Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Es wird Zeit, dass hier im Kännchencafé Weihnachtsstimmung aufkommt. Bei mir im Büro werden schon die ersten selbstgebackenen Kekse verteilt.

Im Buchhandel gibt’s ab sofort ein zauberhaftes Werk zu kaufen – und ich bin dabei.

 

Weihnachtsbuch: Opa kriegt nichts mehr zu trinken

Dietmar Bittrich (Hg.):
Opa kriegt nichts mehr zu trinken!
Neue Weihnachtsgeschichten mit der buckligen Verwandtschaft

 

Worum geht’s?
Natürlich um Weihnachten. Und um die Mischpoke. 21 Autoren erzählen in 21 Geschichten von ihrem Weihnachten mit  der Sippe. Zum Lachen, zum Weinen, manchmal auch zum Melancholischwerden. Auf jeden Fall sehr kurzweilig.

Mit dabei sind unter anderem Nora Gantenbrink, Renate Bergmann und 11-Freunde-Autor Dirk Gieselmann. Ich habe eine Familiengeschichte beigesteuert und erzähle, wie Weihnachten bei uns im Sauerland ablief, als die schönste Großmutter noch lebte und wir uns alle bei ihr trafen.

Hier gibt’s eine Leseprobe (pdf).

Kosten und Darreichungsform:
Auf Papier im Buchhandel oder als eBook beim Händler der Wahl. Für 9,99€ gehört das Ding Ihnen.

Post aus dem Jawl – beziehungsweise von Christian via Facebook. Er hat mich gebeten, ein paar Stichworte zu meinem Jahr 1998 aufzuschreiben. Ich mache das mal hier im Blog.

1998 also.

Alter:
20 Jahre

Aufenthaltsort:
Essen, Düsseldorf und Menden/Sauerland

Beruf:
Studentin. Psychologie, Medienwissenschaft und Verlegenheitssoziologie. Schlimme Kombination, es sei denn, man strickt gerne. Ich hatte die NC-Zulassung für die beiden ersten Fächer erhalten, und die Studienordnung ließ, verbunden mit meiner Interessenslage, nichts anderes als das Hauptfach Soziologie zu. Das war mittelprächtig schrecklich. Im Jahr 1998 änderte die Uni die Studienordnung, und ich konnte eine Sprache als alleiniges Hauptfach wählen. Ich habe sofort gewechselt und im Hauptfach fortan Italienisch studiert.

Neben dem Studium habe ich gearbeitet. Diese Studiererei musste finanziert werden; außerdem bedurfte es angesichts der Fächerkombination einer Vorbereitung auf meine Taxifahrerkarriere Anschlussverwendung. Am Wochenende war ich als Freie für die Tageszeitung in Menden unterwegs, habe über Schützenfeste, Orgelkonzerte und Wellensittichzucht geschrieben und Fotodienste gemacht. Das war damals noch Analogfotografie mit Film entwickeln in der Dunkelkammer – die Älteren unter Ihnen erinnern sich. Unter der Woche habe ich Nachhilfe gegeben. In den Semesterferien habe ich in einer Buchbinderei gearbeitet und für eine Messebaufirma Messestände aufgebaut.

Beziehung:
Status: „Es ist kompliziert.“ Im Laufe des Jahres bin ich aus der gemeinsamen Wohnung aus- und in ein eigenes Ein-Zimmer-Appartment gezogen.

Haare:
Gute Frage. Ich glaube: lang. Und ich fürchte, ich hatte einen Pony.

Urlaub:
Insel Pag (Kroatien)

Bemerknis #1:
Mit dem Umzug habe ich mir mein erstes Modem gekauft und hatte fortan Internet in meinem Zuhause. Ich habe es nur eingeschaltet, wenn ich es brauchte, denn wir hatten damals ja nix, nicht einmal eine Flatrate. ICQ war der letzte heiße Scheiß.

Bemerknis #2:
Ich konnte fünf Fernsehprogramme empfangen: ARD, ZDF, WDR, RTL und einen niederländischen Sender. Wenn ich nachmittags von der Uni kam, habe ich gerne Hans Meiser zugehört. Sehen ging nicht, denn RTL war voller Schnee. Leider ging RTL irgendwann verloren, und ich hatte nur noch Eins, Zwei und Drei. Und den Holländer.

Weiterführende Literatur:
Ich bin mal ins Blogflöz hinabgestiegen und habe mein Teenietagebuch abgestaubt. Das ist zwar nicht aus 1998, sondern von 1995, dafür aber mit Special Audio Feature. Falls Sie also nichts vorhaben:

22. April 1995: Gestern PUR-Abend bei Tanja.
6. Mai 1995: Hervorragende Nachrichten!
10. Mai 1995: Die Lösung der Montagssache.
11. Mai 1995: Die Ereignisse überschlagen sich.
13. Mai 1995 (besagter Samstag): O-ber-pein-lich.
14. Mai 1995 (Sonntag nach besagtem Samstag und vor besagtem Montag): Dann doch lieber eine scheiß Taufliege sein.
15. Mai 1995 (besagter Montag): Geredet. So richtig.
23. Mai 1995: Schluckauf.
30. Juni 1995: Ein Leben wie auf einer Galeere.
3. Juli 1995: Der Brief.

Falls Sie gerne mitmachen und ein Jahr von mir haben möchten, schreiben Sie es in die Kommentare. Ich schüttel dann den Kalender für Sie.

 

 

Twitter-Lieblinge 10/2014:

https://twitter.com/Ingeborch/status/519396511080542208

https://twitter.com/mackielsky/status/519544834541891585

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https://twitter.com/e13Kiki/status/526468883969220610

Jetzt ist er da, der Herbst. Mit aller Wucht, mit Wind, Laub und Regen.

Gestern Abend lag ich im Bett, die Jalousien auf Schlitz, das Fenster weit geöffnet, die Wärmflasche im Rücken und hörte dem Haus und dem Garten zu, dem Blätterrauschen, dem Quietschen der Äste und dem Klappern der Rolläden.

Herbst ist eine Jahreszeit, mit der ich nicht viel anfangen kann. Die ich nur mag, wenn es stürmt und regnet, während ich selbst es warm habe. Ich bin ein Typ für warm oder kalt, ich bin einfach gestrickt, entweder A oder B, am liebsten 25 Grad, und nur wenn das nicht geht, dann bitte -10, aber nicht 15 Grad und Regen.

In meinem eigenen Garten sind die meisten Bäume und Büsche beschnitten und laubfrei. Aber der Nachbar hat fast einen Park, viele Quadratmeter Rasen mit Bäumen, Mauern und verwunschene Ecken. Dort summt und raschelt, fliegt und trappelt es das ganze Jahr über. Und wenn es jetzt stürmt, gibt es ordentlich Laub. Der ganze Rasen ist bedeckt, auf den vier Kompostboxen türmen sich bunte Blätterhaufen. Die Vögel sind aufgeregt, fliegen umher, sammeln und picken. Sie nehmen noch mit, was sie finden können.

Früher – natürlich -, da habe ich Kastanien gesammelt und Blätter geklebt. Wozu geht man sonst in den Kindergarten und in die Schule. Um Zeug zu basteln. Dabei war ich nie ein Bastelfreund, nicht einmal als Kind. Malen, das ging, das war okay, das habe ich gerne getan. Aber Gegenstände nehmen und daraus etwas modellieren, sie durchbohren, verkleben, besprühen – nein. Warum auch, die Dinge sind doch schön so, wie sie sind. Kastanien zum Beispiel sind sehr schön, so glatt und knallbraun, an denen muss man nichts tun. Überhaupt finde ich: Man sollte die Dinge mehr für sich stehen lassen. Sie nehmen, wie sie gedacht sind. Ebenso wie die Menschen.

Herbst also – die Jahreszeit, in der alles vergeht, damit aus Vergangenem Neues entstehen kann. In der das Alte schwindet, in der es fortgeweht, uns entrissen wird, auf dass es an anderem Ort zu etwas wird, dass es bislang nicht war. Ich würde melancholisch, wollte ich an dieser Stelle weiterdenken. Und doch kommt mir, ohne sie denken zu wollen, im Angesicht des allgegenwärtigen Verblühens die Idee, dass dieser Zyklus, dass das folgerichtige Werden auch auf mich zutrifft. Dass ich  alle und alles bin: die Menschen, die ich verloren habe, und die, die ich noch gewinnen werde; das, was ich erlebt habe, und das, was mich noch prägen wird. Weil beides unausweichlich ist; weil ich ich bin; weil die Zukunft aus der Gegenwart, aus der Vergangenheit erwächst, aus der eigenen und aus unser aller. Weil das Neue, das kommen wird, stets und bald zu Altem wird, das wiederum sein eigenes Neues gebiert.

So liege ich im Federbett, Wärme im Rücken und Sturm vor dem Fenster, mit der Melancholie des Sommers und der Vorfreude auf den Winter im Herzen. So schlafe ich ein und begegne im Traum denjenigen, die bei mir waren, mit einer Spur des Vermissens, aber ohne Schmerz.

In der U-Bahn. Eine alte Dame erzählt ihrem Gegenüber:

„Ich habe einen Freund in Polen, einen Professor. So alt wie ich, und er arbeitet noch. Ich habe ihn gefragt: ‚Fühlst du dich nicht zu alt fürs Arbeiten?‘, und er sagte: ‚In der Universität bin ich nicht zu alt. Dort sind so viele junge Menschen, dass ich auch wieder ein junger Mensch bin. Ich bin nur zu Hause alt.'“

Hach – das Internet hält so schöne Sache bereit:

Wie fühlt sich das Alter an? Zeit-Autor Henning Sußebach hat Greta, 79, und Hans, 81, besucht:

„Dabei rast die Zeit gar nicht“, sagt sie, „wir sind nur langsamer geworden. Viel, viel langsamer. Früher ging mir alles ruck, zuck von der Hand. Wie lange ich jetzt brauche, um mir die Haare zu waschen. Oder den Frühstückstisch abzuräumen. Und wenn ich denke, dass ich fertig bin, liegt da immer noch was.“

„Die Grünphasen an der Ampel schaffen wir aber noch“, sagt er.

„Ich bin neulich sogar mal wieder über Rot gelaufen, Hans.“

„Ich soll ja nicht mehr rennen seit meiner Hirnoperation.“

Ein wunderbarer, wirklich wunder-wunderbarer Text mit vielen Zitaten, die man sich gerne an die Wand hängen möchte. Humorvoll, melancholisch, anrührend. Einfach großartig. So wie Henning Sußebach ein großartiger Autor ist.

Der liebe MC Winkel zeigt, wie die bekanntesten Apps auf der Apple Watch aussehen werden.

Da denkt man immer, die Welt sei riesig. Und dann sowas: Unser Planet Erde im Vergleich zu anderen Teilen des Sonnensystems.

Die NSA spioniert uns aus? Kein Ding. Das Nuf weiß: Schlimmer als die NSA überwachen uns unsere Kinder.

Die Uni Wien möchte international sein. Deshalb nutzt sie für Marketingzwecke wiederholt ein Bild, auf dem ein dunkelhäutiger Student zu sehen ist. Nur dumm, dass die einzige Internationalität des Bildes darin besteht, dass der Abgebildete nicht aus Wien, sondern aus Oberösterreich kommt – wie er der Uni in einem offenen Brief schreibt.

So macht man gutes Marketing: Die Polizei Reykjavik auf Instagram. Da möchte man doch gleich nach Island fliegen und sie knuddeln.

Nils Pickert wundert sich darüber, dass er offenbar ein Held ist – nur weil seine Frau mit dem dritten Kind schwanger ist. Seiner Frau wird indessen suggeriert, sie habe den Verstand verloren.

Etwas fürs Auge und zum Träumen: Die erste Klasse des neuen A380 von Qatar Airways A380. Unterscheidet sich ein klein wenig von der Holzklasse meines Ferienfliegers.

In New Orleans werden Tote nicht begraben. Warum, schreibt Eva Schulz im Hurra-Blog.

Der Kiezneurotiker über junge Menschen mit Realschulabschluss, die sich bei ihm bewerben: „Schade, leider dumm„. Die Kommentare unter dem Beitrag sind sehr kontrovers.

Sachen gibt’s! Die Sängerin Anna-Maria Hefele kann zwei Töne gleichzeitig singen. Ab 0:30 beginnt sie, dann kommt langsam der zweite Ton dazu. Ziemlich abgefahren:

Frische Links gibt es übrigens auch jeden Freitag bei den Gärtnerinnen.



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