, Museumsbesuche, das Durchstöbern von Buchhandlungen und windumtoste Lesetage. Wir dürfen außerdem die Sauna des Winterbadeclubs mitbenutzen.


Schweine | Glückliche Schweinetage: Die Temperaturen sind moderat, das Gras wächst wieder, jeden Tag gibt es Tomaten vom Strauch und ach, das Leben könnte gerade nicht angenehmer sein.

Vier Meerschweine, verstreut auf der Wiese oder in einem Unterstand. Abendrot. Ein Brotbeutel hängt auf der Wäschespinne.

Die Lunchbag auf der Wäschespinne ist übrigens treue Begleiterin auf jeder Reise.

Broterwerb | Ich reiste nach Chemnitz. Die Stadt ist auf zweierlei Weise ein besonderes Vergnügen für mich: Zum einen mag ich die Menschen sehr, mit denen ich dort zusammenarbeite. Es sind überaus kluge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, kreativ und mit großer geistiger Gewandtheit – und außerdem herzenswarme Menschen.

Schild: "Technische Universität Chemnitz - Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik"

Zum anderen mag ich die Stadt. Ich kann gar nicht sagen, warum; vielleicht, weil es ein bisschen ruhrgebietig ist in Chemnitz: eine Mischung aus Aufbruch und Industrietradition, Kunst, Subkultur und Schönheit auf den zweiten Blick. Ganz sicher auch wegen der guten Ost-Schrippen, die es dort zum Frühstück gibt – sowas kriegt hier kein Bäcker hin, eine Œuvre aus Knusper und Fluffigkeit.

Der Praktikant begleitete mich und bekam einen authentischen Einblick in das Handlungsfeld „Geschäftsreisen mit der Deutschen Bahn“. Chemnitz ist immer eine Himmelfahrt, drei Umstiege und sieben Stunden Fahrt Minimum. Diesmal aber stand die Strecke Hannover – Leipzig nicht zur Verfügung, Bauarbeiten, diesdas, ich hinterfrage das nicht mehr. Wir fuhren über Berlin, vier Umstiege auf der Hinfahrt, fünf auf der Rückfahrt. Dabei stellte sich heraus, dass ein Praktikant auf Geschäftsreisen einen Vorteil mit sich bringt, den ich bis dato nicht bedacht hatte: Als wendiger Mittzwanziger sprintet er bei zwei- und vierminütigen Umstiegen zum Gleis und wirft sich in die ICE-Tür, bis die Chefin angekommen ist. Starke Einsätze – und das nach 18 Uhr an einem Freitag. Sein Zertifikat als Junior Change Manager ist ihm sicher.

Ein Linked.In-Beitrag des Kunden zu meiner Reise.


Angebot | Der Praktikant – er heißt Paul – begleitet mich nicht nur im Alltag. Ich habe ihm ein Praktikumsprojekt aufgebrummt. Man lernt ja immer am besten, indem man selbst Dinge tut. Der Auftrag: „Führe eine ansprechende Online-Veranstaltung durch, interaktiv und Augen öffnend, zu einem interessanten Thema – inklusive Organisation, Ankündigung und Kommunikation mit den Teilnehmenden.“

Auf der Fahrt nach Chemnitz unterhielten wir uns über sein Studienfeld Public History: Geschichte für, in und mit der Öffentlichkeit. Brettspiele, Filme, Bücher, Serien, Gaming, Werbung, aber auch Straßennamen und alle historischen Darstellungen, die im öffentlichen Raum zu sehen ist, sind Public History. Sie formen unser Bild von Vergangenheit und Zukunft – und unser Denken.

Paul bietet Euch dazu nun ein Webinar an: Mittelalter mit Filter, Geschichte mit Agenda: Wie wir Vergangenheit inszenieren – von Stummfilm bis TikTok

In dem Webinar bekommt Ihr Beispiele von Public History und Geschichtskultur – also öffentlich sichtbarer und erfahrbarer Geschichte im Alltag. Ihr erfahrt, warum und wie tieferliegende Interessen Geschichtsbilder formen. Besonders schauen wir darauf, wie sich die Bilder zwischen 1930 bis 2026 immer wieder gewandelt haben. Nach dem Webinar …

  • kannst Du auf der nächsten Party erzählen, dass Robin Hood nicht gleich Robin Hood und König Artus nicht gleich König Artus ist
  • nimmst Du aufmerksamer wahr, wie Videospiele versuchen, das Mittelalter abzubilden und erlebbar zu machen
  • wirst Du sehen können, inwieweit hinter jedem Geschichtsbild ein Grund für diese Darstellung liegt
  • gehst Du aufmerksamer durch die Welt, weil du überall Public History entdeckst
  • erkennst Du, dass es viele Bilder von Geschichte gleichzeitig gibt

Datum: Mittwoch, 23. September 2026, 17 – 19 Uhr – hier geht’s zur Anmeldung. Kommt zahlreich! Die Teilnahme ist kostenlos.


Garten | Die Fette Henne blüht. Die Insekten rasten aus.

Zwei Erdhummeln an einer Blüte, eine ist sehr bepackt mit Blütenstaub.

Gelesen | Elena. Sie fehlt so sehr in diesem Internet.

Gelesen | Thomas Gigold ist in drei Tagen von Leipzig nach Svenljunga, Schweden, gefahren: 680 Kilometer. Mit dem Fahrrad.

Gelesen | Aus aktuellem Anlass: Die NS-Geschichte von Kühne+Nagel, ein Artikel aus 2020.

Gehört | Warum sagt der Kanzler nichts zum Extremsommer 2026? Das steckt dahinter. Eine Analyse von Ann-Kathrin Büüsker und Katharina Thomas beim Deutschlandfunk.

Gesehen | Was haben wir gelacht im Schlosstheater Münster. Dass Thomas Gottschalk so touchy war, hatte ich auf dem Schirm. Aber Harald Schmidt – uff. In der Dichte der Ausschnitte ein bedrückender Film. Erinnerte mich an meine frühen Jahre im Lokaljournalismus Mitte der 1990er, als ich Schützenfeste und Karnevalssitzungen besuchte.


Radltour | Der Reiseleiter und ich fuhren mit dem Rad zum Kino, 45 Kilometer von Haltern nach Münster. Strava zeigte hinterher die schnellsten 20 Kilometer meines Lebens an. Die Landschaft flach wie ein Bügelbrett, dazu ein bisschen Rückenwind, tolle Sache. Eispause in Senden:

Fahrrad von hinten vor einer Eisdiele

Schweine | Nach drei Tagen Regen – den ersten seit drei Monaten – wächst das Gras wieder. Die Schweine nehmen es mit einer Mischung aus Melancholie und Vergnügtheit zur Kenntnis.

Zwei Meerschweine, eins schwarz-weiß, eins braun-weiß, auf der Wiese. Das vordere Schwein schaut melancholisch in die Kamera.

It ain’t over ‚til it’s over | Etwas Großes wirft seine Schatten voraus! Liebe Münchenerinnen, Bajuwaren und interessierte Reisende: Halten Sie sich den 24. Oktober frei!

Werbung für "Rocky - Die Lesung" am 24. Oktober, 19 Uhr. "It ain't over 'til it's over", BOxwerk, Schwindstr. 14, München

Frau Kaltmamsell, Herr Mequito, Frau Direktorin Novemberregen und ich lesen ein paar feine Texte vor. In einem Boxring. Frau Klugscheißer organisiert, koordiniert und moderiert das Ganze. Ihr gelten Ruhm und Dank für die Initiative.

Einige der Lesenden tragen sich mit dem Gedanken einer ortsbezogenen Kleiderwahl: Jogginganzug. Oder goldene Boxhosen, Seide. Wir sind noch in der Findung. Kommen Sie zahlreich!

Termin: 24. Oktober 2026, 19 Uhr
Ort: Boxwerk, Schwindstr. 14, München
Eintritt frei – um eine Spende zur Unkostendeckung wird gebeten


Gelernt | Neues Wort gelernt: Umarell. Italienischer Ausdruck für Männer, die mit hinter dem Rücken verschränkten Armen vor Baustellen stehen und den Bauarbeiten zuschauen.


Erdend | Zurzeit gehe ich viel schwimmen, meist 2.000 oder 2.5000 Meter. Ich spüre bereits eine vorweggenommene Trauer, wenn im September das Freibad schließt.

An einem der Morgende geschah etwas Spektakuläres. Es war das übliche Publikum auf der Bahn: Freizeitkrauler, Brustschwimmer und, wie ich sie nenne, die Olympiasiegerin 1972. Bei der Olympiasiegerin handelt es sich um eine weißhaarige Dame, die einen beeindruckenden Freistil schwimmt. Zügig zieht sie ihre Bahnen. Dabei setzt sie sich robust gegen sonnenbebrillte Menschen durch, die unbeirrt die Sportbahn beschwimmen. Ein Vibe passiver Aggressivität begleitet sie – aber so, dass sie sich jederzeit, sanft lächelnd, auf Oma-hafte Unbedarftheit zurückziehen kann. Eine Guerillakämpfer im Gewand von Mutter Beimer.

So war es also ein normaler Morgen – bis zum Auftritt einer jungen Frau: langer Neopren, Schwimmspielzeug. Außerdem eine weiße Badekappe, die auf beiden Seiten mit der Deutschlandflagge bedruckt war, darunter die Buchstaben „GER“. Sie ließ sich zu Wasser und – was soll ich sagen? Bislang hatte ich den Eindruck, es laufe ganz gut mit meiner schwimmerischen Entwicklung.

Eine erdende Demonstration von Technik und Schnelligkeit. Und faszinierend! Ich versuchte, mir etwas abzuschauen, aber es ging alles viel zu schnell. Ich wünsche unbekannterweise alles Gute für die sportliche Zukunft. Es war mir eine Ehre, einmal im gemeinsamen Wasser gelegen zu haben.


Gelesen | Lego hat Sets entwickelt, mit denen man medizinische Untersuchungen abbilden kann. Damit können Mediziner:innen Kindern Abläufe erklären – und Kinder der Erlebte nachbauen: Lego set makes treatment easier for child cancer patients.

Ausprobiert | Wetter von damals

Angeschaut | Ein Freund, ein Mörder. Das Dokudrama erzählt vom Mord an der 17-jährigen Emilie Meng, die im Juli 2016 in Dänemark verschwand. Der Täter war ein unauffälliger Bekannter aus dem Umfeld. Die Ereignisse werden aus Sicht der Freundesgruppe erzählt. Spannend und intensiv.

Empfehlung | Barcamps wirksam organisieren [PDF], ein 50-seitiger Praxisguide von Kristine Honig.


Premiere | Urlaub vorbei, ich bin wieder auf Arbeit. Nicht nur das: Ich habe zum ersten Mal einen Praktikanten. Ein Soziologiestudent absolviert sechs Wochen Pflichtpraktikum bei mir. Es macht schon nach zwei Tagen sehr viel Freude mit ihm. Ich nehme ihn mit zu meinen Kunden, in Workshops, Online-Termine und auf Seminare. Danke an alle Kundinnen und Kunden für ihre Offenheit! Rund um die Praxis nehme ich mir Zeit und erzähle Hintergründe: zum Kunden, zum Problem, zur Herangehensweise, zur Denkweise, zu meiner Haltung in der Arbeit, zur Konfliktklärung – zu Was-auch-immer-auftaucht.

Außerdem, und jetzt kommen Sie ins Spiel, habe ich ihm ein Praxisprojekt übertragen: eine Online-Veranstaltung konzipieren, organisieren und durchführen. Nächste Woche wird hier etwas angekündigt, ein Angebot für Sie. Bleiben Sie uns gewogen!


Garten | Der Reiseleiter und ich mussten die Tomaten mit einem Spanngurt sichern.

Buschige, riesige Tomatenpflanzen. Das Gestell, an dem sie hochklettern, ist mit einem Spanngurt festgezurrt.

Sie tragen so viel, dass sie bald unter sich selbst zusammenbrechen. Hitze, ausreichend Wasser – die Tomaten finden’s geil.

Gelbe Cherrytomaten, teils reif, teils noch nicht, an fetten Rispen

Abgesehen von den Tomaten kommen die anderen Pflanzen ans Ende ihrer Kraft: Die Zucchini sind so gut wie durch, die Gurkenpflanzen pfeifen aus dem letzten Blatt. Ein Kürbis wächst noch, das war’s dann. Der Mangold ist abgeerntet, der Spinat ohnehin schon lange. Gestern gab’s noch einmal eine Ernte.

Eine fette Zucchini, drei Gurken, zwei kleine Kürbisse. Daneben eine dicke Schüssel Tomaten.

Frage | Eine Frage von der Vorschlagsliste: „Du berätst viele Menschen in (beruflichen) Veränderungsprozessen. Kannst du dir selbst vorstellen dich beruflich nochmal zu verändern?“

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe mich in meinem Berufsleben schon mehrmals verändert. Als ich 2015 arbeitslos war und bei der Arbeitsagentur einen Beruf angeben sollte, war das eine knifflige Angelegenheit, denn ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits sechs Berufe ausgeübt: Ich war ausgebildete Redakteurin, war bereits seit fünfzehn Jahren als Projektmitarbeiterin und Projektleiterin mit Digitalisierungsprojekten befasst, war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin gewesen, hatte eine Stelle als Führungskraft im Marketing und war Autorin. Die Mitarbeiterin bei der Arbeitsagentur seufzte, denn im Formular war nur ein Beruf vorgesehen. Seither sind weitere drei Berufsfelder hinzugekommen: Organisationsentwicklerin, Mediatorin, systemischer Coach. Außerdem Qualifikationen, die Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel meine Erfahrungen im IT-Service-Management. Spannend wird es in der Kombination von allem – da wächst einiges zusammen. Wahrscheinlich geht es bis an mein Lebensende so weiter: dass ich immer Neues lerne. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht anders vorstellen, vorausgesetzt ich bleibe gesund und fröhlich.

Ich bewerbe mich manchmal auf Festanstellungen, wenn ich Ausschreibungen spannend finde. Weil mich die Aufgabe reizt und weil ich Lust habe, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und langfristig an Themen dranzubleiben. Ich bin also offen.

Zweite Frage ebenfalls aus dem Kontext „Beruf“: „Wie würdest du dich selbst beschreiben, wenn du müsstest (wie bei einem Bewerbungsgespräch z.B.)?“

Sich selbst beschreiben, ist ja immer schwierig. Gehen Sie also bitte davon aus, dass es auch anders sein kann. Meine Perspektive, Berufs-Edition:

Ich bringe Dinge voran, suche nach Lösungen. Ich überlege, entscheide faktenbasiert, in Unsicherheit auch gerne mit dem Wisdom of the Crowd, im Team. Wenn sich aber eine Gelegenheit bietet, fackele ich nicht lange – siehe die spontane Reise nach Kroatien. Ich denke, dass ich eine gute Balance zwischen Risikobereitschaft und Überlegung habe. Ich bin ein 80/20-Typ, laufe nicht Gefahr, mich im Perfektionismus zu verlieren. Gleichwohl bin ich, wenn es wirklich auf Kleinigkeiten ankommt, sehr pingelig und auf hohe Qualität bedacht.

Ich kann gut zwischen unterschiedlichen Perspektiven und Interessen moderieren. Ich denke in Mustern, Strukturen und Zusammenhängen und kann sie gut analysieren. Ich habe ein Gespür fürs Miteinander, für Stimmungen, kann gut Sachen erklären und habe ein Fingerspitzengefühl, wann wer worüber informiert werden sollte. Ich kann Menschen mitnehmen und sie fördern. Ich bin ein ausgeglichener Mensch – und gleichzeitig pushy, wenn es nicht voran geht. Ich bin neugierig, wissbegierig, offen, lerne gerne dazu, erarbeite mir gerne Neues – und werde unleidlich, wenn zu viel Routine eintritt, wenn ich mich nicht entwickeln kann. Ich bin ein Teamplayer, tausche gerne Gedanken aus, nehme Ideen mit, entwickele sie gemeinsam weiter. Ich denke unternehmerisch und in die Zukunft: Mir gefällt es, wenn Dinge effizient sind, wenn sie ineinander greifen.

… und wie man an der Beschreibung merkt, mangelt es mir nicht an Selbstbewusstsein. Was aber nicht heißt, dass ich mich nicht hinterfrage. Ich überlege oft: Was kann ich von anderen lernen? Was brauche ich, brauchen meine Kunden zusätzlich? Deshalb ist die Zusammenarbeit mit meinem Praktikanten so spannend. Er hat mir dank seines soziologischen Hintergrunds und seines frischen Blicks schon mehr Ideen geschenkt, als er Tage bei mir ist.

Reicht das erstmal? Übrigens: Mich kann man kaufen.


Schweine | Sonntäglicher Schlendrian.

Donnerstag, 14 Uhr | Am Donnerstagmittag bekam ich einen Anruf von einer Schweizer Nummer.

„Wir suchen eine Speakerin zum Thema Change Management.“
„Okay …“
„Für Samstag.“
„Diesen Samstag?“
„Ja.“
„In 40 Stunden?“
„In Zagreb.“

Am anderen Ende der Leitung war European Gymnastics, die Europäische Turnunion. Es stellte sich heraus, dass die Anfrage vollkommen ernsthaft war, wir unterhielten uns, und am Ende des Gesprächs dachte ich: Nun – warum eigentlich nicht?

Siebzehn Stunden später war ich auf den Weg nach Kroatien.


Der Auftrag | In Zagreb finden die Europameisterschaft im Geräteturnen statt. Am Rande der Veranstaltung lud die European Gymnastics Nachwuchskräfte aus nationalen Turnverbänden zu einem Young Leaders Forum ein. Das Programm: ein Blick hinter die Kulissen der Europameisterschaft, Wissen zur Event-Organisation, Teambuilding und ein Workshop zu einem zentralen Thema.

Für den Workshop war die Speakerin abgesprungen. Es sollte um Veränderung in komplexen Strukturen gehen – zwischen Verband und Vereinen, in den Clubs und gemeinsam mit den Ehrenamtlichen. Und darum, Menschen zum Mitwirken zu bewegen. Die Teilnehmenden: siebzehn Menschen aus dreizehn Nationen zwischen 25 und 32 Jahren.

Ich sagte, was ich in der Kürze der Zeit leisten kann: Wissen zu Change Management vermitteln, unabhängig vom Thema Turnen. Alles klar, war die Antwort, abgemacht.


Der Rest vom Donnerstag | Ich verschob meine Termine am Freitag und Samstag, arbeitete weg, was vor dem Wochenende getan werden musste, und vertröstete den Rest auf Montag. Von der KI ließ ich mich zur Situation in Turnverbänden und zu Veränderungsbemühungen briefen. Außerdem rief ich meine Freundin beim ZDF sport an und fragte, ob sie jemanden habe, mit dem ich zum Thema Turnen telefonieren könne. Sie vermittelte mir den Redakteur Andreas Runkel, selbst ehemaliger Leistungsturner, der mir einiges zum Turnen erzählte und die Aufgaben und Herausforderungen schilderte, die Verbände und Vereine aktuell haben. Vielen Dank an Andreas!

European Gymnastics buchte derweil einen Flug für mich, schickte mir Infos zur Anreise und zum Tagesablauf.

Zuletzt bin ich vor sechs Jahren geflogen. Ich musste erstmal herausfinden, wie das aktuell mit dem Fliegen funktioniert: Handgepäck – wie viel, wie groß, wie schwer, was darf rein, wie genau verpackt, wie kriege ich meinen Kontaktlinsenreiniger nach Zagreb? Ich bin ja Bahnfahrerin, da nimmt man einfach mit, was man tragen kann, dazu ein paar Schnittchen und eine Flasche Wasser. Darf man Schnittchen mit in den Flieger nehmen oder werden die konfisziert? Außerdem bin ich noch nie an einem Flughafen umgestiegen.

Ich beschloss, die Sache auf mich zukommen zu lassen, man muss ja nicht immer alles zerdenken, packte meine Tasche und ging ins Bett.


Freitag, 7 Uhr | Am Freitagmorgen fuhr ich nach Düsseldorf und flog über München nach Zagreb.

Blick aus dem Flugzeug auf die Alpen, im Vordergrund ein Triebwerk

Es war alles unkompliziert. In München blieb ich am selben Gate und stieg in denselben Flieger, der mich aus Düsseldorf hergeflogen hatte. Sogar dieselben Leute standen wieder da zur Begrüßung – ein Anfänger-Umstieg.


Freitag, 13 Uhr | In Zagreb fühlte ich mich sehr präsidial. Es wurde jemand dafür bezahlt, mich abzuholen und zum Hotel zu fahren. Wie außergewöhnlich! Gemeinsam warteten wir noch auf eine Dänin, die am nächsten Tag an meinem Workshop teilnehmen würde. Welch ein Segen! Ich nutzte die Fahrt zum Hotel und stellte ihr Fragen zu ihrer Rolle im Verband, zu Themen, die sie umtreiben, und zu Veränderungsinitiativen. Ihre Antworten deckten sich mit dem Briefing von Andreas Runkel, nur aus einer anderen Perspektive. Gut.

Hotelzimmer: im Vordergrund ein Bett, im Hintergrund ein Fenster mit Blick auf eine Stadt, iam Horizont eine Hügelkette

Im Hotel ging ich erstmal etwas essen, denn ich hatte keine Schnittchen mitgenommen. Es gab ein Buffet für die Athletinnen und alle, die irgendwie mit ihnen zu tun hatten. Als ich mit meinem Teller zwischen den Turnerinnen stand, fühlte ich mich wie King Kong in New York, wie Cindy aus Marzahn im Miniatur Wunderland.


Freitag, 16 Uhr | Noch siebzehn Stunden bis zum Workshop. Es wurde Zeit, etwas vorzubereiten. In meinem Kopf hatten sich Ideen geformt. Ich schrieb sie nieder, suchte Folien zusammen, baute sie um und übersetzte sie ins Englische. Ich überlegte mir, wie ich die Leute beteiligen würde, formulierte Fragen und Aufgaben.

Dann kam eine E-Mail von meiner Auftraggeberin. Sie schrieb mir, dass ich, wenn ich Lust habe, zu den Wettbewerben in die Halle fahren könne, das sei sicher interessant. Es gebe einen Transfer vom Hotel, meine Akkreditierung sei hinterlegt.

Wie spannend! Ich klappte den Laptop zu und fuhr in die Arena.

Turnen in Zagreb: Im Vordergrund eine Athletin am Stufenbarren, im Hintergrund eine Athletin im Anlauf.

Gemeinsam mit den Athletinnen wurde ich in die Katakomben der Arena gefahren. Die Turnerinnen verschwanden zum Umziehen in die Kabinen. Ich machte mich auf die Suche nach der Tribüne. Auf meinem Weg durch die Gänge geriet ich kurz vor die Sponsorenwand in der Mixed Zone; ich starrte ins gleißende Licht der Kamera und blinzelte. Doch es war gerade niemand da, der mich zu meiner Leistung auf dem Schwebebalken fragen wollte. Bridget-Jones-Moment.

Ich war noch nie auf einem Turn-Event, schon gar nicht bei einer Europameisterschaft. Als ich mich auf der Tribüne eingerichtet und verstanden hatte, wie es funktioniert – alle turnen gleichzeitig, jede Nation eine Disziplin, danach Wechsel – war ich sehr angetan. Ständig ist etwas los! Großartig.


Freitag, 19 Uhr | Der Bus fuhr mich zurück zum Hotel, wieder mit Athletinnen. Ich machte mich kurz frisch, denn ich war beim Young Leaders Welcome Dinner eingeladen: Abendessen mit den jungen Verantwortlichen in den Verbänden.

Wir aßen Unmengen von Fisch und Risotto, tranken Wasser und Wein. Welch tolle Menschen! Drei Stunden voller Witz, Wärme und Wohlwollen. Junge Leute aus Dänemark und Finnland, aus Italien, Slovenien, Serbien und Kroatien, aus Tschechien und der Slowakei, aus Azerbaidschan und Griechenland, Großbritannien, Irland, und der Türkei. Mit einem Herz fürs eigene Land – und dem Selbstbewusstsein, die nationalen Eigenheiten dem Humor am Tisch zur Verfügung zu stellen. Menschen, die europäisch leben, denken und handeln, klug und neugierig.

Wenn die Atmosphäre an diesem Tisch die Zukunft unseres Kontinents ist, bin ich zutiefst glücklich.

Ein Tisch mit Tellern und Essen, Brit und Wein, Arme stützen sich auf.

Beseelt ging ich zurück ins Hotelzimmer. Ich machte letzte Vorbereitungen für den folgenden Tag. Um Mitternacht schlief ich erfüllt ein.


Samstag, 9 Uhr | Nach dem Abend wusste ich ziemlich gut, wen ich vor mir hatte, und der Workshop war ein Selbstläufer.

Wir sprachen darüber, was es für Veränderung braucht: im Training und im Übergang vom Profisport zu einem neuen, anderen Leben. Wir sprachen über die Change-Kurve – welche Phasen wir durchmachen, wenn wir mit einem Bruch konfrontiert sind. Ich stellte die generischen Prinzipien der Veränderung nach Rufer vor.

Zwei Leinwände, darauf dieselben Folien: "Moving Forward - Understanding Change. Taking Action." im Design von Vanessa

Wir erarbeiteten, wie man Menschen mitnimmt; was sie brauchen, um mit Kopf, Herz und Hand dabei zu sein. Es war intensiv und lebendig, mit vielen Fragen. Ein Geschenk.

Gruppenbild

Samstag, 14:30 Uhr | Nach dem Workshop wurde ich in einem Auto voller Norwegerinnen und Norweger zum Flughafen gefahren.


Samstag, 21:45 Uhr | Zurück in Düsseldorf, zwei Stunden später im Bett. Was ein wilder Ritt!

Flugzeug am Flughafen

Die Empfehlung | Ich konnte nicht herausfinden, wer mich empfohlen hat – wie die „Ich kenne jemanden, der jemanden kennt“-Kette verlief, die mich zu diesem Auftrag brachte. Falls die Person hier mitliest: Ein großer Dank! Winken Sie mir gerne kurz zu.


Schweine, wie immer | Steppenschweine kurz vor der Sonnenfinsternis.

Drei Meerschweine auf gelbem, ausgedörrtem Rasen in lila-gelbem Abendlicht


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