Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Mittwoch, 7. Februar

7. 02. 2018  •  4 Kommentare

Berufliches: Ich habe aufgeschrieben, wie ich mit Teams arbeite. Arbeitsweise: empathische Konsequenz.

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Die Dortmunder Wirtschaftsförderung hat mich gebeten, in der nächsten Ausgabe ihrer Zeitschrift „Do it!“ dabei zu sein. Sie stellt darin  Gründerpersönlichkeiten vor. Darüber freue ich mich sehr!

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Mittagspause im Fitnesstudio, damit ich das irgendwie untergebracht kriege. Gute Sache. 45 Minuten Cardio, danach Bauch, Rücken und nochmal Bauch, duschen und zurück an den Schreibtisch. Perfekt.

Turnmatte, Bälle und Fitnesszeugs

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Gelesen: How to stop rushing into love – darüber, wie eine gesunde Liebesbeziehung beginnt.

If you don’t know what you need and how to ask for it, it almost doesn’t matter what else you do right in a relationship. That lack of clarity can often lead to disappointment when you’re newly in love, but that doesn’t always signal impending disaster. […] 

How you approach sex with a new person when you’re looking to move forward slowly depends entirely on who you are. 

Je älter ich werde, desto mehr weiß ich, wer ich bin. Und desto leichter fällt es mir, mich in Relation zu anderen zu sehen. Das macht Beziehungen entspannter, aber auch gleichzeitig komplizierter. Denn ich bin mir meiner Bedürfnisse bewusster, und das sind nicht auch unbedingt die Bedürfnisse des Anderen.

Gelesen: So wichtig ist die Handschrift im Berufsleben. Zum neuen Jahr habe ich  handschriftlich Karten an meine Kunden und Partner geschrieben, 70 Stück, alle persönlich, weil das die Art und Weise ist, wie ich arbeite. Wie selten das offenbar ist, habe ich am Feedback gemerkt: Das war groß.

Gehört: Erzählen in sozialen Medien – eine Selfiegesellschaft ohne Selbsterkenntnis. Thema: Facebook, Twitter und Instagram als Tagebuch des eigenen Erlebens. Denn in den sozialen Medien legen wir ab, was wir erleben. Laut Literaturwissenschaftler Roberto Simanowski ist das wie klassisches Tagebuchschreiben – nur mit dem Unterschied, dass wir immer in dem Moment veröffentlichen, in dem das Ereignis geschieht.  Der traditionelle Tagebuchschreiber hingegen hat eine Distanz zum Erlebten, weil er mit zeitlichem Abstand aufschreibt. Zudem, so Simanowski,  gebe es auf Social-Media-Kanälen keine Einordnung in einen Kontext: Die Beiträge sind nicht untereinander verlinkt, sondern bauen lediglich chronologisch aufeinander auf. Er steht allerdings auf dem Standpunkt: Nur erzählte Zeit sei erlebte Zeit, denn das Erleben geschehe aus dem Kontext der Inhalte zueinander. Das fehle in den sozialen Medien, besonders dort, wo Bilder im Vordergrund stehen. Außerdem gebe es in sozialen Medien immer sofort Feedback, so dass der nächste Beitrag (bewusst oder unbewusst) unter der Beeinflussung der Reaktionen Dritter geschehe. Entsteht eine Feedbackschleife, bekommt der Nutzer das eigene Leben immerfort durch andere bestätigt und handelt im Wunsch nach dieser Bestätigung. Klassische Tagebücher hingegen entstehen einzig aus dem Autor/der Autorin selbst heraus und nicht unter der Beeinflussung von außen.

Diese Gedanken finde ich spannend. Aus eigener Erfahrung möchte ich sagen: Auch im klassischen Tagebuch kann ich impulsiv notieren. Die Reflexion entsteht dann durch das Schreiben – und manchmal auch erst einige Tage oder Monate später beim Durchlesen, nachdem ich das Erlebte emotional abgelegt habe. Diese Entwicklung findet dann nicht unbedingt Eingang ins Tagebuch – beziehungsweise nur mittelbar durch die nachfolgenden Einträge, falls es sie gibt und sie sich inhaltlich auf vorangegangene beziehen und nicht wieder Neues schaffen. So ganz passt das also nicht; oder anders gesagt: In meinem analogen Tagebuch bin ich genauso blöde wie in meinem digitalen. Die Reaktion Dritter kann außerdem nicht nur Bestätigung sein, sondern hilft auch bei der Reflexion.

Angeguckt: Ein Mann hat Leuchtfarbe, die zwölf Stunden lang leuchten kann, und bescheint sie mit der hellsten Taschenlampe der Welt, einer 30.000-Lumen-Lampe (via Sven). Spoiler: Beides ist sehr hell.

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 Abends DMWonTourRuhr, die Digital Media Women auf Tour im Ruhrgebiet. Die Ladies wollen ein Quartier gründen und organisieren dafür Meet-ups, bei denen man andere Frauen trifft, einen Vortrag hört, Limo trinkt und miteinander redet. Heute waren wir im Coworking-Space Rent24 bei Olga, die ich jetzt auch kenne, und haben Popcorn bekommen. Yeah!

#DMWonTourRuhr mit einer Tüte Popcorn vor einer Leinwand

Auch Marie war wieder da, der weibliche Part der lustigen Fahrgemeinschaft vom vergangenen Donnerstag – diesmal mit neuer Website. Endlich habe ich auch Dorothea persönlich kennengelernt, die Sketchnotes Ruhr macht und Visualisierungsworkshops anbietet. Außerdem traf ich Pia, die Italienerin ist, lange in Holland gelebt hat und einen Job oder Aufträge als Übersetzerin für Niederländisch und Italienisch sucht (Wenn Ihr etwas wisst: Nur her damit!). Sie sprach mit mir Italienisch, was eine eher einseitige Konversation war. Es ging mir dabei nämlich wie immer: Ich verstand alles (das ist ja schonmal was), die Worte waren auch in meinem Kopf, aber sie wollten nicht raus. Ich muss erst ein paar Tage in einer italienische Welt leben, umgeben von italienischen Wörtern, und dann geht das erst langsam. Das ärgert mich.

Wenn jemand von Euch beim DMW-Quartier im Ruhrgebiet mitmachen möchte: Ich stelle gerne Kontakt zu dem DMW-Frauen her. Ich selbst bin sporadischer Gast, sozusagen unterstützende Mitläuferin.

Was öfters im Gespräch kam und was mich immer wieder aufs Neue erschreckt, ist die Angst, die viele Frauen haben, frei zu sprechen und sich zu präsentieren. Leute! Was ist los mit Euch! Ihr seid toll und gut in dem, was Ihr könnt! Luft holen, Schultern zurück, Brust raus, Hintern rein, und los geht’s! Irgendwann kriege ich die Pimpernellen und biete einen Workshop an. Einen Mutmachworkshop für Superfrauen, damit Ihr mal damit aufhört.

Dienstag, 6. Februar

6. 02. 2018  •  4 Kommentare

Frost, endlich Frost. Ich hoffe, dass der Boden durchfriert. Sonst habe ich im Sommer wieder Nacktschneckenkirmes im Garten.

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Gelernt, wer die Frau hinter dem „We can do it!“-Plakat ist, das so gerne als Postkarte oder Blechschild verkauft wird. Sie ist am 20. Januar im Alter von 96 Jahren gestorben.

Ihre Website mit einem zehnminütigen Film.

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Gelesen: Es bedarf einer Agilitätskompetenz. Gutes Interview zu Vernetzung in Unternehmen, zum Aufbrechen von Prozessen und zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei geht’s auch um den Betriebsrat. Leute, die in agilen Umfeldern aufgewachsen ist, können sich oft nicht vorstellen, was alles dranhängt, wenn man die vertikalen Strukturen in traditionellen Unternehmen aufbricht und Luft durchwehen lässt, dass es einen Betriebsrat gibt, Betriebsvereinbarungen, Tarifgruppen und klare Stellenbeschreibungen.

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Sehr schöne, aber auch irgendwie schwierige WhatsApp-Nachrichten bekommen, die ich immer und immer wieder gelesen habe und jetzt weiß ich auch nicht.

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Ich wollte eigentlich ins Fitti gehen. Oder um den See laufen. Aber dann habe ich doch nur an der Arbeit gesessen, weil ich im Flow war. Das ist so ein Grundproblem, das ich irgendwie lösen muss.

Freitag, 2. Februar, bis Montag, 5. Februar

5. 02. 2018  •  18 Kommentare

Viel erlebt, wenig Schlaf.

Am Freitagabend Vorbereitung der Steuer 2017. Dabei mit dem freundlichen Helfer Flammkuchen auf dem Grill gemacht: klassisch mit Speck und Zwiebeln und unklassisch mit Birne und Schafskäse. Dazu Didinger-Riesling.

Flammkuchen

Danach Arbeit und Zahlenwerk. So läuft das, wenn Sie mit mir Projekte machen.

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Am Samstag Renovieren bei Freunden: Tapeten abreißen, Laminat aufnehmen, Löcher zuspachteln. Die Tapeten konnte wir in ganzen Bahnen abziehen – rückstandslos. Verrückt! Kein Knibbeln, kein Schaben. Ein ganzes Doppelhaus in unter drei Stunden. Völlig irre. Wie in einer idealen Welt. Jetzt ist alles möglich, sogar ein Ende des Nahostkonflikts.

Abends Stammtisch in Mülheim. Gastgeber Björn hat eine neue Innendekoration: eine Saturn-5-Rakete von Lego. Ich bin ekstatisch entzückt, habe mir alles genau erklären lassen.

Lego-Saturn-Rakete

Es gilt weiterhin die Regel der Hausherrin: nur ein Fluggerät im Wohnzimmer! Der X-Wing-Fighter ist deshalb in andere Räumlichkeiten umgezogen. Die Rakete macht sich innenarchitektonisch auch besser und kann ein Zimmer nur bereichern. Darum ist sie jetzt auf meinem Wunschzettel.

Danach Schlemmeressen mit Rinderfilet sous-vide und Vorspeise und Nachtisch und wahrscheinlich 3000 Kalorien, aber was soll’s.

Das Essen beim Stammtisch

Beim Essen die zweite verzückende Sache: Es wird geheiratet!
Nach 22 Jahren wilder Ehe.

//*Pompomwedeln
//*Rührungstränen

Wir hatten es alle nicht mehr für möglich gehalten. Dazu noch: Im Sommer. In Frankreich. In einem Schloss auf dem Land. Als Teil der Hochzeitsgesellschaft werde ich für drei Tage auf dieses Chateau fahren, in einem dieser plüschigen Zimmer schlafen, im Pool baden und Champagner trinken, während um mich herum der Lavendel blüht.

Die nächsten vier Monate stehen unter dem Motto: „Shopping Queen Dortmund. Kreiere Dein Outfit für eine Sommerhochzeit auf einem französischen Landsitz“.

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Am Sonntag Fahrt ins Osnabrücker Land zum kleinen Patenkind. Auf dem Hinweg führte das Navi mich über die A2. Auf der A1 war irgendwas mit Stau oder Wetter oder Sperrung – jedenfalls: A2. Abfahrt in Herford, und wie ich durch den Schneegriesel über verlassene Landstraßen schlittere, denke ich: So beginnen ZDF-Montagskrimis. Es geht durch Orte wie Ostkliver, Wehringdorf und Tittingdorf, Hustädte und Hüsede.  „Verschollen in Ostwestfalen – das berührende Schicksal einer Patentante.“

In einem Tannenwäldchen klingelt das Telefon. Entgegen aller Erwartungen ist es nicht der Tüp von Mittwochabend aus der Kneipe, sondern Mutter.

„Bist du im Auto? Es rauscht so.“
„Ich bin bei Herford.“
„Herford?! Was machst du in Herford?“
„Geburtstag vom kleinen Patenkind.“

Ich biege in einen Wirtschaftsweg ein.

„Heute ist Geburtstag? Das kann nicht sein. Warum in Herford?“
„Nicht in Herford. Ich fahre nur durch Herford dorthin.“
„Das Patenkind hatte noch nie im Februar Geburtstag.“
„Schon zweimal. Jetzt das dritte Mal.“
„Aber doch nicht in Herford.“

//*Augenzucken
Hier sind Schlaglöcher, die ganze Schafe verschlucken.

Ich sage: „Ich muss mich auf die Strecke konzentrieren.“
„Weißt du nicht, wo du bist?“
„Doch. Nein.“
„Was denn jetzt?“
„Weshalb rufst du eigentlich an?“
„Was fragst du? Möchtest du nicht mit deiner Mutter reden?“

//*leichter Schläfenkopfschmerz
Jetzt geht es bergab. Einsamkeit. Tannenwald. Es ist schweineglatt.

Ich sage: „Ich rufe dich morgen zurück, okay? Das ist hier grad schlecht.“
„Ich dachte, du hast eine Freisprechanlage.“
„Schon. Aber es sind nur noch fünf Kilometer, und es ist total glatt hier.“
„Wieso das denn, hat’s geschneit?“
„Sieht so aus.“
„Bei mir aber nicht.“
„Das kann ja sein.“
„Dass du jetzt in Herford bist, wundert mich schon.“
„Ich bin nicht mehr in Herford. Ich bin jetzt in Hüsede.“
„Wo ist Hüsede?“
„Bei Herford!“
„Ich glaube, meine Tochter, wir telefonieren morgen. Das bringt nichts mit dir.“

Ich habe mir ja immer erhofft, sowas wie Pretty Woman zu werden. Doch sehen wir den Tatsachen ins Auge: Ich bin Bridget Jones.

Nach Ankunft dann Geburtstagsparty, eine sehr schöne.

Kuchen mit einer Wunderkerze

In Zusammenhang mit meiner Bridget-Jones-haftigkeit könnte das Ereignis auf dem französischen Landsitz übrigens Esprit bekommen.

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Am späten Abend: Superbowl in geselliger Runde. Nun ja: der Anpfiff. Danach: bleiernde Müdigkeit. Dabei hätte ich das Ereignis wirklich gerne gesehen, zumal ich plötzlich die Regeln verstanden hatte und auch, worum es ging, und die Gesellschaft sehr, sehr nett war. Aber es ging nichts mehr, gar nichts. Außer schlafen. Kennen Sie das, wenn Sie ins Bett gehen und sich gar nicht mehr erinnern können, wie Sie den Kopf aufs Kissen gelegt haben, weil sie schon beim Hinlegen eingeschlafen waren?

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Von den ganzen Resten an Suppe, Brot, Kuchen und Dips, die ich am Wochenende bei den diversen Abschieden in die Hand gedrückt bekam, vertuppert oder eingerollt in Folie, auf Papptellern oder in Plastegefäßen ehemaliger Krautsalate, kann ich bis Donnerstag essen. Danach ist wieder Wochenende. Wie praktisch.

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Gelesen: Herr Buddenbohm schreibt Dinge über das Lernentwicklungsgespräch seines Sohnes in der Schule. Ich kenne solche Gespräche ja nicht, doch es klingt für mich schlüssig. Zwei gute Sätze auch über das Pendant in Unternehmen, das Personalentwicklungsgespräch:

Wenn man im Personalentwicklungsgespräch auch nur ansatzweise auf einen überraschenden Inhalt stößt, hat man im Jahr vor dem Termin wohl nicht genug miteinander geredet, das ist eigentlich einfach. Ich halte eine Kommunikationskultur in einem Unternehmen erst dann für wirklich gelungen, wenn diese Gespräche fast nichts mehr ergeben können und man sich albern vorkommt, weil man da so feierlich zu zweit im Konferenzraum sitzt. 

Angeguckt: Wenn Eisbären Kameras tragen, während sie Robben jagen.

Donnerstag, 1. Februar

1. 02. 2018  •  1 Kommentar

Im Garten blühen die Schneeglöckchen:

Schneeglöckchen

Außerdem kommt überall alles aus der Erde: Krokanten, Tulpen, Osterglocken, Alium. Es gibt kein Halten mehr. Wenn die dicke Taube durch den Garten wandert, und sie ist wirklich eine ausgiebige Spaziergängerin, stolpert sich ständig über irgendwelche Knospen. Sie ist schon ganz genervt, man sieht’s ihr an.

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Ich habe aufgeschrieben, was Euch erwartet, wenn Ihr mich für einen Workshop bucht, mit Beispielen aus dem vergangenen Jahr.

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Abends in der Henrichshütte in Hattingen gewesen, beziehungsweise im Restaurant dort. Es fand „All you can meet“ statt, ein Speed Dating der Wirtschaftsjunioren. Das war eine prima Veranstaltung, ich habe mich sehr gut unterhalten. Auf dem Rückweg gab’s dann noch eine Fahrgemeinschaft, beziehungsweise: Ich war der Fahrer, und hinten saß die Gemeinschaft. Das war prima, wir hatten Spaß. Wenn Ihr gute Filme braucht, geht mal zu den Jungs hier, die sind auch noch lustig, und wenn Ihr Fragen ans Leben habt (besonders Ihr Männer) oder wenn Ihr einen Opernsänger oder eine Chansonnière braucht, geht hierhin. Außerdem habe ich mich mit Oliver unterhalten, der Zero-Elektromotorräder im Ruhrgebiet vertreibt, das war spannend, obwohl das so überhaupt nicht mein Thema ist. Ein runder Abend – so rund, dass ich jetzt sehr müde bin.

Mittwoch, 31. Januar

31. 01. 2018  •  6 Kommentare

Dieses Wetter! Man soll sich ja nicht übers Wetter aufregen. Das Wetter ist das Wetter, und es ist, wie es ist. Dennoch: Dieses Wetter! Wenn ich zum See oder am Feld entlang oder zum Bäcker gehe, ziehe ich nur noch meine Wanderschuhe an. Als ginge ich auf eine Expedition! Überall Pfützen, knöcheltief, und Schlamm, Schlamm, Schlamm. Das ist nicht gut für mein Chi.

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Steuern 2017 vorbereitet, ich Streber. Ich danke an dieser Stelle meiner Bequemlichkeit.

Denn zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich Energie in digitale, möglichst automatisierte Lösungen mit guten Schnittstellen gesteckt. Damit mir dieser ganze Driss reibungslos von der Hand geht, unabhängig von Ort, Zeit und Gerät. Eins war mir nämlich klar: Würde die Buchhaltung mich irgendwie stressen, wäre schon nach wenigen Monaten Land unter, was den Papierkram angeht.

Heute Nachmittag habe ich ein paarmal Knöpfe gedrückt, exportiert, formatiert und tada! Das Wichtigste liegt ausgedruckt auf einem Stapel.

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Was wurde eigentlich aus …

  • Leonard, dem Scammer? Den habe ich geblockt. Danach bekam ich noch eine Anfrage von seinem Freund John aus Damaskus. Das war’s.
  • dem tauben kleinen Finger? Der ist zu 90 Prozent nicht mehr taub und zu 10 Prozent noch ein bisschen taub. Zu 100 Prozent bin ich sicher, dass es aus Richtung Ellenbogen kommt und sich geben wird.

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Gelesen: Why Women Turn Down Speaking Invitations – einige Gründe, warum Frauen Einladungen für Bühnen ablehnen.

Ich kann nur für mich sagen: Ich freue mich über Einladungen und nehme gerne an. Allerdings habe ich ein Problem damit, das kostenlos zu tun, wenn es nicht grad ein Wohltätigkeitsevent nebenan ist. Keine Vergütung für Speaker und Speakerinnen und gleichzeitig ein Eintrittspreis von > 450 Euro für Gäste – Leute, da passt etwas nicht. Das mag irgendwie noch gehen, wenn man angestellt ist und der Arbeitgeber sowohl die Reise als auch das Gehalt zahlt und alles Vergnügen ist – wobei sich mir dann Fragen zur Qualität der Veranstaltung stellen; als Selbstständige erbringe ich keine Leistung, wenn ich noch Geld mitbringen muss. Das hat dann auch nichts mit „Frauen sagen immer ab“ zu tun, das ist das Prinzip „Leistung gegen Rechnung“.

Gelesen: Bücher werden zwar online gesucht, aber immer seltener – Zahlen von Bitkom und AGOF, was Menschen online kaufen und worüber sie sich vor dem Kauf online Informationen holen. Was mich in dieser Ausprägung gewundert hat: Schuhe. Habe ich selbst erst einmal online gekauft (Laufschuhe, Marke und Größe seit Jahren dieselben).

Gelesen und angeschaut: Deutsche Straßennamen, ihre historischen Bezüge und ihre Verteilung in Deutschland. Die Straßennamen und ihre Häufigkeiten zeigen noch deutlich die Teilung zwischen DDR und BRD. Es gibt auch Nord-Süd-Grenzen und regionale Phänomene, von denen ich nicht wusste, dass sie welche sind, zum Beispiel der „Kamp“.

Gelesen: Die Leute sind heute sensibler – ein Interview darüber, was Menschen als wirtschaftlich gerecht empfinden. Aus meiner Studienzeit erinnere ich (ohne Quelle), dass Unzufriedenheit  nicht objektiv ist, sondern fast immer aus dem Vergleich mit anderen entsteht, worauf der Text ja auch eingeht.  Seither versuche ich immer, nur für mich, ohne Blick auf andere zu betrachten, ob ich Grund zur Klage habe. Das macht ziemlich glücklich.

 

Dienstag, 30. Januar

30. 01. 2018  •  8 Kommentare

Von Herzen Glückwunsch und einen lauten Tusch für die Gewinner der Goldenen Blogger! Besonders gefreut habe ich mich für die Kaltmamsell und den Kinderdok.

So sehen sie aus, die digitalen Freaks aus dem Neuland:

https://twitter.com/goldeneblogger/status/958060651796160513

Die Kaltmamsell bloggt seit 15 Jahren, seit vier Jahren täglich mit ihrem „Journal“, immer mit guten Gedanken und Linktipps. Sie ist für mich die beste Tagebuchbloggerin und hat den Titel mehr als verdient. Hut ab.

Übrigens auch ein gutes Tagebuchblog und hier schonmal empfohlen: Herr Paul mit seinen drei Kindern und Jott.

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Der erste Newsletter ist raus. Hier ist er in der Kurzversion. Das positive Feedback freut mich sehr!

Danke auch für das viele weitere Feedback zum Podcast! Toll, toll, toll! Was mich besonders freut: Ihr fandet ihn inhaltlich interessant. Das überrascht mich sogar ein bisschen, denn ich selbst hatte das Gefühl, es sei doch eher banal gewesen. Spannend.

Zu Euren Hinweisen: Ja, wir müssen lockerer werden, besonders ich. Ich denke, das kann ich nicht erzwingen. Das wird kommen.

Ein paarmal erreichte mich das Feedback, dass 50 Minuten als Format sehr lang seien und nicht so gut auf Eure Hörsituationen passen (Kurzstrecken in Auto oder Bahn, Spaziergänge, Einschlafbegleitung). Unsere Idee dazu ist, den Inhalt auf zweimal ca. 30 Minuten aufzuteilen und kleinere, in sich geschlossene Häppchen zu machen – dafür öfter. Wir probieren das aus, und Ihr sagt, ob das für Euch gut ist. Danach legen wir das Format fest.

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Ich habe für das Digital Media Camp in München eine Session eingereicht: Methoden zur Produktentwicklung. Insgesamt wurden 47 Sessions eingereicht, über die man ab heute abstimmen kann.   (Macht nur Sinn, wenn man auch teilnimmt.)

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Einen guten Termin mit Frau Moku, Samina Mohn, gehabt. Sie ist Szenografin und schafft authentische Räume – für Filmsets, aber auch für Unternehmen. Räume, in denen man gut arbeiten kann und die den Menschen und ihrem Tun gerecht werden.

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Am Nachmittag besuchten mich Sandra und Ferdi. Und die Kreisläuferin, aber das ist nicht erwähnenswert, denn wir haben ja praktisch eine WG. Später kam Vatta noch. Nachdem ich ihm gestern erzählt hatte, dass es heute Waffeln gebe, war er zufällig in der Gegend. Na sowas.

Sandra und Ferdi brachten zwei tolle Geschenke mit:

Duschgel von der Drsdner Essenz ung rosa Limo

Ich mag sie sehr, diese kleine Geschenke, die man sich nicht unbedingt selbst gönnt. O-Ton Sandra: „Der Mann war der Meinung, Nessy braucht rosa Limo. Deshalb kriegst du jetzt rosa Limo.“ Da ich noch nie rosa Limo getrunken habe: überfällig.

Es gab Waffeln, diesmal mit Buttermilch. Sehr gut! Weniger Zucker als im Hauswaffelrezept und Buttermilch statt Milch, das war fein. Nach den Waffeln: Verdauungsspaziergang um den See, um Dortmunds gentrifizierendes Kleinod vorzuführen und Ferdi in den Schlaf zu schieben. Der Himmel hatte Stimmungsbeleuchtung angeschaltet.

Phoenixsee

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Diese nachfolgende Kontaktanzeige aus dem Zeit Magazin sollte mehr Verbreitung erfahren. Falls Sie interessiert sind; ich möchte nicht, dass Sie Zwei sich nicht finden. Beinahe Poesie: Liebe und Sexualität werden nicht angestrebt, können aber vorkommen.

https://twitter.com/fraeulein_tessa/status/958069785476108288

 

Montag, 29. Januar

29. 01. 2018  •  4 Kommentare

Morgen ist Newsletter-Premiere! Wenn Sie noch nicht angemeldet sind: Letzte Chance, von Anfang an dabei zu sein!

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Etwas über die spektakulären Hintergründe des Hör-Abos geschrieben, das Christian und ich Euch ab sofort jeden Monat anbieten: „Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch.“

Danke für Euer bisheriges Feedback. Das ist super. Ich kann nämlich nicht einschätzen, ob wir das gut machen und ob das interessant ist. Totale Betriebsblindheit. Deshalb hilft jeder Kommentar.

Drei Leute haben schon unabhängig voneinander geschrieben: „Ihr müsst lockerer werden!“ Werden wir, ganz sicher. Anfangs ist es wirklich sehr, sehr fremd, vor einem Mikro zu sitzen und die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Ich wurde ja schon ein-, zwei-, dreimal interviewt; doch bei einem Interview ist das etwas anderes: Da muss man nicht das Gespräch führen und auch nicht das Thema im Blick behalten, da muss man nur antworten.

Ich denke, es wird sich mit der Zeit eingrooven und wir werden in der Situation heimelig werden. Ich bin ja eigentlich ein ganz lockerer Typ, so.

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Aktuelle Lektüre ist das kleine Buch von Michalis Pantelouris: Liebe zukünftige Lieblingsfrau. Nachdem er die Texte zunächst als Kolumne fürs SZ-Magazin schrieb, liefen ihm die Frauen die Bude ein. Ich versteh’s (auch wenn er sehr viel raucht in dem Buch, aber irgendwas ist ja immer). Gestern Abend beim Einschlaflesen einen schönen Satz darin entdeckt:

Die wichtigsten Beziehungen in deinem Leben hast du nicht wegen dem, was du bekommst, sondern wegen dem, was du wirst, weil du geben musst.

Ob „müssen“ hier das passende Verb ist? Ist es nicht vielmehr „dürfen“? Oder einfach nur: „weil du gibst“? Egal: Recht hat er.

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Sehr laut gelacht, als ich bei Sven las, dass er laut gelacht habe, als er etwas bei den Buddenbohms las. Aber lesen Sie selbst:

Sehr laut gelacht, als ich den Gartenkalender von Familie Buddenbohm sah. Gartenkalender sind die Pest. Habe ich dieses Jahr auch, so einen Tageskalender mit Klugscheißer Tipps für den Garten und alle Tipps da sind völlig unrealistischer Mist. Jeder Tag generiert Arbeit für eine ganze Woche, es ist ein Traum. Gestern sollte ich Tomaten pflanzen, in einem Gewächshaus, das müsste ich aber erst noch bauen. Davor irgendwelche Stauden schneiden, aber nur, wenn die schon Frost hatten. Wer Scheitern liebt, wird mit einem Tages-Gartenkalender sehr glücklich, denn nix davon kann ich im Alltag umsetzen, dafür bräuchte ich mehr Personal.

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Gesehen: tag7 – Vom Außenseiter zum Sternekoch. Über Serkan Güzelçoban, der in Öhringen bei Heilbronn ein Gourmetrestaurant eröffnet und dort Menschen mit Behinderung beschäftigt. Weil er selbst Außenseiter war und eine Chance bekommen hat.

Jetzt Livestream der Goldenen Blogger und Daumen drücken für die Kaltmamsell, den Kinderdok und das Nuf.

Samstag und Sonntag, 27. und 28. Januar

28. 01. 2018  •  4 Kommentare

Zunächst die schlechte Nachricht: Die Kalendergirls haben gegen den Spitzenreiter verloren. Die noch schlechtere Nachricht: zurecht und deutlich.

Ich möchte nicht darüber sprechen. Ich musste danach erstmal ins Fitnessstudio gehen und mich abreagieren. Werde morgen Muskelkater haben. Stellen Sie sich hier eine Parade weinender Emojis vor.

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Die guten Nachrichten: Der Samstag war Waffeltag, relativ spontan. Das sind die guten Dinge im Leben.

Waffel mit Vanilleeis und Sahne

Nutznießerinnen: Rosa Bänkchen und die Turnschwester. Ganz unbescheiden muss ich eingestehen: Es waren astreine 10er-Waffeln unter den gesammelten Werken.

Weil auf Instagram einige Leute danach gefragt haben, hier nochmal das Hauswaffelrezept aus dem Sauerland: ½ Pfund Butter schaumig schlagen. 175 Gramm Zucker und 2 Päckchen Vanillezucker dazugeben, danach 6 Eier. Eine Prise Salz schadet nicht. Zuletzt noch 500 Gramm Mehl, 2 Päckchen Backpulver und ½ Liter Milch dazugeben – fertig. Von Aromen nehme ich Abstand, Zucker nehme ich immer etwas weniger. Es kommt ja noch Puderzucker drauf.

Herr Stibbons verwies auf Twitter auf dieses Buttermilchwaffelrezept, das ich beizeiten ausprobieren werde. Mit Buttermilch habe ich in anderen Kuchenzusammenhängen sehr erfreuliche Erfahrungen gemacht – vong Fluffigkeit her.

Die liebe Rosa hat mir etwas mitgebracht (juchhuu!): eine neue Vogelfutterstation, nachdem’s die alte zerlegt hat.

Vogelfutterstation im Baum mit Sonnenblumenkernen

Die Vögel waren bislang noch nicht so auf Zack. Dauert wohl noch, bis sie das neue Fressparadies entdecken. Ich werde das beobachten.

Dafür hockte am Sonntagabend die Nachbarskatze auf der Fußmatte. Ich saß mit dem Rücken zur Terrassentür in der Küche und hatte das dumpfe Gefühl, angestarrt zu werden. Ich sah mich um: Dort saß Moritz und guckte mitleidigserregend durchs Fenster.

Er ist ein schwarz-weißer Kater aus der Nachbarschaft. Sein Bruder heißt Leo; er hält eher Abstand. Sowohl Moritz als auch Leo jagen Vögel und Mäuse. Sie halten meinen Garten wühlmausfrei. Ich habe sie schon mit diverser Beute durch den Garten stolzieren sehen – darunter auch eine Fledermaus.

Moritz entert manchmal meine Küche und lässt sich kraulen, zieht dann aber enttäuscht ab, wenn er merkt, dass er nichts zu fressen von mir kriegt. Nichtsdestotrotz ist er ein unterschütterlicher Optimist und kommt immer wieder.

Hier Moritz bei der Abreise, von Enttäuschung leicht gebeugt:

Gartenkatze

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Jetzt Tatort mit zwei Schauspielern, die ich beide sehr gerne sehe: Martin Brambach und Alwara Höfels.

Freitag, 26. Januar

26. 01. 2018  •  21 Kommentare

An einer kleinen Umfrage zum Thema „Berufswahl und Berufszufriedenheit von Frauen“ teilgenommen. Im Fragebogendesign ist noch Luft nach oben – doch was ich eigentlich sagen möchte und was mir dazu eingefallen ist:

Der Fragebogen fragt, wer mich in der Wahl meines Berufs beeinflusst hat. Das ist schwierig zu beantworten, weil der aktuelle Beruf, den ich ausübe, nicht meinem Ausbildungsberuf entspricht, weil ich überdies mehrere Ausbildungen habe und auch schon in mehreren Berufsbildern gearbeitet habe. Fast immer kam der Antrieb aus mir selbst heraus.

Denn weder Eltern noch Schule noch Mitschüler haben mich explizit für etwas beeinflusst im Sinne von wirklich antreiben, anspornen, beflügeln. Unterstützt schon, also meine Entscheidung mitgetragen, aber nicht beeinflusst.

Ich erinnere, dass es seinerzeit (1990er) allerdings eine unterschwellige Beeinflussung in Schule und meinem Umfeld gegen etwas gab. Zum Beispiel fühlte ich mich seltsam und nicht richtig, wenn mir als Mädchen naturwissenschaftliche Fächer Spaß machten. Es war okay, sich für Technik zu interessieren, aber eher in einem naiven Sinne, nicht mit einem ernsthaften, beruflichen Antrieb. Ich erinnere mich, dass ich Chemie-LK wählen wollte und statt eines ermutigenden „Oh, wie toll“ oder zumindest einem gleichgültigen „Ah, okay“ Reaktionen bekam wie „Meinst du, das kannst du?“, „Das ist doch was für Jungs“ oder „Dann bist du nur mit Jungen im Kurs, das würde ich mir gut überlegen“. Meine Wahrnehmung mag natürlich auch an der Pubertät und meiner eigenen Suche nach Weiblichkeit gelegen haben; nichtsdestotrotz erinnere ich keine Ermutigung, sich für Berufe oder Themenfelder zu interessieren, die als unweiblich galten, sondern ein Beeinflussen in die andere Richtung.

Außerdem wurde in meinem Umfeld – nicht meine Eltern, sie haben mich unterstützt – eher klein gedacht; ich bin bislang immer noch die einzige in der Familie, die studiert hat. Ich erinnere mich an ein Gespräch auf einer Familienfeier, ich muss 15 oder 16 gewesen sein, jedenfalls in einem Alter, in dem es um die Berufswahl geht. Die Anwesenden gingen die Optionen für mich durch, darunter Kindergärtnerin (weil man das gut mit den eigenen Kindern vereinbaren kann)  und Bürokauffrau (weil die ja immer gebraucht werden); Berufe, die ein Studium erforderten oder die einen ambitionierteren Karriereweg als Sachbearbeiterin oder Vorzimmerdame vorsahen, waren nicht auf dem Radar. Als der Vorschlag „Zahnarzthelferin“ kam, antwortete ich: „Wenn schon, dann werde ich Zahnärztin“, woraufhin die Runde schallend – ja, tatsächlich: laut und aus voller Kehle –  lachte und mit Äußerungen wie „Ach, wie süß“ und „Hat man sowas schonmal gehört?“ abtat; für sie war der Gedanke tatsächlich völlig abwegig, lächerlich und naiv. Ich war in dem Moment sehr beschämt, es war mir unendlich peinlich; wer ist schon gerne Gespött der Anderen? Im Nachhinein wurde ich dann aber so wütend, dass ich beschloss, auf jeden Fall studieren zu gehen. Heute bin ich in der Grafik die 1 unten rechts: Das eine von 100 Arbeiterkindern, das seine Promotion abgeschlossen hat – im Gegensatz zu 10 aus Akademikerhaushalten. Wenn ich auf diesen Titel stolz bin, dann nie um des Titels willen (für den ist Leidensfähigkeit zehnmal wichtiger als Intelligenz, wenn Sie mich fragen), sondern einzig wegen dieses Weges.

Im Rückblick ist es gut, dass ich diese Erfahrungen machen durfte; sie haben mir viel gegeben: Willen, Durchhaltevermögen, Selbstorganisation, Zeitmanagement, Prioritätensetzung, Klarheit, Konsequenz und das Wissen darüber, welche Dinge ich gut und welche ich nicht so gut kann. Zwischendurch war es anstrengend, sich zu behaupten, mental und finanziell, vor allem mental. Das Geld war das geringere Problem, das kam irgendwie, dafür konnte ich arbeiten, in mehreren Jobs: in der Woche Nachhilfe geben und als Tutorin an der Uni, am Wochenende bei der Tageszeitung und in den Semesterferien im Messebau oder in der Fabrik. Aber sich zurechtzufinden in einer Welt, die nicht die eigene ist, und zwischen den Welten navigieren – mit ihren unterschiedlichen Erwartungen, Sprachen und Kulturen: Das war ermüdend und ist es manchmal heute noch.

Deshalb halte ich Unterstützung, Horizont erweitern und Mutmachen für viel, viel wichtiger als die Geldfrage, um Arbeiterkinder an die Uni zu bringen. Der Wunsch, mehr zu wollen, der Mut, es zu tun, und dabei das Gefühl, eine Hand auf dem Rücken zu haben, die mal schiebt, mal streichelt und mal knufft, das ist es, was Kinder von Nichtakademikern brauchen. Wenn sie das haben, regeln sie die Geldsache selbst.

Ich bin ein Mensch geworden, der nicht die Hemnisse sieht, sondern die Möglichkeiten. Ich bin ein Mensch, der Welten verbindet und vermittelt. Ich bin eine gute Mutmacherin.

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Huch – zu früh auf „Veröffentlichen“ gedrückt. Das passiert, wenn man nachts um kurz vor 1 Uhr schonmal die ersten Gedanken für den Freitagspost niederschreibt. Ich aktualisiere einfach:

Update, 22:00 Uhr

Aus der Abteilung „Einfach mal machen“: Podcast. Den ganzen Tag am Podcast rumgedengelt. Denn yeah! Ich podcaste jetzt! Gemeinsam mit dem geschätzten Christian de Vries, den ich auf dem Barcamp in Dangast kennengelernt habe.

In der Podcast-Session auf dem Barcamp Dangast hieß es: „Das ist alles nur ein Klick!“

Hahahaha!
//*leicht hysterisches Lachen

Wenn man eingerichtete Accounts beim Hoster hat – und bei Soundcloud und bei iTunes und wenn man ein Intro und ein Outro hat und einen RSS-Feed und ein Logo und einen Header und beides nochmal in anderen Auflösungen und eine fertige Sounddatei und funktionierende WordPress-Plugins und überhaupt: Wenn man den ganzen Dreh raus hat, ist das sicherlich nur ein Klick. Heute waren das circa … nun … 800 Klicks. Oder 1.000. Gefühlt 100.000. Jedenfalls acht oder zehn Stunden am Schreibtisch. Ich freue mich auf später, wenn der Podcast groß ist und es wirklich nur noch ein Klick ist.

Ergebnis des Tages: Tada! Das Baby ist online, hier im Blog, bei Soundcloud, bei Podigee und bei iTunes. Es hat ein Intro und ein Outro und sowas wie ein Logo (nun ja, zumindest erstmal eine Grafik, in der der Titel steht). Ich schreibe nochmal einen eigenen Beitrag zum Podcast und der Idee dahinter.

Hier ist das Ding: Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch. Die Frau bin ich, der Mann ist Christian. Der Titel der ersten Folge: Kennenlernen.

https://soundcloud.com/einmann-einefrau-eingespraech/ein-mann-eine-frau-ein-gesprach-januar-2018-kennenlernen

Christian hat unsere Premiere sehr schön anmoderiert, besser kann ich’s nicht machen:

Wir reden über uns, über das Kennenlernen, über Schwierigkeiten, über Mut, über Erwartungen, über das Zuhören, über Ameisenschutzwarte, über @50hz, wir finden uns gegenseitig toll, wir reden über Twitter und Barcamps. Gelernt: Vanessa möchte tatsächlich gern mal mit Angela Merkel auf dem Sofa sitzen. Was ich wiederum sehr gut verstehen kann. Und sie möchte sich mit Volksmusik-Sängerinnen und Sängern unterhalten. Ähem, tja. Dann reden wir über Mut. 

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Am späten Nachmittag meldete sich ein anderer Christian, der Jawl: Er und S. seien bei mir um die Ecke am See, ob ich Lust auf einen Kaffee hätte. Aus dem Kaffee wurde Sushi, und es war eine sehr gute Idee – das Sushi und das Treffen. Mit Sonnenuntergang auf dem Hinweg.

Phoenixsee mit Sonnenuntergang

Donnerstag, 25. Januar

25. 01. 2018  •  3 Kommentare

Ihr erinnert Euch doch alle an Victoria Schwartz und Ihren Realfake, oder? Victoria verliebte sich online in einen Menschen, der vorgab, jemand anderes zu sein – mit einer kompletten Identität, geklauten Fotos und Fake-Profilen in Social Media.

Heute erhielt ich auf Facebook eine Freundschaftsanfrage von Leonard, und weil ich direkt nach dem Aufstehen feinmotorisch nicht ganz beieinander war, habe ich versehentlich auf „Bestätigen“ gedrückt statt auf „Löschen“. Welch Fügung, denn nun wurde es spannend. Leonard schrieb mich sofort über den Messenger an, dass er sich sehr freue, dass ich ihn als Freund akzeptiert habe. Auf meine Frage, wer er sei und woher wir uns kennen, sagte er, er sei Soldat und diene zurzeit in Syrien.

Ich dachte sofort an das Buch von Victoria, nahm sein Profilbild und schickte es durch die Google-Rückwärtssuche. Und siehe da: Leonard ist nicht Leonard. Er ist ganz sicher auch nicht Michael J. Pratt, dessen Bild er nutzt.

Ich dachte mir: Gut, ein bisschen spielst Du das Spiel jetzt mit. Mal sehen, wie seine (oder ihre) Taktik ist. Was er genau in Syrien macht? Friedenssicherung.  Warum er sich dafür interessiert, ob ich Single bin? Ich sei einfach total sympathisch und wunderschön. Was er vorhat, wenn er in Syrien fertig sei? Die Mission sei bald beendet, aber „erzähl mir lieber von dir.“ Die Taktik ist: Komplimente machen, mich zum Reden bringen und möglichst wenig Konkretes über sich preisgeben.

Ich habe ihn geblockt. Die Ergänzung von Victoria:

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Heute bei und auf dem Weg zu beruflichen Terminen insgesamt elf Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Ich mag ja das Prinzip Walk and Talk: Der Körper bewegt sich, die Gehirnzellen bewegen sich, und die Gesprächssituation ist gelöst und locker.

Zum zweiten Termin mit einer Unternehmerin aus dem Nachbarstadtteil etwas zu früh gewesen. Ich bin deshalb einmal um den Block gegangen und habe die Umgebung erkundet. Dabei habe ich mitten im Gewerbegebiet diesen jüdischen Friedhof entdeckt.

Juedischer Friedhof Aplerbeck: Grabmale auf einer Wiese

Juedischer Friedhof Aplerbeck: Grabmale aus der Nähe, Grab von Moses Rosenberg

Verrückt, was man alles sieht, wenn man mal in eine andere Richtung läuft als sonst. Der Friedhof liegt direkt hinter der Halle, in der wir Handball spielen.

Die Verstorbenen waren erstaunlich alt, gemessen am Jahrhundert, in dem sie gelebt haben. Ich hätte unter den Namen deutlich mehr jüngere Menschen vermutet, doch die meisten waren 60 Jahre, 70 Jahre und älter.

Der Friedhof hat sogar einen Wikipedia-Eintrag.

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Auf dem Rückweg vom Termin bin ich an der Filmbühne „Zur Postkutsche“ vorbeigegangen. Auch eine Neuentdeckung! Ich wusste gar nicht, dass wir noch ein Vorstadtkino haben.

Filmbühne zur Postkutsche

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Gelesen: Hallo, ich bin die dritte Option – die Geschichte von Maxi Bauermeister. Bauermeister kam mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt und wurde sehr früh als Kind operiert. Ein Text über das Dazwischensein.

Gesehen: Wenn der Schlaf dich niederschlägt – der Alltag von Sarah, die Narkolepsie mit Kataplexie hat. In emotionalen Momenten erschlafft ihre Muskulatur, ohne dass sie es kontrollieren kann. Sie schläft unvermittelt ein und bekommt Halluzinationen. Spannend: Ihr Therapiehund kann das fünf Minuten vorher spüren – noch bevor sie etwas merkt. Unverständlich: Die Krankheit wird nicht als Behinderung anerkannt, so dass ihr nicht die Hilfe zuteil wird, die sie benötigt.



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