Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Eine Frage zum Fahrradkauf, ein Tofu-Traum und Kresse

3. 2. 2026 3 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Traum | Frühes Weckerklingeln erwischt mich stets in einer Traumphase. Ich wache mitten in der Handlung auf. Letztens wollte ich in die Toskana fliegen, bekam aber meinen Tofu nicht transportiert. Der Tofu sollte auf eine Pizza – im Traum aß ich täglich und obsessiv Tofupizza (sehr fragwürdig). Tofupizza wird allerdings in der Toskana nicht angeboten (weiß man ja). Also musste ich meinen eigenen Tofu mitbringen. Der Tofu war jedoch nicht gut eingeschweißt, Flüssigkeit suppte aus der Verpackung. Deshalb wollte ich den Tofu in eine Tupperdose packen. Weil Tupper Insolvenz angemeldet hat, waren die Dosen im Flugzeug nicht erlaubt (völlig logisch). Außerdem reagiert Tofu wie Sprengstoff (weiß man ja): Drähte rein, und das Zeug explodiert. Ich war gerade dabei, das auszuprobieren, fand aber nur einen Wust von Ladekabeln, als der Wecker klingelte. Die Tofusache bleibt ungelöst.


Themenvorschlag | Eine Frage aus der Themen-Vorschlagsliste:

Sie fahren sowohl im Alltag als auch über längere Strecken viel Rad. Welche Tipps können Sie weitergeben für den Kauf eines neues Rads, das ebenfalls im Alltag und für Touren genutzt werden soll (kein E-Bike)? Worauf sollte man unbedingt achten? Vielen Dank :)

Ich kann nur von mir sprechen, ohne Allgemeingültigkeit.

  • Für Ihren Nutzungskontext kommen zwei Arten von Fahrrädern in Frage: ein Trekkingrad und ein Gravelbike. Ich fahre ein Trekkingbike und kann vor allem dazu etwas sagen.
  • Die Rahmengröße: Messen Sie Ihre Innenbeinlänge und geben Sie sie in einen Rechner für Fahrradgrößen ein. Die gibt es im Internet. Das Ergebnis gibt einen Hinweis. Ein weiterer Hinweis: Ihr Unterarm. Der Abstand zwischen Sattelspitze und Steuerrohr (das aufrechte Rohr, an dem Lenker und Radgabel befestigt sind) sollte so lang sein wie die Strecke von Ihrem Ellbogen bis zu den Fingerspitzen.
  • Die Ergonomie: Am Ende muss die gesamte Ergonomie stimmen. Ich habe eine relativ kleine Rahmengröße (56) für meine Innenbeinlänge (94 Zentimeter) und stattdessen einen Vorbau am Lenker. Diese Kombination sorgt dafür, dass ich sportlicher und gestreckter sitze. Wenn Ihnen das auch zusagt (ich empfehle das sehr) und Sie zwischen zwei Rahmengrößen liegen, nehmen Sie im Zweifel die kleinere. Damit ist man auch wendiger.
  • Der Lenker: Mein Lenker ist leicht nach oben gebogen, weil meine Arme im Verhältnis zu meinen Beinen ziemlich kurz sind. Dank des Vorbaus sitze ich sportlich, dank des nach oben gebogenen Lenkers liege ich nicht komplett auf meinem Schambein auf. Achtung: Wenn Sie den Lenker nach oben kippen, achten Sie darauf, dass die Bowdenzüge lang genug sind – das sind die Drahtseile, die vom Lenker zu den Bremsen führen.
  • Der Sattel: Ich rate dringend zu einem schmalen Sattel. Ich selbst fahre gerne mit Terry-Sätteln. Hilfreich für Menschen mit Vulva ist ein Sattel mit Aussparung in der Mitte so wie dieser hier. Mein größtes Problem auf längeren Strecken ist nämlich nicht, dass mir der Hintern weh tut – dafür sitze ich zu sehr nach vorne gestreckt -, sondern dass die Weichteile schmerzen. Zu dieser Problematik wird leider im Fachhandel nicht beraten. Dort verkaufen vorwiegend Männer, die, wenn man das Problem vorträgt (und besonders, wenn man dabei das Wort „Klitoris“ sagt), erröten, herumstammeln und dann das tun, was sie standardmäßig tun: die Sitzhöcker vermessen. Die sind aber ganz woanders und gar nicht betroffen.
  • Herren- oder Damenrad: Ich fahre ein Herrenrad, weil die Querstange zwei Vorteile hat. Zum Einen gibt sie dem Rad Stabilität. Zum Anderen kann man Dinge daran befestigen: Taschen mit Werkzeug und Proviant oder Navigation. Das ist vor allem auf Touren hilfreich. Man kann auch ein Herrenrad durchaus mit Rock und Kleid befahren.

Hier ein Bild meines Rades, auf dem man das Zusammenspiel von Rahmen, Vorbau und Lenker sehen kann. Der Sattel ist leicht nach vorne geneigt. Das sorgt dafür, dass das Becken kippt und der untere Rücken entlastet wird.

Ich habe mein Rad übrigens online gekauft, weil sämtliche Offline-Beratung nicht existent war. Die großen Läden berieten gar nicht, ich sollte mich „einfach mal umschauen“. Die kleineren Händler waren blank, was Ergonomie angeht („Da müssen Sie schauen, wie Sie sich wohlfühlen“) und offenbar nur auf Kunden eingerichtet, die aufrecht und gemütlich durch die Landschaft radeln.

Wenn Sie sich für eine sportliche Sitzhaltung entscheiden, werden Ihnen irgendwann die Handgelenke wehtun. Gegen taube Hände sollen die Griffe von SQLab helfen; ich habe sie aber nicht ausprobiert. Außerdem werden anfangs die Schultern schmerzen. Das geht mit der Zeit weg. Bauchmuskeltraining hilft auch. Für gute Fahrradergonomie empfehle ich Juliane Neuss. Meine Beratung war ein Geschenk einer Blogleserin, ewigen Dank dafür! Juliane hat auch ein Buch geschrieben, das sie auf ihrer Website verlinkt hat und berät auch online.

Fazit: Ein Fahrrad in einigermaßen passender Rahmengröße kaufen und über Vorbau, Lenkerform, Sattel und Sattelhöhe optimieren.


Gelesen | „Gehört das Ihnen?“ Anke Gröner ist auf der Suche. Der Name der Dame treibt jetzt auch mich um. Ihr lest auch „Martina“, oder?


Und sonst | Am Freitag absolviere ich eine Zertifikatsprüfung. Die Prüfung findet online über eine Prüfungssoftware statt. Man muss den Raum schlicht gestalten, so dass klar ist, dass man nicht schummelt. Außerdem gibt es diverse andere Regeln. In einer FAQ-Sammlung stehen alle Fragen, die jemals gestellt wurden. Darunter auch:

„Ich schreibe die Prüfung im Wohnzimmer. Dort leben aber auch meine Meerschweinchen, die von Zeit zu Zeit mal rumschreien (deutlich keine menschlichen Geräusche). Ist das ok oder muss ich mir einen anderen Raum suchen?“

Die Antwort der Prüfenden ist: Nein, kein Problem. Offenbar unterschätzen sie, welch leistungssteigernde Wirkung es hat, bei einer Prüfung Meerschweine zu beobachten.


Schweine | Die Schweine haben im Dezember ein Weihnachtsgeschenk bekommen: Eine Leserin schickte Samentütchen mit schmackhaftem Kraut. Ich züchtete daraufhin Kresse im Wohnzimmer und stellte sie vor die Schweinevilla. Die Schweine waren völlig außer sich, rannten wild umher. Freudig liefen sie zur Kresse, probierten – und wandten sich enttäuscht wieder ab. Im Bild: entrüstetes In-die-Kresse-Starren.

Der Meerschweinestall, davor ein Teller Kresse mit zwei Schweinen, mäßig begeistert. Im Stall hockt ein Schwein und beaobchtet.

Ich aß die Kresse dann selbst, im Glückscurry. Für die Schweine wächst nun Asia-Salat auf der Fensterbank.

Kommentare

3 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. flyhigher sagt:

    Liebe Nessy, dein Traum hat mich sehr erheitert, herzlichen Dank fürs Teilen, und deine Ausführungen zum Fahrradkauf – Respekt!!!

  2. Rudi sagt:

    Liebe Nessy,
    ich warte auf den Teil 2 des Tofu-Traums…

  3. Simon sagt:

    Zum Thema Wecker und Traum würde ich einen Lichtwecker empfehlen, der lässt einen langsam aufwachen und unterbricht nicht die Traumphase, man ist damit ausgeruhter.

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