Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Die Erledigung lange liegender Projekte

6. 8. 2026 Keine Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Daily Wellness Retreat | In den vergangenen sechs Tagen war ich fünfmal schwimmen. Es war jedesmal fantastisch. Ich gehe um 9 Uhr, dann sind die Frühschwimmer durch und die Familien noch nicht am Start. Es sind maximal drei andere Leute auf der Bahn. Heute waren das allesamt Kraulschwimmer: ein älterer Herr im zügigen Schwumm, ein noch älterer Herr mit mehr Auftrieb als Vortrieb und eine Triathletin, erkennbar an der Sailfish-Badekappe. Eine angenehme Gruppe: Jeder kannte die Regeln des Schwimmerbeckens und wandte sie an. Man schwamm rechts, ließ überholen und Schnellere an der Wende den Vortritt. Wunderbar.

Freibad mit gezogenen Leinen unter blauem Himmel

Danach saß ich noch für drei Lesekapitel auf der Bank und ließ mich trocknen. Dann duschte ich, schwang mich wieder aufs Fahrrad und nahm auf dem Rückweg Brötchen für die Teenager und ihre Übernachtungsgäste mit. Die Jugend steht ferien- und lebensphasenbedingt nicht vor 12 Uhr auf.


Projektarbeit | Immer noch Urlaub. Ich habe zwei Projekte abgeschlossen, die schon lange auf meiner To-Do-Liste standen: den Küchentisch und den Gartentisch abschleifen, neu ölen (Küche) und wetterfest streichen (Garten).

Ich lud Kollegin Steffi und ihren Schwingschleifer zu mir ein. Wir hatten uns einige Zeit nicht gesehen: Sie hat in den vergangenen Wochen die Fußball-WM beim ZDF betreut, war wochenlang in Mainz und nicht abkömmlich. Wir frühstückten, erzählten uns die Geschehnisse und machten uns dann gemeinsam ans Werk.

Der Esstisch in der Küche ist eine Massivholz-Anfertigung. Seit ich mit vier weiteren Personen zusammenwohne, wird er ordentlich gefordert. Entsprechend lädiert und verblasst sah er aus. Wir schliffen ihn ab, dann gab es drei Lagen Hartwachsöl. Das Ergebnis macht mich glücklich.

Projekt Zwei, der Gartentisch, hat keine Funktion. Er dient als Deko in einem kleinen Kiesfeld vor dem Haus, das die Vermieter dort unnützerweise angelegt haben. Wir haben Kübelpflanzen in den Kies gestellt und eben diesen Tisch mit zwei Stühlen – weil wir ihn sonst keine Verwendung für ihn haben und weil man sich dort hinsetzen kann, wenn man abfahrbereit ist, die Teenager aber noch nicht. Oder umgekehrt: Manchmal sitzen die Teenager da, wollen unbedingt los, und wir sind noch nicht fertig.

Den Tisch habe ich einst bei einem Handelsunternehmen gekauft, das Möbel und Dekorationsartikel vertreibt. Es ist kein besonders hochwertiges Möbel; Wind und Wetter haben ihm ordentlich zugesetzt. Dennoch finde ich, dass er sich zusammenreißen und noch ein bisschen durchhalten kann.

Ich verteilte eine ganze Dose Wetterschutzfarbe auf Tisch und Stühlen. Der Zustand wird reichen, um dem Ensemble noch drei bis vier gute Jahre zu bescheren.

Während ich werkelte, brutzelte ich bei 34 Grad in der Sonne. Das war hilfreich, denn Öl und Farbe trockneten schnell, so dass Zweit- und Drittanstrich zügig erledigt waren. Ich trank literweise Wasser, der Schmirgelstaub blieb in der Sonnencreme kleben. Es war ein Fest.

Kollegin Steffi schenkte mir zum Abschluss des Tages einen ihrer zahlreichen Schwingschleifer. Erbschaftsbedingt besitzt sie viel Werkzeug. Ich freute mich wie Bolle. Endlich ein eigener Schwingschleifer! Für Herbst habe ich schon das nächste Projekt auf der Liste: die Küchenarbeitsplatte. Der Reiseleiter und die Kinder fahren weg; ich habe sturmfrei (O-Ton Kinder: „Du kannst eine Hausi machen!“). Ich werde die Arbeitsplatte schleifen, ölen, ein paar schöne, frische Silikonfugen ziehen und dabei Podcasts hören. Das wird toll.


Gelesen | Das Nuf hat, spätestens seit sie Krafttraining macht, einen Spaghetti-Puttanesca-Körper.

Ich sehe aus wie immer: eine leicht pummelige ü50 Frau. Ist mir aber auch egal. Mein Ehrgeiz ist ein anderer. Ich möchte z.B. Chirurgen überraschen. Wenn man z.B. aufgeschnitten wird, weil man die Gallenblase entfernt bekommt, dann möchte ich, dass der Chirurg oder die Chirurgin sich durch meine erste Fettschicht schneidet und dann total unerwartet auf eine massive Schicht Muskeln trifft und sagt: »Holla die Waldfee! Das überrascht mich jetzt aber!«

Erfahrungsgemäß kann ich sagen: Dazu muss man nicht aufgeschnitten werden. Das geht schon nach einem MRT. Es fallen dann die Worte: „Ah … okay … also, am mangelnden Muskelaufbau liegt es nicht.“

Gelesen | Herman Koch: Sommerhaus mit Swimmingpool, aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. Hermann Koch zeichnet wieder einmal einen Charakter: den des Hausarztes Marc Schlosser, ein misanthropischer Mediziner, spezialisiert auf Künstler und Hypochonder. Auch der Schauspieler Ralph Meier kommt zu ihm in die Praxis – und bald kennt man sich auch privat. Wechselweise stellen die Herren der Ehefrau des jeweils anderen nach. Schließlich arrangiert Schlosser es so, dass er mit Frau und zwei Töchtern im Sommerhaus der Meiers landet, die zwei halbstarke Söhne haben. Die Hormone kochen über, sowohl bei den Teenagern als auch bei den Eltern, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Gerne gelesen.


Schweine | Die Schweine sind unzufrieden mit der Trockenheit. Der Rasen ist nurmehr eine Steppe. Kein saftiger Halm wächst mehr. Dank humanoider Futterautomaten bleibt immerhin die Gemüseversorgung konstant.

Braun-weißes Meerschwein mit Kohlrabiblatt im Mund. Im Hintergrund, unter dem Stall, ein weiteres Schwein.
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