Heute, früher Nachmittag. Es klingelt an der Tür.
Frau mit Klappmappe: Wir kommen wegen Strom und Gas.
Nessy: Mmmh.
FmK: Ihr Energieversorger hat jetzt die Leitungen freigeschaltet.
Nessy: Mmmh.
FmK: Wir kommen, um Ihre Zählerstände abzulesen, damit wir zügig auf Ökostrom umstellen können. (macht einen Schritt vor in meine Wohnung)
Nessy: (zieht Tür ran) Von welcher Firma kommen Sie nochmal?
FmK: Firma Lekker Energie. Wir liefern Ihnen ab sofort Ökostrom statt Atomstrom. Wir müssen nur vorher einmal die Zähler ablesen.
Nessy: Sie wollen also, dass ich hier und jetzt, an der Haustür, dafür unterschreibe, meinen Stromanbieter zu wechseln?
FmK: Die Leitungen sind jetzt freigeschaltet, und die Umstellung erfolgt bald.
Nessy: Sie können mir ja ein Prospekt dalassen.
FmK: Wir haben keine Prospekte, sonst könnten wir ja unseren Strom nicht so günstig anbieten.
Nessy: Dann sagen Sie mir eine Internetadresse. Dann informiere ich mich dort.
FmK: Ich habe nur diese Formulare hier, das sehen Sie doch. Im Internet steht auch nichts anderes, als ich Ihnen hier erzähle. Wir lesen jetzt ab, dann geht es mit der Umstellung ganz schnell. (zückt Kuli, blättert in Formular)
Nessy: Nein.
FmK: Sie wollen also kein Geld sparen?
Nessy: So ist es.
FmK: Gut, dann halt nicht. (Im Weggehen:) Dann zahlen Sie halt weiter für Ihren Atomstrom. Muss ja jeder selbst wissen, … (verschwindet nuschelnd ein Stockwerk höher)
Genau. Muss ja jeder selbst wissen. Ich stelle hierzu fest:
- Die Verkäuferin gaukelte vor, die Umstellung sei obligatorisch.
- Die Verkäuferin wollte sich Zugang zu meiner Wohnung verschaffen.
- Die Verkäuferin verweigerte mir Informationsmaterial.
- Die Verkäuferin übte unangemessenen Druck aus.
- Die Verkäuferin wurde unangemessen privat.
Ich dachte, die Zeiten der Drückerkolonnen seien inzwischen vorbei.


