Podcast | Die erste richtige Folge von „Vanessa spricht mit …“ ist online, und ich bin ein bisschen aufgeregt.
Ich habe mich mit Daniel getroffen. Er ist Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph 8 in Lünen, Intensivmediziner und Facharzt für Anästhesie – und Vater von zwei Kindern.

Wir sprechen über Daniels Erfahrungen als Notfallmediziner und im Rettungshubschrauber Christoph 8. Wir reden über seinen allerersten Einsatz als Notarzt und darüber, wann eigentlich ein Hubschrauer zum Einsatz kommt. Er schildert Einsätze – und auch, wie es für ihn als Vater ist, zu Kindernotfällen gerufen zu werden.
Sehr am Herzen liegt ihm das Thema Patientenverfügung. Er sagt, warum die üblichen Patientenverfügungen oft nichts taugen, was Intensivmediziner benötigen und was er niedergeschrieben hat für den Fall, dass er nicht mehr selbst über seine Behandlung entscheiden kann. In dem Zuge reden wir auch über das Thema Organspende, über den Hirntod, wie die Feststellung des Hirntods in der Praxis vonstatten geht und woran er dabei beteiligt ist.
Am Ende sprechen wir auch über Corona. Er erzählt, wie er Menschen begegnet, die behaupten, es sei nur eine Grippe.
#serviceblog Kapitelmarken:
Die Folge ist auf’n Kopp zwei Stunden lang. Damit Ihr sie in Etappen hören könnt oder Euch nur rausgreifen könnt, was Euch interessiert, gibt es Kapitel.
Die Kapitel seht Ihr, wenn Ihr auf das Kapitelsymbol klickt – das ist das erste der fünf Symbole neben dem Foto, links neben der Download-Wolke.
Shownotes um Weiterlesen:
ADAC-Luftrettung: Christoph 8 | Daniel bei Twitter | Daniel bei Xing | Entscheidungen treffen nach dem FORDEC-Schema | Die berechtigte Sicherheit, die unberechteigte Unsicherheit und weitere Phasen in der Ausbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin | Das Wunder von Kärnten | Debriefingkarte von Thomas Ahne | Die Website des deutschen FOAM-Netzwerks – free open access medical education | Bauchlage im Intensivtransport | M4MvsCovid | Warum Covid-19 gefährlicher ist als eine Grippe
Daniel und ich freuen uns über Fragen, Anmerkungen und Ergänzungen. Er liest die Kommentare hier auch mit.
Den Podcast gibt es bei Podigee, Spotify, Soundcloud und auch bei Apple Podcasts.
Patientenverfügung | Daniel empfiehlt folgende Patientenverfügung:
Ich [Name], geboren am [Datum], wohnhaft in [Ort], bestimme hiermit das Folgende:
Im Falle einer plötzlichen Erkrankung, die es mir unmöglich macht, einen eigenen Willen verständlich zu äußern, bestimme ich, dass für einen Zeitraum von [Anzahl – z.B. 60] Tagen ab dem ersten Aufnahmetag im erstversorgenden Krankenhaus alles Menschenmögliche getan wird, um mein Leben zu retten und eine rasche Rehabilitation und Rückkehr in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu fördern.
Für den Zeitraum von [Anzahl – z.B. 60] Tagen ab dem Datum des ersten Aufnahmetages im erstversorgenden Krankenhaus stimme ich sämtlichen intensivmedizinischen Maßnahmen zu. Dies beinhaltet und unter anderem auch:
- Reanimation (mechanisch und medikamentös)
- organersetzende Verfahren (Dialyse, ECMO u.a.)
- Beatmung (invasiv, nichtinvasiv und auch eine dillatative oder chirurgische Tracheotomie)
- antiinfektive Therapie
- künstliche Ernährung über eine Magensonde
- weitere intensivmedizinische Maßnahmen soweit nach Maßgabe der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sinnvoll und notwendig
Mit all diesen Maßnahmen bin ich für den genannten Zeitraum explizit einverstanden.
Ausnahmen:
Der Anlage einer PEG wiederspreche ich ausdrücklich und zwar auch für den Fall, dass eine langfristige Ernährung aufgrund erlittener Schäden durch Schlucktraining/Logopädie nicht ausreichend möglich sein sollte.
Kritische Reevaluation zur Fortsetzung medizinischer Maßnahmen nach dem Ablauf von [Anzahl – z.B. 60] Tagen:
Sollte [Anzahl – z.B. 60] Tage nach der ersten Krankenhausaufnahme im erstversorgenden Krankenhaus eine der folgenden Bedingungen zutreffen, so fordere ich eine umgehende Beendigung aller medizinischen Maßnahmen – auch unter Inkaufnahme des Todes. Hierzu gehören:
- fehlende Fähigkeit, mir persönlich nahe stehende Personen wie [Name] oder [Name] zu erkennen
- fortgesetzte Pflegebedürftigkeit entsprechend Notwendigkeit zur Dekubitusprophylaxe durch regelmäßige Lagerungsmaßnahmen
- schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit entsprechend Pflegegrad [Nummer einsetzen – z.B. 4] oder höher
Etwaige Deutungsungenauigkeiten sind im Zweifelsfall als „Bedingung zutreffend“ einzustufen. Neurologische Spitzfindigkeiten sind zu ignorieren. Die letzte Deutungshoheit über die Erfüllung oder Nichterfüllung einer Bedingung liegt bei [Name].
Sollte eine oder mehrere der genannten Punkte erfüllt sein, so ist die Therapie unverzüglich einzustellen. Dies beinhaltet:
- Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer antiinfektiven Therapie
- Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer parenteralen Ernährung oder Ernährung über eine Magensonde
- Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer Beatmung (beinhaltet auch gegebenenfalls eine finale Extubation, finale Dekanülierung und/oder Beendigung der invasiven oder nicht-invasiven Beatmung)
- Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer Katecholamintherapie
- Ausschluss einer Reintubation
- Entfernung eines liegenden sowie Ablehnung der Neuanlage eines Venenkatheters außer zur Applikation von Sedativa oder Analgetika
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe ein schönes Leben gelebt.
Ich wünsche Beistand durch [Name] sowie [Name]. Ich wünsche explizit eine palliative Unterstützung im Sinne einer best supportive care. Dies beinhaltet insbesondere die großzügige Gabe von Sedativa (Lorazepam und andere) und Analgetika (Morphin und andere) auch unter Inkaufnahme eines Atemstillstands oder einer möglichen Lebensverkürzung.
Anhang 1:
Sollte am Anfang der Kausalkette ein unnatürliches Ereignis (zum Beispiel ein Unfall) stehen und ich letztlich an einer natürlichen Erkrankung (zum Beispiel an einer Pneumonie) versterben, so ist im Totenschein „unnatürlich“ anzukreuzen und auch die Kriminalpolizei zu informieren.
Anhang 2:
Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen/Gewebe zur Transplatation in Frage kommt, gestatte ich dies explizit und vollumfänglich ohne Einschränkungen. Ich erteile der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) eine vollumfängliche Autorisierung zur Berichterstattung, zum Beispiel für Film- und/oder Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit – soweit dies gewünscht ist.
Ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner oben genannten Entscheidungen sehr bewusst und bestätige hiermit, dass ich diesen Text im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte verfasst habe.
[Ort, Datum, Unterschrift]



























