Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Schön, das:

[vimeo http://www.vimeo.com/27244727 w=400&h=225]
Wenn ich so an meine eigenen Reisen denke, habe ich auch immer etwas gelernt:
in den USA: dass Europa sehr klein ist
in Finnland: saunieren für Profis
in Norwegen: Karg ist manchmal besonders schön
in Schweden: Kanu fahren
in Island: Entfernungen abschätzen

auf den Kanaren: an meine Grenzen gehen
in Italien: Kopfsprung ins Wasser
in Ungarn: knutschen
in Großbritannien: what happens at Chislehurst
in Russland: Gastfreundschaft und Wimpern tuschen
in Griechenland: jeder Tag verdient eine Melonenpause
in Dänemark: mit schreckhaften Leuten nicht in dunkle Höhlen gehen
in Kroatien: es geht immer weiter, auch mit leckender Ölwanne
in China: dass westliche Kultur nur eine Möglichkeit von vielen ist
in Frankreich: ein Whiskey hilft immer

Am Wochenende habe ich ein neues Wort gelernt: drumzu.

Nimm das Paket und wickel das Band drumzu.
Ist das irgendwo in Lemförde und drumzu?

Wir gehen um den Dümmer drumzu.

Als Sauerländerin kenne ich ja viele komische Wörter, aber „drumzu“ ist mir noch nicht untergekommen. Wird offensichtlich auch nur in einem Radius von zehn Kilometern um Stemwede gebraucht. Dort aber reichlich und zu jeder Gelegenheit.

Von hinten sieht es aus, als kämpfe sie gegen einen Sturm.

Ihre Füße gehen neben der Hüfte, ihr Brustkorb vor den Füßen. Mit dem Kopf voran, den Blick gesenkt, schlurft sie über einen Rollator gebeugt die Straße entlang. Ein blaues Kleid schlackert um ihre dünnen, dick nylonbestrumpften Waden. Sie stecken in klobigen Klettverschluss-Schuhen.

Ich gehe gerade an ihr vorbei, als sie in Straucheln gerät. Ihr Rollator verfängt sich in der Grasnarbe neben dem Bürgersteig. Mit der linken Hand lässt sie den Griff los und sucht rudernd ihr Gleichgewicht. Ich fasse zu.

„Vorsicht“, sage ich.

Sie klammert sich an mich und blickt mich durch eine speckige Brille an. „Ich habe heute so wenig getrunken“, sagt sie.

„Dann ist Ihnen schwindelig?“ frage ich.

Sie nickt. Ich beschließe, sie zu begleiten. Sie muss nur um die Straßenecke, einmal um die Kurve dort vorne, wo die Vogelbeeren an einem üppigen Busch wachsen. Dahinter ist das Altenheim. Dort hat sie ihr Zimmer. Das ist auch die Runde, die sie immer dreht: aus dem Torbogen heraus und immer rechts herum, einmal ums Karree, jeden Tag. Das erzählt sie mir, während wir an den Beeren vorbeizuckeln. In dem Drahtkorb ihres Rollators liegt ein schütterer Strauß Wiesenblumen. Immer wieder fährt sie ins Gras, gegen einen Stromkasten, gegen einen Zaun. Ich überlege, an ihre rechte Seite zu wechseln, um gegenzusteuern, aber ich beschließe, dass es besser ist, sie zur Straße hin abzuschirmen.

„Parkinson“, sagt sie unvermittelt. „Heute. Besonders schlecht.“ Ich überlege, was ich entgegnen kann. Etwas, das nicht nach Plattitüde klingt. Doch sie spricht schon weiter. „Aber es musste sein. Für morgen. Es musste“, murmelt sie mit Blick auf den Bürgersteig, tief nach vorne gebeugt, weit nach rechts gelehnt. Schlurp, schlurp … schlurp, schlurp machen ihre Schuhe auf dem Pflaster.

„Haben Sie morgen etwas Besonderes vor?“, frage ich, doch sie murmelt nur: „Normal hätte ich zu Hause bleiben sollen.“ … schlurp, schlurp …. schlurp, schlurp … „Normal wäre ich zu Hause geblieben.“

Wir zuckeln durch den Backsteinbogen auf den Eingang des Heims zu. Windspiele drehen sich. Ein alter Mann mit einem herabhängenden Mundwinkel sitzt im Rollstuhl vor der automatischen Glastür, eine braune Wolldecke über den Beinen. Als wir schon an ihm vorbei sind, ist ihr Rollator schneller als sie. Fast fällt sie ins Foyer. Ich packe sie mir erneut.

„Vorsicht“, sage ich.

Sie blickt mich aus ihrem gebeugten Rücken heraus an. „Morgen hat er Geburtstag“, sagt sie, dreht sich leicht um und deutet auf den Mann im Rollstuhl. „Die sind für ihn.“ Sie zeigt auf die Blumen in ihrem Körbchen. „Seine Frau, tot. Krebs. Vor ein paar Monaten. Ich bin Frau Braun.“ Sie hält mir ihre Linke hin.

Ich ergreife die Hand und schüttele sie. „Ich bin Frau Nessy“, sage ich.

„Sie können jetzt gehen“, sagt sie. „Ich komme nun zurecht.“

Ich lasse sie los, zögere kurz und sage dann: „Tschüs. Und schöne Feier morgen.“

Sie nickt, stützt sich auf ihren Rollator und schlurft, die Füße links, der Oberkörper rechts, ins Innere des Heims.

Wir ahnten schon, dass es eng werden würde.

„Drücken Sie noch ein bisschen“, raunt meine Mutter dem jungen Mann zu, einem verschwitzten Spätpubertierenden in einem roten Möbelhaushemd. Auf seinem Namensschild steht „Ich lerne noch“. Er blickt mich flehend an. „Oder besser quer?“, fragt Mutter und gestikuliert mit den Armen, als trage sie ein Paket aus.

Muttern und ich waren einkaufen: einen Teppich und ein Bild für mein Wohnzimmer. Der Teppich ist 1,60m lang, das Bild 1,80m. Der Innenraum von Mutters Suzuki Swift, einer dreizylindrigen Schuhschachtel mit Schminkspiegel, misst 1,75m. Der Beifahrersitz ist nach vorne geneigt, die halbe Rückbank dahinter umgeklappt.

„Wenn Sie es nun drehen“, sagt Mutter, und „Ich lerne noch“, man sieht es ihm an, verflucht innerlich seinen Entschluss, einen Beruf mit Kundenkontakt gewählt zu haben. Ich gehe zur Beifahrerseite und kippe die Rückenlehne des Sitzes nach hinten anstatt nach vorne. Dann schiebe ich mit dem Azubi erst den Teppich darüber, dann das Bild. Mit festem Druck geht die Tür so eben zu. „Ich lerne noch“ schließt die Heckklappe und brummt hektisch ein „Viel Freude mit dem Einkauf und gute Reise!“ Eilenden Schrittes, mit pendelnden Armen und ohne sich umzusehen, hetzt er davon wie Grobi, wenn er nah und fern erklärt.

„Und du jetzt hinter den Fahrersitz“, weist Mutter an. Ich blicke auf den schmalen Spalt zwischen Rückbank und Rückenlehne. Der Fond des Wagens ist eindeutig nicht für Über-Dreijährige konzipiert. Ich klemme erst mein rechtes Bein in die Ritze, drehe mich dann auf die Rückbank und lasse mich in die Polster fallen. Mein linkes Bein hängt draußen. Ich kann es gerade noch ins Auto ziehen, dann schiebt Mutter den Sitz zurück.

Ich kauere hintendrin wie Dittsche vor der Glotze, breitbeinig, gekrümmt, eingekeilt zwischen Autoblech und Auslegware. Mutter zieht den Fahrersitz etwas nach vorn, vielleicht zwei Zentimeter, mehr sind nicht drin. Dann quetscht sie sich zwischen Lehne und Lenkrad. Sie lässt den Wagen an.

Huppelnd fährt sie los. „Ich komm‘ nicht so gut an die Pedalen“, sagt sie entschuldigend, und tritt wie zur Erklärung auf die Bremse, dass ich mit der Stirn gegen ihre Kopfstütze schlage. „Ich hab da grad irgendwie kein Gefühl.“

„Meinst du nicht, wir sollten …“, beginne ich, doch sie winkt ab und biegt vom Möbelhausparkplatz auf die Landstraße. Die Gegend ist beschaulich. Mutter kommentiert alles, woran wir vorbeifahren, saftige Wiesen, tuckernde Trecker, abgeerntete Felder und die letzten blühenden Sonnenblumen. Ich hocke auf der Rückbank wie in einem Karton, rechts Bild und Teppich, deckenhoch, links ein Sonnenschutz, vor mir schwarzes Polster. Mein rechter Fuß klemmt zwischen Fahrersitz und Mittelkonsole und verliert an Gefühl.

Wir biegen auf die Autobahn. Mutter nimmt mit ihrer Rennwarze direkt die linke Spur, wegen des Lkw-Verkehrs. Unbeirrt tritt sie aufs Gas. Sie flucht auf Drängler, Lichthuper und Linksblinker und sagt, als Kauffrau habe sie früher, also vor meiner Geburt, auch immer Waren disponieren müssen, das habe sie gut gekonnt, Logistik und Lagerwirtschaft seien ihre Steckenpferde gewesen, ach was war das schön. Ich schweige, blicke auf die Lehne vor mir und an ihrer Schulter vorbei in den Rückspiegel. Wütende Geschäftsmann-Gesichter starren aus geräumigen Limousinen zurück, den Unterkiefer leicht vorgeschoben. Mein Fuß ist eingeschlafen.

Bei mir vorm Haus entert Mutter einen freien Parkplatz. Wir pellen uns aus dem Wagen. Mein Bein wacht prickelnd und piekend wieder auf. Wir zerren das Bild und den Teppich aus dem Heck. Ich nehme die Auslwegware, Mutter die Leinwand, und wir stapfen in den ersten Stock.

Als wir den Teppich ausgerollt haben, sagt Mutter: „Ach, wie schön! Das können wir öfter machen.“ Ich blicke sie an. Ihre Wangen glühen rot. Sie beugt sich hinunter und zupft ein paar Fransen.

Noch einmal auf Toilette, dann fährt sie zurück ins Sauerland – mit ihrer neuen Schöpfkelle. Wegen der Kelle, der guten von Rösle, waren wir eigentlich dort im Möbelhaus, wo heute Haushaltswarentag war: 30 Prozent auf alles. Und wir ahnten schon, dass es eng werden würde. Aber es hat ja dann doch geklappt.

25 Dinge:

  1. Zu viel Textsatz führt zu Hospitalismus.
  2. Sturm ist nur gut mit Rolladenklappern.
  3. Niemals abschicken, was du nachts schreibst.
  4. Keine Scherze mit Namen.
  5. Dicke Titten, große Körbchen. Großes Gemächt, zu kurze Boxershort.
  6. Vor Mitternacht ins Bett.
  7. Eisneger rulez.
  8. „Jaja“ heißt „Leck mich am Arsch“ und „Aha“: „Ich hab‘ nicht zugehört.“
  9. Wärmflaschen kennen keine Jahreszeiten.
  10. Ich hätte doch noch aufs Klo gehen sollen.
  11. Bassisten sind die Informatiker unter den Musikern.
  12. Torhüter sind die Bassisten unter den Sportlern.
  13. Einfach nur da sein, ist auch schön.
  14. Nicht das Loslassen tut weh, sondern das Festhalten.
  15. Wenn Du Reis isst und Schwip Schwap trinkst, schmeckt der Reis bitter.
  16. Manchmal ist rumschreien genau das Richtige.
  17. Das ist keine Katze. Das ist die neue Nachbarin. Oder anders:
  18. Wenn’s quietscht, ist es Cornelia.
  19. Wenn niemand außer dir da ist, schnallt auch niemand eine neue Klorolle auf.
  20. Seit ich einen Schirm besitze, bin ich nicht mehr in den Regen gekommen.
  21. Je älter ich werde, desto größer meine Abneigung gegen Kiffer.
  22. Machen wir uns nix vor: Am Ende haben unsere Eltern doch Recht.
  23. Popcorn schmeckt am besten im Kino.
  24. Frisch geduscht ins frisch bezogene Bett ist Wohlfühlsex.
  25. Einfach lächeln und winken.

Heute in der Post: ein Überraschungspaket!

New-Job-Start-Up-Kit

Auf dem Beipackzettel steht:

Erfindergeist: „Ein Tröpfchen guten Geistes kann ein eingebungsschwachen Momenten die Gedanken angenehm verflüssigen. Genehmigen Sie sich bei Bedarf einen ordentlichen Schluck und schon sprudeln die Ideen nur so aus Ihnen heraus. Was eben noch unmöglich schien, ist gleich schon die einfachste Sache der Welt.

Frustschutzbärchen: Schieben Sie keinen Frust an Ihrem neuen Arbeitsplatz! Nehmen Sie vorbeugend stündlich eines dieser drolligen Bärchen ein. In akuten Fällen dürfen Sie auch ruhig die ganze Packung essen. In der Regel reichen schon zwei bis drei Frustschutzbärchen aus, und die Welt um Sie herum kann Sie mal gerne haben. 

Easy Going Gum: Wenn Sie gerade einen guten Lauf haben, dann verlängern Sie diese sehr angenehme Phase mit einem dafür speziell entwickelten Easy Going Gum. Damit gehen Ihnen die Dinge noch leichter von der Hand. Ihr Chef wird begeistert sein.

Rose aus der Dose: Jeder Arbeitsplatz braucht etwas Schönes, etwas Blumiges. Wenn Ihnen Ihre Kollegen schon nix schenken, dann schenken Sie sich selbst etwas zum erfreulich angucken. Dose auf, Wasser rein, fertig. Durch diese Blumen wird selbst das schäbigste Büro zum Arbeitsparadies!

Wie schön!

Ich bin allerdings nicht sicher, ob das Start-Up-Kit den Start erlebt. Aber wenn ich will, kann ich geradezu unmenschlich standhaft sein. Sogar gegenüber Gummibärchen.

Manchmal.

Mit meinem Körper gibt es zwei Probleme:
Er ist zu groß, und er ist zu dick.

Das ist, seit ich mir dessen Gewahr bin – also ungefähr seit meinem vierten Lebensjahr – ein Problem für mich. Man sollte meinen, mittlerweile müsste ich darüber hinweg sein. Schließlich bin ich nicht mehr in der Pubertät. Doch immer, wenn ich mit meinem Körper im Reinen bin, kommt jemand daher, der es mir wieder vermiest – und aller Selbstschutz ist dahin.

Am Wochenende nannte mich eine Gegenspielerin „fette Sau“. Das tun Gegnerinnen öfter. Zwei- oder dreimal pro Saison muss ich mich so titulieren lassen. Das tut immer sehr weh. Sie könnte mir den Ball ins Gesicht werfen oder mich beim Wurf aus der Luft reißen – nichts schmerzt so sehr, wie „fette Sau“ genannt zu werden.

Ich habe mich immer dick gefühlt, schon als Kind. Jede Messung gibt meinem Gefühl Recht: Mein BMI ist zu hoch, jegliche Durchschnittswerte für eine Frau passen bei mir nicht.

Das fällt nicht nur Gegenspielerinnen auf. Auch Schiedsrichter haben schon, als ich mich nach Ende des Spiels beschwert habe, zu mir gesagt: „Wenn Sie nicht so groß wären, hätten Sie natürlich mehr Siebenmeter gekriegt. Aber bei Ihrer Statur!“ Als ob es weniger weh tut, nur weil ich nicht klein und niedlich bin.

Ein schlechtes Gefühl machen auch Kleidergrößen, zuletzt die von Trainingsanzügen. Die Mannschaft bestellt gerade neue, und natürlich muss ich das Herrenmodell nehmen. Das Damenmodell ist zu kurz und zu eng – nicht nur mir, auch vier weiteren Mitspielerinnen. Trotzdem fühle ich mich wie ein Trampel.

Ein schlechtes Gefühl machen auch Männer. Als ich 20 war, sagte mein damaliger Freund mal zu mir: „Ich möchte nicht, dass wir Händchen halten. Dann denken alle, wir wären zusammen.“
„Aber wir sind zusammen.“
„Ja, hier in der Wohnung.“

Ich war zu jung, um sofort Schluss zu machen. Als ich es später doch tat, sagte er: „Ich wäre gerne richtig mit dir zusammen, aber optisch passt das einfach nicht.“ Vor einigen Wochen sagte ein Typ in der Kneipe zu mir: „Du bist echt klasse. Schade, dass du so groß bist.“ Und ging. Ich habe mich gefühlt wie damals. Da helfen auch Witz und Eloquenz nicht weiter.

Wegen all dem fühle ich mich schlecht. Obwohl ich ohne Wimpernzucken acht Kilometer durch den Wald renne (mit ein bisschen Zucken auch zehn), fühle ich mich schlecht. Das wird sich nie ändern.

In der Bäckerei.

Nessy: Eine Puddingschnecke bitte.
Fachverkäuferin:  Wir haben heute so eine Aktion. Wenn Sie zwei kaufen, kriegen Sie die dritte umsonst.
Nessy: Trotzdem nur eine bitte.
Fachverkäuferin: Wenn Sie aber zwei kaufen, gibt es noch eine dazu.
Nessy: Dann muss ich zwei bezahlen, obwohl ich nur eine möchte.
Fachverkäuferin: Sie kriegen aber drei.
Nessy: Von denen ich zwei nicht esse.
Fachverkäuferin: Das Angebot gilt nur heute.
Nessy: Danke. Nein.
Fachverkäuferin:  Wie Sie meinen. Kennen Sie schon unsere Frühstückstüte? Wenn Sie zehn Brötchen und eine Zeitung kaufen, gibt es ein Brot umsonst.
Nessy: Ich hätte gerne noch Ökostrom und drei Briefmarken.
Fachverkäuferin: Was? Sowas verkaufen wir hier nicht!
Nessy: Dann bleibt’s bei der Puddingschnecke, tut mir leid.

Demnächst gehe ich wieder zum Mickenbäcker. Da weiß man, was man hat:

Nessy: Zwei Micken, bitte.
Mickenverkäuferin: Heute ist Zuckergebäcktag.
Nessy: Mmmh.
Mickenverkäuferin: Jo.
Nessy: Dann komme ich morgen wieder.
Mickenverkäuferin:  Okay.

Seit fast drei Monaten befinde ich mich im Boot Camp.

Anfang Juni hatte der Trainer den Beginn der Saisonvorbereitung ausgerufen: zwei Hallen-Einheiten pro Wochen plus zwei zusätzliche Laufeinheiten. Damals war ich in erstaunlich schlechter Verfassung. In den Monaten zuvor hatte ich alles mitgenommen, was im Kaufhaus der Bagatell-Erkrankungen angeboten wird: Erkältung, Bänderriss, Magen-Darm, noch eine Erkältung, ausgerenkter Rückenwirbel, Bronchitis. Bei meiner ersten Fünf-Kilometer-Laufrunde musste ich dreimal gehen. Es war erniedrigend.

Jetzt hat der Trainer den Endspurt eingeläutet. Fünf Testspiele und zwei Turniere in drei Wochen. Außerdem der große Konditionstest: ein Zehn-Kilometer-Lauf.

10.
Zehn.
Zeeeeeeeeeeeeeehn.
Wenn man es so lang ausspricht, gewinnt man einen Eindruck von der Strecke.
Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehn.
Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehn.

Na gut, habe ich mir gedacht. Muss ja. Am besten gar nicht erst Respekt aufkommen lassen. Gestern sind wir deshalb zu Dritt zur Laufstrecke gefahren und haben getestet. Einmal rund um den See, zehn Kilometer. Ich habe ein pinkes Shirt angezogen – damit ich gefunden werde, falls ich ohnmächtig in die Uferböschung kippe.

Schon nach 1 Stunde 10 waren wir wieder am Parkplatz. Das ist sensationell. Das ist der Hammer. Das ist unglaublich: Ich. Der Konditionsklaus. Die Lauflusche. Zehn Kilometer. In 70 Minuten. Heute morgen tat mir nicht einmal etwas weh. Stattdessen bin ich 20 Kilometer Rad gefahren und habe am Abend zwei Stunden in der Halle trainiert.

Ich glaube, ich bin gut drauf.



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