Über sieben Brücken musst du gehen
Verständnisprobleme | Nach dem Wellenbrecher-Lockdown und dem Lockdown light nun also der Brückenlockdown. Wenn ich das richtig verstanden habe, will Herr Laschet jetzt! aber! wirklich! alles! schließen. Außer Fabriken, Werkshallen und Schlachthöfe natürlich, Küchenstudios, Baumärkte und all jene Büros und Amtsstuben, in denen man kein Homeoffice einrichten mag kann. Schulen und Kindertagesstätten bleiben jedenfalls in Präsenz geöffnet, damit die Eltern in den Werkshallen, Schlachthöfen und Großraumbüros Teil der Wertschöpfungskette sein können, in der die Arbeitgeber freundlich aufgerufen sind, die Mitarbeitenden zu testen – wenn es denn möglich ist, also unter Umständen, aber auf keinen Fall verpflichtend. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Freizeitaktivitäten und privaten Kontakte jetzt! aber! wirklich! reduzieren, nötigenfalls mit Hilfe einer Ausgangsbeschränkung. Um noch weniger Leute zu sehen – also privat, beruflich und in der Schule ist es ja ungefährlich – können viele von uns zwar nur noch daheim den Spiegel abhängen, aber das muss jetzt wirklich sein. Es ist auch nur für zwei bis drei Wochen, weil: Dann ist ja ein großer Teil der Bevölkerung geimpft. Vielleicht brauchen wir aber auch gar keinen Brückenlockdown, denn über Ostern sind die Zahlen ja gesunken – woran das liegt, weiß man nicht. Dass über die Feiertage niemand vor dem Faxgerät saß, kann es jedenfalls nicht sein.
Ich hoffe, ich habe das korrekt zusammengefasst. Die Details der Laschet’schen Denkanstrengung waren ja etwas dürftig.
Wut | Rezo trifft meine Stimmung:
Das ist das Krasseste … ist diese tief sitzende Respektlosigkeit vor wissenschaftlichen Erkenntnissen, vor den Prinzipien der Logik, den Prinzipien von rationalem Denken, vor Naturgesetzen. Das Krasseste ist, dass diese Leute Nicht-Handeln als Default-Wert sehen, als Grundwert, was die einfach so grundsätzlich machen. Dabei ist in keiner Krise … nicht handeln ist das Schlimmste. Das Radikalste, das Krasseste, das Destruktivste, was du tun kannst, ist nicht zu handeln. Das ist nicht nur ein Problem von dieser Krise. Das ist auch ein Problem von der Klimakrise.
Rezo zerstört Corona-Politik, ab Minute 11:35.
Der Mann hinter Laschet | Wer Armin Laschet noch nicht ausreichend umsympathisch findet, dem empfehle ich diesen Text über seinen engsten Vertrauten, den Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski – wahlweise auch „Laschets Mastermind“ oder sein „Schattenmann“ genannt. Sollte Laschet Kanzler werden, wird Liminski wohl Kanzleramtsminister. Als Teil des ultrarechten Flügels der CDU ist er fundamentalistisch katholisch und erzkonservativ.
[…] Dafür steht etwa die „Generation Benedikt“, die Liminski kurz nach seinem Abitur in Bonn mit gründete und als deren Sprecher er bei Maischberger saß. Heute heißt die Gruppe „Initiative Pontifex“. Ihr Ziel: Deutschland zu „re-katholisieren“. Die Ehe für alle sei ein „Verlustspiel“, heißt es auf der Website, Schwangerschaftsabbrüche „ein Unrecht“, das es zu bekämpfen gelte. Und Informationen über Abbrüche auf Webseiten von Ärzt:innen, die nach Paragraf 219a hierzulande verboten sind, gelten der Initiative als „Werbung für die vorgeburtliche Tötung von Kindern“.
Die rechte Hand Laschets
Laschet, der einst erster Integrationsminister NRWs war und deshalb von den CDU-Konservativen als „Lusche Laschet“ und „Türken-Armin“ verspottet wurde, engagierte Liminski 2014, um sich innerparteilich zu stärken. Liminski, so heißt es im Text, „arbeite geräuschlos“ und „stelle Weichen“.
Dass Liminski längst die Berliner Machtzentrale im Blick hat, bezweifelt in Düsseldorf niemand. Als CDU-Chef habe Armin Laschet nun mal den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur, finden seine Parteifreunde. Markus Söder werde einsehen, dass er als bayerischer Christsozialer bundesweit schlechter vermittelbar sei als der Rheinländer. Und auf Liminski könne Laschet nicht verzichten: Nirgendwo könne der ihm besser dienen als im Kanzleramt.
Die rechte Hand Laschets
Laschet mag ein volkstümelnder, bräsiger Grüßaugust sein. Seine rechte Hand Liminski ist es ganz gewiss nicht. Die Frage scheint auch: Wer von beiden benutzt wen?
Eine weitere Unerfreulichkeit | Schneetreiben.

Gelesen | Die taz-Recherchen zu Spahns Schweigekartell | Außerdem zeigt eine neue Studie der Virologin Sandra Ciesek in Zusammenarbeit mit Christian Drosten und Victor Corman: Flugreisen helfen dem Coronavirus bei seiner Verbreitung – und besonders den Mutanten , auch wenn die Inzidenz im Zielgebiet der Reise niedrig ist.
















































