Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Beim Bäcker, am Bahnhof und in Bayern

26. 3. 2026 6 Kommentare Aus der Kategorie »Expeditionen«

Beim Bäcker | Heute Morgen stand ich mit schlechter Laune beim Bäcker. Vor mir ein Kind in der Schlange, hinter mir ein Handwerker in Arbeitskleidung. Das Kind dreht sich um, reißt die Augen auf, ruft: Wow! Ein Bauarbeiter! 
Bauarbeiter: *lacht
Kind: Hast du Hunger?
Bauarbeiter: Ja.
Kind: Kaufst du einen Salat?
Bauarbeiter: *lacht – Nein.
Kind: Magst du keinen Salat?
Bauarbeiter: Nein.
Kind: Magst du Brötchen?
Bauarbeiter: Ja.
Kind: Du musst groß und stark werden.
Bauarbeiter: Bin ich doch schon.
Kind: *guckt kritisch
Verkäuferin (zu Kind): Willst du einen Keks?
Kind: *greift nach Keks und gibt ihn dem Bauarbeiter – Hier. Für dich.

Danach hatte ich gute Laune.


Am Bahnhof | Neulich erzählte ich, wie ich auf dem Frauentag der Bogestra einen Vortrag zum Thema Catcalling besuchte. Am Bahnhof in Essen konnte ich das Gelernte anwenden.

Ich stand am Gleis und wartete. In Hörweite stand eine junge Frau. Ein Mann näherte sich ihr, sagte, dass sie sexy sei, fragte nach ihrem Namen. Die Frau erwiderte seinen Blick nicht, antwortete nicht. Er fragte, wo sie hinfahre, ob sie einen Freund habe. Sie schaute intensiver weg. Er fragte, was sie noch vorhabe, ob sie zu ihrem Freund fahre. Ich nahm meine Tasche, rückte neben sie und sagte, dass ich an ihrer Seite sei. Er ließ sofort von ihr ab. Sie bat mich, noch bei ihr stehen zu bleiben, bis der Zug kommt. Das tat ich.


In Bayern | Ein lieber Mensch hatte zum 50. Geburtstag eingeladen – nicht in seinem Wohnzimmer, sondern in Bayern, an einem Ort, an dem er eine prägende Zeit seines Lebens verbracht hat. Er mietete einen Achtsitzer, die Festgesellschaft sammelte sich und gemeinsam fuhren wir in den Süden. Unter den Reisenden waren der Gastgeber, sein Partner und ich – und verschiedene Eltern. Die Senioren führten Frikadellen und Schnitzelchen mit, vegetarisch und mit Fleisch, im Kofferraum lagerten Wasser, Cola und Apfelschorle, Brötchen und Kekse waren gerichtet, sogar Trüffelmayonnaise hatten wir. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass wir zehn Stunden benötigten, um das Ziel zu erreichen. Fügen Sie gedanklich dieses Lied in die Schilderung ein.

Das Auto, in dem wir saßen, war ein Mercedes Vito, schwarz mit getönten Scheiben, ein Tourbus. Schnell war klar: Wir brauchten einen Band-Namen! M and the Silver Agers, The Long Road Rebels, Black Bus Brothers. Und: Band-Shirts! Auf dem Rücken die Stationen unserer Tournee: Raststätte Siegerland West – 10:21 Uhr, Katzenfurt Süd – 12:53 Uhr, Autohof Wertheim – 15:14 Uhr, Greding West – 16:57 Uhr, Hagebau Holzkirchen – 18:35 Uhr.

(Die letzte Station war die bestbewertete. Die Rentner-Community war noch Kilometer später voll des Lobes für das vorzügliche Ambiente auf dem WC. Sollten Sie in dem Markt arbeiten und hier mitlesen, fühlen Sie sich bitte außerordentlich wertgeschätzt.)

An den darauffolgenden drei Tagen besuchten wir München, Bad Tölz, Lenggries, Bad Heilbrunn und eine erkleckliche Anzahl Gastronomien. Die Gruppe hangelte sich von Frühstück zu Kaffee und Kuchen hinüber zum Abendessen, unterstützt von erquickenden Aperölchen, dem ein oder anderen Hellen und Kräfte erhaltenden Hollerschorlen. Zwischen 16 und 18 Uhr Nachmittagsschläfchen.

Blauer Himbeer, eine Kirche, davor knospende Zweige und das Schild "Café Kaiserschmarrn"

Wir Jungspunde fuhren den Blombergblitz, wir waren fast allein. Wir stiegen ein, fuhren hinauf, eine rasante Abfahrt, wir liefen zurück zum Start, stiegen wieder ein. Einmal, zweimal und nochmal aufs Neue. Heidewitzka! Das waren wilde Fahrten!

Bis zum Samstagabend trafen weitere Gäste ein – mit Zug, Wohnmobil und Pkw. Es waren Menschen, die nur für wenige Stunden anreisten, nur für eine Übernachtung, viele Kilometer. Wir feierten mit einem Zauberfondue. Wir aßen und tranken, hörten Geschichten, erzählten selbst welche und ließen uns verzaubern. Das Geburtstagskind war beseelt, die Festgemeinschaft beglückt. Um Mitternacht waren wir alle zusammen sehr satt, im Bauch und im Herzen – und froh, dass niemand zersägt worden war.


Zertifkat | Ich bekam Post. Im Umschlag: mein Zertifikat als KI-Managerin von der Fraunhofer Gesellschaft. Auf Linked.In habe ich aufgeschrieben, was meine Kunden davon haben.


Gelesen | Anna oder: Was von einem Leben bleibt. Journalist Henning Sußebach nimmt uns mit auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna Raesfeld, verwitwete Vogelheim, geborene Kalthoff. Ein normales und gleichzeitig außergewöhnliches Leben zwischen der Gründung des Deutschen Kaiserreiches und dem Beginn der Nazi-Zeit, tief im Sauerland. Ein großes kleines Buch.


Schweine | Die Oma hat seit ihrer Ankunft im November dichtes Fell bekommen, führt die Jungschweine an und pflegt eine Leidenschaft für Tomaten.

Ein schwarz-weißes Meerschein in der Stalltür, auf dem Boaden davor ein braunes Schwein, neugierig nach oben in den Stall blickend
Kommentare

6 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Friederike sagt:

    Ich bin sicher, Dich an der Seite zu haben, gibt bei Catcalling oder in anderen ungemütlichen Situationen sofort großes Vertrauen!
    Und was für eine wunderbare Bäckerei-Szene!

    1. Vanessa sagt:

      Ich war erstaunt, wie einfach es war: Zusammenstehen, und schon gab er nach.

  2. Nihilistin sagt:

    Und ich wette, dass die Hälfte der Menschheit sagt: „Aber er hat doch nur ein bisschen gequatscht mit ihr. Darf man denn jetzt Frauen nicht mal mehr sagen dass sie gut aussehen?“

    1. Vanessa sagt:

      Selbst wenn die Hälfte der Menschheit erkennt, dass es kein glücklicher Versuch war, eine Frau anzumachen, erkennen die wenigsten die Bedrohung, die Frauen spüren. Die Frau war wirklich in Sorge, dass der Mann mit ihr in den Zug steigt und nicht von ihr ablässt.

  3. PaulineM sagt:

    „Beistehen“ kann so einfach sein. Wir sollten viel mehr aufeinander achten. Und was für ein schöner Geburtstag!

  4. ANNA sagt:

    Jede Frau wünscht sich so eine Frau wie dich an Ihrer Seite!
    Das ist so einfach und sicher sehr wirkungsvoll.

    Das Buch liegt bei mir auch auf dem Nachttisch . Dank deiner Empfehlung habe ich sofort angefangen .
    Es verspricht viel Gutes

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