Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Freitag, 12. Januar

12. 01. 2018  •  2 Kommentare

300 Kilometer nach Süden gefahren. Dabei Instrumentalmusik gehört. Vielen Dank für die Tipps. Ich bin noch dabei, alles aufzuarbeiten. Ich habe mir Game-Musik runtergeladen. Außerdem noch ein bisschen Einaudi und Yann Tiersen.

Dabei bin ich auf Elijah Bossenbroek gestoßen.

Tolle Stücke. Und verdammt, der Mann sieht auch noch gut aus.

*

Wie viele Menschen seit Jahren oder Jahrzehnten ein Leben leben, das sie nicht leben möchten. Die ein Familienleben leben, in dem sie sich seit Jahren nicht wohlfühlen. Die sich jahrzehntelang auferlegen, dass sie ihre Homosexualität nicht leben dürfen und sich damit quälen. Die am liebsten eine andere Arbeit machen würden (und finanziell und persönlich auch könnten), aber immer wieder Gründe finden, warum es nicht geht, und daran zerbrechen.

Mir ist aufgefallen, dass all diese Menschen (mehr Männer als Frauen), denen ich in der jüngeren und älteren Vergangenheit begegnet bin, starke Väter (seltener Mütter) hatten. Solche Väter, die sehr dominant sind, die viel verlangen, die wenig reden, schon gar nicht über Gefühle.

(Gedanken während der Autofahrt.)

*

In Heidelberg angekommen. Im Gasthaus zum Klosterhof in Ziegelhausen zu Mittag gegessen.

Salat mit Apfelschorle und Brot

Anschließend bin ich über den Wald am Neckarhang und den Philosophenweg in die Stadt gegangen. Das sind circa sieben Kilometer und hat fast schon Tradition: Wenn ich früher ankomme, als die Freundin Feierabend hat, parke ich bei ihr vorm Haus und laufe in die Stadt, wo sie mich aufgabelt.

Auf dem Weg gibt’s schöne Blicke ins Neckartal. Bisschen grau halt:

Heidelberg

Außerdem stehen viele alte Bäume rum.

Baumwurzel am Hang

Auf dem Weg mehrmals Ihn und Sie überholt, mal war ich diejenige, die langsamer ging, mal waren sie langsamer, mal bin ich stehengeblieben und habe ins Tal geschaut, mal sie. Sie unterhielten sich den ganzen Weg. Ich verstand nicht, worüber, und hätte ohnehin nicht zuhören wollen. Ich spürte nur an ihren Gesten, an ihrer Mimik und an den Redeanteilen, wie sehr sie einander mögen – und wie gut sie einander zuhörten. Ich freue mich für die beiden. Das ist ein Geschenk.

 

Donnerstag, 11. Januar

11. 01. 2018  •  6 Kommentare

Beim Dortmunder Unternehmerfrühstück gewesen. Das findet alle zwei Monate statt und ist kurz und knackig; immer richtet ein anderes Unternehmen ein Frühstück aus, Veranstalter ist die Wirtschaftsförderung.

Diesmal ging’s um Digitalisierung bei der Signal Iduna und unter anderem um deren Innovationshub „signal open studios“ in Berlin. Wir sind nicht so tief eingestiegen, dass ich mir eine Meinung bilden konnte; was mir allerdings gefiel, war die Haltung des Unternehmens, wenn es um Zukunft geht und darum, die Mitarbieter mitzunehmen. Selbst wenn man die üblichen Marketing- und Schönwetterrednerpunkte abzieht, bleibt da was übrig.

Kritik aus dem Publikum, so einen Hub in Berlin und nicht im Ruhrgebiet zu machen, wenn man ein Dortmunder Unternehmen ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Frischen Wind spürt man nicht, wenn man nur um die Ecke zieht. Denn dann kommt ständig der eigene Mief rübergeweht.

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Maximilian Buddenbohm schreibt über mittelgrobröhriges Schnittlauch und seine Anwendungsfälle. Wenn Sie das Wort „mittelgrobröhrig“ einmal getippt und alle Buchstaben an die richtige, ihnen zugedachte Stelle gebracht haben, können Sie auch schon Feierabend machen.

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Am Abend Training mit den Kalendergirls. Mit den gleichen Beschwerden gegangen wie gekommen. Das ist gut! Denn in meinem Alter gibt es die Möglichkeiten:

  • Mit mehr Beschwerden gehen als kommen: schlecht
  • Mit den gleichen Beschwerden kommen und gehen: super!
  • Mit weniger Beschwerden gehen als kommen: Wunderheilung \o/

Alles ist schon vorgekommen. Die mittlere Variante ist der Normalfall. Heute war zum Glück die Torfrau da. Sie hat manueltherapeutische Kenntnisse. Das war hilfreich. Es kribbelt nämlich in meinem kleinen Finger und an der Handaußenkante. Googelt man die Symptome, ergeben sich folgende drei Möglichkeiten: Hirntumor, Bandscheibenvorfall, Multiple Sklerose. Ich habe mich nach ausführlicher Lektüre und gezielten Selbsttests für Diagnose Nummer vier entschieden und wähle die Behandlungsmethode „Abwarten“.

Achtzig Prozent meiner Beschwerden verschwinden nämlich durch entschiedenes Abwarten. Weitere zehn Prozent durch Abwarten plus Blackroll. Die restlichen zehn Prozent durch Abwarten, Blackroll und Ibuprofen. Leider dauert es mittlerweile immer länger, bis Zipperlein abklingen, obwohl meine Restlebenszeit konsequent kürzer wird. Ich bemängele das.

Mittwoch, 10. Januar

10. 01. 2018  •  14 Kommentare

Neue Termine gemacht: Vom 16. bis zum 23. Februar bin ich in München.

Ich besuche das Digital Media Camp des Media Lab Bayern. Außerdem bin ich bei 48forward, Eigenwerbung: „Future and Innovation Conference“ – wir werden sehen. Tickets gebucht, Unterkunft gebucht. Dazwischen und auf den Hinweg werde ich mir weitere Termine legen. Das passt perfekt.

Ich freue mich auf Gesellschaft. Für Spezi, Kaffeetrinken oder Abendessen. Mag wer?

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Wegen dieser Terminlage kann ich nun erstmal doch nicht „Gut gegen Nordwind“ im Theater sehen. Schade, schade. Vielleicht dann im April.

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Die Kaltmamsell schreibt über Großraumbüros:

Ich scheine der einzige Mensch auf der ganzen Welt zu sein, der Großraumbüros wirklich mag.

Nein, wir sind zu Zweit. Mir geht es wie der Kaltmamsell: Ich neige nicht dazu, meinen Arbeitsplatz zu wohnzimmerisieren – weder mit Bildern noch mit Topfpflanzen noch mit, Gott bewahre, irgendwelchem Dekokram. Ich habe mich im Großraumbüro immer wohl gefühlt – eben weil man gut in die Zusammenarbeit kommt. Ich kann mich allerdings prima konzentrieren. Wer etwas von mir will, muss mich laut mit Namen ansprechen, sonst bin ich geistig woanders.

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Sandra ist in ein Herz-Reha-Aqua-Fitness mit Rentnern geraten.

Einer der drei Hans möchte wissen, warum Jürgen mich noch nicht vorgestellt hat. Ob er mich vielleicht nicht gesehen hätte. Jürgen bestätigt, dass er meine Anwesenheit wahrgenommen hat. Ich erkläre Hans, dass Jürgen vielleicht abwartet, ob ich nächste Woche wieder komme. Hans informiert Jürgen, dass, wenn ich nächste Woche nicht wiederkommen würde, niemand wüsste, wer ich bin.

Wenn ich keine Kundentermine habe, gehe ich gerne morgens in Fitnessstudio – statt wie sonst abends. Am Vormittag ist es leerer und ruhiger, und ich starte danach wach beschwingt in den Tag.

Morgens bin ich die Queen of Turngruppe. Denn wenn ich dem morgendlichen Herrentrüppchen dort Glauben schenken darf, bin ich optisch kurz vor Beachvolleyball, mit dem Leistungsstand einer Olympiaathletin. „Ihre Geschmeidigkeit möchte ich haben, junge Frau.“ Ersetzt acht Sitzungen beim Psychologen.

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Doktorarbeit, Reminiszenzen:

Der Mann hat übrigens literarisch herausragende Threads zum Weihnachtsurlaub mit seinen Eltern geschrieben, wirklich wundervoll.

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Sonst für einen Kundentermin in der kommenden Woche gearbeitet. Etliche neue Sachen frisch vorbereitet, das hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Passt aber gut zum Jahresanfang.

Dienstag, 9. Januar

9. 01. 2018  •  3 Kommentare

Blogbeitrag auf der Jobwebsite veröffentlicht. Fußballtrainer Ismail Atalan hat kluge Worte über Mannschaften und deren Zusammenwirken gesagt: Die Seele des Teams. 

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Mit Jawl telefoniert wegen beruflicher Dinge. Gemeinsam beschlossen, dass es etwas ist, was ich selbst tun kann. Mit so einem Service verdient der Mann nix!

Oder doch? Ich empfehle ihn jedenfalls immer gerne weiter: Weil er jemand ist, der im Sinne des Kunden nachdenkt und Ideen hat, die mir nicht selbst einfallen müssen. Und weil er mir nicht unter allen Umständen etwas aufschwatzt.

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Buch zu Ende gelesen: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr. Richtig, habe ich erst vor zwei Tagen begonnen. Hat aber nur 156 Seiten.

Ein Monat auf dem Land (und ich)

Handlung: Ein Weltkriegsveteran und Restaurator nimmt einen Auftrag auf dem Land an und ist am Ende seltsam beseelt – von dem Ort, von seinen Menschen und von dem Glück, das er bei sich und seiner Arbeit gefunden hat. Nicht Besonderes, aber eine schöne Geschichte. Drei von fünf Sternen.

Im Bild sehen Sie meinen neuen Deluxe-Hoodie mit extra viel warmem Kragen und Superflausch. Erstanden in Varel in einem kleinen Laden. Da sag noch einer, die Leuten kauften nur noch im Internet.

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Wenn die Gartenbeleuchtung um 16 Uhr anspringt, ist es jetzt noch hell. Es geht aufwärts.

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Christian ist heute zehn Jahre auf Twitter und schreibt darüber.

Das Gute überwiegt. Vor allem dadurch, dass ich großartige Menschen kennen lernen konnte.

Das ist wirklich eine verrückte Sache: Wie viele Menschen ich inzwischen über das Blog und über Twitter kennengelernt habe. Also richtig kennengelernt, gesprochen, auch lange gesprochen, nicht nur mal eine gemeinsame Limo getrunken. Dabei sogar erstaunlich persönliche Gespräche geführt, schon nach sehr kurzer Zeit. Das ist fantastisch.

Für Außenstehende ist das allerdings unverständlich. „Wo übernachtest du?“ – „Bei Leuten aus dem Internet.“ – „Woher kennst du die?“ – „Aus dem Internet, von Twitter. Und vom Blog.“ – „Und du hast die noch nie vorher getroffen?“ – „Nein.“ – „Und dann triffst du die einfach?“ – „Ja.“ – „Und wenn die nicht nett sind?“ – „Ist mir noch nie passiert.“

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Die Nachbarfreundin-Ex-und-Wieder-Kollegin und Sommersemester-Seminarpartnerin hat mir gestern Ziegenkäse-Lauch-Röllchen mitgebracht, die sie erstmals gebacken hat. Großartig, so eine Versorgung. Ich lebe hier fast wie in einer Kommune: In der dritten Etage die Kreisläuferin mit dem Brotbäcker, Brötchenholer und Grillkönig, ums Eck die Nachbarfreundin mit den vegetarischen Köstlichkeiten und dem Bifteki-Meister. Und ständig bekochen wir uns.

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Sonst gearbeitet. Das Jahr beginnt langsam, das ist gut so. Es lässt Raum für Planungen, fürs Durchdenken, für Ideen. Ab kommender Woche die ersten Termine. Ich freue mich.

Montag, 8. Januar

8. 01. 2018  •  2 Kommentare

Zumba ausprobiert. Es war … interessant.
Sie werden darüber lesen.

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Die Deutsche Botanische Gesellschaft hat die Alge des Jahres 2018 gekürt. Einen Tusch für das Klebsormidium, einem – ich zitiere aus der Pressemitteilung – „Pendler zwischen scheintot und Wiedererwachen“.

Ist die Alge mit der Gesamtsituation unzufrieden, stellt sie sich tot. Erst, wenn es aufs Wochenende zugeht es etwas zu Trinken gibt die Umstände sich bessern, erwacht sie wieder zum Leben. Klebsormidium, einer von uns.

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Der Garten denkt: Winter fällt aus. Er hat in den Frühjahrsmodus geschaltet. Schneeglöckchen, Krokanten, Tulpen und anderes Blühzeug starten zum Angriff. Auch der Schnittlauch kommt.

Garten im Januar: Lauter Grünzug kommt aus der Erde

Die Terrasse ist derweil grün vor lauter Regen. Vielleicht die Alge des Jahres. Unschön. Im Frühjahr werde ich sie kärchern müssen. Wie so ein Gartenrentner.

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Große Freude an diesem kleinen Video gehabt:

https://twitter.com/AMAZlNGNATURE/status/949718254846488576

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Die zauberhafte Sue verschickt ungefähr wöchentlich einen Newsletter. Titel: E-Mail für Dich. (Tipp: Melden Sie sich dafür an. Er ist toll.)

Im aktuellen geht es ums Starksein und ums Zartsein, und sie hat ein paar Dinge wunderbar auf den Punkt gebracht:

Wenige Dinge schmerzen so sehr wie die Erkenntnis, dass man auf einem toten Pferd sitzt und endlich absteigen muss, also sitzt man da einfach noch eine Weile und zieht den armen Gaul in Gedanken durch die Wüste. 

Wenn die Kapitulation zu viel Kraft kostet, ist Durchhalten zeitweise leichter, und von außen sieht das immer alles aus wie Stärke.

Starksein ist auch das Ergebnis vieler Stunden, Tage und Woche, in denen man vor Schwäche kaum gehen konnte, aber dann doch wieder aufgestanden ist.

Später geht Sue auf die FAZ-Artikel „Zarte Männer braucht das Land“ ein (den ich bewusst nicht gelesen habe, weil mir die Überschrift zu pauschalisierend war) und schreibt:

Das Land braucht nämlich weder mehr starke Frauen, noch zarte Männer, sondern die Erkenntnis, dass alle Menschen immer alles sind und in unterschiedlichen Momenten alles sein können.

Ja.

Samstag und Sonntag, 6. und 7. Januar

7. 01. 2018  •  4 Kommentare

Die Kalendergirls gewinnen ihr Nachholspiel gegen TV Brechten mit 19:16. Schön war’s nicht, nur effizient. Damit sind wir nun gleichauf mit dem Spitzenreiter, 16:0 Punkte.

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Wieder im Fitnesstudio gewesen. Wieder hauptsächlich für Cardio und Rumpf, so wie ich es meistens tue. Die Performance wird besser.

Diesmal haben sie es geschafft, ein Sportprogramm auf einen der fünf Fernseher im Cardiobereich zu schalten. Zwar war es Skispringen, aber ich möchte nicht allzu kritisch sein. Denn seit ich dort hingehe, laufen arte und 3sat auf den Geräten. In einem Fitnessstudio! Das muss man sich mal vorstellen. Als wären wir im Programmkino. Vor Monaten hatte ich mehrmals angeregt, man könne doch auf einem Fernseher immer sport1 und auf einem anderen Eurosport laufen lassen. Fürs intellektuelle Publikum bleiben dann immer noch drei weitere Fernseher. Der Vorschlag stieß beim Personal seinerzeit auf so großes Unverständnis, das ich nicht mehr mit einer Trendwende gerechnet hatte.

*

Einen Film angeschaut: Alles eine Frage der Zeit. Gefällige Romantik mit ein bisschen Tiefgang und Schauspielern, die ich in der Mehrzahl nicht kannte. Gut war: neue Gesichter zu sehen. Hauptdarsteller ist der Ire Domhnall Gleeson.

Außerdem ein Buch zu Ende gelesen: Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde. Drei Handlungsstränge auf drei Zeitebenen, die sich ergänzen. Ich habe es zu Weihnachten geschenkt bekommen und rasch runtergelesen. Sehr apokalyptisch. Im letzten Drittel etwas langatmig und vorhersehbar. Drei von fünf Sternen.

Jetzt auf dem Nachtschrank: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr. Klappentext:

Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby: Als auf dem Bahnhof ein Londoner aus dem Zug steigt, weiß gleich das ganze Dorf Bescheid: Er ist der Restaurator, der das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche freilegen soll. Doch was steckt hinter der Fassade des stotternden und unter chronischen Gesichtszuckungen leidenden Mannes? Tom Birkin hat im Ersten Weltkrieg gekämpft, als traumatisierter Veteran wurde er von seiner Frau verlassen. Er hofft, in der Ruhe und Einfachheit Yorkshires zu gesunden. Und tatsächlich: Je näher er dem Meisterwerk hinter der Kirchendecke kommt, desto näher kommt er auch sich selbst. Und seinen Mitmenschen. Langsam gelingt es ihm, sich der Welt um sich herum zu öffnen, vielleicht sogar der Liebe. Der Monat auf dem Land ist ein Monat der Heilung.

 

*

Anlässlich des Fauxpas‘ einer Journalistin gab es auf Twitter den Aufruf, unter dem Hashtag #MeinGroessterFail seine persönliche kleine FuckUp-Geschichte zu schildern, was ich auch tat:

Was ich nur bei Facebook dazuschrieb: Die Produktion war im Eimer, weil ich während des Entwickelns mit dem Sportfotografen knutschte. Jetzt ist es raus.

(Wilde Zeiten!)

Was schön war – Kalenderwoche 47 und 48, 2016

4. 12. 2016  •  10 Kommentare

Die tödliche Männerbronchitis ist weg. Halleluja. Nach fünf Wochen endlich wieder Sport. Im Spiel mit den Kalendergirls und auch im Fitti war ich noch etwas kurzatmig. Aber das wird schon.

Was schön war:

  • Gartenäpfel verwertet und zweimal für Vatta Apfelpfannkuchen gemacht. „Hatte ich schon ewig nicht mehr!“, sagte er. Ich auch nicht. War super.
  • „Einmal noch in den Tempel!“ Weil sie an den Neckar in die fußballerische Diaspora zieht (Hoffenheim zählt nicht), habe ich A. meine Karte für das Champions-League-Spiel BVB – Warschau vermacht. Und was ist passiert? Der BVB macht acht Buden. Alta! Acht! Und der Gegner vier. Zwölf Tore! Ich habe schon Handballspiele mit weniger Toren gesehen. Da gibste einmal ’ne Karte ab! Habe mich für A. gefreut.
  • Am Wochenende danach dann Umzug. Starke Männer waren da. Für Speis und Trank war gesorgt.  Wir haben Klamotten aussortiert; A. hat Unmengen an Klamotten. „Möchte dieser Poncho mit an den Neckar?“ – „Darin habe ich 1998 W. kennengelernt!“ – „Also ja.“ – „Nein! Gott bewahre!“ … „Möchte dieses T-Shirt mit …“ – „Das hatte ich beim ersten Date mit J. an.“ – „Also nicht.“ – „Doch!“ Die guten und die schlechten Erinnerungen, eingewebt in Textilien.
  • Besuch bei S. und A., die gerade etwas sehr Tolles in Essen machen – unter anderem eine Porschewerkstatt, aber nicht nur das. Das wird wirklich unfassbar gut. Ich möchte glatt mit einziehen. Von dieser Stelle aus: Weiterhin viel Erfolg und gute Nerven! Ihr schafft das! //*Motivationsfaust
  • Was aktuell sehr schön ist: Ich investiere Zeit in Aus- und Weiterbildung, höre zu, lerne Menschen kennen, das ist echt super. Es passiert so viel in dieser Stadt und im Ruhrgebiet, und es gibt so viele Dinge, die ich noch nicht weiß. Überhaupt interessiert mich viel zu viel, das ist das Paradoxe: Je älter ich werde, je mehr ich sehe und je mehr ich lerne, was ich alles noch nicht gelernt habe, desto mehr möchte ich wissen.
  • Einen 20-Euro-Schein verloren. Mich kurz geärgert. Mir dann vorgestellt, wie derjenige sich freut, der ihn findet. Mich dann auch gefreut.
  • Aus der Abteilung „Erste Male“: eine Session für die re:publica 2017 eingereicht.
  • Weihnachtsfeier mit den Kalendergirls. Es fielen die Worte „Mannschaftsfahrt“ und „Mallorca“. Aber auch die Worte „Mannschaftsfahrt“ und „Fröndenberg“, was ebenfalls charmant, wenngleich ein ganz anderer, innovativer Ansatz wäre. Wir sind noch unsicher. Ich denke, es wird Zeit, dass ich mal in einem Update berichte, wo wir im Projekt Klassenerhalt stehen.
  • Beim Frühstück mit Jawl darüber gesprochen, wie viele tolle Menschen wir schon übers Bloggen und übers Internet kennengelernt haben. Dabei opulent getafelt und Kleinstadtneuigkeiten ausgetauscht. So muss das.

Frühstückstisch mit Brötchenkorb, Rührei und allerlei leckerem Zeug

Was schön war – Kalenderwoche 45 und 46, 2016

20. 11. 2016  •  7 Kommentare

Die vergangenen zwei Wochen: immer noch Husten und Schnupfen des Todes. Zweimal beim Arzt gewesen, weil der ganze Brustkorb schmerzte und ich befürchtete, dass etwas Ärgeres dahinter steckt: Entzündung der Lunge oder sonstwas. War aber nicht. Trotzdem: lästig. Husten ist jetzt weg. Schnupfen auch fast. Ich muss dringend wieder Sport machen, fühle mich wie ein rostiger Trecker. Nächste Woche ist Einsteigerfitness angesagt.

Was schön war:

  • Mit den Handballveteraninnen, von denen nur die wenigsten noch Veteraninnen sind, weil sie allesamt wieder angefangen haben zu spielen, „Bridget Jones‘ Baby“ angeschaut. McDreamy hat’s optisch rausgehauen, die Handlung ist ansonsten eher mau.
  • Mini-G gehütet, während die Mannschaftskameradin bei der Rückbildung war. Denn ohne Kinderhüterin kann sie nicht rückbilden und ohne Rückbildung kann sie nicht wieder Handball spielen. Da muss man zusammenhalten. Alles für den Dackel, alles für den Club.
  • A propos Club: Die Kalendergirls haben das zweite Spitzenduell gewonnen. Tabellenplatz Zwei – wegen eines Spiels weniger als der Spitzenreiter – ist vorerst gesichert. Der Trainer hat erstmals das A-Wort ausgesprochen. Wir haben so getan, als hätten wir es nicht gehört, und sind rasch ins Thema „Weihnachtsfeier“ gewechselt. Siegessekt nach Lokalderby:

Kalendergirls stoßen mit Sekt an

  • Auf dem Rückweg von der Halle durch den Herbst spaziert. Macht man viel zu wenig.

Herbstwald mit viel Laub auf der Erde

  • Mit dem großen Patenmädchen Kaffee im neuen Kaffeehaus in der Heimat getrunken. Die Kleinstadt hat ihr traditionelles Alte-Damen-Café renoviert, es ist jetzt ein Alte-Damen-Café in modernem Plüsch. Das ist sehr gelungen, ich mag den Ort. Vielleicht, weil ich über viele, viele Jahre jeden Freitagnachmittag mit meiner Oma dort war. Sie: Blätterteigröllchen mit Hackwurst. Ich: Zimtschnitte und die Kondensmilch ihres Kaffees. Warme Wangen, wohliges Gefühl.
  • Das Kinofest Lünen besucht und drei Filme angeschaut: „Fritz Lang“, „90 Minuten – bei Abpfiff Frieden“ und „Kästner und der kleine Dienstag“. Erstaunlich, wie anders Fernsehfilme wirken, wenn man sie im Kino anschaut. Und erstaunlich, wie viel mehr man sich im Kino auf  die Handlung einlässt – im Gegensatz zum eigenen Wohnzimmer. „Fritz Lang“ hat mir stilistisch sehr gut gefallen: die Adaption des Stummfilm-Stils für einen Film über die Entstehung des ersten Tonfilms des Stummfilm-Regisseurs Lang. Falls das nicht verständlich war: anschauen. Finzi, Ferch, Regie, Bild und Ton sind sensationell. Nach dem Erich-Kästner-Film (toll! toll! toll!) war ich ein bisschen neben der Spur, was nicht nur daran lag, dass Florian David Fitz den Kästner spielt, sondern auch, weil er es sehr gut tut. Ein Teil der Filmcrew (kein Fitz, aber zweimal kleiner Dienstag):

Ein Teil der Filmcrew vor der Kinoleinwand des Kinofestes Lünen

  • Mit Freundinnen Pizza gegessen, Sushi gegessen, mit Institutsveteraninnen und -veteranen erstaunlich lange und mitten in der Woche (Sodom und Gomorrha!) umgetrunken und mit den Clübchen Stammtisch gehalten. Es waren sehr gesellige zwei Wochen.
  • Zum ersten Mal selbst Sommerrollen gemacht. Es war eine riesige Sauerei, aber irgendwann hatte ich die Technik raus. Lecker.

Sommerrollen fertig und in der Herstellung: Collage aus vier Bildern

  • Die Initiale besucht, viele Gespräche geführt, Dinge ge- und erarbeitet und sehr viel weitergekommen. Gruß an die Dortmunder Wirtschaftsförderung, die machen wirklich einen guten Job. Mehr zu gegebener Zeit.

Was schön war – Kalenderwoche 44, 2016

8. 11. 2016  •  Keine Kommentare

Die Erkältung geht nicht weg. Sie ist jetzt eine Bronchitis, und das ist alles recht unerfreulich. Seit mehr als zwei Wochen taumle ich schwer angeschlagen durch den Tag. Aber immerhin: Heute geht es erstmals besser. Denn: Die kleine Bronchitis hat fast durchgeschlafen. Jetzt wird es Zeit, dass sie auszieht.

Was schön war: der Arztbesuch und das Paket Medikamente, das ich in der vergangenen Woche bekommen habe. Toll, dass es das gibt. Nach Nutzung des Bronchialsprays hatte ich endlich wieder Lungenvolumen – und zwar direkt so eins, dass ich über eine Teilnahme den olympischen Spielen nachdachte. Hamma, was da möglich wäre.

Was sonst noch schön war:

  • Beim Bowling gewonnen. Bäm!
  • Die kleine Geburtstagsfeier beim Nachbarn, mit Hot Dogs und guter Gesellschaft. Es geht doch nichts über eine gute Nachbarschaft und eine gute Freundschaft. Was das angeht, bin ich Herdentier. Verschenkt: Schuss. Die geheime Dopinggeschichte des Fußballs von Thomas Kistner. Habe ich als Hörbuch gehört, klare Empfehlung.
  • Mit den Kalendergirls gewonnen und Tabellenplatz 2 gesichert. Krankheitsbedingt nur passiv. Dafür beim Kinderdienst von K (2) vertrauensvoll bekuschelt und bespielt worden. Ich schrieb schonmal darüber: Es gibt Kinder, die ich unglaublich gut leiden mag, weil sie total super sind. Sie haben einfach ein freundliches Wesen, da ist direkt eine Verbindung, das hat auch nichts mit Bravsein oder sowas zu tun. Können Sie nachvollziehen, was ich meine? K gehört jedenfalls dazu. Sein Bruder auch. Tolle Typen.
  • Weihnachtskekse mit T gebacken. Mit Marmelade, Crunchy Erdnuss, Weißer Schokolade und Cornflakes. Wie immer sensationell. Leider werden die Kekse Weihnachten nicht erleben. Wahrscheinlich noch nicht einmal die Adventszeit. Was natürlich nur daran liegt, dass ich so viele verschenke. //*hüstelt
  • Dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League beigewohnt. Mit Menschen, von denen ich nur ihre Spitznamen kenne. Solche Leute kennen Sie sicherlich auch, oder? Irgendwann nennt mal jemand den richtigen Namen, und niemand weiß, wer gemeint ist.

Hach:

https://www.instagram.com/p/BMUeQ0cheXm/

 

 

Was schön war, Kalenderwoche 43, 2016

30. 10. 2016  •  Keine Kommentare

Diese Woche stand im Zeichen meiner fürchterlichen Erkältung. Sie hat sich entgegen erster Annahmen als ausgewachsener, halbtötlicher Männerschnupfen entpuppt, entstanden aus einem normalen Husten, der erst zu einem wilden Männerhusten wurde, trocken und hart wie ein Backstein in den Bronchien, dann in den Kopf wanderte und nun die Stirnhöhlen verstopft. Ich leide leise röchelnd.

Das war schön: 

  • Am Dienstag war die Turnschwester, Ex-Kollegin und Fitnessbegleitung i.R.,  zu Gast. Es kamen noch zwei Damen dazu und wir weiteten die Veranstaltung spontan zu einem Mädelsabend aus. Das war ganz wundervoll, auch wenn wir vergaßen, den mitgebrachten Honigraki zu trinken.
  • Grey’s Anatomy, Staffel 13
  • „40 Jahre ij“ gefeiert: Das Institut für Journalistik der TU Dortmund, mein ehemaliger Arbeitgeber, wurde 40. Viele ehemalige KollegInnen und ehemalige StudentInnen getroffen. Schön, wenn man sieht, dass aus den kleinen Zweitsemestern nicht nur beruflich was geworden ist, sondern dass es ihnen gut geht. Großes Klassentreffen-Gefühl.
  • Hitchcock gemalt.
  • Eine Urlaubskarte aus Madeira bekommen.
  • Die Cousinen-Verwandtschaft zu Hause empfangen, gegrillt und auch ein bisschen was getrunken. Ich kann nur jedem empfehlen, sich Polen in die Familien zu holen. Das ist sehr gut für die Atmosphäre.
  • Mit den Kalendergirls Handball gespielt. Unentschieden.
  • In frischer Herbstluft um den See spaziert, den Hügel hinaufgestiegen und hinuntergeguckt, als es schon fast dunkel war.

phoenixsee



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