Leseempfehlungen:
Benjamin von Stuckrad-Barre darüber, keinen Alkohol (mehr) zu trinken:
Der Reiz der sich permanent wiederholenden, nur in Nuancen das bereits Gesagte variierenden Ausführungen erschließt sich dem Nüchternen nicht, sein Widerspruchsimpuls ist von naiver Ungeduld: Aber das wurde doch längst festgestellt, so weit waren wir doch schon! Ein typisches Betrunkenengespräch ist schließlich gebaut wie ein Meisterwerk der klassischen Musik, mit mal sich entfernenden, dann wieder annähernden Umkreisungen eines Grundthemas – der Nüchterne aber denkt, die Platte habe einen Sprung.
Man muss nicht Alkoholiker sein, um nichts zu trinken. Ich trinke öfter mal nichts; mir macht es nichts aus, an einem Abend die Fahrerin zu sein. Wenn ich Alkohol trinke, trinke ich mit Genuss. Egal ob Bier oder Wein, ich trinke dann, weil ich es mag, weil es mir schmeckt, nicht weil ich betrunken werden möchte. Ich verstehe diese Attitüde nicht, sich besaufen zu wollen.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nur schwierig wirklich betrunken werde. Ich vertrage gut und bin ein kontrollierter Mensch. Diese Kombination führt praktisch nie zu alkoholischen Ausschweifungen. Selbst das Kicherkicher-Alles-ist-so-lustig-Stadium erreiche ich erst nach fünf Cocktails, danach schmeckt mir der Alkohol nicht mehr, und es ist automatisch Schluss. Deshalb habe ich auch nie einen Kater. Das ist ausgesprochen praktisch.
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In die weite Welt hinaus: Schüler einer Berliner Schule haben geprobt, drei Wochen alleine zurecht zu kommen. Ganz alleine.
Wer wie sie in den Siebzigerjahren aufwuchs, kann rückblickend kaum fassen, wie er das überlebt hat. Fahrrad fuhr man ohne Helm, Autos hatten weder Gurte noch Airbags, Handy und GPS-Armbänder waren noch nicht erfunden und der Tagesablauf war nicht durch Yoga, Geige oder Hockey getaktet. Es war normal, dass Eltern nicht wussten, wo sich ihre Kinder herumtreiben.
Das Experiment, Kinder drei Wochen auf sich allein gestellt zu lassen, ist natürlich extrem. Ich habe mich aber letztens noch darüber unterhalten, wie wenig ich in meiner Kindheit unter der Beobachtung Erwachsener stand. Hatte es nicht geregnet, hat meine Mutter mich nach Mittagessen und Hausaufgaben auf die Straße geschickt. Waren grad keine anderen Kinder da, musste ich welche rausklingeln. Wir hatten spätestens ab der Grundschule einen Aktionsradius von sicher einem Kilometer in die eine und einem Kilometer in die andere Richtung, von „Kemper’s Hof“ bis zur Knochenbrecherbahn. Möglich, dass meine Mutter sich manchmal hinterm Baum versteckte und uns beobachtete – um sicher zu gehen. Aber wenn, dann habe ich das nie wahrgenommen. Mir wurde früh beigebracht, die Uhr zu lesen, und wenn die Zeiger gerade standen und der Kirchturm sechsmal schlug, war ich zu Hause.
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Eine ernsthafte Abhandlung darüber, wie Astronautinnen im All menstruieren:
However, given the low-gravity environment of space, some scientists wondered about the possibility of „retrograde menstruation,“ the backward flow of menstrual blood up into the fallopian tubes.
Zugegeben, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich bin halt auch keine Astronautin, insofern ist es kein drängendes Problem. Die Quintessenz des Artikels ist, das kann ich an dieser Stelle vorwegnehmen: so wie auf der Erde auch. Interessant fand ich die Fakten über Östrogene und den weiblichen Zyklus und ihrer beider Einfluss auf Dekompressions-Übelkeit.










