Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Es war schon reichlich spät, als ich, aus Marbella kommend, den Berg nach Tarifa hinabfuhr.

Tarifa – das ist die südlichste Stadt Festland-Spaniens, westlich von Gibraltar. Hier treffen sich Mittelmeer und Atlantik. Hier ist es immer windig – und hier ist die Straße von Gibraltar nur 14 Kilometer breit. Ich bog also um die Ecke und sah Afrika. Sehr nah. Von Tarifa aus kann man den Leuten dort in die Suppe gucken – nun ja, fast.

Sie fragen sich nun, warum Sie kein Foto davon sehen. Wie gesagt, ich war schon spät, außerdem war ich am Aussichtspunkt irgendwie vorbeigerauscht. Aber was sollte es: Ich würde noch eine Woche in der Gegend verbringen. Es würde sich also noch eine Gelegenheit ergeben.

Tarifa im Nebel

Wenn Sie an dieser Stelle stehen, sollten Sie Marokko sehen können – glasklar und zum Greifen  nah. Wie Sie allerdings sehen, sehen Sie nichts.

Deshalb können Sie sich auch direkt wieder umdrehen. Tarifa selbst nämlich sieht im Nebel ziemlich spooky aus:

Tarifa im Nebel

Besonders, wenn Sie sich die Geschichte des Ortes dazu vorstellen: Wikinger, Piraten, Fatimiden aus Marokko – sie alle kamen regelmäßig vorbei, um Tarifa und seine Schiffe zu überfallen. Im Jahre 710 führte der Berber Tarif abu Zura (daher der Name der Stadt) 500 Mann gegen den Ort – das erste Vordringen der Mauren nach Andalusien. Mehr als 580 Jahre später, 1292, eroberten katholische Spanier die Stadt zurück – nordafrikanische Meriniden belagerten sie prompt. Da ließ sich keiner die Butter vom Brot nehmen.

Damit kommen wir zur Festung von Tarifa. Die ist ziemlich hübsch und ziemlich alt, ungefähr aus dem Jahr 960:

Die Festung von Guzman el Bueno in Tarifa

In dem Ding wohnte Guzmán el Bueno. Guzmán war ein irrer Typ: Er spielte 1292 die Geschichte von Abraham und Isaak nach, als die Meriniden bei ihrer Belagerung seinen Sohn gefangen nahmen. Wenn Guzmán nicht die Stadt freigebe, brüllten sie ihm zu den Festungsmauern hinauf, werde man den Bub töten. Guzmán warf ihnen als Antwort ein Schwert von der Brüstung – als Werkzeug.

Aber genug der Geschichte! Von seiner Festung hatte Guzmán einen hübschen Blick über die Stadt:

Tarifa, Blick über die Dächer der Stadt

… und zum Punta de Tarifa, dem wirklich allersüdlichsten Punkt des spanischen Festlandes:

Punta de Tarifa

Und was ist nun mit Afrika? Nix. Es ist immer noch da – nur habe ich es während meines Urlaubs nie wieder gesehen.

Der Wein, den Inocencio mir schenkt, ist eine Offenbarung. Noch niemals zuvor habe ich einen so leckeren Rotwein getrunken: trocken, fruchtig und sehr voll im Geschmack.

Der Wein stamme aus dem Barranco Oscuro, sagt Innocencio und zuckt mit den Schultern. Ein kleines Weingut sei es, das seine Freunde dort haben, nur ein paar Hektar. Allerdings das höchst gelegene Weinanbaugebiet Europas. Die Luft sei dort sehr gut. Und der Boden. Trotzdem: Der Preis für die Flasche sei nicht hoch. Die Winzerei, sagt er mir und greift sich ans Herz, sei „una pasión, una religión“, verstehst du?

Ich frage ihn, wo ich den Wein kaufen könne. Inocencio wirft seinen Arm geradeaus: dort drüben, hinter dem Berg. Dahinter sei noch ein Berg und noch einer. Dort einmal rechts runter Richtung Meer, so gelange man in das Tal. Dort könne ich kaufen. Er macht eine schlangenhafte Bewegung mit seinem Hand: „Una hora“, eine Stunde über gewundene Straßen, dann sei man da.

Einige Tage später beschließe ich spontan, dort hinzufahren. Der Weg ist tatsächlich sehr ländlich. Hier ist nichts, hier sind nur Olivenbäume – viele Olivenbäume. Später lese ich, ich finde den Link nicht mehr, dass in dieser Gegend 60 Millionen Olivenbäume stehen: eine der Hauptanbauregionen Spaniens.

Olivenbäume in der Alpujarra

Das Weingut ist leicht zu finden, denn rundherum ist sonst nichts. Dieses Haus muss es also sein, es besteht kein Zweifel. Ich fahre auf den Hof, Kies knirscht unter den Reifen. Grillen zirpen. Paletten mit Weinflaschen stehen neben Gärtanks. Ein Hund bellt und kommt auch schon angerannt. Groß und schwarz ist er und wedelt mit dem Schwanz. Sein kleiner, weißer Kompanion rennt hinterdrein, will gestreichelt werden. Als Wachhunde sind sie ein Totalausfall.

Ich mache mich auf den Weg übers Gehöft und suche Menschen, den Eingang, eine Klingel. Doch: nichts. Ich beschließe, ein wenig zu warten. In der Sonne ist es warm und angenehm. In der Ferne höre ich einen Trecker. Die beiden Wachhunde finden derweil eine Heuschrecke und knuffen sie. Vielleicht kommt ja bald jemand, der mir Wein verkaufen möchte.

Zwei gefährliche Wachhunde

Etwa eine halbe Stunde vergeht. In der Ferne, in den Weinbergen, steht ein Auto. Vielleicht der Winzer? Er klettert in den Rebstöcken herum. Ich könnte hinfahren und ihn fragen.

Ich steige also ins Auto, holpere ein Stück den Wirtschaftsweg hinauf, steige dann aus, gehe zu Fuß. Doch als ich an dem Auto ankomme, ist von dem Winzer keine Spur. Ich gehe ein wenig nach links und nach rechts und beschließe zu warten.

Die Landschaft ist wirklich einzigartig hier: karge Berghänge, leichter Wind im Schatten des schneebedeckten Mulhacén, dem höchsten Berg auf der Iberischen Halbinsel. Plötzlich, auf dem Gehöft: Bewegung. Ich sehe ein Auto, einen Menschen. Er bewegt sich. Soll ich wieder runterfahren? Ich komme mir vor wie bei „Hase und Igel“. Leider bin ich der Hase.

Bodega Barranco Oscuro

Ich laufe und fahre wieder hinunter zum Weingut. Doch dort: nichts. Wieder: vollkommene Leere und Stille. Das Auto ist fort. Ich warte noch eine halbe Stunde. Dann fahre ich.

Den Wein finde ich später, wie soll es anders sein, nur zwei Kilometer von meiner Berghütte entfernt, in einer kleinen Weinhandlung in Lanjarón.

Als ich oben auf dem Berg ankomme, ist es schon dunkel. Sehr dunkel. „Hay un camino forestal“, dort gibt es einen Feldweg, hat er in seiner Mail geschrieben. Den solle ich hochfahren, immer hoch, zwei Kilometer lang. Irgendwann höre der Zement auf, dann sei der Weg nur noch festgestampfte Erde. Aber keine Sorge, ich sei dann immer noch richtig. Auf der linken Seite erscheine irgendwann die Finca.

Ich ahne den Abhang rechts von mir, sehe die Lichter im Tal. Im ersten Gang jodele ich das einspurige Gefälle in die Finsternis hinauf, unter mir holpern Erde und Steine. Hier kommt nichts mehr, denke ich. Aber er hat ja geschrieben: nicht nachdenken, immer weiter fahren.

Nach unendlichen Kurven, links von mir, ich bin fast vorbei, plötzlich ein wackelnder, „¡Hola!“ rufender Lichtschein. An der Taschenlampe hängt ein sehr kleines, sehr dünnes, altes Männlein. Es stellt sich als Inocencio vor, ob ich die Finca denn gut gefunden habe? Nun ja, antworte ich. Man könne lange meinen, man sei falsch … Er nickt wissend.

Inocencio weist mich an, den Wagen auf dem Feldweg zu drehen – aber halt! Er werde mich einweisen, das sei sonst ein bisschen heikel mit dem Abhang und der Dunkelheit, man habe gewisse Erfahrungen gemacht. Ich wende mit einem wild mit der Taschenlampe wedelnden Inocencio im Rückspiegel in zwölf Zügen, quasi auf der Stelle. Dann setzt ich durchs Tor in die Einfahrt zur Finca. Der alte Mann rennt, die Taschenlampe in der Hand und behände wie ein 17-Jähriger, vor mir den Berg hinauf  zum Haus und weist mich in ein Stück Wiese ein.

Ob ich denn schon etwas gegessen habe seit dem Flug?, fragt er, als er mir die Hütte zeigt. Falls nicht, er könne Eier holen, direkt von den Hühnern. Und Salat – ob ich Salat möge? Ohne weitere Worte stapft er zurück in die Dunkelheit und bedeutet mir mitzukommen. Wir pflügen zwanzig Meter ins Ungewisse, dann beleuchtet der Kegel seiner Lampe einen Salatkopf. „Todo ecológico“, alle ökologisch hier, sagt er, holt ein Kartoffelmesser aus der Hose, schneidet den Salat ab und drückt ihn mir in die Hand. Dann verschwindet er in die Nacht.

Zurück kommt er mit Eiern, Brot, Wein und Olivenöl. Der Wein, sagt er, sei sehr gut. Ohne Zusatzstoffe und überdies – er klopft sich mit der taschenlampenlosen Hand auf  Stirn und Bauch – ausgesprochen gesund für Kopf und Magen.

Eier, Brot, Wein

Am nächsten Tag sehe ich dann, wo ich eingezogen bin:

Berghütte in Lanjarón von außen

Und ich blicke zum ersten Mal vom Berg hinunter ins Tal am Südhang der Alpujarra, im Rücken die Sierra Nevada, vor mir, dreißig Kilometer in der Ferne: das Meer.

Aussicht Lanjarón

Es ist neun Uhr, und zwei Terrassen unter mir harkt Inocencio, mit Strohhut auf dem Kopf, schon seinen Garten. Salat, Lauchzwiebeln, Erdbeeren, Apfel- und Olivenbäume, außerdem diverse Dinge in Töpfen. Er winkt mir. Ich winke zurück. Später erzähle ich ihm, dass ich auch Salat anbaue. Er klopft mir auf die Schulter.

Am Abend liegt ein neuer Salat auf dem Fensterbrett. Einen Tag später Lauchzwiebeln.

Lauchzwiebeln auf der Fensterbank

„Die sind super im Salat“, sagt er. „Und Orangen.“ Die habe er aber leider nicht, die müsse ich kaufen. Als Trost liegen am nächsten Tag Erdbeeren vor dem Fenster.

Nächstes Kapitel: Warum ich drei Tage später wegen Inocencio ein Gehöft im Nirgendwo aufsuche.

Nach harter Strandarbeit und wilden Bergbesteigungen melde ich mich zurück an der Kaffeehaustheke.

Strand mit Schlappen

Demnächst an dieser Stelle:

  • wie ich in Lanjarón einen Bruder im Geiste fand,
  • warum ich seinetwegen ein Gehöft im Nirgendwo aufsuchte,
  • der vergebliche Versuch, Afrika zu fotografieren,
  • wie ich, dank Jürgen, fast in Dornbüschen verendete,
  • was in all der Zeit aus Thorsten und seinen Gemüsefreunden wurde.

 

So träumte ich heute Nacht, ich hätte nur eine Kinderküche gekauft.

Während ich abspülte, einen Lappen nahm und über den Herd wischte, franste das Kochfeld an einer Ecke seltsam aus. Ich wischte noch einmal drüber: alles nur aufgemalt.

Ich dachte: Wie blöd!, dachte aber auch: Vielleicht muss ich das Kochfeld einfach nur neu streichen. Ich ging in den Baumarkt und erklärte das Problem.

„Kennen Sie Tafelfarbe?“, sagte der Baumarktmann. „Damit können Sie eine Wand streichen und danach haben Sie an dieser Wand eine Tafel, an die Sie mit Kreide schreiben können.“

„Kenne ich“, sagte ich.

„Das Gleiche gibt es als Ceranfarbe. Sie streichen Ihren Herd neu und danach können Sie wieder darauf kochen.“

Das ist super, dachte ich und kaufte die Ceranfarbe. Der Herd wurde wie neu, und die Platten wurden wieder heiß.

Aber ärgerlich ist es trotzdem, dass ich die Küche schon nach so kurzer Zeit reparieren musste.

Ganz im Ernst: Die sind schon gewachsen! Sind sie doch, oder?

Kohlrabisetzling

Sie haben außerdem neue Nachbarn bekommen: Mangold und Erdbeerspinat. Mit einer Akribie, die ich nur beim Gärtnern an den Tag lege, habe ich das Plätzchen neben den Salaten und Kohlraben von Buschwerk und Brennnesseln befreit, es umgegraben und eingesät.

Immer, wenn ich im Garten etwas aufräume oder umgrabe, finde ich etwas. Bislang habe ich verschiedene Blumenkübel, eine Regentonne, Johannisbeerbüsche, Stacheelbeeren, eingegrabene Flachmänner und Hundespielzeug zu Tage befördert. Diesmal habe ich einen Baumstumpf mit einem zerlegten Stamm gefunden. Auch wenn bislang nicht der Eindruck entstand: Offenbar haben meine Gartenvorgänger vor vielen Jahren einmal gegen den Wildwuchs angekämpft – wenn auch am Ende erfolglos.

Den gefundenen Stamm habe ich dann direkt wiederverwendet: als Beetbegrenzung.

 Beet mit Mangold und Erdbeerspinat

Gartenarbeit eignet sich übrigens hervorragend als Fitti-Ersatz. Das Umgraben, Unkraut-Rupfen und ständige Auf und Nieder, das Harken, Häkseln und Einsähen, noch dazu an frischer Luft, ersetzt ohne Probleme eine Trainingseinheit.

(Bitte sehen Sie es mir nach, dass hier momentan fast ausschließlich Gartencontent stattfindet. Ich sach ma‘: Augen zu und durch! Wir schaffen das schon gemeinsam.)

 

Das Gute an Schulferien ist, dass keine Schüler da sind. An der Haltestelle nicht, im Bus nicht, in der Bahn nicht. Kein Geschrei, kein Gerempel, freie Sitze.

Das Schlechte an Schulferien sind, dass überall Schüler sind. In der Innenstadt, im Einkaufszentrum, in der Fressmeile. Überall Zahnspangen mit Primark-Tüten und Bubble-Tea. Und mit ihren Eltern.

„Was möchtest du essen, mein Junge?“
„Pommes.“
„Du suchst dir selbst etwas aus, ja?“
„Pommes. Hab ich doch gesagt.“
„Aber du hattest doch am Samstag schon Pommes.“
„Ist doch egal.“
„Wie wär’s mit Nudeln?“
„Du hast doch gesagt, ich darf mir etwas aussuchen.“
„Natürlich. Aber vielleicht …“
„Pommes.“
„Nur Pommes?“
„Ja.“
„Kein Ketchup?“
„Doch. Mit Ketchup.“
„Also keine Nudeln?“

Sie sind aus dem Sauerland hier eingefallen und aus dem Münsterland. Die Kinder müssen für den Sommer eingekleidet werden, die Eltern haben Urlaub. Sie parken ihr Auto in einem Parkhäuser und fallen über die Läden her wie Heuschrecken. Sie plündern die Snackbars, die Asia-Restaurants und Fast-Food-Ketten.

„Zweimal Pizza Hawaii.“
„Ich mag aber keine Ananas!“
„Früher hast du die immer gerne gegessen.“
„Ananas ist ekelig.“
„Was denn dann? Prosciutto?“
„Margherita.“
„Aber da ist doch gar nichts drauf.“
„Tomaten und Käse.“
„Nicht doch lieber
 Thunfisch?“
Würgegeräusch.
„Also wirklich! Benimm dich!“

Ich hätte vorbereitet sein sollen. Ich hätte mir für meine Mittagspause Schnittchen mitnehmen und woanders hingehen sollen. Nicht dorthin, wo sie alle sind. Stattdessen in die U-Bahn oder in den Bus. Dort ist es  schön ruhig jetzt am Mittag. So ohne Schulschluss.

Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit.

Ein offenkundiger Beleg dafür ist mein Rasen. Nur ein Wimpernschlag, und er muss wieder gemäht werden. Damals™ als Teenager, unter der Knute meiner Eltern, wurde ich zum Rasenmähen versklavt. Entsprechend mäßig war mein Vergnügen dabei. Jetzt aber habe ich meinen eigenen Rasen. Mit etwas Eigenem ist das natürlich etwas anderes. Jetzt ist Rasenmähen eine Arbeit, bei der ich Wonne und Glückseligkeit empfinde.

Die Vorbesitzer meines Gartens haben mir einen elektrischen Mäher dagelassen: ein älteres Modell der Marke „Blockbeschaller“. Er ist nur unwesentlich leiser als ein Raketenstart. Aber er tut noch. Weil ich allerdings das Rumgetue mit dem Kabel nicht erbaulich finde, meinen Nachbarn nicht auf den Senkel gehen will und ich es, abgesehen von allem anderen, übertrieben finde, meine wenigen Quadratmeter mit dieser Höllenmaschine zu trimmen, habe ich mir einen Handrasenmäher zugelegt.

Rasenmäher auf Rasen

Der Handrasenmäher ist wunderbar leise, und ich brauche ihn nur losschieben. Man kann in der Anwendung praktisch nichts falsch machen. Hat man erst die Schnitthöhe eingestellt, schnurrt das Ding.

Es gibt nur einen Haken: Mein zauberhafter Damenmäher mäht nur bis zu einer Rasenhöhe von fünf Zentimetern. Steht das Gras höher, kämmt der Mäher es wie ein zartfühlender Frisör: streicheln, bürsten, legen. Nur mit roher Gewalt kriege ich den Karren dann so durch die Hecke geschoben, dass er funzt, wie er soll. Der Rasen sieht seither etwas zerrupft aus.

Aber kurz ist er allemal. Was soll’s also! Ein bisschen Schwund ist immer.

Vielleicht sollte ich es das nächste Mal allerdings doch mit dem Raketenmäher versuchen. Oder einfach öfter mähen. Bevor das Kraut wadenhoch steht.

 

Als ich im vergangenen Jahr in mein neues Heim einzog, war mein Garten wild und schön – aber vor allem wild.

Die Verwandtschaft aus dem Sauerland kam, brachte eine Motorsäge mit, haute drei Bäume weg und beschnitt mit der Gründlichkeit eines atomaren Erstschlags das übrige Grün. „Das kommt wieder!“ war ein Satz, der mehr als einmal fiel, den ich allerdings an mehr als einer Stelle anzweifelte.

Doch tatsächlich: Es kommt wieder, alles. Der Kirschbaum zum Beispiel: Er blüht zart in weiß.

Kirschbaumblüte

 

Der Kirschbaum trägt weiß

Auch die übrigen Büsche treiben. Erst vorsichtig wagten sich vor einigen Wochen die ersten Knopsen hervor. Nach den warmen Tagen und dem Regen nun, schlagen sie voll aus. Nicht mehr lange, und sie stehen in vollem Grün.

Buschwerk mit kleinen Teichen

Dort, wo einstmals die große Tanne stand – hoch wie das Haus und mit bestimmt sechs oder sieben Metern Umfang – habe ich ein Gemüsebeet angelegt. Auf Knien habe ich Efeu herausgerissen, Wurzeln gezogen und mit Hacke, Harke und Mistgabeln den Boden umgegraben. So müssen sich die frühen Siedler gefühlt haben, als sie das Land urbar machten.

Gemüsebeet mit Salat, Kohlrabi und Rotkohl

Ich habe zunächst Kohlrabi, Rotkohl und Lollo angepflanzt. Die Gesellen schienen mir robust und deshalb für ein Experiment jenseits von Tomaten geeignet. Bis jetzt halten sie sich tapfer – der Kirschbaum hat vor Freude Konfetti gestreut.

Kohlrabi, Romana-Salat und Lollo

Auch im übrigen Garten sprießt es überall. Finken, Spatzen, Meisen, viele neugierige Rotkehlchen, die dicke Taube und sogar ein Eichelhäher besuchen mich regelmäßig. Wäre ich Rentnerin, ich säße den ganzen Tag auf meiner Terrasse und beobachtete das Leben beim Wachsen.

Blümchen

Was auch immer es ist: Es wächst

Ein alter, bewachsener Baumstumpf



In diesem Kaffeehaus werden anonym Daten verarbeitet. Indem Sie auf „Ja, ich bin einverstanden“ klicken, bestätigen Sie, dass Sie mit dem Datenschutz dieser Website glücklich sind. Dieser Hinweis kommt dann nicht mehr wieder. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen