EinsA | Kein Alaaf und Helau. Stattdessen besuchte ich das EinsA in Dülmen und habe Tolles gesehen.

Das EinsA nennt sich „Ein Haus für alle“: Es verbindet Menschen jeden Alters, unabhängig vom sozialen Status. Es steht zentral am Dülmener Marktplatz, direkt am Rathaus und an der Kirche St. Viktor. Ich traf mich dort mit Sandra. Sie leitet das Haus. Ich habe sie während meines Wahlkampfs kennengelernt und wollte mir immer mal ihren Arbeitsplatz anschauen, weil ich die Idee des EinsA so großartig finde.
Das Haus ist tatsächlich einzigartig, voller Licht und voller Angebote: Elterntreff, Brettspielrunde, Geburtsvorbereitung, Pilates, Singen, Theatergruppe, queerer Stammtisch, Männergruppe 60plus und – Zitat – „passioniertes Kochen für pensionierte Männer“. Und noch viel mehr! Die Veranstaltungen gehen durch alle Generationen, Geschlechter und Neigungen. Jeder und jede ist willkommen.





Man kann Räume für einen Kindergeburtstag mieten. Oder man kommt einfach nur so: zum Dasitzen, Lesen, Ausruhen und Quatschen. Es gibt Sitzgruppen, einen Kicker, Sessel zum Stillen und gemütliche Ecken. Außerdem ist im Erdgeschoss des Hauses ein Café, in dem man für kleines Geld frühstücken, zu Mittag oder Kuchen essen kann.
Man kann sich auch eine Rikscha ausleihen und (nach einer Einweisung) Großeltern, Tanten und Onkel herumfahren.

Die Geschichte des EinsA begann 2011. Die Katholische Kirchengemeinde, die Stadt Dülmen und die Familienbildungsstätte entwickelten die Vision eines Gemeinschaftsortes mitten in der Stadt. Ein Ort, an dem jeder sein kann – und an dem man sich begegnet, ohne Geld, dafür mit Offenheit und Wohlwollen. Dank des Strukturförderprogramms Regionale ZukunftsLAND 2016 erhielt die Idee einen Finanzierung und wurde Wirklichkeit. Es ist ein ziemlich einzigartiges Projekt in Deutschland, vor allem in dieser Größe.
Das Haus bietet auch Seminarräume an. Wunderbar helle Orte, eingebettet in die bunte Atmosphäre des Hauses, mit Blick in den Kirchhof, zeitgemäß aufgestattet. Das Café macht passendes Catering. Ich würde mich freuen, eine Veranstaltung in diesen tollen Räumen anbieten zu können! Wer hätte Lust teilzunehmen? Sagt mir, was Euch interessiert. Ich habe eine Umfrage eingerichtet.
Die Waffeln übrigens: 10/10 auf der Internationalen Waffelskala.

Gesehen | Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Verfilmung des Romans von Joachim Meyerhoff. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Wunderbar schrulliges Spiel von Senta Berger und Michael Wittenborn. Stark besetzte Nebenrollen.
Schneegestöber | Nach dem Kino war die Welt weiß. Wir tasteten uns durch Nacht und Gestöber nach Hause.

Gehört | Der Podcast Machtwechsel beschäftigt sich mit der A*D in Sachsen-Anhalt, dem Parteiprogramm und der wechselseitigen Anstellung von Verwandten. Ich bin leider nicht so optimistisch wie Robin Alexander, der der Meinung ist, dass die Vetternwirtschaft der Partei Stimmen kosten wird.
Und sonst | Ich habe mit wehenden Fahnen beim Bingo verloren. Trotzdem Spaß gehabt.

Glückscurry gekocht – diesmal mit Tofu und Zwiebeln, Möhren, Paprika und Pak Choi. Rezept: Gemüse nach Wahl (und wer mag, auch Fleisch, Tofu oder Garnelen) anbraten beziehungsweise glasig dünsten. Etwas salzen. Für das Curry eine Dose Kokosmilch erwärmen. Zwei großzügige Teelöffel Currypaste hinzugeben (unbedingt diese, ich bevorzuge gelb) und verrühren. Mit Zitronensaft und braunem Zucker abschmecken.


Schweine | Schweine-Oma goes Tomate.

Kommentare
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Das ist ja ein wunderbares Projekt! Meine Tochter, fast 15, sagte letzte Woche noch zu mir, dass ihr in Bochum so sehr ein Platz fehlt, wo sie einfach sitzen kann, wo es warm und schön ist, wo sie aber nicht zwingend etwas kaufen muss. Aktuell gehen da nur Cafés (aber eben nur wenn Geld da ist) oder die Stadtbücherei (da kann man aber nicht mit Freundinnen quatschen).
Toll, dass das in Dülmen funktioniert! Und zu einen Seminar dort komme ich gerne!
Genau das. Einfach nur mal irgendwo sitzen können, sich treffen und sich unterhalten – Raum haben.
Interessant, „wunderbar unterhalten“ fühlte ich mich in dem Film überhaupt nicht, eher maximal angestrengt. Die Schauspieler (Opa und Enkel) und Frau Berger hervorragend, aber- leider suggeriert der Trailer sehr viel mehr Komödie als die reale Tragödie des Alterns und des Verlustes und Mittelmaß-Erkennens
Ach – echt? Spannend. Vielleicht liegt es bei mir daran, dass ich den Autor und das Buch kenne. Es kam für mich also nicht überrachen, dass auch Tragödie dabei war.
Das EinsA ist eine tolle Idee. Wir sollten solche Räumlichkeiten in jeder Stadt verpflichtend einrichten.
Man muss natürlich sagen: Da stecken richtig Investitionskosten drin. Und viel Engagement.
Curry ist toll, da kann man das machen, was man mag. Was bei uns auch immer beliebt ist, ist kurz vor dem servieren noch eine handvoll Cashewkerne oder Erdnüsse mit reinzuwerfen. Das sorgt für extra „Crunch“.
Gute Idee – mache ich auch manchmal. Sättigt auch sehr gut.
@Ruh: Ihre Tochter darf gern in der Stadtbücherei anregen, eine Zone einzurichten, in der gequatscht werden darf.
Ich bin Bibliothekarin kurz vor dem Ruhestand und habe in 40 Jahren Berufsleben den Übergang von der „Pssst! Leise!“-Bibliothek zum (gefühlten) Indoorspielplatz im Kinderbereich, Chill-Sofa und Billardtisch für die Jugendlichen und Arbeitsplätzen für Leute, die lernen, Bewerbungen schreiben etc. mitgemacht.
„Quasselzonen“ passen in die kleinste Bücherei und sind heutzutage normal in Allgemein Öffentlichen Bibliotheken.
Schauen Sie mal hier: Nordrhein-Westfalen hat ein großes Programm aufgelegt, wo viele Ehrenamtliche zusammen arbeiten, um solche Orte zu ermöglichen: https://www.dritteorte.nrw/
Danke für die Info. Habe den Link direkt einmal weitergeleitet.