Broterwerb | Es gibt diese beruflichen Termine, bei denen mir besonders das Herz aufgeht.
Ich habe nur tolle Kunden. Die Menschen aus Salzgitter, die ich in der vergangenen Woche traf, waren jedoch außergewöhnlich inspirierend: Geschäftsführer und -führerinnen, Gesellschafterinnen und Gesellschafter, allesamt jünger als ich, mutig und enorm gut, in dem, was sie tun, dazu ideenreich in der Entwicklung ihres Unternehmens – und gleichzeitig bodenständig. Die Termine waren eine große Freude.
Die Hinfahrt war ein Abenteuer. Schon vor Abfahrt war die Zugbindung aufgehoben. Der Zug fuhr dann doch. Dafür blieb er 50 Minuten vor Hannover stehen, Stau im Bahnhof. Die Zugchefin versprühte zunächst Zuversicht, später war sie so wütend auf ihren Arbeitgeber, dass sie verstummte. Dann sagte sie: „Glauben Sie mir, ich bin verzweifelt.“ Wir glaubten es.
In Hannover dann Ausfall der Gleisanzeige.

Die App wusste von dem Chaos nichts, sie zeigte alles pünktlich an, weshalb es konsequenterweise keine Updates zur Abfahrt gab, schließlich lagen alle Verbindungen in der Vergangenheit. Tatsächlich lagen sie noch nicht einmal in der Gegenwart, vielleicht in der Zukunft – das war die Frage! Der Praktikant und ich stiegen fürderhin in den nächsten Zug, der zum Ziel fuhr – ein um eineinhalb Stunden verspäteter IC. Wir hatten zwar keine passende Fahrkarte, kamen aber gut an.
Wir waren in Braunschweig untergebracht, in Riddagshausen, mit Klosteranschluss, sehr besinnlich. Leider gab es keinen Friedhof. Das mag ich besonders gerne: nach lebendigen Tagen zwischen den Toten sitzen. Ich besuchte den Klostergarten und die Kirche.



Die Zeit nach Terminen nutzte ich, um in Braunschweig umherzustreifen. Ich besuchte das Magniviertel in der Stadt, stöberte durch eine Buchhandlung, aß ein Paprikasüppchen und sah Leuten bei ihrem Alltag zu.

Vorschlagsliste | Eine Frage von der Vorschlagsliste: „Ich erinnerte mich im Blog ein Rudergerät (Hometrainer) gesehen oder darüber gelesen zu haben. Mir wurde es unlängst für ein Rund-um-Training für daheim empfohlen. Wie sind deine Erfahrungswerte? (Häufigkeit Nutzung/Kosten-Nutzen-Bewertung; u.v.a Platzbedarf)“
Wir haben das Rudergerät, ein Concept 2, vor ein paar Wochen verkauft. Seit einiger Zeit gehen wir ins Fitnessstudio, turnen unter Menschen und freuen uns darüber, mehr Geräte als ein Rudergerät zur Verfügung zu haben.
Ich habe das Concept 2 durchaus genutzt, aber nicht so häufig, wie ich sollte – im Winter vielleicht einmal alle zwei bis drei Wochen. Ich habe über mich gelernt: So wie manche Leute nicht im Homeoffice arbeiten können, kann ich kein Homesport machen. Mein Zuhause verbinde ich mit Gemütlichkeit. Gemütlichkeit und schwitzend durchs Obergeschoss rudern passt nicht zusammen. Im Sommer gehe ich ohnehin lieber schwimmen.
Wäre das Gerät nicht so sperrig, hätten wir es behalten. Es nahm allerdings enorm viel Platz weg, und das Modell sich nicht einklappen.
Schwimmen | Der letzte Freibadschwumm. Wassertemperatur: 19 Grad. Ich schwamm 2.000 Meter, 40 Bahnen, und lag danach mit Wärmflasche auf dem Sofa. Dennoch: Schön war’s!

Tschüss, Freibad. Bis nächstes Jahr.
Gelesen | Anne B. Ragde: Das Lügenhaus, aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Die Bäuerin Anna liegt im Sterben. Die Söhne kommen zusammen – und eine Enkelin, die bislang niemand kannte. Anne Ragde gelingt es besonders gut, den Charakter des ältesten Sohnes einzufangen, Schweinebauer Tor, ein schlichter, emotional abgestumpfter Mann – allerdings nur zu Menschen, nicht zu Schweinen. Kein Meisterstück, aber gute Lektüre.
Gelesen | Judith Hermann: Daheim. Unsympathische Charaktere in einer Geschichte ohne Handlung. Ich habe es wirklich versucht, ging aber nicht. Nach der Hälfte weggelegt.
Gelesen | Begräbnisse auf Baltrum: Der Club der Totengräber [€]. Eine Reportage über Bewohner der Insel Baltrum, die ihre Nachbarn, Freunde und Eltern begraben. Auf Baltrum gibt es keinen Bestatter.
Schweine | Das Leben ohne die Oma groovt sich ein. Das Pionierschwein, schon immer das Chefschwein, rückt in die Rolle der Old Lady. Die M-Schweine Müsli und Marianne emanzipieren sich.

Kommentare
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Vom Lügenhaus habe ich aus Versehen Band 4 zuerst gelesen und dann nochmal alle von vorne. Insgesamt fand ich die Reihe dann sehr rund.