Hitze | Zunächst die Zahl des Wochenendes: 39 Grad im Schatten. Mehr als 50 Grad in der Sonne.

Thermalbad | Die vergangenen zwei Tage fuhren wir früh ins Freibad. Wassertemperatur: fast 30 Grad, quasi Thermalbad. Keine große Schwimmleistung. Wir trieben im Wasser wie Brennstäbe im Abklingbecken.
Danach lagen wir zwei Stunden unterm Baum. Lesen, Melone essen, Leute gucken, Bekannte treffen. Am Mittag verlegten wir nach Hause, mit einem Umweg über die Eisdiele, und platzierten uns vor dem Ventilator.

Sunset Beach | Am Freitagabend wäre ich eigentlich auf dem Sunset Beach Festival hier in Haltern gewesen, auf dem Konzert von Jan Delay. 24 Stunden vorher kam eine E-Mail vom Veranstalter: Das Festival wurde abgesagt, alle bekommen ihr Geld zurück.
Ich war erleichtert. Mir fehlte die Fantasie, wie ich den Abend überstehen sollte – auf einem Strandgelände, auf dem es so gut wie keinen Schatten gibt. Bei mehr als 50 Grad in der Sonne! Es wäre auch unverantwortlich gewesen, Menschen dort arbeiten zu lassen. Die Notaufnahmen haben genug zu tun, auch ohne Festival.
Jan Delay äußerte sich auf Instagram polemisch zur Absage: Man sei es gewohnt, bei solchen Temperaturen zu spielen. Antworten auf Kommentare waren patzig. Er bzw. sein Social-Media-Team löschte den Post, als Gegenwind bekam. Die Lust, nochmal Karten für ein Jan-Delay-Konzert zu kaufen, ist angesichts des Statements nicht besonders groß.
Materialermüdung | Wäschewaschwetter für Menschen mit Garten und Balkon. Gleichzeitig hitzebedingte Materialermüdungen: Die Kunststoff-Wäscheklammern zerbröseln.
Letzte Chance | Für Entschlossene: Bei meinem Seminar ist ein Platz frei geworden. Jetzt noch schnell dazukommen! Nächsten Freitag, 3. Juli, 9 – 17 Uhr, Dülmen im Münsterland. Thema: Angemessen und professionell bleiben, auch wenn es ruckelt. Für alle, die in angespannten Phasen einen inneren Kompass behalten und handlungsfähig bleiben wollen.
Ich habe die Erwartungsabfrage gesichtet, den Tag vorbereitet und freue mich! Es kommen sehr interessante Menschen – aus dem Süden, dem Norden und sogar aus den Niederlanden, aus der Medizin, der Pädagogik, der Wissenschaft und der Bildung. Dazu weitere, von denen ich es gar nicht weiß. Ich hoffe, wir haben gutes, nicht allzu heißes Wetter.
Garten | Auch der Garten leidet unter der Hitze. Ich wässere kräftig. Das verhinderte jedoch keine Verbrennungen. Dennoch: Die Blumen schießen ins Kraut, die Tomaten wachsen wie verrückt, und wenn wir so viele Gurken kriegen, wie wir Blüten haben, kann ich mich auf den Wochenmarkt stellen.






Gelesen | Sven Plöger, warum ist es so heiß? – mit klaren Worten zum Klimawandel
Geguckt | Der ARD-Brennpunkt zur Hitzewelle war überraschend deutlich dank Mobilitätsforscher Andreas Knie und Intensivmediziner Dr. Uwe Janssens.
Gehört | Zwei Folgen von Bettina Böttingers Interviewpodcasts gehört: mit Annette Dittert, Großbritannien-Korrespondentin der ARD, und Moderator Steven Gätjen. Ich schaue wenig lineares TV, Privatfernsehen noch weniger. Steven Gätjen kenne ich nur aus alten Schlag-den-Raab-Zeiten und war positiv überrascht. Passenderweise hat die Folge den Titel: „Ich mag es, unterschätzt zu werden.“
Gelesen | Die gedruckte Süddeutsche Zeitung, darin zwei große Stücke zur deutschen Wirtschaftskrise, die erhellend sind, allerdings keine gute Laune machen. Das Interview mit den Ökonomen Niall Ferguson und Moritz Schularick ist online [€]: „China und die USA werden Europa aufessen, Stück für Stück“
Gelesen | Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Mann aller Märkte
Schweine | Wir haben Kühlakkus angeboten, den Stall mit feuchten Tüchern behängt, mehrmals täglich frisches Gemüse gereicht, den Boden befeuchtet. Die Schweine hockten unterm Stall und ließen die Hitze dort über sich ergehen. Sie sind wohlauf.

Kommentare