Partypeople | Samstagabend, Lockdown-Style:
Ein Ort namens Hullern | Ein großes Hobby ist derzeit das Spazierengehen. Es gibt schließlich nichts Schöneres, als bei Nieselregen durch Schlamm zu laufen.
Einer der Ausflüge führte mich um den Hullerner Stausee. Hullern, 2.400 Einwohner, gehört zu Haltern, und ich beschönige nichts, wenn ich schreibe, dass Hullern frei von Höhepunkten ist. Abgesehen vom Stausee natürlich.
Außerdem gibt den Gutshof Borkenberge (Bild oben), einst NS-Repräsentationsbau, Mustergut des Reichsnährstandes. Die Geschichtsbücher wissen zu berichten:
Fakt ist, dass der Hof als erster weit und breit über einen Trecker verfügte.
Heiko Bruder: Hullern- Geschichte eines Dorfe zwischen Lippe und Stever
Überdies:
Während des Krieges wurde der Musterhof vom Reichsnährstand zusätzlich als „Versuchshof für Kalkdüngung“ eingestuft.
Heiko Bruder: Hullern- Geschichte eines Dorfe zwischen Lippe und Stever
Wildpark (ohne Wild) | Tags darauf ausflugten wir in den Wildpark in Dülmen. Dort ist es hübsch: Man kann Rehe, Hirsche und Heidschnucken angucken, die Landschaft ist schön anzusehen, und der Eintritt ist kostenlos. Als wir dort waren, gab es allerdings nichts zu sehen, zumindest kein Wild. Denn das war der Menschen überdrüssig und hatte sich ins Gehölz verkrümelt. Immerhin schien die Sonne, der Matsch war gefroren, es gibt Wasserläufe und Tümpel.

Wir geben uns redlich Mühe, beim Spazierengehen noch Freude zu empfinden. Eigentlich gehe ich ja auch gerne spazieren. Aber mir hängt’s grad echt zum Halse raus. Zugegebenermaßen liegt das vor allem am Wetter (es regnet hier seit Wochen) – und daran, nichts anderes zu sehen als die unmittelbare Umgebung.
Broterwerb | Der Rest der Zeit Erwerbsarbeit. Viel zu tun derzeit, das ist erfreulich – und gleichwohl erstaunlich, denn ich hatte damit gerechnet, dass 2021 verhalten beginnt und der Terminkalender erst ab der zweiten Jahreshälfte knackig voll wird. Das ist nicht der Fall. Mir ist, als haben alle nur den Jahreswechsel abgewartet, um Dinge anzustoßen, Projekte zu beginnen und zu sagen: „Pandemie hin oder her – jetzt müssen wir mal loslegen.“
Was ich wirklich großartig finde, ist die Remote-Arbeit. Es geht vieles, fast alles von daheim – über Teams, Webex, Zoom, Go to meeting, Mural, Stormboard, Whiteboard und was nicht alles. Natürlich fehlt bisweilen die persönliche Begegnung, die informelle Ebene, die Beziehungspflege. Ich vermisse das physische Miteinander. Alles in allem funktioniert meine Arbeit aber genauso gut online wie offline. Ich möchte nicht mehr komplett zurück zu 100 Prozent Präsenz.
In Zukunft werde ich mir, werden wir uns alle so manche Geschäftsreise sparen – und die, die wir unternehmen, werden umso nutzbringender, ereignisreicher und sicher auch genussvoller. Denn es ist – eben dem Geschäftlichen – ja immer auch schön, andere Städte zu besuchen.
Und sonst | Mein zweimaliger Podcastgast Daniel, der Notarzt aus der Nachbarstadt, hat seine erste Corona-Impfung erhalten und sich dem Anlass entsprechend schick gemacht:
https://twitter.com/doc_emed/status/1356306919573622787






































