Zwischen Ferien-Action und Broterwerb – mit allerlei Lesestoff und einem Tipp zum Fröhlichbleiben
Sommerferien | Actionreiche Tage im Freibad, beim Bötchenfahren, beim Parksommer, auf dem Fahrrad und am Seestrand. Ich war Delfin beim Delfinreiten. Ich spielte Wasserball. Ich jonglierte. Ich flocht Zöpfe. Ich war Schweinchen in der Mitte. Ich rutschte. Ich warf das Diabolo in die Höhe. Ich fuhr Tretboot – und wurde gefahren. Ich las. Von der Ponton-Insel machte ich Arschbomben. Ich kochte Marmelade ein. Ich erwehrte mich gieriger Guerilla-Enten. Ich baute einen Skatepark aus Sand. Frühstück auf der Terrasse, ich aß Freibadpommes, Freibadpizza und selbst gebaute Burger.










Gelesen | Über Carl reden wir morgen von Judith W. Taschler. Klappentext:
Fast hat man sich in der Hofmühle damit abgefunden, dass Carl im Krieg gefallen ist, als er im Winter 1918 plötzlich vor der Tür steht. Selbst sein Zwillingsbruder Eugen hätte ihn fast nicht erkannt. Eugen ist nur zu Besuch, er hat in Amerika sein Glück gesucht und vielleicht sogar gefunden. Wird er es mit Carl teilen? Lässt sich Glück überhaupt teilen?
Der Klappentext beginnt, wo das Buch endet: im Jahr 1918. Vorher liest man, wie die Familie Brugger sich eine Mühle und ein Kaufhaus aufbaut, wie Ehen geschlossen und Kinder geboren werden, die im ländlichen Österreich Freundschaften und Feindschaften entstehen, wie Menschen sterben oder nach Amerika auswandern. Alles im beobachtenden, leicht distanzierten Taschler-Stil, der mir schon in ihren anderen Büchern gut gefallen hat. Lese-Empfehlung.
Broterwerb | Zwischendurch darf ich arbeiten, sehr zum Unverständnis der Kinder („Es sind doch Sommerferien!“). Ich sage „darf“, denn ich habe zwei neue Aufträge bekommen, ganz wunderbare Aufträge: ein Bestandskunde und ein Neukunde möchten mich (weiterhin). Ich freue mich sehr auf die Aufgaben. Beides sind Unternehmen, in denen zugewandte und zugleich sehr kompetente Menschen arbeiten. Eine bereichernde Herausforderung.
Gleichzeitig berate ich gerade mehrere Führungskräfte und halte Inhouse-Webinare zu digitaler und hybrider Moderation. In der kommenden Woche fahre ich für Seminarworkshops zu Wissenschaftler:innen nach Chemnitz. Ich habe schon Tipps für die Tagesausklang bekommen: Seen und Lokalitäten, in denen ich nach dem Arbeitstag ausspannen kann. Nach dem Ausflug nach Chemnitz gehe ich in die gedankliche Vorbereitung eines Keynote-Vortrags bei einem Konzern, der einen großen Wandel vor sich hat. Die nächsten Wochen sind gut durchgetaktet.
Insgesamt volle Arbeitstage grad – die Ferien-Action will irgendwie kompensiert werden. Auch mit Bonusfamilie gibt es offenbar sowas wie ein Vereinbarkeitsdilemma.
Gelesen | Schwarzbuch Krankenhaus. Berichte von Ärzt:innen und Pflegenden, nur die alleroberste Spitze des Eisbergs, und dennoch reicht’s einem schon beim Lesen. Seit zehn Wochen streiken die Pflegenden der NRW-Unikliniken.
Gelesen | Egal ob beim Suchtverhalten, bei Verbrechen oder bei Autounfällen – überall liegen Männer vorn: Sie verursachen enorme gesellschaftliche Kosten. Der Text ist keine radikalfeministische Anklageschrift, wie man vielleicht denken könnte, sondern das Interview mit einem Wirtschaftswissenschaftler, der zur Auseinandersetzung mit den Zahlen auffordert.
Nachhaltigkeit am A… | In meinem kleinen Heimbüro habe ich einen Farblaserrucker im Einsatz. Er ist fünf Jahre alt und druckt einwandfrei. Neuerdings allerdings nicht mehr – zumindest nicht, wenn ich von meinem MacBook aus etwas drucken möchte, also dem Gerät, an dem ich 98 Prozent meiner Arbeit verrichte. Grund: Das Betriebssystem des MacBooks wurde durch ein Standardupdate auf macOS 11.6 upgedatet. So weit, so gewöhnlich. Der Hersteller meines Druckers stellt für das Gerät nun allerdings keinen Treiber mehr zur Verfügung. Ich kontaktierte den Support, der überraschend patzig antwortete. Er ist der Meinung, dass ich doch bitte mein Betriebssystem wieder downgraden oder einen neuen Drucker kaufen solle, man hoffe, dass man helfen konnte, schönen Tag noch.
Ratefrage: Was glaubt der Hersteller, von welcher Marke ich sicherlich kein Nachfolgeprodukt erwerben werde? (Wer die Antwort weiß, darf sie behalten.)
Supportfrage: Mit welchem Wireless Farblaserdrucker sind Sie zufrieden, der nicht von der Marke Brother ist? Ich benötige ihn vor allem für Textdruck.
Gelesen | Bis die Realität die Schiffswand einreißt: Digital-, Bildungs-, Energie-, Sicherheits- und Klimawende, Krise im Gesundheitssystem – und eine Politik, die dennoch unerbittlich ins Gestern investiert. Die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes erklärt, warum wir in der Vergangenheit so viel Zeit verloren haben.
Gelesen | 200 Kilometer Klimawahnsinn – über den Ausbau der A20 mitten durch wertvolles Moorland, eines der klimaschädlichsten Projekte Deutschlands, das so teuer ist wie der BER.
Gelesen | Mit Flügeln über die Autobahn: Ein Windrad bedeutet zehn Schwertransporte, Genehmigungswahnsinn und horrende Umwege durch marode Infrastruktur.
(Die Nachrichtenlage ist wahnsinnig frustrierend gerade.)
Teaser | Der Reiseleiter plant wieder eine Reise für uns, auf dem Fahrrad, mit Gepäck und Übernachtung. Nur drei Tage, aber für Muskelkater wird’s reichen. Besonderer Thrill: An- und Abreise mit 9-Euro-Ticket und Rad im Regionalzug. Ich werde hautnah berichten.
Und sonst | Zwischendurch, das möchte ich nicht unter den Tisch fallen lassen, gab es auch noch Prosecco: zur Amtsübergabe im Dortmunder Ladies‘ Circle. Wir haben eine neue Präsidentin und stießen darauf an, bei Sonnenschein im Garten, dazu begleitend Buffet und eisgekühlte Brause. Ein schönes Treffen.

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