In der S4 zwischen Unna und Lütgendortmund. Zwei Typen:
„… weißtu, wenn ich sie verlasse, dann ist sie frei, dann kann sie auch mit anderen Männern schlafen, weißtu, und das will ich nicht. Aber ich will auch nicht mit ihr zusammen sein, also, nicht immer, weil, sie geht voll ab, wenn ich saufe. Nicht sexuell gesehen meine ich, sondern so mit Wut. Sie wird voll sauer. Aber wenn ich sie verlasse, bin ich nicht mehr mit ihr zusammen.“
Er lässt seine Worte ein wenig im Raum stehen, damit sein Gegenüber diese bestechende Logik sacken lassen kann. Der Kumpel rollt eine halbvolle Bierflasche zwischen seinen Handinnenflächen und sagt schließlich: „Das ist voll der Konflikt.“
„Ja! Ich sag dir, so in mir drin. Ich mein, ich wohn ja auch fast bei ihr. Jedenfalls, ich mein, ich hab zwar noch meine eigene Bude, weißtu, aber so – … Ich hab auch schon überlegt, mit ihr zusammenzuziehen.“
„Was zahlste denn warm?“
„Vierhundert. Ich mein, weißtu, sie zahlt auch vierhundert, und wenn wir dann zusammenziehen, dann sind es nur vierhundert für beide. Das ist mehr als die Hälfte gespart.“
Sein Kumpel kippt sich den Rest aus der Bierflasche in den Hals, leckt sich die Lippen und geht im Kopf nochmal die Rechnung durch. „Da sparste sogar mehr. Sie kocht ja bestimmt auch für dich.“
„Jedenfalls, weißtu, ich mein, ich würde gerne mit ihr zusammenziehen, aber eher wie WG. Dass ich mit ihr zusammen bin, aber sie mir nichts sagen kann, weißtu.“
„Hast du ihr das schonmal vorgeschlagen?“
„Wenn ich das sage, macht sie Schluss.“
„Aber das ist doch gar nicht schlecht, Alta. Dann macht sie Schluss, du bist nicht Schuld und kannst sagen, dass ihr das ja jetzt machen könnt mit WG, weil: Ihr seid ja eh nicht mehr zusammen. Wenn sie vierhundert spart, das ist doch voll das krasse Argument. Dann sagst du noch, dass du ja nicht Schluss machen wolltest, aber dass du auch nicht willst, dass es ihr schlecht geht.“
„Du bist voll der krasse Wichser, Alta. Voll der krasse Pläneschmied.“