Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

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Liebe Kaffeehausgäste,

falls Sie noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk sind, einem, das Kurzweil bietet, aber nicht belanglos ist, etwas, das handgemacht ist, mit Herz und Leidenschaft, dann möchte ich Ihnen ein kleines Büchlein ans Herz legen:

Da gewöhnze dich dran: Buchcover

Falls Sie ein signiertes Buch verschenken möchten, lassen Sie es mich bitte bis zum 10. Dezember wissen. Dann liegt es  rechtzeitig unter dem Tannenbaum.

Schicken Sie mir dazu einfach eine E-Mail an fraunessy [bei] vanessagiese.de – ich erkläre dann das weitere Prozedere.

Er sitzt schon in der Bahn, als ich einsteige.

Er ist ein bisschen untersetzt, mit grauem Haar, einem Lächeln auf den Lippen und verschmitzten Augen. Ich setze mich neben ihn. Meinen Koffer schiebe ich vor meine Füße.

„Wo geht’s hin?“, fragt er und deutet auf den Koffer.
„Nur nach Hause“, antworte ich, denn ich bin nicht auf Reise. Ich habe den Koffer nur grad gekauft.
Er sei gerade erst wiedergekommen, sagt er. In der Karibik sei er gewesen, auf Kreuzfahrt.
„Das war bestimmt toll“, antworte ich.
Ja, meint er. Die Reise an sich sei prima gewesen. Aber ach. Er habe keinen gehaben, der hätte mitfahren können, und wenn man seine Erlebnisse nicht teilen könne, das sei doch nichts, nein, das ist nicht schön.
„Gab es denn niemanden, der sie begleiten wollte?“
„Weißt du“, antwortet er. „Meine Frau ist schon seit Jahren tot. Kinder haben wir nicht.“ Und eine neue Partnerin habe er auch nicht, dabei wünsche er sich sehnlichst eine, aber nun ja, das sei halt schwierig, er sei ja auch kein ganz einfacher Mensch.
„Ach was“, sage ich. „Sie sind doch kontaktfreudig.“

Er erzählt, dass er vor seiner Kreuzfahrt eine Anzeige aufgegeben habe: „Älterer Herr sucht Reisebegleitung.“ Er sagt, er hätte seiner Begleitung die Reise sogar bezahlt, nur damit er nicht alleine unterwegs sein müsse. „Aber es haben sich nur zwei Frauen gemeldet.“
„Immerhin“, sage ich.
Die eine, erzählt er, habe direkt ihr Zeugnis als diplomierte Pflegekraft mitgeschickt. Und die andere – ja, die habe geschrieben, sie begleite ihn gerne gegen ein Honorar von 5.000 Euro. Für 5.000 Euro stünde sie dann auch „für alle Dienstleistungen“ zur Verfügung.
„Das war doch ’ne Nutte!“, empört er sich.
Ich muss lachen. „Sie haben also keine der beiden Damen mitgenommen“, stelle ich fest.
„‚Ne Altenpflegerin und ’ne Nutte? Nä!“

Aber er habe beide Bewerbungen aufbewahrt. Für später mal. Man könne schließlich nie wissen, welche Notwendigkeiten sich im Leben noch ergäben.

Mein Garten ist ein toller Garten:

Er hat einen Kirsch- und einen Haselnussbaum, Brombeer- und Johannisbeersträucher und außerdem viele verwunschene Ecken. Die Ecken sind aus einem recht unromantischen Grund so verwunschen: Sie sind einfach ziemlich zugewuchert; der Vorbesitzer hat dem Grün nicht wirklich Einhalt geboten.

Auf dem Grundstück gibt es zwei ziemlich große Tannen, die eine ist circa sieben Meter hoch, die andere acht oder neun Meter. Die große ist nicht nur sehr hoch, sondern auch sehr ausladend – ein über Jahrzehnte gewachsenes Prachtstück, das dem Kölner Dom gut als Weihnachtsbaum zu Gesicht stünde.

Tannenbäume mit Regenbogen

Die Tannenbäume mit Regenbogen: Ganz links, halb aus dem Bild ragend, die große Tanne, in der Mitte die schmale. Die rechte der drei Tannen, Bildmitte, steht auf dem Nachbargrundstück.

Die Tanne steht nun aber nicht im Kölner Dom, sondern bei mir im Garten, nimmt Platz weg, beraubt die Nachbarn bis hinauf in den dritten Stock ihres Tageslichts und tut nichts weiter als blöd herumstehen. Deshalb muss sie weg und ihre schmale Freundin gleich mit.

Es ist ja allseits bekannt, dass ich aus dem Sauerland komme, und wer aus dem Sauerland kommt, kennt über drei, manchmal auch schon über eine Ecke immer jemanden, der regelmäßig in den Wald geht und Holz macht. Früher war das mein Großonkel. Früher war allerdings auch alles anders, da brauchte man nicht für jeden Schlag mit dem Beil eine Genehmigung. Da ging man einfach mit der Axt in den Wald, haute um, was man brauchte, und zog es auf dem Schlitten nach Hause.

Heute hat die Verwandtschaft einen Motorsägenschein und darf ganz offiziell „Holz machen“. Mit drei Motorsägen, einem Helm und einem Seil kommt sie also zu mir in den Garten, um die Bäume umzuhauen. Wir haben allesamt ein bisschen Respekt vor der Unternehmung, denn so ein mehrfamilienhaushoher Baum, das ist schon was. Außerdem ist er ja nicht nur hoch, sondern auch breit, gut vier Meter im Durchmesser, wenn man die Äste einbezieht – sowas muss irgendwo zu liegen kommen, und dieser Ort ist bestenfalls nicht der Balkon der Nachbarn von oben oder der Zierteich der Nachbarn zur Rechten, in dem, wenn ich mir die gesamte, zierstrauchbestandene Grünanlage so anschaue, bestimmt Kois im Wert eines Mittelklassewagen schwimmen. Es bleibt eigentlich nur ein 30 Grad breiter Streifen zwischen meinem Kirschbaum und dem Gartenzaun.

Den erste Baum, den schmalen, nehmen wir zum Üben. Die Verwandtschaft geht um ihn herum, prüft Holz und Wuchsrichtung und sagt: „Das machen’wa einfach mit Drücken!“ Wir stellen uns also an den Stamm, Motorsägen-Man sägt – Mrrrööööömmm! – einen Keil in den Stamm, und wir drücken den Baum in die Richtung, in die er fallen sollen. Tatsächlich fällt er wie eine Eins.

Der zweite Baum hingegen, ja, da hat auch Motorsägen-Man Respekt. Er beäugt ihn, prüft, lehnt die Leiter an, klettert hinauf, knotet ein Seil um den Stamm, klettert wieder hinunter, zieht einmal Probe, geht wieder um den Baum herum und sagt dann: „Wird schon.“ Das ist für uns das Zeichen, die Leiter wegzuschaffen und ans Ende des Seils zu treten, bereit für den finalen Zug. Wieder sägt er – Mrrrööööömmm! Mrrrööööömmm! – einen Keil. Es dauert diesmal, der Stamm ist ziemlich dick. Dann der Befehl: „Ziehen!“ Wir ziehen, der Baum neigt sich ein bisschen, dann noch ein bisschen, ein bisschen mehr und schließlich senkt er sich, langsam wie eine Feder, zu Boden, und legt sich sanft in die Brombeersträucher knapp vor Nachbars Zaun. Der Garten ist nun voll mit Tanne – mit so viel Tanne, dass ich eine Adventskranzbinderei aufmachen könnte.

Tannenbaum im Garten

Viel Tanne im Garten.

Wir sägen noch ein bisschen an den anderen Bäumen herum, am Kirschbaum und am Haselnussbaum. Wir sägen sie natürlich nicht um, sondern wir sägen sie nur in Form. Danach ist der Garten endgültig voll. Eine Schar Rotkehlen und fünf Meisenfamilien kommen. Sie bemerken schnell: Hier gibt’s jetzt richtig was zu futtern.

In den folgenden zwei Tagen schmeißen die Vögel eine Riesenparty im Gehölz: Sie hüpfen durch den Garten wie durch ein Bällebad, picken sich die fedrigen Bäuche voll und zwitschern so laut wie sonst nur Uschi Kowalski beim Schlagermove. Die kleinen Dinger sind völlig high und beseelt.

Vogelparadies

Für die einen ist es Grünabfall, für die anderen das Paradies.

Wenn Sie nun in der Nähe von Dortmund wohnen und weihnachtlich schmücken möchten, kommen Sie gerne vorbei. Ich habe Tannengrün ohne Ende. Wirklich: ohne Ende.

Ein Portrait der britischen Kriegsreporterin Christiane Amanpour. Titel: „In my job, it’s just like being a man – but better„. Sie erklärt, welche Vorteile sie als weibliche Kriegsreporterin gegenüber Männern hat.

Der Designer und Programmierer Robby Leonardi hat seinen Lebenslauf im Stile eines „Jump & Run“-Games gestaltet.

Ein ZEIT-ONLINE-Thema über die Karl-Marx-Allee in Berlin.

Sven erklärt die Bus- und Bahn-Preise in Hamburg. Sofern das möglich ist.

Eine Mutter verwandelt den Mittagsschlaf ihres Kindes in traumhafte Abenteuer.

Die Autocorrect-Funktion, ein Quell steter Freude: 25 lustige Autocorrect-Fails aus dem angelsächsischem Raum (via @journelle).

Frau Nuf hat ihre Kinder mit Lego nachgebaut.

Falls Sie Fernweh haben: „Reisedepeschen“ ist ein ganz toller Reiseblog.

Lieblingstweets 10/2013:

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Mein Renovier-Bootcamp ist in vielerlei Hinsicht lehrreich:

Nicht nur kann ich nach Ende der Arbeiten eine Handwerkerfirma eröffnen („Malern, spachteln, bohren: Frau Nessy – Handwerkerarbeiten aller Art“), sondern ich habe auch neue, innovative Ansätze für das Training der Handballhühner gefunden.

Folgendes, am Wochenende von mir entdeckte Workout trägt den Namen: „Ganzheitlicher Muskelaufbau dank Strukturputz“. Es eignet sich für alle Altersgruppen. Notwendig sind lediglich eine gewisse Grundkondition und ein Mindestmaß an Beweglichkeit. Die Übungen trainieren den gesamten Körper vom Rumpf bis in die Zehen. Sie beugen Rückenproblemen vor, kräftigen die Schultermuskulatur und machen straffe Beine. Überdies sorgen sie durch ihren meditativen Charakter für seelische Ausgeglichenheit.

Die Übungen sind im Einzelnen:

Lässiges Armschwingen
Stellen Sie sich einen Eimer Tiefgrund bereit, nehmen Sie einen Quast und beugen Sie sich locker hinab. Tauchen Sie den Quast in den Tiefgrund und streichen Sie nun in lässigen Armschwüngen die Wand entlang. Wird der Quast trocken, benetzen Sie ihn erneut, bis die ganze Wandfläche mit Tiefgrund bestrichen ist. Mindestens 300 Wiederholungen (Latissimus, Deltamuskel, Trapezmuskel, Trizeps).

Lassen Sie den Tiefgrund danach vier Stunden trocknen. Nutzen Sie die Zeit zur aktiven Erholung: Ziehen Sie ein paar Acrylnähte (siehe unten) oder fahren Sie in den Sportfachhandel Baumarkt.

Beidseitiges Armheben
Der Tiefgrund ist trocken? Dann öffnen Sie einen Eimer Haftgrund und quirlen Sie gut durch. Wählen Sie eine plüschige Malerrolle und rollen Sie die Wände mit beidseitigem Armheben großzügig mit Grundierung ein. Achten Sie darauf, ausreichend Druck auf die Rolle auszüben – nur so erzielen Sie physisch und handwerklich ein optimales Ergebnis. Mindestens 500 Wiederholungen. Ist der Haftputz angetrocknet, tragen Sie eine zweite Lage auf. Wieder mindestens 500 Wiederholungen (Latissimus, Deltamuskel, Trapezmuskel, Trizeps).

Die tiefe Kniebeuge
Sie werden nicht umhin kommen, sowohl das lässige Armschwingen als auch das beidseitige Armheben mit Kniebeugen zu verbinden. Führen Sie die Bewegung jedesmal sauber aus, gehen Sie tief hinunter und halten Sie kurz die Anspannung. Um Abwechslung in die Übung zu bringen, steigen Sie zwischendurch auch einmal auf eine Leiter: Die Step Aerobic stärkt in Kombination mit den Kniebeugen Ihre Beweglichkeit und sorgt für eine Belastung auch der unteren Extremitäten. Mindestens 100 Wiederholungen binnen 24 Stunden (Bizeps, Quadrizeps, Gluteus maximus, Adduktoren, Abduktoren und Wadenmuskulatur).

Lassen Sie den Haftgrund danach zwölf Stunden trocknen. Nutzen Sie die Zeit zur Lockerung. Führen Sie leichte Dehnübungen aus. Nehmen Sie bei Bedarf einen Eiweißshake zu sich.

Überkopf-Challenge
Während der Haftgrund trocknet, können Fortgeschrittene eine gezielte Übung für die Schultermuskulatur durchführen: das Über-Kopf-Arbeiten. Nehmen Sie sich dazu eine neue Farbrolle und einen Eimer Polarweiß, tauchen Sie die Rolle tief in die Farbe und streichen Sie die Decke. Achten Sie auch hier auf einen ausreichenden Druck auf die Farbrolle. Mindestens 50 Quadratmeter (Latissimus, Deltamuskel).

Ist die Grundierung trocken, wiederholen Sie am nächsten Tag das beidseitige Armheben – diesmal mit Strukturputz. Tragen Sie ihn gleichmäßig auf die grundierte Wand auf. Die Wiederholung der Übung direkt am Folgetag erhöht ihre Intensität und trainiert überdies die mentale Stärke des Athleten (Latissimus, Deltamuskel, Trapezmuskel, Trizeps).

Acryl-Entspannung
Wann immer Sie eine offene Naht sehen, greifen Sie zum Acryl. Acrylnähte ziehen entspannt und fördert die Feinmotorik.

Eine komplette Trainingseinheit „Strukturputz“ dauert zwei Tage. Geübte können vorher zusätzlich die Wände abschleifen und danach zweimal drüberstreichen. Das verlängert das Workout um zwei weitere, wunderbare Tage.

Viel Spaß!



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