Gekrümmter Tag | Heute Morgen erwachte ich und konnte mich nicht mehr bewegen. Rücken! Gekrümmt und kalt schwitzend schlich ich durch die Wohnung. Ich duschte, doch es war ein wackeliges Unterfangen. Den Slip bekam ich an den Körper, indem ich ihn baumelnd vor mich hielt und versuchte, mit dem Fuß hindurchzustechen, gleich eines Löwen, der durch einen brennenden Reifen springt. Ich hielt mich dabei am Schuhschrank fest, während ein Schwert meine Lendenwirbel durchteilte. Erst am Mittag gelang es mir mit hangelnden Bewegungen und unter unwürdigem Stöhnen, das für alle, die nur Ton, aber kein Bild hatten, sicherlich anderes vermuten ließ, meine Füße mit Socken zu bestücken.
Am späten Mittag nahm ich an einem Meeting teil, Telefonkonferenz. Hingegossen lag ich auf dem Cannapé, ähnlich einer römischen Kaiserin, allein die Weintrauben fehlten. Am Nachmittag hatte ich einige gute Momente, als ich die Spülmaschine ausräumte. Danach verließen sie mich wieder.
Im Schaukelstuhl | Es passiert nun etwas Seltsames: Das Bewusstsein für eine neue Realität stellt sich ein. Die vergangenen vier Wochen waren so etwas wie Urlaub, nicht von der Arbeit, denn Arbeit hatte ich reichlich. Aber doch vom Autofahren, von den Staus auf der Autobahn, von Ortswechseln, von Teamworkshops, von Reisen, von Hotelübernachtungen, von abendlichen Freizeittreffen und Restaurantbesuchen, vom Hübschanziehen, von engen Büstenhaltern, vom Zusammentreffen mich Menschen und von weißen Business-Blusen, mit denen ich immer sehr vorsichtig sein muss, sonst bekleckere ich mich. Ich bin daheim, trage Kleid oder Hoodie und sehe dem Garten beim Frühlingserwachen zu. Das hat alles etwas für sich, ich schlafe nun mehr, ich schlafe besser. Dem Immergleichen wohnt etwas Erholsames inne.
Ostern hingegen war eine Zäsur. Das Glockengeläut der leeren Kirchen, die fehlende Tradition von Familientreffen, die Ununterscheidbarkeit des Feiertags vom Alltag, abgesehen von der Arbeit, die ich bleiben ließ, allein weil ich es so wollte. Über die Ostertage erwachte in mir das Gefühl dafür, dass dies nun erst einmal so bleiben wird, dass das Immergleiche zunächst immergleich sein wird. Dass es in den nächsten Wochen immerfort so weitergehen wird, dass keine Reisen kommen werden, keine Workshops, keine Übernachtungen, keine Sommerpläne, keine neuen Eindrücke, nicht visuell, nicht mit der Nase im Wind, ohne den Geruch von Meer, ohne Berge und ohne die lärmenden, wuseligen Straßen großer Städte.
Wenn sich Trübsal angesichts äußerer Umstände einstellt, stelle ich mir immer vor, wie ich als 92-jährige Frau in einem Schaukelstuhl sitze, eine Wolldecke über den Beinen, im Hintergrund wärmt ein Ofenfeuer. Ich höre mich zu einem imaginären Gesprächspartner sagen: „Ach Gottchen, ja, diese zwei Corona-Jahre, damals, als wir auf den Impfstoff warteten, die habe ich fast vergessen. Was waren die gleichförmig. Dieser äußere Stillstand bei innerer Aufruhr. Das war eine seltsame Zeit.“ Mehr fällt mir dazu nicht ein, während ich mit knarzendem Stuhl vor mich hin wippe, denn seither sind 50 Jahre vergangen, und es ist viel passiert.
Ebenso gehe ich mit anderen Kümmernissen um. „Dieser Mann, wie hieß der noch? Der mich verlassen hat, als ich in den Vierzigern war. Oder war ich Ende 30? Ach je, was habe ich gelitten, und jetzt erinnere ich nicht einmal mehr seinen Namen. Irgendwas Christliches, glaube ich.“ Dann beuge ich mich vor, die Wolldecke rutscht mir leicht von den Knien, ich greife nach einem Glas mit Brombeerlikör und lasse mich wieder zurückfallen. Der Stuhl schaukelt leicht. Das Feuer knistert.
Bilder vom Wochenende reiche ich nach, wenn ich wieder sitzen kann. Dann gibt es auch Links und Gelesenes und Gegucktes.
Karfreitag | Ausgeschlafen. Rührei gefrühstückt. Auf die Terrasse gelegt. Gelesen. Eingenickt. Bad geputzt. Rückenyoga mit Mady gemacht. Auf den Balkon gelegt. Gelesen. Eingenickt. Aufs Sofa gelegt. Traumschiff geguckt. Fisch von Käpt’n Iglo gegessen. Wieder aufs Sofa gelegt. Ins Bett gegangen. Glücklich eingeschlafen.
Für das medizinische Publikum ist drüben bei „Mediziner für Mediziner gegen Covid“ ist ein neuer Artikel online: Intensivtransport bei Covid-9.
Treibenlassen | Der heutige Tag begann mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die Hood, beginnend auf der südlichen Seeseite, dann durchs alte Arbeiterviertel den Remberg hoch, von dort weiter bis zu Stadtkrone Ost, vorbei am Backparadies für Frühstücksbrötchen und wieder nach Hause. Alles in allem fast zwei Stunden. Das war ordentlich.
Die B236 war fast geisterhaft leer, als ich sie überquerte. Die Bundesstraße ist normalerweise eine gut befahrene Nord-Süd-Verbindung von Schwerte und der A1, über Dortmund hoch zur A2.
Vor dem Bäcker: eine lange Schlange. Alle warteten gesittet mit eineinhalb Metern Abstand. Ich setzte erstmals eine Gesichtsmaske auf und war damit eine von fünf Kundinnen – von geschätzten 40, die in dieser Zeit vor und nach mir einkauften. Das Sprechen beim Bestellen war mühselig: Die Bäckerei war voll, der Stoff fing einiges an Schall auf und erschwerte zudem die nonverbale Konversation. Ich war geneigt, näher an die Theke zu treten, um mich zu verständigen – was ja aber auch nicht Sinn der Sache ist.
Das weitere Tagesprogramm betand nur noch aus gepflegtem Balkonsitzen. Die Ostertage habe ich mir explizit frei genommen.
Puls | In diesen Tagen höre ich hier und dort vermehrt Stimmen, die sagen: „Wie lange soll das noch gehen? Sollen die Alten doch zu Hause bleiben!“ Risikogruppen würden halt sterben, so sei das eben. Erst gestern wurde ich wieder unfreiwillig Zeugin dieser lässigen Großzügigkeit, mit denen man anderen das Sterben gönnt.
Ich möchte dann gerne fuchtelnd auf Liste aller Faktoren deuten, die einen schlechten Covid-Verlauf begünstigen. Ich stelle mir diese Liste ähnlich der Eis-Tafel am Kiosk vor – nur mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, aktuellen oder überstandene Krebserkrankungen und Diabetes. Hinzu kommen (Sonderkarte): Alter ab 50 Jahre, Rauchen, Übergewicht. „Suchen Sie sich was aus!“, möchte ich rufen. „Bluthochdruck, Arterien-Verengungen, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit, Asthma, Rheuma, Fettleber, Kippen, Bierbauch, schlechte Venen – wo sind Sie dabei?“
Außerdem – was soll das überhaupt heißen: Wer Vorerkrankungen hat, habe halt Pech – für solche Leute wolle man sich nicht einschränken? Sind gesellschaftliche Bemühungen nur von Wert, wenn wir damit junge, pumperlgesunde, apfelbäckige Menschen schützen? Ich krieg‘ Puls.
Gelesen | Während ich am Karfreitag auf der Terrasse lag, habe ich Bov Bjergs „Serpentinen“ zu Ende gelesen. Das Buch ist hoch gelobt – genauso wie sein Vorgänger „Auerhaus“.
Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: „Urgroßvater, Großvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt.“ Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben. Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: „Um was geht es?“ Er weiß nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will.
Das Buch ist eine Reise in die Gedankenwelt des depressiven Vaters. Es beginnt fragmentarisch. Der Inhalt erschließt sich kaum. Der Sohn bleibt namenlos. Die fetzenhaften Gedanken des Vaters tragen die Beiden durch die Berge.
Wie schon in „Auerhaus“ ist der Protagonist der „Serpentinen“ stark ich-bezogen. Er ist selbstherrlich, wenig reflektiert und bleibt ohne Entwicklung. Natürlich: Das bringt die Krankheit der Depression mit sich. Gleichzeitig erhalte ich als Leserin dadurch keine Erkenntnisse.
Früher Vogel | Der Dienstag begann mit einem Gang um den See: 7:15 Uhr los und 8:30 Uhr wieder da. Das war gut – sieben Kilometer zu Fuß, das fehlt derzeit oft. Leider gab’s keinen Sonnenschein. Aber irgendwas ist ja immer.
Das Reisebüro macht schon Stimmung für bessere Zeiten.
Heute war die 8:30-Uhr-Telko bereits um 8 Uhr, danach ging es direkt weiter mit Terminen – deshalb kein Morgenmarsch. Aber demnächst wieder, dann.
Einzelbüros | Aktuell gibt es wenig Spannendes, keine Reisen, keine Ortsveränderung, keine Sehenswürigkeiten, keine Stunts, keine Expeditionen und Erlebnisse, nicht einmal Restaurantbesuche.
Herr Buddenbohm bezeichnet seinen Gemütszustand als „vergnügt-fatalistisch“. Dem mag ich mich anschließen. Zwar plagt mich durchaus Besorgnis, was das Durchstehen einer möglichen Erkrankung angeht – sowohl für mich selbst als auch meine Lieben, und der Gedanke an andere, abstraktere Gruppen macht mich traurig -, darüber hinaus bin ich allerdings gottergeben. Die Situation ist, wie sie ist, und sie ist für mich persönlich nicht schlecht.
Alle, denen es anders geht, mögen mir dieses Gefühl nachsehen; aber ich erfreue mich daran, daheim zu sein. Sonst bin ich immer viel unterwegs; ich erfreue mich am Frühling zu Hause. In meinen Arbeitspausen stehe ich mit einer Tasse Kaffee im Garten und schaue versonnen in die Natur. Ich beobachte die Vögel, und wenn es sich fügt, harke, hege und pflanze ich. Das Spannendste findet deshalb in meinem Lebenssegment „Gemüsezucht“ statt. Die Kürbisse und Zucchini sind mittlerweile in Einzelbüros umgezogen.
Das Sozialleben gestaltet sich auch nicht übel. Zwar wenig körperlich, aber dennoch innig. Telefonate und WhatsApps halten zusammen, was zusammengehört. Wir speisen gemeinsam vor der Videokonferenz, der Dresscode ist gemütlich. Nach der Mahlzeit befinde ich mich in unmittelbarer Nähe des Bettes, ich brauche nur lang hinzuschlagen, schon liege ich drin. Es hat alles auch seine Vorteile.
Die Arbeit ist immer noch vorhanden, mehr als vorher. Ich habe ja auch mehr Zeit: jeden Tag zweieinhalb Stunden, die ich derzeit nicht auf der Autobahn verbringe – Raum, der sich füllt. Die Tage sind also zugleich voll und entspannt. Die Kommunikationswege stehen, der Rhythmus ist eingerichtet, man trifft sich morgens zur Telko, danach geht es an die Arbeit. Die Mittagspause ist allen stillschweigend heilig, der Nachmittag klingt mal um 16, mal um 18 Uhr aus, und ich bin direkt daheim.
Nur die Abbruzzen, die ich im Sommer besuchen wollte, fehlen mir schon jetzt, und ein Ausflug ans Meer wäre auch wunderbar. Aber irgendwas ist ja immer.
Gelesen |Adlon for One. Autor David Hugendick war im Hotel Adlon, und zwar ziemlich allein: Nur sechs andere Gäste waren mit ihm dort, Corona-Zeiten. Sein Text hat keine tiefgreifende Botschaft, der Besuch ist in diesen Zeiten genau genommen geradezu dekadent (aber sind Luxushotels das nicht immer?). Dennoch oder gerade deswegen ist es eine Freude, ihn zu lesen.
Ich habe einen Schreibtisch, an dem eigentlich magenkranke Patriarchen sitzen müssten, die unentwegt den Prokuristen anschreien, der obendrein die empfindsame Tochter geheiratet hat, die Blüten in Eichendorff-Bände presst. […]
Ich rufe den Zimmerservice mit einem Telefon, das aussieht, als seien damit früher einmal Nuklearwaffeneinsätze befohlen worden. Das Schnitzel? Ja, gewiss. Es werde gleich gebracht. Ich wollte noch sagen, dass ich es auch gern abholen könne, weil ich keine Umstände machen wolle, aber vermutlich würde das noch größere Umstände machen, außerdem heißt ja Luxus, andauernd irgendwelchen Menschen alberne Umstände zu machen und das für angemessen zu halten. Draußen wird es dunkel.
Gelesen |Für immer Hardrockhausen. Eine Besprechung des Moritz-von-Uslar-Buches „Nochmal Deutschboden“.
Gehört | Faking Hitler. Ein Podcast in zehn Folgen über die gefälschten Hitler-Tagebücher des stern, aufbereitet mit Original-Tonbandaufnahmen von Telefonaten zwischen stern-Reporter Gerd Heidemann und Fälscher Konrad Kujau. Die Geschichte wird erzählt wie ein Krimi. Ich bin aktuell bei Folge sieben. Wer auch Juan Morenos Relotius-Recherchen gelesen hat, erkennt Muster in der Haltung von Redaktionen und Verlagen, die solche Ereignisse begünstigen – darunter Machismo, Selbstgerechtigkeit und das Unterdrücken interer Kritik. „Faking Hitler“ ist ein Podcast des stern selbst, das Drehbuch stammt von Nilz Bokelberg. Die Älteren unter uns kennen ihn noch von VIVA. Empfehlung.
Wir sind drin |#M4MvsCOVID ist online! Von Null auf Go live in 18 Tagen – so schnell habe ich noch nie eine Website gelauncht. Christian auch nicht. Das haben wir am Samstagabend beim virtuellen Anstoßen gemeinschaftlich festgestellt.
Inzwischen gibt es fast 800 Unterstützerinnen und Unterstützer in der Discord-Gruppe, aus der heraus der Projekt entstanden ist.
Wie es weitergeht: Die Mediziner werden die Inhalte erweitern, pflegen, fortwährend aktualisieren und ergänzen. Ich schaue, wie wir das Projekt auf offizielle Beine stellen.
Danach gucken wir, ob weitere Features sinnvoll sind. Wir haben Ideen; außerdem wurden uns Übersetzungen angeboten – und wer weiß, was noch gebraucht wird. Das ergibt sich in diesen Wochen ja stets aus der Situation heraus.
Webinar-Optimierung | Ich habe die Webinar-Situation optimiert. Weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in meinen Webinar-Sessions stumm und blind geschaltet sind, ich sie also weder höre noch sehe, kein Feedback bekomme und alles eigentlich nur meiner Zimmerpalme erzähle, habe ich mir die Leute über der Webcam aufgebaut.
Sie folgen meinen Ausführungen aufmerksam, sind allerdings etwas norddeutsch-steif.
Das Webinar erfreut sich überraschend großer Beliebtheit. Ich bin inzwischen für zehn Termine gebucht, ein Großteil inhouse. Das hätte ich nicht erwartet.
Ich gebe in den 90 Minuten nicht nur meine Erfahrungen weiter, sondern habe die Inhalte ergänzt durch organisationale Aspekte der aktuellen Situation: Wie sich Anwesenheitsarbeit und Remote-Arbeit unterscheiden, dass das Netzwerkdenken stärker in den Vordergrund kommt (statt des Abbildens physisch sichtbarer Abteilungen), dass nun alle gleich weit voneinander entfernt arbeiten (nämlich einen Telefonanruf und nicht mehr Flure oder Etagen) und wie sich Führung verändert. Ich werde das mal in einem Newsletter zusammenfassen – zusammen mit der Beschreibung, wie ich mein Vorgehen geändert habe, wenn es um die gemeinsame Lösungsfindung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht. Das funktioniert mit Telko und Viko nämlich anders als bei Anwesenheitsmeetings.
Grillsaison 2020 | Im Garten bereitete ich an diesem Wochenende die Grillsaison Sommer 2020 vor, pflanzte Salat und Kohlrabi, säte Möhren, Radieschen und Lauchzwiebeln ein.
Außerdem pflanzte ich die gekauften Stauden ein. Das Beet gegenüber der Terrasse war bislang immer ein Problembeet.
Weil ich mir die Namen von dem Zeug immer nur bedingt merken kann – von links nach rechts: Stockrosen, daneben hohe Dinger in Rosa, davor eine Zierquitte, daneben fedrige Dinger in Blau und eine Pfingstrose.
Die Müdigkeit der Heimarbeit | Am Wochenende wollte ich mal schnell Teamviewer installieren. Teamviewer sagte mir aber, dass ich ein aktuelleres Betriebssystem brauche. Es war also an der Zeit, mein OS X von Sierra auf Catalina upzudaten. Bevor ich allerdings auf Catalina updaten konnte, musste ich ein frisches Backup machen. Nachdem ich das Backup gemacht hatte, sagte mir Catalina, ich müsse zunächst die Hindenburg-Software updaten, sonst könne ich demnächst keine Audio-Dateien mehr bearbeiten. Also datete ich Hindenburg up. Danach updatete ich Sierra auf Catalina. Im Anschluss funktionierte Gimp nicht mehr. Also musste ich Gimp von Version 2.8 auf 2.10 updaten. Aber Teamviewer funktionierte dann. Der Grund, warum ich Teamviewer ans Funktionieren bringen musste, erledigte sich im Anschluss allerdings.
Was soll’s. Ich habe jetzt mein Macbook auf dem neuesten Stand. Ist auch schön.
Solche Dinge sind ein Grund, warum ich dieser Tage manchmal ein bisschen müde bin.
Monotasking | A propos Homeoffice: Heute hatte ich fünf Stunden lang keinen Strom. Der Netzbetreiber musste in meiner Straße Dinge reparieren, irgendwas mit Kabel und Straße, so genau kommunizierten sie das nicht. Ich war also offline, kein Bild, kein Ton.
Dafür hatte ich den Garten schön. Die Kirsche blüht.
Vor dem Hintergrund, dass ich keinen Strom hatte, habe ich erstaunlich viel gearbeitet. Mit Akku und Hotspot und vier tragbaren Geräten kann man fünf Stunden passabel überbrücken, zumal wenn man davon drei Stunden lang telefoniert.
Unterm Strich war heute einer der besten Tage im Homeoffice, weil ich am wenigsten in den Themen gesprungen bin. Genau genommen habe ich mich den ganzen Tag, am Ende neun Stunden, mit nur einem Kunden und dort mit nur einem Thema beschäftigt, wenngleich mit verschiedenen Gesprächpartnern. Das war ausgesprochen wohltuend und hat die Sache erheblich vorangebracht, zumindest was die Erkenntnislage angeht. Überall, in unterschiedliche Abteilungen finde ich dort unterschiedliche Wissensfragmente und Lösungsansätze, und so langsam wird aus den Puzzleteilen ein Bild.
Mein Credo ist ja: Das Problem liegt in der Organisation, die Lösung auch. Man muss sie nur finden.
Lieferung aus Berlin | Etwas ganz Anderes: Baumkuchen. Vor knapp zehn Tagen wäre ich in Berlin gewesen. Dort hätte ich zahlreiche Leute getroffen, unter anderem einen Menschen in einem Baumkuchencafé. Wir haben stattdessen geskypt, das war sehr schön. Gleichzeitig ließ mich der entgangene Baumkuchen nicht los. Also rief ich im Café an – einst Lieferant des preußischen Prinzenhofs – und fragte, ob sie nicht nur zum Prinzen an den Hof, sondern auch zur Vanessa nach Dortmund liefern. Taten sie. Sie liefern sogar bis nach Japan. Aber das ist eine andere Geschichte.
Das Gespräch endete also in einer Bestellung, und hier ist er nun – der Berliner Baumkuchen.
Sehr lecker und sehr weich. Die Weichheit ist so weich, weicher kann ein Baumkuchen nicht sein.
Bemerknis zur Corona-Krise | Es kommt hier und da inzwischen die Meinung auf, es sei der Preis der Herdenimmunität, dass einzelne Menschen sterben. Man müsse bald wieder zur Tagesordnung übergehen, die Gesellschaft habe inzwischen genug geopfert.
Wenn wir die Gesellschaft noch drei Monate oder mehr im Lockdown halten, dann opfern wir alles, was wir unter unserer Identität und Kultur verstehen, dafür, dass wir nicht bereit sind zu akzeptieren, dass einzelne Menschen sterben, damit am Ende die Mehrheit immun ist. Das finde ich falsch.
In einem gänzlich anderen Zusammenhang, nämlich im Zuge der Frage, ob man 200 Menschen in einem Flugzeug abschießen darf, um 2.000 Menschen zu retten, hörte ich einmal folgende Argumentation:
Ein Menschenleben ist unendlich viel wert. Der Wert „unendlich“ ist nicht steigerbar; es gibt nicht doppelt unendlich, nicht dreifach unendlich und nicht 2.000-fach unendlich. Deshalb kann man 200-fach unendlich nicht gegen 2.000-fach unendlich abwägend – und deshalb ist ein Menschenleben genauso viel wert wie viele Menschenleben.
Das finde ich sehr schlau.
Gelesen |Doppelt geplagt: Ostafrika leidet nicht nur unter dem Corona-Virus, sondern auch unter einer Heuschreckenplage.
Ein durchschnittlicher Schwarm, der aus bis zu 40 Millionen Insekten besteht, kann nach Angaben der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO am Tag 150 Kilometer weit fliegen. In dieser Zeit vertilgt er so viel Nahrung wie für 35 000 Menschen an einem Tag ausreichend wäre.
Der frühe Vogel | Der Tag startete mit einem strammen Spaziergang um den See zum Brötchenholen.
Die besonderes Schwierigkeit war aufzustehen. Nachdem ich das geschafft hatte, war es super. Als ich losging, war es noch knackig kalt. Im Laufe des Weges stieg die Sonne auf. Dann wurde es wärmer.
Ich jagte Brötchen und zwei Waffeln und war pünktlich um 8:30 Uhr zum Morning-Call mit dem Kunden wieder daheim.
Gutes Konzept. Werde ich wiederholen.
Das innere Ausland | Einigen Menschen fällt es leicht, in diesen Tagen daheim zu sein. Wer mit Kindern Haus und Garten hat, vielleicht sogar einen Wald, der an das Grundstück angrenzt, hat es leichter als eine Familie, die in der 60-Quadratmeter-Stadtwohnung wohnt.
Auch unter denjenigen, die alleine wohnen, tun sich die Einen schwerer, die Anderen leichter, mit der Kontaktsperre umzugehen – und manche sehr schwer:
Das Alleinseinkönnen ist vielen nicht mehr gegeben, das Aushalten der Gefühle, die sonst durch den Alltag gedeckelt werden, wird für viele die wahre Gefährdung statt des Virus. Es wird eine Zeit des Risikos. Aber eben nicht nur für die psychisch bisher schon Lädierten (die eigentlich zeigen, in welch‘ schwierigen Zeiten wir leben und sich die Frage stellt, wir die „Normalen“ das bisher durchhielten) wird es eine Herausforderung, nein, vielmehr für die angeblich so „Normalen“, die auf einmal vor eine gänzlich neue Lebensrealität gestellt werden.
Ich selbst gebe ja sogar Geld dafür aus, allein auf einer Insel in einem eremitenhaft abgeschiedenen Häuschen zu sitzen. Quasi als Gegenentwurf drehen Menschen derzeit durch, weil sie mit sich selbst konfrontiert sind – und das, obwohl es durchaus noch einen Alltag gibt: Wir dürfen weiter einkaufen gehen, wir können spazieren gehen, viele von uns arbeiten weiterhin – nicht nur im Home Office, auch an der Arbeitsstelle. Dennoch bricht etwas weg: der eng normierte Korridor des immerzu Beschäftigtseins, des Arbeitens, Ausgehens, Leute-Treffens, Sportmachens, Wochenendtrip-Machens und des Verreisens, in dem man sonst seine Gefühle nicht aushalten muss.
Dort gibt es die besten Blümchen weit und breit. Außerdem ist das Gelände schön gelegen, man fährt die ausgewählten Pflanzen in Schubkarren durch die Gegend, und der Laden besteht quasi nur aus Außengelände.
Wie erwartet, war es mitten in der Woche nicht voll, und ich konnte sehr prima und ohne Menschenkontakt meine Karre vollpacken.
Das meiste sind Stauden. Ich möchte – gerade gegenüber der Terrasse – mehr Bauerngarten-Atmosphäre haben. Außerdem ist mir rund um die Steinmauern noch zu wenig los. Am Freitagmittag lasse ich alles auf meinem Schreibtisch stehen und liegen; dann grabe ich Grün ein.
Hände in der Erde haben: Das ist immer beruhigend, in diesen Zeiten noch mehr.
Die Zugewandtheit der Rautetaste | „Bitte geben Sie Ihren Zugangscode ein und drücken Sie anschließend die Rautetaste.“
So beginnt täglich um 8:30 Uhr mein Arbeitstag. Die Vorzimmerdame des Go-to-Meetings ist immer sehr freundlich. Sie sagt ihren Satz mit Zugewandtheit und großer Geduld.
Jeden Morgen tue ich mich schwer, sie abzuwürgen. Obwohl ich ja weiß, was sie sagen wird. Schon während sie mit „Bitte geben Sie …“ ansetzt, könnte ich meinen Zugangscode eingeben, und sie würde aufhören zu sprechen. Ich habe das sogar schon gemacht – als ich spät dran war. Ich habe mich dabei aber schlecht gefühlt. Es hat mich traurig gemacht.
Denn das macht doch was mit einem. Abgewürgt werden. Die Frau ist so freundlich, so höflich. Keine Wertschätzung zu erfahren – das ist doch schrecklich.
Jetzt kommen Sie mir nicht mit: Aber das ist nur eine Computerstimme! Mag sein. Für mich nicht. Für mich ist das Gabi von Go-to-Meeting.
in echt jetzt? | Am Samstag hatten Radiofrau Christina Scheuer und ich eine Premiere: Wir nahmen gemeinsam eine Podcastfolge auf, ohne nebeneinander zu sitzen. Vielmehr saß sie bei sich, und ich saß bei mir.
Entstanden ist eine Folge von „in echt jetzt?“. Ich war Gast. Christina hat mich interviewt. Sie trifft sich in ihrem Podcast mit Menschen aus dem Internet und stellt ihnen Fragen. In der Beschreibung des Podcasts heißt es:
Hi, ich bin Christina. Im „echten Leben“ bin ich 41 Jahre alt und arbeite beim Radio. Bei Twitter folge ich vielen spannenden, interessanten, kuriosen Leute. Aber wie sind die denn im „echten Leben“? Haben die was zu erzählen? Ich treffe meine Lieblingstwitterer an ihren Lieblingsplätzen im „echten Leben“.
Wir sprachen über … ja, worüber sprachen wir eigentlich? Wenn man fast eine Stunde lang gefragt wird und bemüht ist, etwas Sinnvolles zu antworten, weil es ja danach im Netz steht, für immer und die ganze Welt, ist der Kopf danach ziemlich leer. Ich werde mich also selbst anhören müssen, um es zu erfahren.
Aufm Fensterbrett | Das Gemüse keimt. Noch vier Monate, dann habe ich eine autarke Versorgung stehen.
Bewegungstherapie | Heute habe ich erstmals Seven ausprobiert. Das ist eine App, die einem sieben Minuten Bewegung verschafft – mit Übungen, die man ohne irgendwas machen kann. Gefiel mir sehr gut. Ersetzt keinen Sport und kein Training. Ist aber gut, um beim ganzen Am-Schreibtisch-Sitzen eine Bewegungseinheit einzuschieben. Ich habe den Timer auf täglich werktags, 12:45 Uhr, gestellt.
Außerdem: Nachdem es bei einer Übung im Rücken knackte, habe ich keine Rückenbeschwerden mehr. Famos!
M4MvsCovid | Die Phase des Projekts, in der es sich etwas zieht. In der man eigentlich fertig sein wollte. Aber nicht ist. Und auch morgen nicht sein wird. Sondern erst in einer Woche. Obwohl niemand etwas falsch gemacht hat. Es läuft richtig gut. Aber wir sind noch nicht zufrieden.
Wo stehen wir? Die Mediziner haben fast alle Inhalte erstellt. Wir haben fast alle Inhalte eingepflegt. Die Seite steht.
Was wollen wir dann noch mehr? Wir wollen passgenauere Inhalte für die Gruppe der Nicht-Intensivmediziner. Sie gefallen der medizinischen Projektleitung noch nicht. Es geht um die Gratwanderung zwischen „Die Zielgruppe ist medizinische Expertin, deshalb fangen wir nicht bei Adam und Eva an“ und „Die Zielgruppe hat zwar medizinische, aber wenig intensivmedizinische Erfahrung, steht unter emotionalem Druck und hat wenig Zeit“.
Was fehlt noch? Die Beiträge sollen bei gleicher inhaltlicher Qualität schlanker und schneller erfassbar werden – außerdem konkreter, was den Bezug zu Covid-19 angeht.
Die Inhalte in der Kategorie „Beatmung“ von Florian. Er ist Facharzt der Anästhesie aus Memmingen:
Kleines Sneak-Peak aus dem Team Atemweg für #M4MvsCOVID.
Inhalte für V1.0 sind größtenteils fertig. Nach kritischer Korrektur beginnt das Einpflegen, so dass wir schnellstmöglich “live” gehen können.
Gelesen | Die Wissenschaft hat herausgefunden, was Paare zusammenhält. Zum Beispiel: konstantes gemeinsames Leid und Resignation. Ob das erstrebenswert ist?
Der Tag | Irgendwie erschöpft. Früh erwacht. Ein bisschen liegen geblieben. Dann um den See gegangen. 10.000 Schritte – immerhin. Ich brauche mehr Bewegung.
Die Menschen gingen spazieren, joggten, fuhren Fahrrad. Licht. Die Sonne schien. Wind wehte. Ich kaufte Brötchen, ging wieder heim.
Dort Frühstück. Danach setzte ich mich auf den Balkon, ließ mich zurückfallen und schlief ein.
Nachmittags rief mich Frau Scheuer an, und wir nahmen eine „in echt jetzt?“-Podcastfolge auf.
Einerseits, andererseits | Einerseits arbeite ich viel, sehr viel. Andererseits fühle ich mich entschleunigt.
Die Wege entfallen: Zweieinhalb Stunden pro Tag habe ich nun mehr, verbringe ich nicht auf der Autobahn. Kein Staustehen. Keine Geschäftsreisen. Keine Fahrten mit der Bahn. Keine Wege irgendwohin. Das Leben konzentriert sich auf einen Ort. Das macht es übersichtlich.
Die Reize sind überschaubar, kommen hauptsächlich akustisch, als Telefonate, Telefonkonferenzen, Videotelefonie. Keine neuen Städte, keine neuen Wege, keine neuen Gesichter, keine Suche nach Hotels, keine Übernachtungen in fremden Betten, keine Workshops bei neuen Kunden, keine Anspannung. Aber auch: keine neuen Eindrücke.
Dafür Abende auf dem Sofa oder in der Küche beim Herumkruschen; das ist schön. Ein täglich gleicher Lebensrhythmus: dieselben Aufstehzeiten, dieselben Bettgehzeiten in immer dasselbe Bett. Das fühlt sich gesund an. Wenngleich: Es bewegt sich vieles, in unterschiedlicher Hinsicht. Deshalb: keine Zeit zum Lesen, zum Musizieren, zum Legobauen, zum Langweilen. Aber Gelegenheit zu kochen.
Es ist keine Wertung in alldem. Es ist nur eine Beschreibung. Wir werden sehen, wie es in den kommenden Wochen wird.
Drei Wochen | Die Kanzlerin hat meine Gedanken gelesen und den Exit-Orakeln ein Ende gesetzt. Lockdown bis zum 20. April.
Flausch the Curve | Lassen Sie uns diesen Tag mit Bildern meines Lieblingsmeerschweins beginnen.
Mit freundlichen Grüßen von Lucien Favre und der Turnschwester aus Heidelberg.
#M4MvsCOVID | Die Mediziner und ich haben gemeinsam festgestellt, dass Projektmanagement wie die Reposition einer Schulterluxation ist: Drücken und Ziehen.
Exit | Wir sprechen also schon darüber, wann das alles wieder aufhört. Dabei hat es noch nicht einmal angefangen.
Der Lockdown schlägt sich noch in keiner Infektionskurven-KPI nieder, wie der zur Betriebswirtschaft neigende, überreizte Jungdynamiker sagen würde. Vielleicht machen wir das, das wir jetzt tun, also erstmal eine Weile und üben uns in Geduld. Auch wenn es für Viele von uns schwierig ist, persönlich und finanziell. Die Alternative ist allerdings, dass Oma in acht Wochen in der Eishalle aufgebahrt wird.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Interview mit dem Philosophen Hartmut Rosa:
Das Virus ist im höchsten Maße unverfügbar. Wir ertragen es nicht, dass wir unfähig sind, die Folgen der Ereignisse vorherzusagen, dass wir nicht über ein Gegenmittel verfügen. Das erklärt diese sinnlose Welle von Bemühungen, die Kontrolle wieder zu erlangen.
Das Schürener Backparadies produziert derweil Tag und Nacht (Instagram).
Webinar | Heute habe ich mein erstes Webinar gegeben. So sah es von vorne aus:
Und so von hinten:
Es war seltsam, eineinhalb Stunden lag ins leere Zimmer zu sprechen. Dabei haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich rege beteiligt. Im Chat haben sie Zwischenfragen gestellt und eigene Erfahrungen geteilt. Allerdings sah ich niemanden von ihnen und sprach nur zum grünen Lämpchen der Kamera. Vielleicht setze ich beim nächsten Mal Stofftiere auf Stühle.
Von diesem seltsamen Gefühl abgesehen, war es aber sehr gut. Es lief sogar so gut, dass ich direkt wieder gebucht wurde – für nun insgesamt fünf weitere Termine. Krass. Hätte nie gedacht, dass das Format so gut ankommt. Nächster offener Termin mit dem Homeoffice-Thema ist am kommenden Freitag, 3. April (Anmeldung über die Akademie ProContent).
Vielleicht sollte ich auch selbst Webinare anbieten? Mit Themen rund um Veränderung, in Unternehmen und auch persönlich, mit Fragestellungen aus der Organisationentwicklung und zu Methoden, die ich für gut erachte. Wenn Sie sowas interessiert, sagen Sie mal Bescheid.
Das Brett, auf dem der Laptop steht, ist übrigens ein Schneidebrett, ähnlich eines Frankfurter Bretts. Ich habe es zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich kann darauf Gemüse schneiden und es direkt in verschiedene Schubladen schieben, um es dann beim Kochen zu verwenden. Sehr praktisch.
Außerdem hat es genau die richtige Höhe für Webinare und Videokonferenzen.
Danke | Die Neven Subotic Stiftung hat uns, dem Dortmunder Ladies‘ Circle, ein Danke-Video fürs Charity-Brunch geschickt. Der Erlös von 1.016 Euro ging an die Stiftung.
Ab Sekunde 30 erfahren wir, was die Spende bewirkt hat.
Wir haben uns gefreut. 10 von 10 Punkte in der Kategorie „After Sales“ fürs Fundraising-Team.
Tagwerk | Arbeitstag zwischen IT-Servicedesign, Webinar-Vorbereitungen, Muffinbacken und Medizinerprojekt. Ergebnistyp „Teigware“:
Stand des Projekts „Mediziner für Mediziner gegen COVID“, #M4MvsCOVID:
Website steht technisch und
ist auf der richtigen Domain.
Christian hat beigespachtelt und hübsch gemacht (sehr hübsch!).
Inhalte sind zu 80 Prozent fertig (yeah!).
Samstagabend Deadline
Sonntag pflegen wir die Inhalte ein.
Sonntagabend nächste Telko.
Danach noch Anpassungen, Proofreading und das Einpflegen allgemeiner Inhalte (Impressum, Datenschutz, Disclaimer, Nutzungshinweise etc.). Für nächste Woche geplant: Go Live.
In unserer heutigen Telko fiel fernab unseres eigentlichen Themas der denkwürdige, fast philosophische Satz:
Bemerknis | Es zeichnet sich ab, dass der Weißwein deutlich schneller knapp wird als das Klopapier. Das Verhältnis „Flasche Weißwein“ zu „Rolle Klopapier“ ist, Stand heute, 1:19. Besorgniserregend.
Aktive Pause | Am frühen Nachmittag machte ich Pause vom Homeoffice. Man wird ja ganz rammdösig vom Zuhausesein. Dazu Rückenschmerzen.
Ich spazierte über Schlenker in den nächsten Stadtteil. Das war erstaunlich: Ich sah Dinge, die ich vorher nie gesehen hatte, lief durch Straßen, die ich nie durchlaufen hatte, kam dort raus, wo ich nie auf diesem Weg herausgekommen war; die Einmündung hatte ich zwar schon einmal gesehen, aber ich war den Weg nie gegangen. Interessant.
Bisweilen sah es aus wie 1983, damals, als ich Fahrrad fahren lernte.
Es ist verrückt | Manche Leute arbeiten dieser Tage bis zum Umfallen, wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht, wie sie die Kinder betreuen und all das wegschaffen sollen, was sie jetzt fordert. Andere werden zur Tatenlosigkeit gezwungen, sind in Kurzarbeit, verlieren ihre Aufträge, bangen um ihre Existenz.
Ich erhielt heute eine Anfrage. Das in diesen Tagen: Ich freute mich doppelt.
Mein Webinar, das ich am Freitag zur Organisation im Homeoffice halte, ist ausgebucht. Es gibt weitere Nachfragen. Der Veranstalter ProContent bat mich, es in der kommenden Woche am Donnerstag und am Freitag nochmal anzubieten. Ich sagte zu. Der Donnerstagtermin ist für eine Organisation reserviert, der Freitagtermin wird offen für alle sein. Auf der Seite von ProContent kann man sich in Kürze anmelden. Heute machten wir den Techniktest mit Zoom: funktionierte.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, zu tun zu haben – gegenüber all den Freiberuflern, denen es anders geht. Ich hätte aber auch ein schlechtes Gewissen, nichts zu tun zu haben – gegenüber all den Pflegekräften, Ärzten, Lkw-Fahrern, den Menschen im Einzelhandel und allen, die jetzt überlastet sind. Es ist kompliziert.
Freunde treffen | Circleabend mit dem Ladies‘ Circle. Normalerweise treffen wir uns persönlich, mal bei jemandem zu Hause, mal im Restaurant. Es gibt leckeres Essen. Heute war das anders. Immerhin brannte die Circle-Kerze.
Es war sehr schön, alle zu sehen. Skype war weniger schön. Zu langsam, zu knarzig. Nächstes Mal probieren wird etwas anderes, Teams vielleicht.
Wir bequatschten Dinge und brainstormten, wie wir die ein oder andere Veranstaltung, die wir für wohltätige Zwecke organisieren, anders gestalten können, Corona-kompatibel. Es gab Ideen. Sie sind aber noch nicht ausgereift.
Bemerknisse | Welcher Tag ist heute? Man kommt ganz durcheinander.
Am Wochenende möchte ich schweigen. Nur schweigen. Vor allem möchte ich nicht telefonieren, nicht telekonferenzen, nicht videokonferenzen, nicht go-to-meeten, nicht skypen, nicht teamviewen. Ich möchte nur sein.
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