Broterwerb | Schon wieder eine Woche her, dass ich das letzte Mal ins Internet tippte. Mann-o-mann.
Das liegt daran, dass ich Einiges zu tun hatte. Unter anderem stand ich auf einer Bühne – bei der Frauenversammlung der Bogestra, dem Bochumer Nahverkehrsunternehmen.

Ich sprach über souveränes Auftreten und darüber, wie man Dominanzverhalten kontert. Dazu mehr in meinem nächsten Newsletter, meldet Euch gerne an. Im Newsletter bekommt Ihr sechs Phrasen, die (fast) immer passen, um blöde Sprüche zu kontern. Außerdem erzähle ich, warum Sprüche, Seitenhiebe, provizierende Frotzeleien gar nicht so dumm sind, sondern eine soziale Funktion haben, die sogar Spaß machen kann.
(Sexistische Sprüche sind ausdrücklich nicht gemeint, sie sind eine andere Liga.)
Nach meinem eigenen Vortrag nahm ich noch an einem Workshop teil. Lisa Wallbaum, Wissenschaftlerin an der Hochschule Bochum, referierte zum Thema Catcalling, also dem ungewollten Anmachen und Hinterherpfeifen. Das war lehrreich. Lisa unterschied nochmal genau zwischen Catcalling und Kompliment – Gruß die Nichts-darf-man-mehr-sagen-Onkel an den Familienkaffeetafeln dieser Republik). Wir erarbeiteten, was man tun kann – als Betroffene und vor allem als jemand, der Zeuge oder Zeugin wird. Wichtig ist, dem Opfer zu signalisieren, dass man das Catcalling mitbekommen hat und dass es nicht in Ordnung war.


Schwenk von Bochum nach Niedersachsen. In einem Maschinenbau-Unternehmen habe ich zwei Tage lang mit Ausbildungskoordinatoren gearbeitet. Wir haben besprochen, wie sie die Azubis – speziell die IT-Azubis – noch besser unterstützen können. Ich habe die Lebensphase eingeordnet, in der Azubis stecken (die Teilnehmer erkannten ihre eigene Biographie gut wieder), wir haben Coachinggespräche geprobt, und ich habe zwei Schemata mitgebracht, um klare und dennoch respektvolle Konfliktgespräche zu führen. Dazwischen haben wir uns mit den Azubis ausgetauscht – denn es macht Sinn, nicht nur über-, sondern auch miteinander zu reden.

Das hat viel Freude gemacht – sowohl mir als auch den Teilnehmern. Sie haben Vorschläge gemacht, zu welchem Thema wir uns wiedersehen können. Das ist schön.
Newsletter | Mein Newsletter ist von Mailchimp zu Brevo umgezogen – von der amerikanischen zur europäischen Lösung, DSGVO-konform und digital souverän. Es sind die kleinen Dinge. Danke an den Webworker, der den Anstoß dazu gegeben hat. Wir haben viel getestet. Der nächste Newsletter-Versand wird zeigen, ob alles für alle Empfänger gut klappt.
Geburtstag | Ich bin ein Jahr älter geworden. Hurra!

Weil es mit jedem Jahr mehr zu feiern gibt – es wird schließlich nicht einfacher, sich dem Siechtum entgegenzustemmen -, habe ich das Ereignis gleich zweimal begangen. Es waren kleine, illustre Runden, auf dem Tisch standen viele Speisen, es gab ausreichend Getränke.
Sollte ich hundert werden, wird es einen Festzyklus geben.
Leser’innenfrage | Eine Frage aus der Themenvorschlagsliste: „Was möchtest du beruflich noch erreichen?“
Das ist eine gute Frage. Ich habe meinen Weg bislang nicht geplant. Ich wollte nie etwas Bestimmtes erreichen. Ich habe immer Gelegenheiten ergriffen. Es gibt noch so vieles zu lernen, so viele Probleme zu lösen, jeden Tag entdecke ich Neues – das wird mich weiter antreiben.
Ich kann mir durchaus vorstellen, meine Selbstständigkeit irgendwann wieder zu verlassen, sollte sich eine spannende Herausforderung ergeben. Ich hätte Lust, eine Führungsposition zu übernehmen, im Team zu arbeiten und gute Strukturen zu schaffen, damit Menschen ihren besten Job machen können. Dafür erwarte ich allerdings gute Rahmenbedingungen, klare Entscheidungswege, ich brauche eine gemeinsame Wellenlänge und vor allem: Sinn in der Arbeit. Es muss eine Passung da sein.
Ich kann mir auch vorstellen, noch viele Jahre selbstständig zu bleiben, Sparringspartnerin zu sein, gemeinsam mit meinen Kundinnen Organisation und Teams weiterzuentwickeln, meinen Blick von außen zu geben, Impulse zu setzen, mich aber auch festzubeißen, um Dinge umzusetzen, die steckengeblieben sind.
Ich kann mir auch vorstellen, junge Menschen zu begleiten, in welcher Form auch immer. Das macht mir große Freude: Mut machen, Wissen vermitteln, Ausprobieren ermöglichen, Können wachsen sehen.
Es gibt also nicht Bestimmtes, das ich erreichen möchte. Mir ist wichtig, glücklich in der Arbeit zu sein, Sinnhaftes zu tun und mit Menschen zusammenzuarbeiten, die freundlich und warmherzig sind und denen ich nicht nur etwas mitbringe, sondern von denen ich auch etwas lerne.
(Falls Recruiter mitlesen: Geld möchte ich auch ausreichend verdienen.)
Was ich mir übrigens auch vorstellen kann, ist, nochmal etwas komplett anderes zu machen. Ich glaube, ich wäre eine gute Bestatterin. Ernsthaft, aber ohne gekünsteltes Mitleid. Stützend, ohne zu erdrücken. Mal andere Wege gehen als die üblichen Zeremonien. Lachen dürfen! Und trotzdem traurig sein. All das.
Schweine | Weideschweine.

Kommentare
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Herzliche Gratulation und ich hoffe, die Schweinderl haben Sie mit einem harmonischen Pfeifkonzert erfreut! LG Anna
Herzliche Glückwünsche nachträglich!
Und zum Thema Bestatterin: In diesen Bereich können Sie als Trauerrednerin/Trauerbegleitung einsteigen. Da können Sie die genannten Eigenschaften auch schon wunderbar einbringen. Und ich würde Sie sofort buchen!
Herzliche Grüße
Nicole