Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Der Beginn des neuen Jahres

2. 1. 2026 3 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Neujahr | Allen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Jahr! Möge es Gesundheit und Zufriedenheit bringen, angefüllt sein mit Momenten der Freude und Heiterkeit.

Wir feierten denkbar einfach, daheim mit Raclette. Damit es dazu kam, fragten wir zunächst die Schwiegereltern, ob sie ein Raclettegerät hätten. Sie bejahten, es vergingen zwei Tage der Selbstgewissheit, bis der Schwiegervater in den Keller stieg und keins fand. Der Reiseleiter reiste zwanzig Kilometernach Oer-Erkenschwick, holte bifinet H-3043 von seiner Schwester, ein antikes Gerät, der Karton mehrfach mit Panzertape stabilisiert. Es war der Abend vor Silvester, draußen funkelten Sterne und Raureif, ich steckte H-3043 in die Steckdose. Geräuschlos gingen im Untergschoss die Lichter aus. Der Reiseleiter reiste zehn Kilometer zum nächsten SB-Warenhaus, Öffnungszeiten bis 21 Uhr, und erstand das letzte von drei Raclette-Geräten, ein federleichter Apparat chinesischer Herstellung. Wir racletteten aufs Feinste sanken aufs Sofa, stießen um Mitternacht an und gingen ins Bett.


Ein Papagei |  Beim Neujahrsspaziergang begegnete uns mitten im Wald ein Papagei.

Ein bunter Stoffpapagei in einer Schaukel, mitten im Wald im Baum

Leser’innenfrage | Eine neue Frage auf der Themen-Vorschlagsliste:

Hallo, welche touristischen Besonderheiten sollte man rund um Haltern auf keinen Fall verpassen? Hintergrund ist: Wir (2 Erw., 2 Kinder 9 & 11) möchten im nächsten Jahr auf alten Spuren wandeln und im Ruhrgebiet Urlaub machen. Meine Eltern sind dort aufgewachsen, konnten uns bei der Planung aber nur noch bedingt weiterhelfen – dafür sind sie inzwischen einfach schon zu lange weg.

Starlight Express und der Movie Park stehen auf jeden Fall auf unserer Liste (dort war ich tatsächlich schon vor rund 30 Jahren). Daher wollte ich freundlich nachfragen, ob Sie vielleicht noch weitere Tipps oder Empfehlungen für uns haben.

Für die Unterkunft haben wir bereits erste Ideen, zum Beispiel eine Jugendherberge oder eine Ferienwohnung auf bzw. bei einem Zeltplatz – vielleicht haben Sie aber ja noch einen persönlichen Geheimtipp?

Ich hoffe die Frage ist nun nicht zu egoistisch. Über ein paar Hinweise würde ich mich sehr freuen. Liebe Grüße

Das ist eine ganz und gar nicht egoistische Frage. Hier meine Favoriten im Ruhrgebiet:

  • Zeche Zollverein, Essen. Der Klassiker im Ruhrgebiet: das UNESCO-Welterbe, fast schon in Muss beim Ruhrgebietsbesuch. Man kann Förderturm, Museum und Außengelände mit und ohne Führung besichtigen. Es gibt regelmäßige Führungen und Angebote für Kinder, im Winter eine Eisbahn, im Sommer ein Schwimmbecken.
  • Landschaftspark Duisburg Nord. Stillgelegtes, riesiges Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich. Es ist inzwischen Gartendenkmal und laut britischen Guardian einer der zehn bedeutendsten Stadtparks der Welt. Man kann den Hochofen besteigen, klettern, herumrennen, runtergucken, entdecken. Abends ist die Kulisse toll illuminiert.
  • Bergbaumuseum Bochum, eines der meistbesuchten Museen Deutschlands. Besucherinnen und Besucher gehen unter Tage und entdecken die Arbeitswelt dort. Man kann das Museum mit und ohne Führung besuchen. Es gibt Programm für Kinder.
  • DASA, Dortmund. Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung – klingt trocken, ist aber genau das Gegenteil. In großen Hallen und einem Außenbereich kann man die Welt der Berufe erkunden, Maschinen bedienen und viel ausprobieren – als Baggerführerin, als Fluglotse, als Pilotin, im Gesundheitswesen un dunzähligen weiteren Berufsfeldern. Die Ausstellung ist interaktiv. Dazu gibt es Programm für Kinder.
  • Gasometer Oberhausen. Industriedenkmal, Ausstellungs- und Veranstaltungshalle. Die Ausstellungen wechseln. Bis März ist noch „Planet Ozean“ dort, ab März dann „Mythos Wald“.
  • Ketteler Hof, Haltern am See. Ein Freizeitpark ohne wilde Fahrgeschäfte, dafür mit großen Anlagen zum Klettern und Hüpfen, mit Wasser und Rutschen – ein Ort, der auch für große Kinder und Erwachsene toll ist. Vom Kern-Ruhrgebiet (Essen, Bochum) fährt man 50 Minuten mit dem Auto und 70 – 80 mit Zug und Bus. Der Park ist die Reise wert.
  • Borsigplatz-Verführungen. Themenführungen rund um den Dortmunder Borsigplatz: zum BVB, zur Hoesch-Geschichte oder zum Glauben in der Nordstadt. Nur mit Anmeldung, Besuch rechtzeitig planen. Mit Kindern empfehle ich am ehesten die Führung zur Glaubensvielfalt.
  • Fahrradfahren auf den alten Bahntrassen des Ruhrgebiets. Ich weiß nicht, wie und wann Ihr anreist. Im Sommer lohnt es sich, die Fahrräder mitzubringen oder welche zu mieten. Man kann wunderbar auf alten Bahntrassen Rad fahren, dabei – je nach Route und Kondition – einen der genannten Orte besuchen und weitere streifen, die ich nicht genannt habe, weil ich sie nicht explizit aufsuchen würde. Sie sind aber interessant, wenn sie ohnehin auf dem Weg liegen, zum Beispiel die Essener Margarethenhöhe. Außerdem ist das Rad der beste Weg, um Halden zu erkunden. Solltet Ihr das in Erwägung ziehen, kommt gerne für eine praktikable Komoot-Route auf mich zu. Wir kennen uns mit Radtouren mit Kindern aus; es braucht ausreichend Orte auf der Route, die die Motivation aufrecht erhalten. Die können wir einbauen. Einfach melden, keine Scheu.

Zu Unterkünften kann ich nichts sagen. Mit Kindern sind Jugendherberge und Ferienwohnung ja meist besser und preisgünstiger als Hotels. Jugendherbergen gibt es hier zuhauf. Vielleicht wäre auch ein Hostel etwas. Davon gibt’s hier ein paar, meist sogar in der Innenstadt, Stichwort: Nachnutzung alter Kaufhäuser. Möglicherweise wäre das Unperfekthotel auch passend. Das Konzept des Unperfekthauses ist jedenfalls prima.


Gelesen | Susanne Beyer: Kornblumeblau. Susanne Beyer, Journalistin beim Spiegel und vier Jahre lamng stellvertretende Chefredakteurin, geht dem Leben und dem Tod ihres Großvaters nach. Er starb kurz vor Kriegsende 1945 im brandenburgischen Kloster Lehnin. In der Familie wird die Geschichte erzählt, er sei als Chemiker der Farbe Kornblumenblau auf der Spur gewesen – und wie sie sich synthetisch herstellen lässt. Tatsächlich hat er für eine NS-Behörde daran gearbeitet, kriegswichtigen synthetischen Kautschuk („Buna“) herzustellen – und es besteht eine Verbindung zum Buna-Werk Auschwitz III Monowitz.

Auch wenn Susanne Beyer sich bei ihrer eigenen Gefühlswelt zu sehr im Kreis dreht, ist es ein beeindruckendes Buch. Wie viel Beteiligung braucht es, um ein Kriegsverbrechen zu begehen? Wann beginnt Schuld? Und wie lässt sich das mit familiären Erzählungen vereinbaren? Susanne Beyer nimmt uns mit auf eine Spurensuche, bei der sich manches klärt und manches offen bleibt.


Frostschweine | Beim Frühstück.

Meerschweine am Futternaopf im Stall. Vor dem Stall Tannengrün mit Raureif und Christbaumkugeln.
Kommentare

3 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Katrin sagt:

    Der Ozean ist schon eingepackt, ging nur bis Ende November. Braucht ja Vorlauf bis die neue Ausstellung steht.
    https://www.gasometer.de/de/aktuelles/aufbautagebuch

    1. Vanessa sagt:

      Danke für die Ergänzung! Gut zu wissen.

  2. Ilona sagt:

    Liebe Vanessa,
    Auch für Sie ein gutes 2026! Möge es keine gesundheitlichen oder sonstigen Katastrophen mit sich bringen, sonder auch mal ein paar nette Überraschungen parat haben!

    Über den neusten Post freue ich mich sehr!! Denn nun gibt es kein pardon mehr für die Ausflüchte des Liebsten nicht in seiner alten „langweilgen“ Heimat (Bocholt) Urlaub machen zu wollen.
    Ich freue mich sehr darauf all ihre Vorschläge abzuarbeiten. Und Haltern ( dort lebte die Verwandtschaft) hat ja sogar einen ansprechenden Womo- Stellplatz…

    Herzlichst ausm Süden der Republik
    Ilona

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