Es war Weihnachten
Allgemeine Kalenderereignisse | Es war Weihnachten.

Traditionell gehe ich an Weihnachten spazieren. Nach mehrgängigen Mahlzeiten steht die Familie auf, beugt sich mit dicken Bäuchen hinab, bindet die Schuhe, legt sich einen Schal um, presst sich in die Winterjacke und bricht zu einem Gang in die nahe gelegene Natur auf. Der Schritt ist stets gemächlich, der Weg ziellos. Es geht lediglich darum, die Verdauung anzuregen, das Völlegefühl mit einem besseren Gewissen zu unterlegen und Tischgespräche fortzusetzen. „Ein bisschen Bewegung!“ Danach gehen auch wieder Kekse.
Die kleinen Dinge | Alltagsbemerknisse.
- Mein Wohnpulli bildet runde Fusseln. Ich puzzel sie ab und rolle daraus eine große Fussel.
- Der Reiseleiter und ich fuhren Rad. Es hatte etwas von der Dänemark-Reise, nur mit winterlichem Nieselregen. Wir fuhren auch nur in die Stadt. Aber egal: Urlaubsgefühl. Man wird ja bescheiden.
- Jetzt muss ich also jedesmal einen offiziellen Schnelltest organisieren, bevor ich ins Fitnessstudio gehe. Wird an Arbeitstagen nicht immer gehen. Ätzend. Ja, ich weiß, in ein paar Wochen haben wir vielleicht ganz andere Probleme. Es macht mir jetzt trotzdem schlechte Laune.
- Ich habe entdeckt, dass ich Rezeptzutaten einer bekannten Rezeptseite direkt in meine Einkaufsapp importieren kann. Das ist gut.
- Ich befinde mich in einer schweren Mandarinenphase.
- Noch eine Folge Downton Abbey. Das große Finale. Wir werden es zelebrieren.
Gelesen | Herr Buddenbohm hatte zu Weihnachten eine rote Warnung in der Corona-App – mit der ganzen Familie.
Wir finden doch noch eine Apotheke mit Notdienst, die verkauft Schnelltests, nach denen nicht nur wir heute fragen. Was wir nicht finden, das sind Testcenter, die auch offen und nicht voll ausgebucht sind. Die Schnelltests sind teuer, dazu kommt noch der Sonderöffnungszuschlag der Apotheke, was machen eigentlich die, die sich das nicht leisten können? […] Ich finde das alles nach wie vor bemerkenswert schlecht organisiert. Nein, es ist eigentlich unfassbar schlecht organisiert.
Wir stehen auf einem leeren Parkplatz irgendwo im Nirgendwo und machen Schnelltests, wir balancieren wie irre Hobbychemiker Plastikreagenzgläschen auf den Knien und träufeln tropfenweise seltsame Flüssigkeiten auf Teststreifen. Auf einem großen Plakat in der Nähe wird für fröhlichen After-Work-Glühwein geworben, im Autoradio läuft Weihnachtsmusik der eher schlagerhaften Art. Der bestens gelaunte Moderator rät, das Haus heute lieber nicht zu verlassen.
Es war alles gut
Gelesen | Es starten wieder Flugzeuge, die gar nicht starten müssen, weil es die Flüge nicht gibt. Sie heben dennoch ab, damit Start- und Landerechte nicht verfallen. Wie vor zwei Jahren. Man hätte daraus lernen können. Haben wir nicht. 18.000 sinnlose Flüge.
Gelesen | Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis schmilzt. Der Gletscher ist größer als Tschechien, Österreich und die Schweiz zusammen. Er wird als „Doomsday Glacier“ genannt, Gletscher des Jüngsten Gerichts. Denn sowas Ähnliches blüht uns, wenn er weg ist.
Leider habe ich keine fröhlicheren Links zum Jahreswechsel.














































