Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Schnee | Es hat geschneit.

Verkehr | Trotz des Schnees gab es keine Staus. Also: nicht mehr als üblich. Ich bin irritiert.

Aus’m Flöz | Ich glaube, ich schreibe demnächst mal darüber, wie ich Agilität in Unternehmen bringe – warum ich es tue und welche Haltung ich dabei habe. Damit beschäftige ich mich nämlich gerade in einem Kundenprojekt. Ich arbeite viel und eng mit den Leuten; es gibt weniger eine feste Methode – mehr eine Philosophie, die sich gerade wieder weiterentwickelt.

Außerdem lerne ich stetig dazu; jede Aufgabe ist anders, und bei meinen Kunden arbeiten tolle Leute, die mir auch immer wieder Impulse geben. Vielleicht etwas für den Februar-Newsletter.

Werbung | Mein Optiker hat mir Werbung für eine Jubiläumsaktion zugesendet:

Auf der Rückseite schreibt er: „Damit Sie auch Kleingedrucktes jederzeit lesen können, überprüfen wir während der Aktion Ihr Sehvermögen kostenlos!“

Will er mir sagen, dass ich alt bin, oder was?!

Pizza | Am heutigen Abend waren die Damen vom Ladies‘ Circle bei mir. Weil ich nicht groß Zeit hatte, etwas vorzubereiten, haben wir Pizzen bestellt. Weil schon klar war, dass wir Pizzen aus dem Karton essen, haben wir das direkt in Jogginghose getan, Mottoabend.

Das entwickelt sich alles in eine sehr gute Richtung. Nächstes Jahr bin ich Circle-Präsidentin. Dann werde ich die Entwicklung zwischen Abendkleid und Joggingbuxe weiter vorantreiben.

Kältespaziergang | Heute Morgen habe ich, weil Jacke vergessen, einen Spaziergang in Bluse und Blazer über Brücken und Bundesstraßen gemacht. Am Abend dann retour. Denn ein reservierter Parkplatz war besetzt, ich musste weitab im Freien parken, ein ganzes Stück über raureife Brücken laufen und bekam durchaus schlechte Laune.

Flottes Marschieren hielt zwar die schlimmste Kälte ab, und immerhin hatte ich Pudelmütze und Handschuhe dabei. Unterm Strich aber Notiz an mich selbst: immer eine Jacke für Notfälle im Auto deponieren.

Aufräumhype | Momentan denken alle übers Aufräumen nach – wegen einer ominösen Serie, über die ich nur lese. Bislang habe ich keinen Drang entwickelt, das Oeuvre kennenzulernen, denn weder neige ich zum Sammeln noch neige ich zum Versiffen, was alles in allem eine gute Grundlage ist, um mit überschaubarem Ballast durchs Leben zu reisen.

Ich bin auch keine gute Aufräumhelferin, vong Empathie her; ich habe wenig Geduld mit Menschen, die gemeinsam mit mir aussortieren wollen, dann aber doch alles behalten möchten.

Strumpfhosen | Ich habe mir bei einem namhaften Hersteller Strumpfhosen bestellt, ein Testlauf, denn der allgemeine Strumpfhosennutzungskomfort ist für mich als große Frau mit viel Bein überschaubar. Der Schritt hängt ständig zu tief, egal welche Marke und Größe – und kommen Sie mir bitte nicht mit Langgrößen und diesen Versprechungen; das ist ein Märchen.

Es gibt lediglich eine Strumpfhosenmarke, die einwandfrei passt; die Hausmarke eines Kaufhauses, davon die größte Größe, das haut hin und ist nicht einmal teuer. Darin steckend kann ich zwar den Bund bis über den Bauch ziehen und dabei noch zwei Wombats unterbringen, das ist optisch … nun ja. Aber es sieht ja keiner, ist ja untendrunter, und der Schritt bleibt, wo er ist. Doch immer, wenn ich besagtes Kaufhaus zwecks Strumpfhosenerwerbs betrete, ist entweder die Größe nicht vorrätig oder die DEN-Auswahl nicht da oder es gibt nur die Farbe „Anthrazit“, die zurecht niemand kaufen möchte. Deshalb habe ich heute online bei einem anderen Hersteller bestellt; er hat jetzt Strumpfhosen, die den Namen „Beauty Plus“ tragen, darunter auch Langgrößen. Das werde ich testen.

Eine Sache in der Beschreibung des Produkts lässt mich allerdings ratlos zurück, nämlich die Formulierung, die Strumpfhose biete „effektives Feuchtigkeits-Management im Pantybereich.“

Ich weiß nicht genau, was der Pantybereich ist, es hört sich aber an, als handele es sich um eine betriebliche Organisationseinheit. „Guten Tag, ich bin Frau Meier, Ihre Feuchtigkeitsmanagerin im Pantybereich. Was kann ich für Sie tun?“

Außerdem lese ich immer Partybereich. Ist vielleicht auch dasselbe.

Brexit | Der Brexit hat mich erreicht. Der Versicherer meiner Betriebs- und Vermögenshaftpflicht ordnet angesichts des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU sein Europa-Geschäft neu, überträgt dafür Versicherungspolicen aus seinem kontinentaleuropäischen Geschäft auf eine andere Gesellschaft, hat mir einen ausführlichen Brief geschrieben und eine Bleiwüste Broschüre beigelegt. Ich habe mir alles durchgelesen und weiß nun, dass zur Übertragung meiner Versicherungspolicen – nicht nur meiner, aber auch meiner – Anhörungen vor einem Londoner Gericht stattfinden, denen ich sogar beiwohnen darf. Der Termin findet Ende März statt; leider bin ich da verhindert. Aber da sieht man mal, was so ein Brexit nach sich zieht; der Schrieb und das Drumherum lassen erahnen, wie viele Leute über wie viele Monate in dem Unternehmen mit diesem Thema schon befasst waren und noch befasst sein werden.

Gelesen | Melanie grübelt, wie sie die Medienzeit ihrer Söhne regeln kann, und hat gemeinsam mit ihrem Mann Mediengutscheine entwickelt.

Wetter | Endlich ist es kalt. Ich bevorzuge den Sommer, aber wenn Winter, dann doch bitte so: mit Frost und knirschendem Laub, mit hartgefrorenem Boden und Reif auf der Wiese.

Gartenimpressionen:

Raureif auf Gras
Krönchen mit Raureif
Eisblumen auf Laterne

Das Eichhörnchen suchte heute Morgen Wasser. Es trinkt immer aus einem Pflanzgefäß, das ich im Garten aufgestellt habe – und dessen Wasser zurzeit natürlich durchgefroren ist.

Zugefrorene Tränke

Es lief zur Tränke, klopfte aufs Eis, blickte mich vorwurfsvoll an, klopfte wieder aufs Eis, seufzte vernehmlich und hopste davon.

Tag der Jogginghose | Heute ist Tag der Jogginghose. Heute war ich im Home Office. Mit anderen Worten: Ich habe den Tag feierlich begangen.

Rückblick I | Freitag, Samstag, Sonntag: Einladung zu Pizza & Pannacotta, BVB-Sieg und Handball-WM, Angrillen, Sonntagsbrunch und Seespaziergang.

Blick auf den Phoenixsee, teils zugefroren, Sonne

Alles sehr wunderbar.

Dazu habe ich am Samstag monströs verschlafen, obwohl ich eigentlich verabredet war, und musste mich monströs entschuldigen. Das ist mir seit meiner Schulzeit nicht mehr passiert. Den Fehler habe ich bereits gefunden: Ich habe den Wecker (das Handy) pflichtbewusst auf die Weckzeit eingestellt, aber übersehen, dass er am Samstag gar nicht weckt. Tja.

Rückblick II | Am Freitag war ich im Rhetoriktraining mit einer Kundin. Wenn ich im Einzeltag mit Kunden oder Kundinnen bin, mache ich das fernab ihrer sonstigen Büroumgebung, damit sie rauskommen und wir den Tag wirklich für uns haben. Ich miete gerne eine Location an, die im Gegensatz zu ihrer üblichen Arbeitsumgebung steht.

Ist ihre Büroumgebung nüchtern und funktional – was sie meistens ist -, wähle ich einen Coworking-Space. Er hat eine andere Atmosphäre des Interieurs und des Miteinanders. Wir kommen automatisch über Arbeitskonzepte, Haltung und Erwartungen ins Gespräch.

Bemalter Flur

Tag der Serverprobleme | Ich habe heute zwei Bahnfahrten und eine Hotelübernachtung gebucht, und es war ein Krampf. Die Bahnwebsite verabschiedete sich mehrmals nach der Sitzplatzauswahl: Service überlastet. Die Hotelwebsite einer namhaften Kette tat das gleiche.

Überhaupt: Hotelwebsites. Ich möchte wissen, wie das Zimmer aussieht, wie teuer es ist, wo die Bude liegt und ob es Parkplätze gibt. Dazu eine einfache Reservierungsmöglichkeit: Datum, persönliche Angaben, Kreditkarte, feddich. Aber: Es ist ein Graus. Zimmerfotos, die Detailausschnitte von Wasserhähnen und Kopfkissendekos zeigen und dabei völlig offen lassen, wie es um die Kopfkissen und die Wasserhähne herum aussieht. Keine oder kaum auffindbare Angaben zur Ausstattung, ob das Zimmer ein eigenes Bad hat oder einen Fön oder ob das Frühstück im Preis inbegriffen ist oder nicht. Die Kalenderauswahl erfordert drölfzig feinmotorische Clicks, dazu gibt es fünf Banner, die besagen, dass es auf Booking.com teurer ist, dass man den Newsletter abonnieren möge, dass es Bonuspunkte gibt, wenn man Treuemitglied wird und Was! weiß! ich!, jedenfalls darf ich auf keinen Fall eines dieser Teile wegklicken, sonst muss ich nochmal das Datum neu auswählen (drölfzig Clicks!) – ich kriege! die! Wut! Und dann, wenn ich es endlich geschafft habe: Serverfehler.

WordPress-Update | Neuer WordPress-Editor. Gefällt mir nach einigen Momenten der Umgewöhnung ausgesprochen gut.

Backstage | Eine Kundin hat einen Weiterentwicklungstag mit mir gebucht. Sie wünscht sich Rhetorik und Gelassenheit für schwierige Gespräche. Ich habe ein Paket vorbereitet, das uns flexibel über den Tag bringt. Es wird Reflexion geben, Tipps, hilfreiche Fragestellungen und Übungen. Am Ende soll die Kundin ein kleines Köfferchen mit Methoden haben, auf die sie zugreifen kann.

Entwicklungstag Rhetorik: Zettel mit Themen

Einige Tipps und Kniffe gibt es in meinem nächsten Newsletter, den ich Ende Januar rausschicke.

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Koordinationen | Derzeit bewegt sich viel, ich koordiniere Termine. Das ist prima; ich freue mich immer, wenn ich Herausforderungen habe und wenn sich viel tut. Desgleichen freue ich mich übrigens auch, wenn zwischendurch Muße einkehrt und das Leben langsam wird. Alles zu seiner Zeit.

Jetzt also Bewegung. Ich werde mich in den kommenden Wochen viel in Duisburg, Dortmund, Wuppertal, Hannover und Berlin umtun. Das ist sehr fein. Mehr auf meiner Terminseite.

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Absprachen | Mit meiner Lektorin bei Suhrkamp Insel habe ich den Lektoratsfahrplan für mein Buch durchgesprochen. Ich liefere im März, im Juni und im August jeweils einen Teil. Das ist gut, so habe ich einen Zeitplan und Deadlines. Deadlines sind gut für die Motivation.

Ich bin gespannt auf ihr erstes Lektorat. Ich habe momentan kein Gefühl dafür, ob ich die Figur gut entwickle, ob ihr Handeln und ihre Gedanken nachvollziehbar sind, ob ich mir alles sinnvoll erschlossen habe.

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Hörschmerz | Je öfter ich Radiowerbung für die „außergewöhnliche Biographie des Unternehmers Dirk Rossmann“ höre, desto mehr bin ich geneigt, sie nicht zu kaufen. Wo ist der Seitenbachermann, wenn man ihn mal braucht?

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Gelesen | So kann es nicht weitergehen. Sascha Lobo schreibt über die Verantwortung des Journalismus für Populismus und rechte Politik und argumentiert, wie Redaktionen sich instrumentalisieren lassen.

Ich habe den Eindruck, dass es eine immer größere Qualitätsschere im Journalismus gibt – gibt es dazu Studien? Auf der einen Seite sind diejenigen Redaktionen, die sich um eine Fehlerkultur bemühen, die reflektieren, die sich einen zeitgemäßen, kritischen Journalismus aneigen, die in Recherche investieren, die hinter die Geschichten schauen, die hinterfragen, die  auch Gerichtsverfahren nicht scheuen, die eine Haltung haben. Auf der anderen Seite sind die Pressemitteilungsabdrucker, die Nachplapperer, die Reichweitengenerierer, die Das-haben-wir-immer-so-Macher; diejenigen, die sich der Reflexion und dem Besserwerden entziehen. Ich mache dieses Qualitätadefizit nicht unbedingt dem einzelnen Redakteur und der einzelnen Redakteurin zum Vorwurf, auch wenn es an dieser Stelle ebenfalls Reflexionsbedarf gibt; Vieles ist systemisch bedingt, die Folge einer dünnen Personaldecke, einer fehlenden redaktionellen und verlegerischen Strategie, das Ergebnis eines Ausblutens und einer mangelnden publizistischen Verantwortung.

Meiner Ansicht nach braucht es gerade starke Lokalmedien, um das demokratische Verständnis zu erhalten und antidemokratische Kräfte zu entlarven; was vor der Haustür stattfindet, ist am Erlebbarsten. Doch gerade hier fehlt schmerzhaft ein starker Journalismus; hier ist es am schwierigsten, starken Journalismus mit langen Recherchezeiten zu refinanzieren.

Gelesen | Drei todsichere Wege, um jede Innovation im Keim zu ersticken. Oh ja. Meist kommen sie alle drei im Unternehmen vor.

Stau | Heute habe ich eineinhalb Stunden in Staus verbracht. Nur in Staus – Zeiten, in denen das Auto sich bewegte, kamen noch dazu. Die Staus wurden noch nicht einmal in den Verkehrsnachrichten vermeldet, weil die Unfälle, Ölspuren und liegen gebliebenen Fahrzeuge entweder innerorts für Störungen gesorgt hatten oder die Staus zu kurz waren. In Summe sind viele kurze Staus aber dann doch lang. Eine Vermeldung in den Verkehrsnachrichten verschafft mir wenigstens ein bisschen Befriedigung, weil mein Leiden damit öffentliche Anerkennung findet. So aber blieb es unbemerkt. Immerhin hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und zum Telefonieren.

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Digitalisierung | Vor einer Weile habe ich einen Text über die Denkfehler der Digitalisierung geschrieben und was wir von Zeitungsverlagen lernen können. Der Text wurde heute auf Facebook herumgereicht. Einige Leute haben unter dem Text kommentiert. Ich habe geantwortet. Es geht unter anderem um Bezahlinhalte, Kostenlosmentalität und den Anzeigenmarkt.

Im Zusammenhang mit dem Text habe ich eine Einladung erhalten, über die ich mich sehr freue. Es fügt sich, dass ich nach meinem Berlin-Besuch anlässlich der Goldenen-Blogger-Gala Ende Januar auch im Februar wieder in Berlin sein werde.

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Das Glück zum Bleiben einladen |

Ich habe mich gefragt, warum ich keine Bücher von Mirjam Pressler kenne. Nach einer kurzen Recherche ist es mir schnell klar geworden: Ich bin zu alt. Die meisten Kinder- und Jugendbücher erschienen in den 1990ern und in den 2000er-Jahren. Da war ich schon Teenager beziehungsweise erwachsen.

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Gehört | Podcast „Der Anruf“ – Folge#66. Über sinnstiftendes Arbeiten und Leben, über den Wunsch hinter dem Wunsch und vieles mehr.

Murmeltier | Ich möchte nicht übertreiben, aber ich habe den gestrigen Tag komplett verschlafen. Zugegeben, nur bis 16 Uhr und ich bin zwischendurch immer mal aufgewacht. Doch dann klatschte der kalte Regen ans Fenster, und ich dachte: Mei, dann bleibst du halt noch etwas liegen. Und zack – wieder eingeschlafen. Es war großartig!

Irgendwann kam allerdings der Zeitpunkt, an dem ich ernsthaft Hunger bekam. Also, nicht nur ein bisschen Appetit, sondern wirklich Hunger. Da bin ich aufgestanden und habe gefrühstückt. Draußen gingen derweil die Straßenlaternen an.

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Ein Wimpernschlag an Wochenende | Insgesamt war das Wochenende viel zu kurz, weil ich am Samstag auf einer beruflichen Veranstaltung war, den Sonntag verschlafen habe und nun ist schon wieder Montag ist.

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Neujahrsempfang | Am Samstagabend war ich auf dem Neujahrsempfang des Round Table 115. Das war eine sehr schöne Veranstaltung mit netten Leuten und gutem Essen. Hier mal beispielhaft der Nachtisch:

Schnieker Nachtisch: Schokoküchlein mit Eissorbet aus Waldbeeren, einer Soße und einem Schokoplättchen im Eis

Ich mag das ja ab und an, so bonfortionöses Essen mit allem Zipp und Zapp und Deko und alles schick und so.

Nebenbei: Benutzt irgendjemand außer mir und meiner Familie das Wort „bonfortionös“? Oder ist das so ein Wort wie „Mankelkalinchen“? Von dem Wort „Mankelkalinchen“ dachte ich lange, es sei weithin bekannt. In Wirklichkeit gibt es nur zehn Benutzer, mit denen ich allesamt verwandt bin.

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Gelesen | Journalistinnen der Süddeutsche Zeitung haben in einer Datenrecherche den Inhalt von Kinderbüchern auf die Darstellung von Jungen und Mädchen untersucht. Das Ergebnis: Jungen erleben Abenteuer, Mädchen bleiben oft im bekannten, heimatlichen Kontext. Jungs-Abenteuer sind zudem inhaltlich vielfältig: Jungen reisen und meistern eine Vielzahl von Gefahren. Geschichten mit weiblichen Hauptfiguren sind uniformer, ihre Themen sind „Freundschaft“, „Magie“, „Ferien“ und „Tiere“.

Das Gewicht der Liebe | Ich habe den Wochenmarkt im Dorf besucht, also im Ortsteil. Vor dem Wagen für Wurstwaren lernte ich eine Frau kennen.

„Wissense, in der Ehe macht man Einiges mit“, sprach sie, während wir dort standen und in die Auslage schauten.

„Sie wollen sagen“, entgegnete ich, „dass Sie Einiges mitmachen …?“

„Ihr Mann“, schaltete sich die Wurstverkäuferin ein und deutete auf die Frau, die in der Ehe viel mitmacht, „war vor Weihnachten jede Woche zweimal hier und hat Sauerbraten gekauft. Jede Woche! Zweimal!“

„Immer hatta was zu meckern gehabt, wenn ich Sauerbraten gekocht hab‘. Da hab‘ ich ihm gesacht, ‚Werner‘, hab‘ ich gesacht, ‚deinen Sauerbraten kannze dir alleine kochen‘.“

„Und dann hat Werner sich den Sauerbraten alleine gekocht“, sagte die Wurstverkäuferin.

„Jede Woche! Zweimal! Fünf Pfund haben wir noch eingefroren. Er kann froh sein, dat meine Liebe zu ihm mehr wiegt wie fünf Pfund Sauerbraten.“

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Kaffeepause | Gestern hatte ich einen Kundentermin und war zu früh. Das kam so:

Normalerweise ist im Ruhrgebiet Stau. Also fuhr ich zeitig los. Aus nicht näher bekannten und völlig mysteriösen Gründen staute sich gestern nichts, rein gar nichts, obwohl ich zur stauigsten aller Zeiten an einem stauigen Werktag auf einer stauigen Strecke mit 100-prozentiger Stau-Baustelle fuhr. Hinzu kam, dass ich mich in der Zeit vertan hatte und der Termin eine halbe Stunde später begann, als ich ihn im Kopf hatte. Völlig unvermittelt tat sich eine leere Stunde vor mir auf.

Blick über einen Kaffeebecher in ein Café, draußen Wochenmarkt

Ich ging in ein Café, kaufte mir einen Milchkaffee, setze mich hin, schaute auf den Wochenmarkt und tat nichts. Es war rundherum großartig.

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Gartenglück | Heute habe ich zum ersten Mal seit Längerem wieder einen halben Tag zu Hause gearbeitet und dabei in den Garten geguckt. Ich habe Eichhörnchen und Rotkehlchen gesehen. Tiere beobachten macht glücklich.

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Grüner Daumen | Mein Talent für Weihnachtssterne in einem Bild:

Weihnachtsstern, arg mitngenommen, aus der Vogelperspektive

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Gelesen | Neues, sympathisches Blog entdeckt: Alltägliches und Ausgedachtes.

Gelesen | Miriam und ihr Mann dokumentieren Care-Arbeit so, wie Agenturen es tun, und erfassen in 15-Minuten-Zeiteinheiten die Arbeit, die sie täglich für die Familie, den Haushalt und die Erziehung verrichten. Das ist für sie die Grundlage, um über Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zu sprechen.

Hat das etwas mit Liebe zu tun?

Liebe hilft einem, es zu zweit in einer Wohnung auszuhalten und nicht wegzulaufen, wenn der andere erkältet ist und komisch riecht. Liebe hilft einem kein Stück dabei, ein Gleichgewicht zu finden, in dem jeder am Ende gleich viel Freizeit hat. Es ist nämlich kein bisschen romantisch, Scheuermilch zu kaufen, die Putzfrau zu ermahnen, auch in den Ecken zu saugen, oder Kuchen fürs Sommerfest der Kita zu backen.

Gelesen und angeguckt | Aaron war vor vielen Jahren Samenspender. Er spendete ein Jahr lang zweimal pro Woche. 23 Jahre später ließ er bei einem Biotech-Unternehmen sein Erbgut testen und registrieren – wie viele andere Amerikaner. Und entdeckte seine Kinder. Er traf einige – und ihre Mütter. Mit seiner Tochter Alice und ihrer Mutter Jessica lebt er nun unter einem Dach (via Melanie).

Nur angeguckt | Alex Bartsch fotografiert Plattencover an Originalschauplätzen.

Gehört | Während unzähliger Autofahrten in den vergangenen Tagen habe ich Hjorth und Rosenfeldt: Die Opfer, die man bringt zu Ende gehört. Am Ende gab’s einen super Cliffhanger. Darüber hinaus war die Story solide und genau das Richtige fürs Autofahren: nicht zu komplex und daher auch zerstückelt gut zu verfolgen.

Weggelegt und neu gekauft | Das Buch „Löwen wecken“ von Ayelet Gunar-Goshen habe ich beiseite gelegt. Es ist okay und nicht wirklich schlecht, so richtig entfacht es meine Leidenschaft allerdings nicht; liegt vielleicht auch am wenig fröhlichen Thema. Wäre ich im Urlaub und hätte ich Zeit und Muße, würde ich es durchlesen. Doch in der knapp bemessenen Alltagslesezeit muss ein Buch mehr Freude bereiten. Ich habe heute „Dinner mit Edward“ von Isabel Vincent erworben und erhoffe mir mehr Kurzweil.

Arbeitstag. Regen.

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Nur Verrückte | Auf der Autobahn fuhr heute ein Wagen dicht auf. Ich befand mich auf der linken Spur, es regnete, es war dunkel, es war Geschwindigkeitsbegrenzung, ich fuhr 120 oder 130 und überholte einen Lkw, der einen Lkw überholte. Als ich auf die mittlere Spur einscheren wollte und das per Blinken auch anzeigte, zog auf meiner Höhe ein Pkw von der rechten auf die mittlere Fahrbahn – dorthin, wohin ich fahren wollte. Ich blinkte also wieder kurz links und blieb auf der linken Spur. Der Wagen hinter mir, der offenbar schon frühzeitig beschleunigt hatte und der inzwischen so dicht aufgefahren war, dass ich sein Kennzeichen nicht mehr im Rückspiegel sehen konnte, musste hart abbremsen. Er hupte und lichthupte, was das Zeug hielt. Nachdem ich dann 400 Meter weiter tatsächlich eingeschert war, fuhr er noch eine Weile hupend auf meiner Höhe. Ich blickte stumpf geradeaus.

Auf der Landstraße nach der Autobahnabfahrt staute sich wie immer der Verkehr. Im Rückspiegel sah ich, dass ein Mercedes das hinter mir fahrende Auto überholte – was keinen Mehrwert hatte, weil vor uns sieben Kilometer Landstraßenstau waren. Der Stau ist dort immer, jeden Tag. Wir schoben uns in langer Schlange vor zur Kreuzung, dann über die Brücke, dann weiter über die Landstraße. Der Wagen hinter mir fuhr zur Mitte der Fahrbahn, scherte wieder ein, fuhr wieder zur Mitte der Fahrbahn – und überholte dann erst mich und dann den vor mir fahrenden Lkw. Er erhielt vom entgegenkommenden Verkehr eine Lichthupe, um danach ein paar Meter weiter vorne weitere fünf Kilometer im Stau zu stehen.

An manchen Tagen sind echt Verrückte unterwegs.

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Schulen und Digitalisierung | Gestern teilte ich einen Beitrag von Heiko, in dem er über Digitalisierung an der Schule seines Sohnes schrieb. Die Kaltmamsell schickte mir heute einen Blick in bayerische Schulen: Digitalisierung der Schulen endet mit Elektroschrott.

Auch Christian schreibt über seine Erfahrung mit Digitalisierung in Schulen. Er hat dereinst erfolglos Beratung für Digitalisierung an Schulen angeboten. Er hatte dabei etwas mit digitaler Zusammenarbeit, Klassenblog, Schulwiki und schulinternem sozialen Netzwerk im Kopf – ein Programm, in dem es um den Umgang mit digitalen Medien und mit ihren Möglichkeiten geht, um praktisches Erleben digitaler Arbeitswerkzeuge und um das Reflektieren darüber. Doch:

Fazit: mein Angebot war vollkommen an der Realität vorbei. […] Schulen suchen […] als allererstes meist Hardware die funktioniert und dann Personal, das diese Hardware betreut. Danach dann meist vorgefertigte Inhalte, die im Informatik-Unterricht abgearbeitet werden können. Für meine Vorstellungen, was heute unterrichtet werden müsste, fehlte meist schlicht sowohl die Hardware als auch nur eine Idee davon, was ich wollte.

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Gesehen | Happy – Mein Vater, die Thai-Frau und ich. Dieter ist 60, lebt als Hobby-Landwirt in einem Fachwerkhaus in der Eifel und ist einsam. Seit ein paar Jahren fährt er öfter nach Thailand, mal alleine, mal mit Freunden. Er sagt, er habe dort die beste Zeit seines Lebens. In Thailand lernt er Tukta kennen – und schreibt eine Postkarte an seine Tochter Carolin: „Meine Liebe, mir geht es gut hier, ich esse Pat Thai und trinke Chang Bier. Und ich habe eine Frau kennengelernt, die so alt ist wie du. Liebe Grüße, Papa.“ Er will Tukta heiraten. Carolin ist entsetzt: Oh Gott, ist mein Vater jetzt Sextourist? Sie macht sich auf die Reise zu ihrem Vater, im realen und im übertragenen Sinn. Und sie lernt Tukta und ihre Familie kennen. Noch bis zum 16. Januar in der ARD-Mediathek.

Der Alltag beginnt wieder.

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Offizielle Entschmückung | Die Wohnung ist gründlich entweihnachtet. Der Baum ist abgetakelt. Die Nadeln sind zusammengefegt. Der Schmuck ist im Keller.

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Getriebenheit | Der Januar ist pickepackevoll. Der Februar ist pickepackevoll. Sogar ein Teil des Märzes ist schon voll. Noch ein bisschen mehr davon, und ich ziehe in eine Hütte auf einen Berg und mache nichts anderes mehr als runtergucken.

Es sind weniger die beruflichen Termine, die mich treiben. Es ist das Private, das sich auf wundersame Weise verdichtet, jedes Wochenende füllt, sogar fast jeden Abend füllt. Das muss anders werden. Ich weiß noch nicht, wie. Aber irgendwas muss anders werden.

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iTunes | Gibt es eine Möglichkeit, dass die Musik-App von iOS sich merkt, welchen Track sie zuletzt gespielt hat? Ich habe keine Funktion gefunden, und es macht mich irre. Ich höre im Auto Hörbuch via Apple Music und muss jedesmal, wenn  ich aussteige, einen Screenshot des Kapitels machen. Denn wenn ich das Handy erneut mit dem Auto verbinde, egal ob per Bluetooth oder via Kabel und Carplay, hat die App es vergessen.

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Grmpf | Ich gebe zu Protokoll, dass ich keinen Regen mehr möchte und bitte dies zu berücksichtigen. Außerdem fühle ich mich angeschnupft.

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Gelesen | Digitalpakt: Heiko beschreibt seine Erfahrungen mit der Digitalisierung in den Schulen seiner Kinder.

How Millennials Became The Burnout Generation. Ein langer Text über die Generation der heute 22- bis 38-Jährigen Millenials (wobei ich bei solchen Generationendefinitionen ja skeptisch bin), der einige gute Ideen aufbringt, auch wenn ich  manche Kausalität für fraglich halte.

Die Kohle geht, die Arbeit bleibt. Der Bergbau im Ruhrgebiet hat Ewigkeitsaufgaben geschaffen: Wasser abpumpen, Grundwasser reinigen. Die Kosten trägt die RAG-Stiftung.

Wenig bis nix passiert.

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Haushaltselfe | Am Samstag waren Dinge im Haushalt zu tun. Den Vorrat aufräumen und putzen. Überhaupt: aufräumen. Weihnachtsdeko abhübschen und im Keller verstauen. Staubsaugen. Bad. Sowas halt.

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Kino | Der Junge muss an die frische Luft. Welch ein wundervoller Film! Das Portrait des jungen Hape Kerkeling, der mit komödiantischem Talent versucht, gegen seine eigene körperliche Unzulänglichkeit anzuleben, gegen den Tod der Großmutter und gegen die Depression und den Suizid der Mutter, ist zum Weinen und zum Lachen – und ein Loblied auf das Leben.  Ein mutig spielender Julius Weckauf, überhaupt eine tolle Besetzung bis in die letzte Rolle, dazu eine wunderbar gestaltete Kulisse des Ruhrgebiets in den 1970ern, die Thematisierung von Traumata und Identitätsfindung, eine unaufdringliche, schöne Filmmusik – ich war sehr berührt. (Besprechung bei titel thesen temperamente)

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Frische Luft | Auch ich musste an die frische Luft. Deshalb bin ich am Sonntag um den See gegangen, bei dichtem Nieselregen und hereinbrechender Dämmerung. Das ging nur mit einem Stopover im Café, anders war das nicht zu bewältigen. Aber immerhin: Ich bin draußen gewesen.



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