Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Toffifee, Tischtennis, Claas Relotius und Liebe als Entscheidung

3. 11. 2019  •  1 Kommentar

Benefit des Bloggens | Es hängt hier alles etwas. In den Seilen. Am Mittwoch und Donnerstag war ich in Frankfurt. Danach bin ich in eine Feiertagsapathie verfallen, die im Wesentlichen daraus bestand, zu schlafen und Handygames zu spielen. Und ein Hörbuch zu hören. Dazu später mehr.

Die Kundin in Frankfurt liest meinen Blog und hatte deshalb, bezugnehmend auf diesen Beitrag, Toffifee bereitgehalten.

Schüssel mit Toffifee vor Kaffeebechern

Am Ende hat doch alles einen Sinn, auch das Bloggen.


Liebe als Entscheidung | Frau Kaltmamsell geht in ihrem Blog auf das von mir veröffentlichte Zitat ein, Liebe sei eine Entscheidung – und Arbeit.

Das scheint allgemein akzeptiert zu sein, gruselt mich aber ein wenig. Doch genau deshalb gefällt mir Neil Geimans Ansprache, denn: Ich weiß es doch auch nicht. Frau Nessy mag den Begriff „Entscheidung“, auch das trifft zumindest für mich nicht zu. Je länger ich so durch die Gegend lebe, desto klarer wird mir: Jede Beziehung ist anders, es gibt kein Patentrezept. Die einzigen empfehlenswerten Elemente, die ich für über-individuell halte, sind gegenseitiges Wohlwollen (also dem Gegenüber Gutes zu wollen) und Respekt.

Journal Freitag, 1. November 2019 – Schlachthofviertel und Beifang aus dem Internetz

Ich habe daraufhin tiefer darüber nachgedacht, bleibe allerdings dabei. Ich halte Liebe – das, was nach der Verliebtheit kommt – für die Summe vieler kleiner Entscheidungen: der Entscheidung, den Anderen zu mögen. Ihn ins Herz zu lassen und dort willkommen zu heißen. Ihm Wohlwollen entgegenzubringen. Ihn zu respektieren. Den Mut zu haben, sich ihm zu offenbaren. Das Leben mit ihm teilen zu wollen.

Die Entscheidungen fallen Tag für Tag aufs Neue; mit allem, was ich von mir zeige, in Worten, in Gesten. Mit jedem Seufzen, das er mir abringt; mit den behaglichen und den leidenschaften Seufzern und mit den missmutigen Seufzern. Jeder Tag, den wir bleiben, ist eine Entscheidung.


Handballkrimi | Heute schaute ich Handball, das Ost-Derby Leipzig gegen Magdeburg, das der MDR erfreulicherweise übertrug. Ich war weder für den Einen noch für den Anderen; genauer gesagt war ich für den Schiedsrichter. Mit dem hatte ich nämlich tags zuvor in Dortmund noch Limo getrunken.

Fernseher mit Handballszene, daneben Minions als Matrjoschka.

Das Spiel war großartig – so, wie ein Derby sein muss. Ein sechzigminütiger Kampf (Video vom Spiel), der spektakulär endete: mit dem Siegtor in den letzten drei Sekunden.

Souverän gepfiffen war’s auch.


Gehört | Tausend Zeilen Lüge von Juan Moreno, gelesen von Richard Barenberg. Die Geschichte des Relotius-Skandals, aufgeschrieben von demjenigen, der sie aufgedeckt hat. Ein unglaublicher Krimi. Ich begann am Freitag mit dem Hörbuch und hörte es in fast einem durch, beim Kochen, beim Putzen, beim Autofahren, beim Einschlafen, neun Stunden lang. Das passiert mir selten. Große Empfehlung.

Moreno beginnt mit dem Buch dort, wo die Sache auch für ihn seinen Anfang nahm: bei der Reportage, die er gemeinsam mit Relotius schreiben sollte. Sie findet sich heute im PDF mit allen 59 Relotius-Reportagen, die der SPIEGEL veröffentlichte und nach Aufdeckung der Affäre nachrecherchierte – mit erchreckendem Ergebnis.

Moreno erzählt von den Widersprüchen, die er in Relotius‘ Passagen wahrnahm, von seinen eigenen Zweifeln, von seinen Recherchen, von den Reaktionen seiner Vorgesetzten, von weiteren Recherchen, wie sich immer mehr ein Bild ergab und wie schwierig es war, dieses Bild Dritten zu vermitteln. Schließlich handelte es sich bei Relotius um einen mehrfach preisgekrönten Journalisten, eine bis dato unangefochtene Koryphäe.

Was offenbar wird, sind mehrere Dinge: Wie viel Anstrengung, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen esmbraucht, bis ein Hochstapler wahrgenommen wird, dessen Verhalten die Wünsche und Erwartungen seines Publikums erfüllt.

Als erstes musst du dich fragen: Was wollen die Leute? Worauf richtet sich ihre Sehnsucht? Du musst für sie ein Bild malen, auf das sie lange gewartet haben, eines, das Freudestränen in ihre Augen treibt: Mit tränenverhangenen Augen werden sie halb blind sein. Von ganzem Herzen haben sie sich gewünscht, einmal ein solches Bild zu sehen, und jetzt, da dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist, werden sie das Bild selbst gegen die eigenen Zweifel verteidigen. Sie werden wollen, dass es echt ist, und damit nehmen sie dir die Hälfte deiner Arbeit ab.

Linus Reichlin, zitiert nach Moreno

Moreno deckt außerdem die geschlossene Welt elitärer Organisationen auf: Wie das Streben nach Großartigem zu Lügen führt und wie das System den Lügner stützt und befeuert.

Er hält uns darüber hinaus den Spiegel vor. Denn wir alle lieben gute, einfache Geschichten.

Zwei amerikanische Journalisten, Joshua Glenn und Rob Walker, kauften vor einigen Jahren 100 Gegenstände auf ebay, völlig unbedeutende Gegenstände. wie Flaschenöffner und Porzellanfiguren. Sie gaben 128,74 Dollar aus. Dann baten sie Autoren, zu jedem einzelnen Gegenstand eine gut geschrieben Geschichte zu verfassen und stellten dieselben Objekte samt neuem Narrativ erneut bei ebay ein. Sie erlösten 3612,51 Dollar.

Juan Moreno: Tausend Zeilen Lügen, Hörbuch-Kapitel 143

Gelesen | Der Psychologe Arist von Schlippe berät Familienunternehmen, deren Familienmitglieder sich im Streit befinden: „Das zerstört Beziehungen ungeahnten Ausmaßes“. Ein gutes Interview übers Loslassen, übers Annehmen und über Ambivalenz.

Angeguckt | Ein Musikvideo, in dem nichts Anderes passiert, als dass Menschen gekonnt Tischtennis spielen. Meditativ.

Eine Fahrt nach Frankfurt und ein #serviceblog-Beitrag: Wie man einen Tagessatz ausrechnet

29. 10. 2019  •  12 Kommentare

Broterwerb | Heute: Fahrt nach Frankfurt.

Beziehungsweise: Erst Fahrt zu Kunde #1, dort bis Mittag gearbeitet. Von dort aus auf die Autobahn und die A45 hinunter. Am späten Nachmittag Ankunft im Hotel.

Dämmerung, Foto aus dem Hotelzimmer auf Skyline Frankfurt, rechts und links Hochhäuser.

Die Autofahrt war erwähnenswert unspektakulär: keine Raser, keine Sonntagsfahrer, keine anderen Blitzbirnen. Stattdessen fuhren alle Leute geschmeidige 120 bis 130, bremsten in Baustellen herunter, das Reißverschlussverfahren funktionierte, alle blinkten, man ließ sich rein, man ließ sich raus, ich hörte den „Zeit Verbrechen“-Podcast und ein Interview mit Juan Moreno, außerdem erzählte mir die Ärztin und Autistin Christine Preißmann, wie es ist, anders zu sein, und an der Raststätte Katzenfurt gab’s einen Milchkaffee.

Ich bin hier für ein Inhouse-Seminar zum Thema „Kommunikation und Storytelling“. Es geht darum, wie man komplizierte wissenschaftliche Dinge interessant erzählt, wie man es über verschiedene Medienkanäle tut und welche Kanäle überhaupt sinnvoll sind. Ich habe Best-Practice-Beispiele aus der Branche des Kunden mitgebracht. Wir sprechen über Formate und wie sie helfen, Inhalte auf mehrere Kanäle zu bringen – auch mit begrenzten Ressourcen. Denn die meisten Kommunikationsabteilungen haben einen bunten Strauß an Aufgaben: Pressemitteilungen, Broschüren, Geschäftsberichte, Social-Media-Betreuung bis zur Veranstaltungsorganisation; die Leute haben selten Zeit, sich zurückzulehnen und mal die Kreativität sprudeln zu lassen. Wir üben Methoden ein, mit denen man aus Themen Geschichten macht. Denn das ist im Alltagsgeschäft oft ein Problem: Wo finde ich den interessanten Erzählansatz?

Auf den ersten Blick hat meine Arbeit zum Storytelling wenig mit dem Thema „Organisationsentwicklung“ zu tun, das ich ebenfalls für und mit Kunden mache – also Teams und Zusammenarbeit zu gestalten. Tatsächlich hat es sehr viel miteinander zu tun. Denn wenn ich Organisationen entwickle, geht es immer auch um Kommunikation; darum, wie Informationen von A nach B kommen; wie wir es schaffen, dass Abteilung A die Abteilung B versteht; dass sie eine gemeinsame Sprache finden, um über gemeinsame Ziele zu reden. Das ist dann nicht Storytelling – aber irgendwie doch. Denn Bilder helfen oft, Brücken zu bauen und Fachfremden die eigene Sichtweise nahe zu bringen.


Gründungsberatung | In meinem Umkreis machen sich derzeit verschiedene Menschen selbstständig. Wir trinken dann Limo oder Kaffee oder Gin und sie fragen mich, wie sie herausfinden, welchen Stunden- und Tagessatz sie nehmen können. Ich antworte ihnen immer: Bevor Du Dir überlegst, was Du nehmen kannst, solltest du wissen, was du nehmen musst. Ich schreibe hier mal auf, wie man das ausrechnet.

Schritt 1: Du kennst Deine Ausgaben

Schreibe alle Deine Ausgaben auf. Schreibe auf, wie viel Geld Du im Jahr brauchst.

Das beinhaltet Wohnen, Strom, Gas, Heizung, Mobilität, Telefon und Internet. Das umfasst Deine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, denn die musst Du selbst zahlen. Für Deine Lebenshaltung veranschlagst Du mindestens 700 Euro pro Monat für Essen, Hygiene und sonstige Ausgaben, zum Beispiel Kleidung; das ist die unterste, realistische Grenze – glaub mir. Berücksichtige Deine Rücklagen für die Altersvorsorge. Denk an den Kleinkram und die Dinge, die nicht regelmäßig anfallen: den Beitrag fürs Fitnessstudio, die neuen Kontaktlinsen, die Zahnzusatz- oder die Haftpflichtversicherung, Krankentagegeld und andere Versicherungen (Lebensversicherung oder Arbeitsunfähigkeit), Frisörbesuche, Dein Haustier, Dein Hobby, Reparaturen – und so weiter. Du willst auch mal in den Urlaub fahren? Dann rechne die Kosten ein. Wenn Du Kinder oder einen Partner mitversorgst, gehören die Ausgaben natürlich auch dazu. Am Ende steht dort eine Summe, sagen wir: 50.000 Euro.

Schritt 2: Du rechnest die Anzahl der Tage aus, die Du arbeiten wirst

Das Jahr hat 365 Tage. Minus 52 Wochenenden, also minus 104 Tage. Minus die Feiertage in Deinem Bundesland. Minus 10 Arbeitstage, die Du krank bist. Minus mindestens 24 Urlaubstage.

Ergebnis: 217 Tage. Das ist die Anzahl von Tagen, die Du theoretisch verkaufen kannst, wenn Du Vollzeit arbeitest.

Diese 217 Tage kriegst Du aber nicht alle verkauft. Du hast Reisetage, Tage für Vorbereitung und Nachbereitung. Es gibt Tage, an denen Du durch die Lande fährst und Aufträge akquirierst. Du musst Buchhaltung machen, Deine Website pflegen, Dich um allen möglichen Kram kümmern. Es gibt auch Tage, an denen Du einfach keine Aufträge hast: Die Sommerferien sind zum Beispiel mau (es sei denn, Du arbeitest im Freizeitpark); der Januar ist oft schlecht; der Dezember besteht zur Hälfte aus Weihnachten. Geh für den Anfang davon aus, dass Du maximal 50 Prozent Deiner Tage abrechnen kannst. Das sind dann 108 Tage.

Schritt 3: Du teilst die Summe Deiner Ausgaben durch die Tage, die Du abrechnen kannst

Sagen wir, Du benötigst die oben erwähnten 50.000 Euro im Jahr, um all Deine Ausgaben zu stemmen, um zu wohnen, zu essen, Dich zu waschen, zu kleiden, Deine Freizeit zu gestalten, Dich zu versichern und fürs Alter vorzusorgen – geteilt durch 108 Tage = 462.

462 Euro pro Tag musst Du mindestens verlangen, um Deine Ausgaben zu decken. Dann hast Du noch keinen Gewinn gemacht, keine Rücklagen gebildet, noch nichts gespart, nicht für längere Krankheitszeiten vorgesorgt. Du hast in keine Weiterbildung investierst. Du kannst noch keine Investition tätigen und hast Deine Geschäftsausgaben noch nicht berücksichtigt – ob Kugelschreiber, PC und Software, Anschaffung und Unterhalt eines Autos, Anmietung von Räumlichkeiten, geschäftliche Übernachtungen oder einfach nur der Notizblock.

Schritt 4: Du möchtest Gewinn machen

Rechne den Gewinn drauf, den Du machen musst (und möchtest), um zu investieren und Rücklagen zu bilden. Oder schlichtweg, um die Knete zu verprassen. Zum Beispiel, zehn Prozent. Dann hast Du einen Tagessatz von 508 Euro.

Schritt 5: Das Finanzamt will auch Geld haben

Bedenke, dass dieser Tagessatz noch versteuert wird. Das heißt, dass Dir noch Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen werden. Das kann Dir Dein Steuerberater genau ausrechnen. Rechne einfach mal 30 Prozent drauf. Dann sind wir bei 660 Euro.

Schritt 6: Übers Business nachdenken

Wohlgemerkt: Das ist die unterste Grenze – ohne Geschäftsausgaben, netto, ohne Mehrwertsteuer. Gehst Du darunter, bringst Du Deinem Kunden Geld mit, damit Du arbeiten darfst.

Es ist wichtig, dass Du Dein unteres Limit kennst. Anhand dieses Limits kannst Du Dich fragen, ob Du das Richtige anbietest: Gibt es ausreichend Menschen, die bereit sind, mindestens 660 Euro pro Tag für den Nutzen auszugeben, den Du erbringst? Hast Du die richtigen Menschen für Dein Angebot im Blick oder brauchst Du eine zahlungskräftigere Zielgruppe? Oder hast Du das falsche Produkt? Kannst Du Kosten reduzieren, indem Du Dinge automatistierst, standardisiert, einmal vorbereitest und mehrfach verkaufst?

Die untere Grenze bildet die Grundlage für all Deine Kalkulationen – auch für Dienstleistungen, die Du nicht nach Tagessatz anbietest: die Programmierung einer Website, feste Seminarpakete oder die Gestaltung von Visitenkarten.

Nur mit dem unteren Limit kannst Du in Verhandlungen treten und Dir überlegen, was Deine Leistung darüber hinaus wert ist, was der Markt bereit ist zu bezahlen und welchen Preis zu erzielen kannst.

Du kannst Dich bewusst dazu entscheiden, für weniger zu arbeiten – wenn es für einen guten Zweck ist, wenn Du für Freunde arbeitest oder wenn Du damit Marketing für Dich machst. Aber Du musst Dir immer im Klaren darüber sein, was Du tust.

Disclaimer: Ich kenne mich mit dem Kram eigentlich nicht aus. Wenn Du es genau wissen willst, geh zu einer Gründungsberatung oder dem Steuerberater Deines Vertrauens.


Amtessn | Abends Essen, Buch und DFB-Pokal in der Hotelbar.

Salat-Bowl mit Brot, dazu das Buch von Peter Wittkamp: "Für mich soll es Neurosen regnen"

Ready for Allerheiligen

28. 10. 2019  •  8 Kommentare

Allerheiligen | Die Eingeweihten wissen es: Ich habe eine Historie im Sauerland. Das Sauerland ist katholisch, und wenn man Verwandtschaft im katholischen Sauerland hat, besonders solche, die bereits verstorben ist, muss man vor Allerheiligen los und die Gräber schön machen. Sonst fahren am 1. November Blitze vom Himmel.

Also sind Vattern und ich am Samstag aufgebrochen, haben das örtliche Gartencenter geentert, haben uns mit Knospenheide eingedeckt und sind zum Friedhof gefahren. Das Gartencenter ist paradiesisch, ein Kleinod in Familienbesitz, mit Schubkarren statt Einkaufswägen und allem, was die Gärtnerin erträumt – von Stiefmütterchen bis Apfelbäumen, alles draußen.

Durchgang mit dem Schild "Ausgang", ein roter Zaun, dahinter Karren und Blumen.

Ich kaufe immer mindestens eine Pflanze zuviel und importiere sie nach Dortmund.

Danach fuhren wir zum Friedhof. Der Friedhof ist bergig. Vieles im Sauerland ist bergig. Das macht die ganze Sache etwas anstrengend. Denn natürlich ist in dem Moment, in dem wir unseren Kram zum Grab schleppen wollen, nie eine Karre frei. Deshalb müssen wir die Säcke Erde jedesmal zu Fuß den Berg hochschleppen. Das ist am Anfang total easy. Aber es zieht sich dann doch.

Dafür haben die Oma, der Opa und der Großonkel eine wirklich nette Aussicht.

Hügel mit Häusern.

Wir pflanzten und harkten, und jetzt ist alles winterhübsch.


Liebesdings | In einer Fernsehdoku habe ich schöne Sätze gehört. Aus dem Gedächtnis zitiert:

Es gibt das Gefühl ‚Liebe‘ und die Entscheidung ‚Liebe‘. Das Gefühl der Liebe ist die Verliebtheit. Das, was am Anfang da ist. Die andere Liebe ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung zu lieben und daran zu arbeiten.


Wochenendtätigkeit | Eier verbackt. Kürbis weggekocht. Gurkensalat gemacht. Milchkaffee getrunken.


Winterberufsverkehr | Heute um 7:30 Uhr losgefahren. 48 Kilometer zurückgelegt. Um 9:10 Uhr angekommen. Nach einer Stunde und 40 Minuten. Rückweg am Abend: 1 Stunde 10 Minuten.

Das ist erst der Beginn der schlimmen Zeit. Ich werde viele, viele Hörbücher und Podcasts hören können.


Gehört | Kühn hat Hunger. Ich mag die Kühn-Romane wahnsinnig gern. Ein Kriminalfall, der prima, aber Nebensache ist; im Zentrum der Erzählung stehen großartige Beobachtungen und Charakterbeschreibungen. Fünf von fünf Sternen.

Angeguckt und -gehört | Freiwasserschwimmqueen Journelle wirkt in einem Musikvideo mit.

https://youtu.be/ARX6L9AZF3w

Ein Rätsel im Parkhaus und psychedelische Lichter

25. 10. 2019  •  4 Kommentare

Was mich heute gefreut hat | Der Blumenkübel dreht nochmal richtig auf.

Gelbe Husarenöpfchen, Lavendel, rosa Blüten.

Neue Möglichkeiten | Seit ich eine neue Brille habe, trage ich diese öfter – anstatt Kontaktlinsen. Das erschafft ungeahnte Möglichkeiten.

Gestern zum Beispiel bin ich in einem Auto mitgefahren. Es war bereits dämmrig. Ich setzte die Brille ab und schaute mir die Welt mit fünf Dioptrien weniger an. Großartig! So muss es sein, wenn man Drogen nimmt. Psychedelische Lichter, fluoriszierende Farben, ein Ritt ins Unbekannte, das Gefühl von Geschwindigkeit und eine leichte, von blanker Angst getriebene Euphorie.


Mystery | Dieser Tage gehe ich nichtsahnend durchs Parkhaus und sehe:

Fußabdrücke auf dem Parkhausboden, die abrupt enden.

Fußabdrücke, die im Nichts enden.

Ist ein Verbrechen geschehen, eine Entführung? Oder parkte hier nur jemand, der fliegen kann? Solche Dinge packen mich, und ich komme nicht umhin, mir Gedanken zu machen.

Vielleicht kam ein Auto des Weges, und die Person stieg ein. Vielleicht wurde aber auch jemand in ein Auto gezerrt.

Vielleicht zog der Mensch seine Schuhe aus und ging barfuß weiter. Vielleicht setzte er sich in sein Cabrio und fuhr hinaus in die Abendsonne, oben frei, unten frei. Vielleicht fuhr er bis an die Stadtgrenze und von dort auf die Autobahn nach Süden, vorbei an Feldern, durch Weinberge bis an den Bodensee, über die Alpen bis ans Mittelmeer, barfuß, weil ihm mit einem Mal, mit einem einzigen Gedanken in diesem Parkhaus, alles egal war.

Oder es hat etwas mit den Krümeln neben dem letzten Fußabdruck zu tun. Handelt es sich etwa um ein Rätsel, in dem Kekse involviert sind?


Rückblick | Das Agile Barcamp Leipzig, das ich im September besucht habe, hat Inhalte der zwei Barcamp-Tage auf seine Website gestellt: den Vortrag von Nadine Nobile zu „New Pay“, also alternativen Gehaltsmodellen; den Vortrag von Gunter Dueck: „Wird Agile doch wieder in Prozessen ertränkt?“ und allerlei Fotoprotokolle zu Sessions.


Foodblogging | Weil es schon lange kein Essensfoto mehr gab: persisch.

Teller mit kleinen Köstlichkeiten, darunter Humus, Curryhäppchen, Hackbällchen, dazu Brot.

So ein Theater | Bei der Kaltmamsell gibt es eine Fortsetzung des Artikels „Warum viele junge Leute nicht ins Theater gehen“, den ich am Montag hier verlinkt habe: Unter dem Blogbeitrag gibt es rege Wortmeldungen zum Thema.


Angeguckt | Ein Gangsta-Rap-Fahrschul-Werbevideo.

Angeguckt | Wenn Frauen sich ins Bars genauso verhalten würden wie Männer [via Kaltmamsell]. Habe gelacht und mich erinnert an:

Typ: „Was machst du beruflich?“
//*hole Luft
„Lass mich raten. Etwas Soziales. Du hast ein liebes Gesicht. Grundschullehrerin.“
„Nein.“
„Krankenschwester.“
„Nein.“
„Kindergarten.“
„Nein.“
„Was dann?“
„Ich …“
„Wirklich, ein ganz, ganz liebes Gesicht. Das gefällt mir. Ich mag Frauen, die sich kümmern. Und du bist so eine. Das sehe ich.“
//*schweigt
„Hast du Kinder?“
„Nein.“
„Kannst es ruhig sagen. Ich mag Kinder.“

Alles, was hilft

22. 10. 2019  •  6 Kommentare

Männerschnuppen | Ich fahre alles auf, was hilft.

Medikamente mit Bibel

Nur keinen Tee. Für Tee geht es mir noch nicht schlecht genug.


Irgendwas mit Nudeln | Noch neun Tage bis Monatsende, und mein Newsletter ist raus. Krass. Ich fühle mich sehr tüchtig. Thema dieses Mal: Wie mir mein Lebenslauf hilft, meinen Job zu machen – ich schlage den Bogen vom Journalismus zur Organisationsentwicklung.

Gleichzeitig ist der Text aus dem September online gegangen: Was gute Pasta mit schlauen Prozessen zu tun hat


Gelesen | Berliner Schüler nutzen für fast jede vierte Klassenfahrt das Flugzeug. Verrückte Welt.

Gelesen | Ex-Nazi bunker will soon house hotel guests. Die New York Times beleuchtet Bauprojekte, die Kriegsbauten in Konsumgebäude umgestalten.

Gelesen | You’re only as old as you feel. Was nach einer Phrase klingt, ist wissenschaftlich belegt: Wer sich jünger fühlt, als er auf dem Papier ist, ist körperlich gesünder und seelisch widerstandsfähiger.

Männerschnupfen-Lieferdienst, ein Hackathon fürs Klima, Hartwachsöl und bald wieder Freibad

21. 10. 2019  •  3 Kommentare

Mimimi | Halsschmerzen des Todes. Wie Rasierklingen in der Kehle. Ich kann kaum schlucken. Dazu Kopfweh. Ein schwerer Männerschnupfen kündigt sich an. Ein Elend.

Die Dorffreundin kam mit einem Rucksack voller Medikamente, Tees, Tinkturen und Pastillen, kippte alles auf meine Kücheninsel, hielt mir einen Vortrag über Wirkungsweisen und Dosierungen und ließ da, was ich brauchte. Ich fühle mich umsorgt und direkt ein bisschen besser.


CoReDay Ruhr | Ich habe mit weitergebildet und war beim Coach Reflection Day (CoReDay) im Impact Hub in Essen. Der CoReDay kommen Praktiker zusammen, die etwas mit agiler Unternehmensentwicklung zu tun haben, tauschen sich aus und lernen voneinander und miteinander.

Impact Hub Ruhr, Workshopräume

An anderer Stelle habe ich mehr zum Tag aufgeschrieben: Wie wir mit kollegialer Fallberatung Probleme in der Agilität geklärt haben und welche Möglichkeit es gibt, seinen Gesprächspartner gezielter zu beobachten und Hilfreiches daraus abzuleiten.

Der Impact Hub ist übrigens ein ziemlich guter Ort: Gegründet als GmbH von vier jungen Leuten, bringt er Start ups und Nachhaltigkeit zusammen. Er ist Innovationslabor, Event Location und Business Inkubator.

Am kommenden Wochenende findet dort beispielsweise der Climathon Ruhr statt. Der Climathon ist ein Klimaschutz-Hackathon. Innerhalb von 24 Stunden werden Ideen zum Klimaschutz entwickelt.

Lasst uns gemeinsam praktische Lösungen für unsere Städte und Regionen entwickeln. Während 24 Stunden werden wir Fortschritte, Geschäftsmodelle und Konsumgewohnheiten überdenken, um innovative und positive Initiativen zu entwickeln.

Climathon 2019

Jeder kann mitmachen. In diesem Jahr ist der Themenschwerpunkt „Circular Economy“, also Kreislaufwirtschaft.


Das Wochenende | Festivitäten. Gutes Essen. Ein Schiff auf dem Rhein.

Am Sonntag war ich überdies schwimmen. Ich testete das Lippebad in Lünen, in der Hoffnung, dort freie Sportbahnen zu finden. Es ist nämlich alles nicht so einfach mit den Hallenbädern in Dortmund: entweder Öffnungszeiten wie eine Sparkassenfiliale oder jottwehdeh oder ein Bahnenbelegungsplan, komplex wie Quantenphysik, mit einer freien Bahn am Mittwochnachmittag bei zunehmendem Mond. Falls ich die Physik richtig verstanden habe.

Das Lippebad bietet einige Vorteile: Es hat ein Schwimmerbecken, wenn auch nur 25 Meter lang. Es hat sonntags bis 18:45 Uhr geöffnet. Die Anfahrt ist einfacher als nach Dortmund in die Innenstadt. Nachteile: keine abgetrennten Bahnen. Alle Menschen schwimmen durcheinander, längs, quer, diagonal. Ich schwamm zwei Kilometer. Es war etwas nervig, aber unterm Strich in Ordnung.

Noch fünfeinhalb Monate bis Freibad.


Hartwachsöl | Heute habe ich, während ich nebenbei an einem Inhouse-Storytelling-Seminar für ein Unternehmen arbeitete, Tische geölt: meinen Esstisch inklusive Verlängerungsplatte und meinen Gartentisch inklusive Zusteckplatte, außerdem einen Hocker, den ich im Wohnzimmer als Tisch benutze.

Hartwachsöl, der Schlüssel zum Glück

Das ging ganz wunderbar. Ich habe Tisch #1 bepinselt, gearbeitet, Tisch #2 bepinselt, gearbeitet, die Platten trockneten, dann nochmal Tisch #1, gearbeitet, dann wieder Tisch #2, trocknen lassen, arbeiten, polieren.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: Das Holz ist nun widerstandsfähiger gegen Flüssigkeit, Wasserringe und sonstige Verschmutzungen, die der Alltag mit sich bringt. Außerdem glänzt es leicht.


Gelesen | Warum viele junge Leute nicht ins Theater gehen

Gelesen | Nach Orgie im Tierhotel brauchte Kater Infusionen. Schicksale gibt’s. Fürchterlich.

Gelesen | Thread: Warum Frauen im Viktorianischen Zeitalter viel Fahrrad fuhren

Gelesen | Comic: Wogegen (und wofür) die Menschen in Chile protestieren

Kreise und ein Elefant, Fragen fürs Leben und Feierabende

17. 10. 2019  •  Keine Kommentare

Broterwerb | Anfang der Woche habe ich meinen Vortrag für die Digitale Woche vorbereitet. Am 5. November spreche ich in Dortmund darüber,

  • wieso Digitalisierung mehr ist als Technik,
  • welche Kultur Entwicklung ermöglicht und Ideen fördert,
  • welche Rolle Führung dabei hat und
  • warum ich in Kreisen denke und nicht in Organigrammen.

Ein Elefant wird auch vorkommen. Eintritt frei! Jeder ist willkommen! Es gibt Getränke. Bitte anmelden mit einer kurzen Mail an vg@vanessagiese.de – sonst gibt’s nicht genug Limo für alle.

Den Dienstag, Mittwoch und heutigen Donnerstag habe ich beim Kunden verbracht. Übernachtungscontent:

Kissen, Nachttisch, Buch von Arno Frank

Fragen über Fragen | Manchmal ereilen uns Veränderungen, die wir nicht wollen. Ich habe ein paar Fragen aufgeschrieben, die helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.

Eingeweihte kennen den Text aus dem August-Newsletter.


Ein Feierabend | Abendspaziergang auf den Hügel, um den See, vorbei am Hafen, hinten rum am Spielplatz entlang und zurück über den Friedhof.

Links ein gelbes, großes Haus. rechts eine Alee aus Bäumen. Dämmerlicht.

Unterwegs gesehen: Menschen mit Kindern, ohne Kinder, mit Laufrädern und Inlinern, Jogger und Geher, Schlurfer und Stechschrittläufer, Eisesserinnen und Pizzaholer, Wasserpfeifenraucher, Instagram-Schönheiten (posierend), Entenfütterer, Boom-Box-Betreiberinnen, Gänse, Hunde und Kinderwagenschieberinnen.

Rauf auf den Hügel. Oben Freiluftturner. Eine Vorturnerin mit osteuropäischem Akzent. Strenger Ton, scharfer Blick. Aussicht:

Blick vom Hügel auf den Phoenixsee: lang gestreckter See, darum Neubauten.

Ein anderer Feierabend | Ich wurde bekocht. Mit Apfeltarte unter Blätterteighaube. Dazu Rotwein.

Apfelarte unter Blätterteighaube und Rotwein.

Gelesen | Sieht aus wie ein Penis und stinkt nach Aas: Die Stinkmorchel ist der Pilz des Jahres 2020. Premium-Wissenschaftscontent. #serviceblog

Der restliche Parship-Gin und der Mausindex

13. 10. 2019  •  12 Kommentare

Ausflug bis kurz vor Holland | Am Donnerstagabend fuhr ich an den Niederrhein, um den restlichen Parship-Gin zu trinken. Der lag nämlich im dortigen Kühlschrank, bei Katja, abgelegt vor knapp einem Jahr. „Den müssen wir nochmal irgendwann trinken“, sagte sie letztens. Das taten wir.

Landstraße mit einem Baum, links Felder. Trüber Himmel.

Katja Waldhauer macht Deeskalationstrainings, vor allem im sozialen Bereich. Ich empfehle sie wärmstens. Ihre Angebote im Detail.

Ich kraulte Hunde, wir sprachen übers Freiberuflerdasein und über Teamtrainings.

Auf dem Weg, den Sie auf dem Foto sehen, begrüßten mich bei der Ankunft zwei Rehe. Sie standen auf der Straße im Scheinwerferlicht und sahen mich an. Sie berieten sich, ob sie links oder rechts ins Feld sollten, trafen schlussendlich eine Entscheidung und hüpften ins Kraut.


Neues vom Rohr | Die Ursache für den Rohrbruch im Haus ist gefunden. Der Leck-Ortungsdienst musste zweimal ausrücken. Nun ist klar: Er liegt in der Wohnung über mir.

Der Gemeinschaftskeller, mein Keller und meine Garage sind nass. Nicht komplett, aber merklich. Am Montag kommt der Klempner.


Die Katze maust | Im Sommer hatte ich zwei, vielleicht auch drei Mäuse im Garten. Jeden Abend kamen Maus Eins und Maus Zwei hervor. Maus Eins lief um den Kirschbaum. Maus Zwei hatte ihr Revier am Zaun.

Ich hielt Rücksprache mit den Nachbarskatzen Moritz und Leo. Die Beiden sind gute Mitarbeiter; sie fangen öfters Mäuse. Doch in Bezug auf die konkrete Maussituation blieben sie viele Monate lang unter meinen Erwartungen.

Herbstgarten. Die Sonne scheint durch die Blätter des gelb-grünen Kirschbaums. Eine rennende Katze durchquert das Foto.
Leo im Sprint

Wir beriefen ein Teammeeting ein. Ich gab positives Feedback bezüglich ihrer Skills, sagte ihnen aber auch, dass ich bis zum November eine deutliche Leistungssteigerung erwarte, was den Mausindex im Garten betrifft. Gestern begegnete ich Leo, wie er eine Maus über die Wiese trug. Als wir uns sahen, hielt er kurz inne, die Maus baumelte schlaff in seinem Maul, wir nickten uns zu.

Das gleiche Personalentwicklungsgespräch, das ich mit Moritz und Leo geführt habe, habe ich auch mit meinem Apfelbaum geführt. Seine Performance liegt deutlich unter der Zielvereinbarung. Anzahl der Äpfel in 2018: 1. Anzahl der Äpfel in 2019: 0. Dabei war er auf einem guten Weg: Er hat Blüten produziert, und was das Thema „Äste und Blätter“ angeht, zeigt er sich sehr motiviert. Nur an zählbarem Output mangelt es.

Ich habe ihm einen Eimer mit Äpfeln aus einem anderen Garten gezeigt, habe ihm gesagt: „Schau mal, so sehen die Dinger aus“, und habe den Eimer eine zeitlang neben seinem Stamm stehen lassen, als Gedankenanstoß.


Frühstücksplausch | Heute war ich etwas zermatscht, weil ich die halbe Nacht damit zugebracht habe, den Ironman Hawaii zu schauen – und doch auf der Hälfte des Marathons einschlief. So verpasste ich die wirklich guten Szenen, nämlich Haugs Überholmanöver und den Sieg von Anne Haug und Jan Frodeno.

Ich stand heute einigermaßen zeitig auf, denn meine Kollegin, Freundin und Nachbarin Stefanie kam zum Frühstück.

Frühstückstisch aus der Vogelperspektive.

In den vergangenen Wochen war sie für das ZDF bei der Leichtathletik-WM in Doha und hat Fotos und Geschichten mitgebracht. Auf ihrer Website hat sie einen Teil ihrer Eindrücke aufgeschrieben.


Wochenenendbackung | Ich habe nochmal Pflaumenkuchen gebacken. Vermutlich ist es der letzte Pflaumenkuchen des Jahres 2019. Natürlich mit Quark-Öl-Teig. Hier nochmal das Rezept:

  • 500g Magerquark
  • 15 – 16 Esslöffel neutrales Öl, zum Beispiel Rapsöl
  • 20 Esslöffel Milch
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 2 Päckchen Backpulver
  • 200 Gramm Zucker
  • 800 Gramm Mehl
  • etwas Salz

Das Originalrezept sieht von allem weniger vor. Ich mag den Teig aber gerne dick und bin deshalb großzügig unterwegs. Außerdem lässt er sich in dieser Menge gut auf dem Blech verteilen.

Pflaumenkuchen vom Blech

Wer mag, kann mehr Zucker hineingeben. Ich finde es jedoch besser, wenn der Teig selbst nicht zu süß ist. Das lässt Raum für Zimt und Zucker, begleitende Sahne oder andere Freuden.

Bevor der Teig mit den Pflaumen in den Ofen kommt, nochmal Zucker drüberstreuen. Bei 160 Grad Umluft 30 bis 40 Minuten backen.


Gelesen | Webworker Christian schreibt über die Unselbstständigkeit altgedienten Managements, die in Person eines ehrenamtlich tätigen Rentners in seinem Leben aufschlägt.

An anderer Stelle schreibt er über den McDonald’s an der B1 in Dortmund:

Ein erfolgreicher Abend* endete also mit einem Burger im Auto mit Blick auf die B1. Die Liebste und ich haben da, als wir noch Freunde waren, viel Zeit verbracht und ich spreche diesem Parkplatz eine gewisse Mitverantwortung an der Entplatonisierung dieser Freundschaft zu.

Der spezielle Mäkkes ist wirklich eine Einrichtung, besonders für Menschen aus dem Sauerland. 1990er Jahre, vier Leute im alten Polo, nachts um Drei nach dem Soundgarden, dazu Punk-Musik. Das waren noch Zeiten. Und ja, Entplatonisierung; mittelbar.

Gelesen | Wissenschaftler haben Fledermäuse belauscht und festgestellt, dass sie vor allem miteinander reden, wenn sie genervt sind. Dabei sprechen sie über vier Sachen:

  • Sie streiten sich ums Essen.
  • Sie diskutieren ihren Schlafplatz aus.
  • Die Männer machen den Frauen Avancen, die diese allerdings nicht haben wollen.
  • Sie machen sich gegenseitig an, weil Einer zu nahe neben dem Anderen hängt.

Gelesen | Ich bin mit „The Great Nowitzki“ durch. Ehrlich gesagt bin ich deutlich unterwältigt. Autor Thomas Pletzinger beschreibt jedes Spiel haarklein, er begleitet jede Regeung, jede Begebenheit, ohne dass ich als Leserin etwas Neues erfahre. Er hat keine Distanz zur Figur und zur Persönlichkeit Nowitzki, ordnet nicht ein, findet keine Haltung außer der des Fans. Eine stärkere Auswahl, weniger Szenen, dafür mehr Distanz hätten dem Buch gut getan.

Auch die asynchrone Dramaturgie macht es schwer: Thomas Pletzinger springt zwischen den Jahren und Ereignissen, und wer Dirk Nowitzkis Biographie nicht auswendig gelernt hat und die Chronologie der Ereignisse nicht auf den Unterarm tätowiert hat, verirrt sich in den Spielszenen, Trainingsstunden, An- und Abfahrten.

Die zweite Hälfte habe ich daher nur noch überflogen. Dabei ist mir immerhin dieser Ausschnitt untergekommen, dessen Aussage ich ganz gut finde.

Textausschnitt.
Thomas Pletzinger, „The Great Nowitzki“, S. 411

Gehört | Christin und ihre Mörder. Im Juni 2012 wird Christin Rexin in Berlin-Lübars ermordert (Wikipedia). Fünf Menschen werden für den Mord verurteilt. In acht Podcastfolgen arbeitet der RBB die Tat auf.

Gehört | Isabell Bogdans Laufen, gelesen von Johanna Wokalek. Die Handlung besteht ausschließlich aus der Innensicht der Läuferin. Es geht um Verlust, um den Suizid des Lebenspartners und ums Verlassenwerden, ums Trauern, ums Wieder-ins-Leben-Finden, ums Loslassen und irgendwie auch ums Laufen, aber nur (Wortspiel!) beiläufig. Die Gedanken der Protagonistin fließen dahin. Ich habe gerne zugehört. (Besprechung bei ZEIT Online, Besprechung beim NDR)

Hannover, dazu Kaffee, Rohrbruch und E-Scooter-Premiere

9. 10. 2019  •  2 Kommentare

Broterwerb | Zwei Tage Kundenworkshop in Hannover.

Blick auf Hannover: Allianz und Leibniz-Universität mit blauem Himmel

Das Hotelzimmer war im vierten Stock, bescherte mir einen wundervollen Ausblick – und dazu Fitnesseinheiten. Denn das Hotel hatte keinen Aufzug. Das war mit Koffer, Moderationsgepäck und Rucksack mit zwei Laptops … nun ja: belebend.

Im Workshop habe ich erstmals mit Lego Serious Play gearbeitet. Hat hervorragend funktioniert und die Erwartungen übertroffen: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben großartig zusammengearbeitet, sind über das Bauen tief ins Gespräch über Prozesse und Abläufe gekommen, konnten sich vom angestammten Denken lösen, haben ein gesundes Maß an Abstraktion gehabt und sind gleichzeitig in eine hilfreiche Detailtiefe gelangt. Ich bin verzückt.


Begleiterscheinung | Kaffee im Hannoveraner Lieblingscafé.

Tasse Milchkaffee mit einem Keks

Derweil Rohrbruch in Dortmund, Wasser im Keller. Ich koordinierte per Telefon beziehungsweise beteiligte mich aus der Ferne an den Tätigkeiten der Hausgemeinschaft und sorgte dafür, dass Menschen in meine Wohnung können. Alles nicht schön, wird aber wohl seinen Gang gehen.


E-Scooter-Premiere | Ich bin erstmals mit einem E-Scooter gefahren: Vom Hotel zum Abendessen, von der Calenberger Neustadt nach List und wieder zurück. Das war ausgesprochen komfortabel, praktisch, schnell und besonders auf dem Rückweg zigmal besser, als alleine durch die Straßen zu gehen. Bin ziemlich begeistert.

Der Geburtstag des Zahnarztes und Glückscurry 2.0

6. 10. 2019  •  9 Kommentare

About last night | Der Zahnarzt hatte Geburtstag und hat eingeladen. Eine Festivität, die jährlich mit gleichem Personal stattfindet, die stets ähnlich abläuft, und die jedesmal Freude bereitet.

Fladen, Weinblätter, Couscous-Salat, Frikadellen, Zaziki, Zucchinipuffer, diverse Pasten

Zu später Stunde wurden Langspielplatten aufgelegt – die Älteren unter uns erinnern sich an diese Kulturtechnik. Es gab Gitarrenmusik, und man munkelt, die Cocktails seien wieder gut gewesen.

Flaschen und Safttüten auf der Küchenanrichte, ein Cocktailshaker, ein Löffel, diverse Utensilien

Ich selbst musste fahren und hielt mich daher am Wasserglas fest.

Die Kaltmamsell kommentierte auf Instagram, sie wünsche sich einen Roman, der mit dem Satz „Der Zahnarzt hatte Geburtstag“ beginnt. Ich überlege, welches Genre ich wählen soll. Haben Sie eine Assoziation?


Glückscurry 2.0 | Herr Jawl hat ein ähnliches Glückscurry-Rezept wie ich, nur ein bisschen anders. Auf meinen speziellen Wunsch ist der unter die Foodblogger gegangen und hat das Rezept verbloggt. Das werde ich demnächst mal dringend ausprobieren.

Auf Twitter gab es noch den Tipp, zerstoßene Cashewkerne und klein geraspelte Möhren unterzurühren. Dann wird es sämig.


45 Minuten zum Hören | Ich verweise noch einmal freundlich auf die aktuelle Generationen-Podcastfolge mit Christian (56), mir (41) und Christians Sohn Tibo (18).


Gelesen | Ein Portrait der Kettelerschule, einer Grundschule in Bonn. Sie wurde in mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Sie arbeitet mit Lernfamilien, in denen unterschiedlich alte und unterschiedlich kompetente Schüler und Schülerinnen gemeinsam lernen.



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