Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Ein Donnerstag, der sich wie ein Freitag anfühlt

16. 1. 2026 1 Kommentar Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Zeitverschiebung | In dieser Woche bin ich durcheinander. Die Woche fühlt sich 24 Stunden voraus an.


Leibesübungen | Ich gehe wieder ins Fitnessstudio. Der Beginn dieser Aktivität fiel dummerweise auf den Jahresanfang, das hatte berufliche und organisatorische Gründe, und lässt die Angelegenheit wie einen ungelenken Neujahrsvorsatz wirken. Während ich turne, möchte mir im Wechsel Schilder umhängen, auf denen steht: „Ich bin auch vor 2026 schon ins Fitnessstudio gegangen“ und „Nach Karneval bin ich noch da“. Das tue ich natürlich nicht, sondern versuche, durch die souveräne Selbstverständlichkeit zu kommunizieren, mit der ich den Crosstrainer besteige oder den Medizinball werfe.

A propos Medizinball. Auf dem Ball steht Hyrox. Ich habe mich dazu informiert. Hyrox ist eine neue Sportart: Man rennt einen Kilometer, dann macht man unfassbar anstrengende Übungen – Medizinbälle werfen, Gewichtsschlitten ziehen, Sandsack schleppen – eventuell rennt man auch nochmal, das habe ich nicht ganz verstanden. Ich bin in einem Alter, in dem ich derartige Entwicklungen mit Abstand betrachte, begleitet von einem kundig gemurmelten „Hatten wir alles“. Ich erinnere mich sehr gut an Saisonvorbereitungen, in denen inmitten der Sporthalle ein fürchterlicher Kraftzirkel aufgebaut war: Kästen, Barren, Matten, Bänke, Medizinbälle. Wir machten bestialische Übungen, dazwischen rannten wir in Kreisen durch die Halle. Wir zogen keinen Gewichtsschlitten wie beim Hyrox, sondern eine Mitspielerin, die auf einer Matte saß – je nachdem, wen man erwischte, war man gesegnet oder verflucht. Es roch nach Schweiß und verranztem Leder, der Boden war voll mit Harz und Fusseln, und die Weichbodenmatte an der Seite aufgesprungen. Wir hatten ja nichts! Jetzt sind die Geräte glanzpoliert, der Hyroxball ist frisch genäht – und dennoch: Es scheint, als bleibe Sportmachen das Gleiche.

Jüngst war ein Sportler anwesend – ich turnte auf dem Crosstrainer, während meine Playlist Lieder spielte -, ein Sportler, der unscheinbar aussah: durchschnittliche Gestalt, Sportkleidung von der Stange, keine Tätowierungen, Typ Geographielehrer. Er stand unter einem Gestell aus Metallbauteilen. An das Gestell kann man sich auf verschiedene Weise dranhängen oder -lehnen, je nach Übung, alles mit Eigengewicht. In der Mitte des Turms, quasi als Decke, befindet sich eine horizontale Leiter. Man kennt das von älteren Spielplätzen: Ein Ding, an dem man von rechts nach links hangeln kann. Nur, dass hier nicht die Farbe abplatzt ist. Man muss auch eine sehr weite Strecke zurücklegen, viel weiter als auf dem Spielplatz. Der Geographielehrer hängte sich an eine der Sprossen und hangelte, zügig und dennoch ohne übertriebene Eile, wie ein Gibbon bis ans andere Ende. Dort hing er zunächst herum, absolvierte dann zehn langsame, achtsam ausgeführte, blitzsaubere Klimmzüge und hangelte wieder zurück. Danach rannte er zehn Minuten auf dem Laufband. Dann ging er zu Ringen, die von der Decke hingen, professionelle Turnringe, stemmte sich darin hoch, ließ langsam die Arme auseinander sinken und stemmte sich wieder hoch, viele Male. Danach, Sie ahnen es, rannte er wieder. Ich war fasziniert und beeindruckt: Nicht nur angesichts der unmenschlichen Kräfte, sondern auch, weil er kein Gewese darum machte, weder durch seine äußere Erscheinung noch durch weitschweifige Gesten, Stöhnen oder Schnaufen.


Und sonst | Stillleben mit Birnenkuchen.

Auf dem Esstisch in der Küche: eine brennende Kerze und Birnenkuchen, im Hintergrund ein Buffetschrank, andeutungsweise Blick in den Garten

Der Birnenkuchen ist ein Familienrezept: einfach, ein bisschen schlotzig und zart schokoladig. 150 Gramm Butter, 150 Gramm Zucker, Vanillezucker, drei Eier, 300 Gramm Mehl, etwa 200 Milliliter Milch, fünf Esslöffel Haferflocken, 100 Gramm Schokoraspeln, Zimt und Kakao nach Belieben. Alles verrühren. Mit einem Teil des Teigs eine Kuchenform füllen, Dosenbirnen drauflegen – es hilft, wenn sie nicht gut abgetropft sind – und mit dem Rest des Teigs bedecken. Umluft, zwischen 180 und 200 Grad, 50 – 60 Minuten.


Schweine | Der Dicke ist weiterhin in Behandlung beim Pflegeteam: Augentropfen, abends ein Medikament gegen den Infekt. Die Abendgabe geht mit dem Herstellen des Dinners einher. Das Schwein zeigt sich kooperativ und guter Dinge.

Küchen-Arbeitsplatte: darauf verteilt diverses Gemüse. Mittendrin ein braunes Meerschwein, das treudoof in die Kamera schaut, ein Rucolablatt im Mund
Kommentare

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  1. Stedtenhopp sagt:

    Der Birne-Schoko-Kuchen klingt wundervoll, wird sofort gebookmarked im Rezepte-Ordner!

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