Wildes Holz | Ich war auf einem Blockflötenkonzert. Drei Männer in Trainingsanzügen spielten Lieder in einem Konzerthaus, einer auf der Blockflöte, einer mit dem Kontrabass, ein dritter mit Gitarre. Sie trugen Goldkettchen. Das Liedgut war gefällig, Highway to Hell und solche Dinge. Es war fein.

Es erstaunte mich, was man aus einer Blockflöte alles herausholen kann, wenn man sich um das Instrument bemüht. Ich empfehle allen Eltern leidlich flötender Kindern, die Weichen entsprechend zu stellen. Es bieten sich überraschende Karriereoptionen. Sogar mit Standing Ovations.
Abseits dessen wird der Besuch im Konzerthaus mit zunehmendem Alter komplexer. Es ist nämlich so, dass ich gerne auf dem Balkon sitze, weil ich dort meine Beine ausstrecken kann – Theaterknie. Der Reiseleiter hingegen sieht vom Balkon aus lediglich ein verschwommenes Konzert, weil er durch den Gleitsichtbereich seiner Brille schaut. Wir haben noch keine Lösung.
Backwahn | Am Tag nach dem Blockflötenkonzert spürte ich einen Anflug von Häuslichkeit und geriet in einen Backwahn.

Ich buk Foccaccia, Pflaumenkuchen und Amerikaner mit Schokoguss und Streuseln. Die Familie überlegt nun, mir regelmäßig Blockflötenkonzerte angedeihen zu lassen.
Angebot | Im Februar gibt es ein neues, offenes Seminarangebot von mir: Position beziehen, ohne ständig zu kämpfen
Ein Tag, an dem wir uns mit der Frage beschäftigen, wie man sich zwischen Nachgeben, Beharren und konstruktivem Einflussnehmen positioniert. Wir sprechen darüber, wie man Konflikten gut begegnet, Interessen ausbalanciert und seine Position findet, ohne in Anpassung oder Dauerkampf zu geraten.
Datum: Freitag, 5. Februar 2027 | Ort: Dülmen, NRW | Für Menschen, die beruflich oder privat immer wieder vor den Fragen stehen: Wofür möchte ich einstehen und was kann ich akzeptieren? Wie gehe ich mit Spannungen um, die sich nicht einfach auflösen lassen? | Infos und Anmeldung
Wer das Seminar zu Weihnachten verschenken möchte: Ich stelle auch Geschenkgutscheine aus.
Frage | Eine Frage von der Themen-Vorschlagsliste: „Was machst du, um zur Ruhe zu kommen?“
Zunächst einmal treffe ich Vorsorge, dass ich gar nicht erst aus der Ruhe komme. Die meiste Zeit meines Lebens bin ich recht ausgeglichen. Ich schlafe viel; für mich ist das die Grundlage von Gelassenheit und guter Laune. Ansonsten ist mein Motto: „Lass den Plan los, aber nicht planlos“ – vorausschauen, und dann flexibel sein. Damit habe ich eine Grundgeschmeidigkeit in meinem Alltag.
Entspannung ist für mich immer anders, je nachdem, wovon ich mich entspannen möchte. Schwimmen empfinde ich als ausgesprochen entspannend: die Konzentration aufs Atmen, auf die Bewegungen, den Wasserwiderstand, dazu das Monotone. Außerdem gut: Fitnessstudio mit Musik auf den Ohren. Spazierengehen mit Podcasts oder telefonieren mit Freundinnen. Manchmal tue ich auch etwas Häusliches: kochen, backen, Gartenarbeit. Auf dem Sofa liegen und lesen. Ach ja, und puzzeln.
Polarschwumm | Das Freibad hat die Saison noch einmal um eine Woche verlängert. Allerdings wird das Becken nicht mehr geheizt, die Temperatur sinkt täglich um ein halbes Grad.

Ich schwamm 50 Bahnen, 2.500 Meter, und fühlte mich wie im Polarmeer. Nur ohne Robben. Anschließend heiße Dusche und Wärmflasche – und Glückshormone. Es war saukalt, aber auch saugut.
Der hybride Praktikant | Mein Praktikant Paul hat in einem Newsletter aufgeschrieben, welche Entdeckungen er in seinem Praktikum gemacht hat. Ergänzend von mir paar Worte dazu, wie wir zusammenarbeiten.
Ich habe keine Büroräume, jedoch ein komfortables Arbeitszimmer gemeinsam mit dem Reiseleiter. Dessen Schreibtisch ist Montags und Mittwochs frei; er ist dann im Büro seines Arbeitgebers. An diesen Tagen ist Paul bei mir. An den übrigen drei Tage arbeitet er remote aus dem Homeoffice.
An den gemeinsamen Tagen erledigen wir alles, für das Paul mich braucht: Aufgaben, die neu sind; Aufgaben, für die wir in enger Abstimmung stehen müssen; Erklärungen zu Kunden und meinem Vorgehen; Wissensaufbau. An den Homeoffice-Tagen erledigt Paul Arbeiten, die weniger Austausch und mehr Konzentration benötigen. Ich bin per Chat, telefonisch und per Mail erreichbar.
An vielen Remote-Tagen haben wir – meist nachmittags – einen kurzen Check-in per Teams-Call, in dem wir gemeinsam auf den Arbeitsstand gucken. Das gibt uns beiden Sicherheit: Er weiß, ob er in die richtige Richtung arbeitet – und ich auch. Freitags schauen wir zusätzlich auf die kommende Woche.
Sofern es keine externen Notwendigkeiten gibt, ist es mir egal, wann er arbeitet, beginnt und Feierabend macht, ob er zwischendurch den Hund ausführt, einen Arzttermin hat oder ein Nickerchen macht. Kundentermine und sein Webinar geben einen ausreichenden Rahmen, wann Ergebnisse da sein müssen.
Ich mag es gerade, eine Begleitung zu haben. Mit seinem soziologischen Hintergrund und als zwanzig Jahre jüngerer Mensch gibt er mir zusätzliche Perspektiven. Außerdem nehmen vier Augen und Ohren mehr wahr als zwei. Das ist eine wirklich gute Sache.
Gelesen | Zugbegleiterin Uschi klärt auf: Zugbindung aufgehoben – was bedeutet das und welchen Zug darf ich jetzt nehmen?
Gelesen | Frau Novemberregen inspiriert mit einem Führungs-Hack:
Es ist eine meiner Personalmaßnahmen, eskalierende Mailverläufe mit verteilten Rollen laut vorlesen zu lassen.
Schweine | Die Oma ist beigesetzt und liegt jetzt neben dem Dicken.

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