Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

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Mission Gelassenheit

24. 06. 2021  •  7 Kommentare

Seminartag | Heute war ich in Sachen Gelassenheit und Souveränität unterwegs. Ich habe mit Volontärinnen und Volontären aus Zeitschriftenverlagen über Stress, Selbstbehauptung und Umgang mit Konflikten gesprochen.

Zettel in einer Ablage: "Handout: Stressmanagement, Selbstbehauptung und Umgang mit Konflikten", dazu das aufgestellte Namensschild "Dr. Vanessa Giese"

Im ersten Teil ging es um Stressoren, Stressreaktionen und Stressverstärker. Es ging um Haltung, um Abgrenzung, um Situationen, die ich kontrollieren kann, auf die ich Einfluss haben – und was ich mit den Dingen mache, die nicht in meiner Hand liegen. Wir sprachen über Arbeitsanweisungen, Vorgesetzte, Ressourcenknappheit, Priorisierung, eigene Ansprüche und die Schwierigkeiten mit unbekannten Aufgaben.

Im zweiten Teil ging es um Zeit und um Selbstführung. Ich habe zehn Arten vorgestellt, Nein zu sagen. Außerdem gab es Lebensweisheiten zum Entscheiden, Rechtfertigen, zum Sachlich- und zum Emotionalsein.

Der dritte Teil drehte sich um Konflikte, welche es gibt und wie ich ihnen mutig begegne.

Der Veranstalter, die Weiterbildungsakademie Pro Content hatte vorab angeboten, eine Umfrage unter den Teilnehmenden zu machen, welche Fragestellungen besonders drücken. Ich habe Fragen formuliert und hilfreiche Antworten bekommen, mit denen ich das Seminar geplant habe. Außerdem habe ich ein Lean Café eingebaut, ein strukturiertes Meetingformat für unstrukturierte Themen. Damit haben wir individuelle Fragen besprochen, die für alle von Interesse waren.

Das ganze Seminar kam ohne Folien und Beamer aus, alles analog, im Gespräch. Das war sehr schön. Das Feedback war gut. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer plädierten dafür, das Seminar auch für den nächsten Jahrgang im Programm zu behalten. Das freut mich.

Ich überlege, es auch als eigene Veranstaltung in mein eigenes Seminarprogramm aufzunehmen, so dass Sie es bei mir direkt buchen können. Vielleicht remote und modular – an zwei Vormittagen, die man auch einzeln buchen kann.


Hachz! | In der Feedbackrunde sagte die Organisatorin, sie habe mich als Referentin für das Thema ausgewählt, weil ich „eine der strukturiertesten Referentinnen“ sei, die sie kenne. Immer komme alles pünktlich, ich würde klar kommunizieren und das mache die Zusammenarbeit absolut angenehm. Das ging runter wie Öl!

Ich freute mich wie Bolle. Fachlich gute Arbeit machen, ist das Eine. Gleichzeitig erlebe ich, dass das Andere genauso wichtig ist: Sagen, was man tut. Tun, was man sagt. Zügig antworten, flexibel auf Anforderungen reagieren, verbindlich sein. Ich finde auch, dass das selbstverständlich ist. Mit einem Dienstleister, der nicht zuverlässig ist, mag man schließlich nicht zusammenarbeiten.


Gelesen | Midnight Trains: Das Comeback der Luxus-Schlafwagen | Warme Arktis, mehr Hitzewellen, aber auch mehr Kälteeinbrüche: Wenn der Jetstream einrastet

Einsatz in 4 Wänden. Menschen treffen. Junifreude.

23. 06. 2021  •  5 Kommentare

Einsatz in 4 Wänden | Fast zwei Wochen nicht gebloggt, aber enorm viel erledigt. Handwerker koordiniert. Gemalert. Möbel zusammengebaut. Freunde beim Möbelzusammenbauen begrillt. Zeugs von links nach rechts geschleppt. Zeugs aussortiert. Zeugs einsortiert. Geputzt.

Schlafzimmer steht: neues Bett (bin verliebt!), neue Lösung für die Kleidung. Wohnzimmer ist wieder einsatzbereit. Parkett ist top geworden.

Ich beglückwünsche mich für die Entscheidung, alles in einem Hauruck zu erledigen: Wohnzimmer überarbeiten, Neuverlegung in Schlafzimmer und Arbeitszimmer – auch wenn es etwas anstrengend war, zweieinhalb Wochen lang nur in der Küche zu wohnen.

Dabei Vollzeit gearbeitet. Bei 34 Grad. Das war alles zusammen etwas schlauchend.


Schatten und Licht | Die Dortmunder Freibäder schließen in diesem Sommer täglich um 18 Uhr. Super Sache für Berufstätige. Nicht. Schwimmen unmöglich, außer vielleicht an einzelnen Tagen.

Zum Glück bin ich nun Mitglied im Freibadverein in Sythen, rund 60 Kilometer nördlich. Dort sind die Bahnen zwar blöd abgetrennt, dafür hat das Bad bis 21 Uhr geöffnet, und für 85 Euro (Saisonkarte) haben zwei Erwachsene und drei Kinder eine Schwimm-Flatrate. Und: Es gibt eine lange Rutsche mit Kurven!


Broterwerb | In zwei Wochen ist Urlaub, und bis dahin ist nochmal richtig was los: drei Präsenzveranstaltungen – zwei Workshops mit einem Kunden und ein Seminar bei Pro Content. Die letzte Präsenzveranstaltung, die ich hielt, ich habe es nachgesehen, ist ein Jahr her: 15. Juni 2020. Und nun gleich drei Veranstaltungen in zwei Wochen. Verrückt. Und toll.

Der erste Workshop war Anfang dieser Woche. Am Montag reiste ich einen Tag früher an, um mit einem Teilnehmer aus Berlin etwas zu essen. Das erste Geschäftsessen seit … keine Ahnung, wann. Wir sehen uns zwar regelmäßg remote, sind uns aber schon Ewigkeiten nicht mehr live und in Farbe begegnet und freuten uns beide ganz dolle.

Im Restaurant wars ziemlich leer.

Am nächsten Tag auch mit und unter den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern große Wiedersehensfreude.

Der Workshop war an einem Ort, den ich uneingeschränkt empfehlen kann: das Internationale Evangelische Tagungszentrum in Wuppertal. Super Service, unauffällig und doch herzlich und absolut perfekt, tolle Räume, luftiges Ambiente, gut zum Raus- und Runterkommen, tolles Essen, schöne Zimmer zum Übernachten.

Morgen fahre ich für ein Seminar nach Essen. Mit Volontärinnen und Volontären spreche ich einen Tag lang über den Umgang mit Stress, über Selbstbehauptung und Umgang mit Konflikten.

Alle Veranstaltungen natürlich mit Test vorab.


Garten | Im Garten stehen die Rosen in voller Blüte. Die Tomaten kommen langsam. Die neu gepflanzten, aus Bielefeld importierten Pflanzen sind super angegangen und geben alles.

Meine liebste, allerliebste Jahreszeit.

Auch im Kiez ist es toll, im Feld und im Kleingartenverein. Nächstes Jahr klopfe ich an, ob sie ausbilden. Wahnsinn, wie in den Schrebergärten das Gemüse geht: Kohlköpfe wie Kanonenkugeln, Kartoffeln, Kohlrabi und Erdbeeren – es ist mir ein Rätsel, wie sie das machen. Dazu diese Ordnung!

Paketshop. Anschwimmen. Auswilderung. Parkettstatus.

11. 06. 2021  •  11 Kommentare

Im Paketshop | Der Paketshop eines gelb-roten Paketdienst. Im Schaufenster steht ein Berg an Nippes: Buddelschiffe, Wackeldackel, Hamster mit LED-Augen und eine beträchtliche Menge Aschenbecher von ausgesucht schlechtem Geschmack. Der ganze Laden ist vollgestopft mit Firlefanz – außerdem voller Zeitschriften, einem Lottostand und Tabakwaren. Alles ist verraucht. Man ist, so scheint es, sich selbst der beste Kunde.

Vor dem Laden hat sich eine kleine Schlange gebildet, draußen. Es dürfen immer nur zwei Menschen rein, es sei denn, sie gehören irgendwie zusammen. Dann gehen auch drei, und die Kriterien, wer zusammengehört, sind volatil. Zwei Menschen, die deutlich nicht zusammengehören, stehen vor mir. Ich habe also Zeit, die Auslagen intensiv zu betrachten.

Neben dem Hamster glotzt mich Eule an. Daneben steht eine Harley aus Holz. Darüber ein Schild, Vintage-Optik: „Frauen arbeiten niemals so hart wie Männer – denn sie schaffen alles beim ersten Mal.“ Durch die Dekoration hindurch ist zu sehen: Vor dem Paketschalter gestikulieren ein Mann und eine Frau neben einem Trumm von Paket. Es ist brusthoch und wird zusammengehalten von großen Mengen Klebeband. Am Lottostand steht derweil eine alte Frau und macht Kreuzchen. Nach einiger Diskussion – ausufernde Gesten, abwenden, zuwenden, neue Gesten – verlässt das Paar den Laden, leise schimpfend, aber das Paket bleibt da. Die Paketfrau schleift es in die Hinterstube. Man kann ihr Grummeln nicht hören, aber es erahnen.

Danach geht erst der eine Kunde den Laden, dann der zweite. Die alte Frau macht derweil weiter Kreuzchen. Als ich den Laden betrete, ist sie fertig und tritt an den Lotto-Abgabestand. Die Verkäuferin macht eine Geste zu mir, die sagt: Geduld, bitte, das dauert jetzt. Ihre Geduld ist nach dem Trumm schon erschöpft, das sieht man ihr an. Es ist erst 9 Uhr.

Die alte Frau hält mit zitternden Händen ihren Lottoschein hin. „Ist der für Samstag?“, fragt sie.
„Für Samstag“, sagt die Verkäuferin. „Aber sie kommen doch sicherlich erst Freitag wieder, oder? Soll der Schein dann auch am Mittwoch gültig sein?“
„Ja, dann auch Mittwoch“, erwidert die Frau.
„Also Samstag und Mittwoch.“
„Samstag.“
„Und Mittwoch.“
„Ich komme erst in einer Woche wieder.“
„Wie immer, Frau Stellmaier*.“
„Ist der Schein dann auch für morgen?“
„Für Samstag und Mittwoch.“
„Ach, stimmt. Morgen ist ja Samstag.“
„Genau, morgen ist Samstag. Und am Mittwoch haben sie dann auch Lotto. Und am Freitag kommen Sie wieder.“
„Ich komme immer freitags.“

Dann nennt die Verkäuferin den Preis, und mir wird kurz schwindelig. Frau Stellmaier spielt für 56 Euro Lotto. Langsam nestelt sie Scheine aus ihrem Portemonnaie.

„Freitags mache ich immer meinen Rundgang“, sagt sie.
„Freitags sind Sie immer hier“, antwortet die Verkäuferin.
„Warten Sie“, sagt Frau Stellmaier und geht zum Zeitschriftenregal. Sie steht sehr lange davor, nimmt Zeitschriften heraus und steckt sie wieder hinein. Dann kommt sie zurück und legt eine auf die Theke.

Die Verkäuferin sagt: „Die Frau im Leben ist daneben. Das ist die Preiswert kochen.“
„Ach so“, sagt Frau Stellmaier. Sie zieht noch einmal los, schiebt die Preiswert kochen zurück ins Regal und zieht die Frau im Leben heraus.

„Können Sie die rollen?“, fragt sie.
„Natürlich, Frau Stellmaier. Wie immer.“ Die Verkäuferin rollt die Zeitschrift und lässt das Gummiband schnacken. Ich mache ich bereit für meinen Einsatz, den gleich bin ich dran, und lupfe meine Retoure. Aber Frau Stellmaier hat noch ein Anliegen.

„Haben Sie so … so …“, sie formt mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, „… für den Kühlschrank?“ Sie sieht mich an. „Junge Frau, Sie wissen doch, was ich meine!“
„Magneten“, sage ich.
„Magneten!“ sagt Frau Stellmaier zur Verkäuferin.

Die Verkäuferin deutet auf eine Fläche neben der Eingangstür. Frau Stellmaier geht hin, sehr langsam. Als sie ankommt, sagt sie mit tiefer Inbrunst: „Mein Gott, sind die hässlich. Wer kauft sowas?“ Ich fühle plötzlich große Sympathie.


Verspätung | Die Pfingstrose ist jetzt auch am Start.

Üppige Pfingstrose im Garten, Morgensonne

In Hamburg sitzt Herr Buddenbohm im Garten. Ich mag das ja auch sehr, einfach sitzen, die Blumen und die Vögel beobachten. Wenn erst die Hummeln den Lavendel füllen, auf den wippenden Zweigen landen und taumelnd von Blüte zu Blüte fliegen, gibt es endgültig keinen schöneren Ort mehr.


Auswilderung | Der Mann schlug vor, am Wochenende Außengastronomie aufzusuchen – genau so, wie man das damals machte, als keine Pandemie war. Wir waren allerdings noch nie in einem Restaurant. Abgesehen von einem unserer ersten Dates, damals, als wir uns noch nicht kannten. Ich bin etwas ratlos, was ich anziehen soll. Wahrscheinlich muss ich mir einen Zettel schreiben, damit ich nichts vergesse: Jacke, Geldbörse, Handtasche, BH … ich kenne mich nicht mehr aus. Die Sache wird immerhin dadurch erleichtert, dass ich nichts anzuziehen habe, also aktuell. All meine Kleidung ist in Kisten verpackt und der Kleiderschrank ist abgebaut, weil ja der Parkettmann da ist. Ich habe nur ein paar T-Shirts rausgelegt. Also wird es doch ganz einfach.


A propos Parkett | Ich schlafe, lebe und arbeite derzeit in der Küche. Wenn ich recht darüber nachdenke, brauche ich die anderen Räume eigentlich nicht, geht auch so. Nun gut, die Arbeitshaltung auf dem Küchenhocker wird von keiner Arbeitsstättenverordnung gedeckt, und das Küchensofa ist eher schmal. Aber eigentlich ist es ganz gemütlich. Wenn ich von meinem Sofa aufstehe, bin ich in zwei Schritten am Herd zum Kaffeemachen und in drei Schritten am Kühlschrank. Das ist nicht das Schlechteste.

Status #neuesArbeitszimmer: Der Boden ist gespachtelt, von den alten Fliesen ist nichts mehr zu sehen. Soeben legt der Parkettleger das Parkett.

Danach kommt das Schlafzimmer dran. Das Wohnzimmer ist abgeschliffen und bereits das erste Mal geölt. Ich freue mich wie Bolle auf alles.


Leibesübungen | In den vergangenen Tagen war ich zweimal Radfahren, jeweils längere Abendrunden. Und anschwimmen! Das Elsebad in Schwerte hat im Gegensatz zu den Dortmunder Bädern schon geöffnet. Herrje, die 1.500 Meter haben mir erstmal gereicht. Ich kam in keinen Rhythmus. Nach neun Monaten brauche ich erstmal wieder Wassergewöhnung.


Gelesen | Die Welt hat heute etwas zu bietenAbi während Corona: Warum ich so wütend binRekordhitze im Mittleren Osten: bis zu 51 Grad in Abadan.

Ein fast greifbarer Eindruck von Geschmeidigkeit

7. 06. 2021  •  8 Kommentare

Eine Kuhle in der Matratze | Letztens berichtete ich, dass ich eine Kuhle in der Matratze habe und dass der Wunsch nach einer neuen Matratze eine Prozesskette ausgelöst hat: Die neue Matratze bringt ein neues Bett mit sich. Das neue Bett führt zu neuem Parkett unter dem Bett. Die Anwesenheit des Parkettlegers führt auch in anderen Räumen zu Parkettarbeiten, denn wenn er schon einmal da ist … Und wenn die Räume schonmal leer ist, kann man sie auch gleich streichen. Für all das müssen natürlich die Möbel raus. Und als die Möbel am Donnerstag erstmal raus waren, kamen mir ganz neue Ideen.

Allzuvorderst bekommt meine Wohnung nun ein eigenes Arbeitszimmer. Mein Arbeitsbereich war bis jetzt in einer geräumigen Nische im Wohnzimmer, optisch abgetrennt, aber dennoch offen. #Dieaktuelle Situation, also das ausschließliche Arbeiten von daheim, und meine Vermutung, dass ein Teil meiner Präsenz-Arbeit auch in Zukunft remote stattfinden wird, motiviert mich dazu, mir ein besseres Arbeitsumfeld im Homeoffice zu schaffen. Das Arbeiten bekommt in meiner Wohnung also ein eigenes Zimmer, dessen Tür ich schließen kann, wenn ich Feierabend habe. Es bekommt außerdem professionelle Büromöbel aus dem Fachhandel, optimales Licht (EN12464-1 blendfrei und 500 Lux Beleuchtungsstärke auf dem Tisch) und ein Whiteboard an der Wand.

Aber vorher, schon klar, streiche ich die Wände.

Mit Entscheidungen ist es bei mir so: Schwerwiegende Entscheidungen reifen lange, aber wenn ich mich dann entschieden habe, ziehe ich sie durch. Bei banalen Entscheidungen ist mir vieles egal, inbesondere wenn es sich um sich wiederholende Ereignisse handelt: Wenn der Weg nicht gut war, nimmt man beim nächsten Mal einfach einen anderen (nur um festzustellen, dass er auch nicht besser ist, aber das ist ein anderes Thema). Dann gibt es noch die Entscheidungen, die banal daherkommen, aber das emotionale Gewicht des Unumkehrbaren, nicht wieder gut zu Machenden mit sich bringen. Dazu gehört Wandfarbe.

Einige meiner Wände sollen eine andere Farbe haben als Weiß. Ich hatte ein Gefühl dafür, welche Farben das sein könnten – bis zu dem Zeitpunkt, als ich im Baumarkt vor zehn Regalmetern mit Töpfen und Tiegelchen stand. Wie ein hospitalisierter Braunbär tigerte ich zwischen poudre und pearl, bamboo und lagune, cashmere und riviera hin und her, wild schwankend zwischen einem tatkräftigen Entschluss und reiflicher Abwägung. Poudre! Nein, das sieht, einmal aufgetragen, aus wie geplatzte Brühwurst. Hortensie! Eine Farbe wie Omas Büstenhalter. Denim! Ist das nicht zu dunkel? Cream – ein Farbton wie eine angegegilbte Rauchergardine. Es fühlte sich an, als hätte ich zehn Seile zur Auswahl, an denen ich ziehen sollte – und an jedem zweiten Seil hing ein Hundewelpe, den ich mit einem falschen Entschluss erdrosselte.

Nicht nur die Laune meines Gefährten, auch meine eigene wurde zusehends brüchig. Bevor die Szene jedoch in die spaßbefreite Dramatik eines ARD-Problemfilms umschlagen konnte, entdeckten wir ein Regal voller Poesie. Der Baumarktbesuch vollführte eine rasante Wende ins Lorioteske.

Seite an Seite standen Melancholisches Mittelgrau, Würdevolles Hellgrau und Stilles Graublau – mit ihren Künstlernamen Nebel im November, Poesie der Stille und Ruhe des Nordens. Auf der Rückseite der Töpfe eine wortreiche Beschreibung der Farbpersönlichkeiten: So bringt das Melancholische Mittelgrau trotz seiner „klassischen, eher nüchternen Art weiche Behaglichkeit“. Die „ausgewogene Nuance“ gibt sich „still und stark zugleich“. Das Würdevolle Hellgrau hingegen ist eine Farbe der „subtilen Eleganz, die nicht um Aufmerksamkeit buhlt – aber die ganz bestimmt gesehen wird“. Man kann sie sich vorstellen, die Texterin, wie sie, nach dem sechsten Korrekturdurchgang durch den Kunden und frustriert von seinen überhöhten Erwartungen an die Rückseite eines Farbtopfes, einen kräftigen Schluck Rotwein kippt und murmelt: „Könnt ihr haben. Könnt ihr alles haben!“

Ich entschied mich für die Ruhe des Nordens, ein Stilles Graublau: „auf den ersten Blick zurückhaltend mit einem Hauch Melancholie, auf den zweiten sehr vielschichtig und elegant.“

Außerden wählte ich Zartes Sandbeige, das „mit einem fast greifbaren Eindruck von Geschmeidigkeit fasziniert“. Fast greifbare Geschmeidigkeit – quasi wie ich!


Eine Anfrage | Wie zur Bestätigung meiner Renovierungstätigkeiten bekam ich dieser Tage eine Anfrage aus Sachsen, ob ich remote Webinar-Workshops und Begleitung anbieten könnte. Ich freue mich sehr über die Anfrage und hoffe, dass wir zusammenkommen.


Die Wochenenden in Bildern | Ein Rückblick auf die vergangenen beiden Wochenende: Fahrrad fahren, schlafender Bonushund, mit Freunden auf der Terrasse grillen, blühender Mohn, gut gelaunte Schweine, wieder Fahrrad fahren.


Käte | Die Druckfahnen sind da! Das erste Mal halte ich mein Buch in den Händen, wenn auch nur als Zettelsammlung.

Die Arbeit ist übersichtlich: Hier und da muss ich eine Zeile kürzen, damit der Text gut über die Seiten läuft.


Gelesen | Ein gelungenes Abwägen des Für und Wider: Kinderfotos und Kindervideos im Netz | Ein informatives Interview mit Virologe Christian Drosten: Herr Drosten, woher kam dieses Virus?

Gesehen | Eine sehenswerte Dreiviertelstunde über das Ruhrgebiet: Ruhrpott – Revier im Umbruch



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